Welcher Film ist ideal? Hilfe gesucht!
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Jan Leewe Behrendt
Welcher Film ist ideal? Hilfe gesucht!
Hallo,
ich habe mir kürzlich einen Nikon CoolScan V ED angeschafft, weil ich gerne weiterhin mit meiner Olympus OM 4 Ausrüstung fotographieren möchte, aber auf die Digitalisierung nicht verzichten will.
Nun habe ich viele Bilder eingescannt und habe festgestellt, dass das leidige Thema des Bildrauschens zum Teil wirklich problematisch ist. So bin ich sehr enttäuscht von einem Bild, das ich von einem Kodak 200 Asa Negativ-Film eingescannt habe und nun auf DinA3 in einem Labor (pixum.de) habe vergrößern lassen.
Meine AgfaChrome Filme mit 100 Asa liefern mir merklich bessere Ergebnisse, besonders, wenn sie mit Digital GEM und Unscharf Maskieren bearbeitet wurden, aber auch hier denke ich, dass evtl. andere Filme bessere Ergebnisse liefern würden.
Ich würde mich freuen, wenn mir hier jemand konkrete Tips geben könnte, welche Filme sich gut scannen lassen, ohne dass zu großer Farbgrieß auftritt. Erstmal unabhängig davon, ob Dia- oder Negativfilm.
Vielen Dank!
J.L.Behrendt
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Björn
Re: Welcher Film ist ideal? Hilfe gesucht!
Hallo,
schön, dass es noch Leute gibt, die ganz "klassisch" fotografieren möchten! Das von Dir beobachtete Problem ist - wenn man hohe Ansprüche an die Bildqualität legt - in der Tat relativ verbreitet. Grundsätzlich gilt hier die "alte" Regel, dass nur ISO 100 oder geringer ein geringes Korn hat. Gerade die normalpreisigen Filme bieten oberhalb von ISO 100 nicht die besten Scaneigenschaften. Wenn es Dir auf sehr geringe Körnung ankommt, dann würde ich Dir empfehlen folgende Filme einmal auszuprobieren und Dir dann die Sorte heruaszusuchen, die Dir am besten gefällt bzgl. der Farbwiedergabe:
Kodak E100G oder E100GX
Fuji Provia 100F, Astia 100F Velvia 100F.
Fuji hat auch einen Provia 400F im Programm, der zwar relativ teuer, aber ein äußerst geringes Korn hat, selbst absolut betrachtet.
Bei AGFA gibt es derzeit keinen wirklich empfehlenswerten Film, wenn man Deine Ansprüche berücksichtigt. Doch vorsicht, alle genannten Filme gibt es vermutlich nur selten im Kaufhaus etc. da es Profifilme sind.
Ich hoffe Dir kann noch jemand bei Negativfilem helfen, hier habe ich keinerlei Erfahrung.
Björn
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Jan Leewe Behrendt
Re: Welcher Film ist ideal? Hilfe gesucht!
Vielen Dank! Das hilft mir wirklich weiter, ich werde die genannten Filme mal probieren!
Gruß, JLB
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Stephan
Re: Welcher Film ist ideal? Hilfe gesucht!
Hallo!
Die Körnung ist nach meiner Erfahrung auch sehr stark von der Qualität der Entwicklung abhängig, Filme aus einem Profilabor haben deutlich weniger Körnung als welche, die im Kaufhaus entwickelt wurden.
Abgesehen davon empfehle ich, auf GEM zu verzichten und dafür Neatimage zu verwenden. Dieses Programm hat den Vorteil, dass für jedes Bild das Rauschen individuell analysiert und somit gezielter beseitigt wird. Ausserdem produziert es weniger dieser unschönen Artefakte, wie man sie bei GEM hat.
Stephan
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Jan Leewe Behrendt
Re: Welcher Film ist ideal? Hilfe gesucht!
Super, danke! Ich habe mir gerade die Examples auf der Neatimage Seite angeguckt und werde es nun mal selbst ausprobieren, jedenfalls sieht das sehr vielversprechend aus.
Was die Entwicklung betrifft, werde ich auch mal sehen, ob ich noch ein besseres Labor finde, da magst du Recht haben.
Mal sehen, es sieht so aus, als hätte ich eine gute Chance, bald bessere Ergebnisse zu bekommen. Es ist schon schade, wenn man so viel Geld für einen Scanner ausgibt und es nicht schafft, damit gute Ergebnisse zu erzielen
Gruß, Jan Leewe
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Björn
Re: Welcher Film ist ideal? Hilfe gesucht!
Hallo,
zu dem Gesagten möchte ich noch einige Anmerkungen machen:
1. NeatImage: schaue dir bitte auch einmal NoiseNinja an (www.picturecode.com). Es ist nicht nur meinen Erfahrungen nach besser. Besonders bei der Verarbeitung von echtem film hat es seine Stärken. Doch Vorsicht einiges muss man (bei den Programmen) spielen bis man zu guten Ergebnissen kommt.
2. Es ist korrekt, dass die Entwicklung einen wesentlichen Einfluß auf die Körnung hat! Seit dem Wegfall der meisten kleineren Labors, wird die gesammte Branche nur noch von drei Anbietern bedient, so dass es kaum noch Schwankungen in der Entwicklung gibt. Ausgeschlossen davon sind natürlich solche Angebote wie " 1 Stunde Bild" etc. Hier wird die Entwicklung im Hause des Anbieters vorgenommen und ist meist erheblich schlechter als bei den drei Großen. Leider haben eben die meisten kleineren Betriebe nicht die Möglichkeiten bzw. wollen den Entwickler etwas weniger häufig recyclen. Viele Tests in der einschlägigen Presse haben so auch ergeben, dass echte (!) Profilabore meist nur knapp die Qualität der großen Labore erreichen.
