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50 000 Negative einscannen?
Verfasst: Freitag 23. September 2005, 15:54
von Janosch Recker
Hallo, bin absoluter Neuling bzgl. scannen und bitte daher um Nachsicht!
Ich habe von meinen Eltern die KB-Negative der letzten 30 Jahre geerbt. Ich schätze, dass es so 50 000 sind. Einen Teil der Photos ist in unseren Photoalben eingklebt, ich würde aber gerne alles irgendwie digital konservieren.
Macht das Einscannen bei solchen Mengen überhaupt Sinn? Professionelles Einscannen kann ich mir nicht leisten. Leider haben die Negative alle einen weißen Papierstreifen, so dass ich nicht weiss, ob ich sie überhaupt in einen KB-Scanner bringen kann.
Hat jemand ähnliche Erfahrungen oder Vorschläge für mich?
Vielen Dank für die Hilfe im voraus
Gruss
Janosch
Re: 50 000 Negative einscannen?
Verfasst: Freitag 23. September 2005, 17:11
von Jens
Hallo,
ich habe das gleiche Problem wie du. Bei mir sind es "nur" 3000 Negative. Ich habe mir den Reflecta Proscan 4000 + Silverfast AI gekauft. Mit dessen "Bildautomatik"-Einstellungen läßt sich insoweit ganz gut leben, indem er damit das meiste aus dem Film rausholt (zumindest scheint es mir so) und halbwegs automatisiert einen Filmstreifen (von 3 bis 40 Bilder) komplett hintereinander einscannt und die Bilder dann seperat ablegt.
Ich verwende dafür folgende Einstellungen:
Auflösung 3600dpi
Farbtiefe 48->24bit
Dateiformat JPEG 80% (wenn du pro Bild ~50MB Platz hast, dann nimm TIFF)
GANE (Entrasterung): normal (je gröber die Filmkörnung, desto mehr)
ICE an
Ein Scan eines solchen Bildes dauert 2-3min. (pro Bild!) Ein 5er Streifen inkl. Preview ist damit in ca 20min getan, wobei du aber nur einmal das Preview aller Bilder anwerfen musst und dann alle Einstellungen machen kannst und dann das Scannen anwerfen musst. Ich scanne damit einen Film pro Abend während der Zeit, die ich eh am Rechner verbringe. Alle 20min mal den Filmstreifen wechseln, dann Preview, gucken, Scan - der Rest geht automagisch.
Die Usability von Silverfast ist, gelinde gesagt, verbesserungsbedürftig (siehe
http://www.silverfast.com/forum/viewtop ... 3717#13717) aber es funktioniert.
Zudem kann der Scanner ICE, welches einen *Höllenunterschied* bei zerkratzten Bildern macht und (hier) keinerlei Feintuning benötigt. Siehe hier:
http://www.jensbenecke.de/temp/filmscanner-ice.jpg
Hoffe das hilft!
Falls dir noch was besseres einfällt oder du eine andere Methode verwendest, dann erzähl mir bitte davon!
Jens
Re: 50 000 Negative einscannen?
Verfasst: Freitag 23. September 2005, 23:13
von Andreas Lettow
Dem Posting von Jens möchte ich nur hinzufügen, daß ich eher mit 48Bit Farbtiefe und als Tiff-Datei arbeiten würde (wenn´s denn archiviert werden soll), denn ansonsten verlierst Du Bildinformationen. Bei wenig Plattenspeicher würde ich mir für die Archivierung dann eher noch ´ne externe Festplatte zulegen und/oder auf DVD brennen. Zur SilverFast Software: die Funktion "GANE" ist meiner Erfahrung nach nicht so gut wie in anderen Programmen (z.B. Neat-Image oder Noise-Ninja), so daß ich derartiges "Feintuning" an der Bildern lieber später in Phoddoschob mache.
Gruß
Andreas
Re: 50 000 Negative einscannen?
Verfasst: Freitag 23. September 2005, 23:44
von Jens
Hallo,
die Software, die ich verwende, beherrscht leider keine 48bit Dateien. Daher rechne ich auf 24bit runter, was aber auch bei der Qualität meiner Negative völlig ausreicht.
Mit abgeschaltetem GANE scheitert die JPEG Kompression an dem starken Rauschen mancher meiner Bilder und macht die Dateien sehr gross (>10MB), mit eingeschaltetem GANE sieht das Bild besser aus und ist deutlich kleiner (2-3MB).
Noch etwa zum Platzbedarf:
Wenn ich 50.000 Negative einscannen wollen würde, und für jedes 50MB Platz beanspruchen würde, dann würde ich 50*50*10e9 = 2500 Gigabyte Platz benötigen. Ich denke, das ist selbst innerhalb der nächsten Zeit noch nicht diskutabel, da die Plattenindustrie seit einigen Jahren so um die 200-250GB stagniert - es kauft anscheinend keiner mehr größere Platten.
Eine 300GB Platte kostet seit einiger Zeit ca 200 Euro. 2500 GB kosten demnach ca 1600 Euro, plus genügend grossem Gehäuse

Ich glaube, das ist nicht realistisch.
Jens
Re: 50 000 Negative einscannen?
Verfasst: Sonntag 25. September 2005, 22:12
von J.B.
ich will dich nicht entmutigen.... aber welches Verfahren auch immer Du nimmst, ein paar Minuten brauchst Du für jedes Bild, multpliziere mit 50 000. Wieviel Stunden täglich willst Du scannen und wieviel Tage kannst du das durchhalten ?
Es ist auch nicht ganz einfach (und nicht so ganz schnell...) Fotoalben auf dem Scanner zu plazieren, auch wenn die Software (bei Canon) in der Lage ist, alle Fotos einer Seite in einem Durchgang zu scannen.
Gruss J.B.
Re: 50 000 Negative einscannen?
Verfasst: Montag 26. September 2005, 07:13
von Janosch Recker
Vielen Dank für die Forschläge! Um ehrlich zu sein, hatte ich daran gedacht die Scans als JPG zu speichern, da ich nicht so hohe Ansprüche an die Qualität der Scans habe. Solange ein 9*13 Abzug davon möglich ist wäre ich zufrieden. Bei 4 MB pro Scan wäre die Datenflut mit 200 GB auch noch ganz überschaubar.
Was mir großen sorgen macht ist die Scannzeit und diese weißen Papierstreifen an den KB Negativen, die ich ja vermutlich vor dem Scannen enfernen muss, oder?
Nochmals vielen dank
Gruss
Janosch
Re: 50 000 Negative einscannen?
Verfasst: Montag 26. September 2005, 09:58
von Uli
Ja, die weißen Streifen müssen ab.
Am Besten mit einer scharfen Schere vorsichtig abschneiden und den Rest dann abziehen.
Aus Erfahrung kann ich sagen, dass ohne vorheriges Abschneiden manchmal der Streifen zerreisst. So schnell kann man gar nicht schauen wie das passiert.
Also VORSICHT !!!
Beste Grüsse
Uli