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Johannes Winzer
Re: Welcher Film ist ideal? Hilfe gesucht!
nutze selbst die genannten Dia-Filme Velvia 100F und Provia 400, aber primär für die Projektion und da belichte ich ein wenig knapper. Dennoch komme ich beim Scannen mit diesen Filmen zu guten Ergebnissen. Leichter hast du es, wenn du nur für den Scanner arbeitest, da kannst du das Korn durch leichte Überbelichtung minimieren. Bei Negativ-Filmen, z.B. Fuji Superia 200 funktioniert das sehr gut.
Johannes
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Eva
Re: Welcher Film ist ideal? Hilfe gesucht!
Das Scannen von Farbnegativen ist heikel. Besonders, wenn es ältere Filme sind. Manchmal gelingt es einfach nicht, eine angenehme Farbwiedergabe hinzubekommen. Es gibt Komplementärstiche, deren Beseitigung nicht immer gelingt. Vom Korn ganz zu schweigen. Einer meiner früheren Lieblingsfilme, der Kodak Ektar 25, mit einem extrem feinen Korn, ist im Scanner eine Katastrophe. Daher bin ich für Farbe komplett auf Diafilme umgestiegen und nehme den Fuji Senisa 200. Der Film ist unkritisch in der Belichtung. Mit meiner Pentax auf Zeitautomatik wird fast jedes Bild etwas. Die 200 ASA finde ich wegen der geringeren Lichtstärke meines 28-300 XR Tamrons aber auch mit den superscharfen Pentax-Makros sehr angenehm. Weiterhin dauert das Scannen von Diafilmen bei weitem nicht so lange wie das Scannen von Farbnegativen.
Wenn du gelegentlich Schwarzweißfilm belichtest, nimm einen, der im Farbprozeß C41 entwickelt wird. Bei solchen Filmen funktioniert ICE.
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Björn
Re: Welcher Film ist ideal? Hilfe gesucht!
Hallo Johannes,
mit dem Thema Überbelichtung wäre ich allerdings vorsichtig, da man so sehr viel an Zeichnung in den hellen Bereichen einbüßen kann. dies ist der Hauptgrund weshalb Profikameras normalerweise ca. 1/3 Blende Unterbelichten, da so die filme beeser zu digitalisieren sind. Eine leichte Überbelichtung minimiert in meinen Augen das Korn allerdings nur subjektiv. Vielleicht kannst Du dies etwas näher erläutern. mir ist nämlich noch kein physikalischer Gurnd dafür eingegallen. Auch beobachten konnte ich das gesagte bisher noch nicht.
Björn
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Jan Leewe Behrendt
Re: Welcher Film ist ideal? Hilfe gesucht!
Vielen Dank für den Tip, ich habe das jetzt beide Programme installiert und getestet und muss sagen, dass du Recht hast. Noise Ninja ist anscheinend wirklich etwas effektiver. Ich bin ziemlich begeistert, was sich dann doch noch aus den Bildern herausholen lässt. Außerdem habe ich das Gefühl, dass das Tool besser als das Nikon GEM zwischen Rauschen und feinen Strukturen differenziert.
Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich die mitgelieferten Kurz-Tutorials durchgegangen bin und deshalb noch keine Erfahrung mit den Feineinstellungen habe, geschweige denn mit dem Erstellen eigener Profile.
Vielen Dank jedenfalls erstmal. Ich denke, was Filme betrifft, werde ich mir erst einmal aus Kostengründen die Fuji Sensia Filme ansehen.
Gruß, Leewe
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Johannes Winzer
Re: Welcher Film ist ideal? Hilfe gesucht!
Habe ich eine Gegenlichtsituation, so kann der Hintergrund korrekt belichtet sein, aber ich habe ein körniges Gesicht. Der Himmel ist wunderbar wiedergegeben, blau und durchgezeichnet, aber die Landschaft ist dunkel und körnig. Dem kann ich entgegensteuern, indem ich leicht überbelichte, dann kann es zwar vorkommen, dass der Himmel nicht mehr ganz so toll ist, oder der Hintergrund nicht mehr so schön farbig, dafür hat aber das Gesicht mehr Zeichnung und die Landschaft ist zu erkennen.
Gerade in den dunklen unterbelichteten Bereichen eines Bildes fällt das Korn besonders auf.
Natürlich verringert sich das Problem bei prof. Filmen mit 100 ASA, aber bein Fuji Superia 400 ist eine Überbelichtung aus den obengeschilderten Gründen und auch wegen der besseren Farbwiedergabe von Vorteil. Einen Diafilm immer unterbelichten ist nicht zwingend, sondern auch Geschmacksfrage, gerade beim Velvia 100F ist schon eine halbe Blende zuviel, wogegen der Sensia 100 durchaus mit minus 0.7 zu recht guten Ergebnissen kommt. Aber auch da muß man abwägen, ob man in den dunklen Teilen noch Zeichnung haben will und wieweit einem das sichtbarere Korn stört.
Johannes
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Björn
Re: Welcher Film ist ideal? Hilfe gesucht!
Hallo Johannes,
im Prinzip wollte ich genau das von Dir hören. Ich dachte schon, ich hätte etwas vergessen. Wir sind uns also doch einig, dass das Korn immer gleich ist - unabhängig von der Belichtung. Nur, dass es in sehr hellen Bereichen weniger auffällt. Logisch ist natürlich, dass in sehr "dichten" Bereichen einer Aufnahme das Korn stärker zu Tage tritt, doch ist das natürlich kein generelles Problem. Ich kann also durch eine Überbelichtung in jeder Situation, wie man es mißverständlich (so wie ich...) verstehen könnte - nicht das Korn verringern. Ich kann nur die Bereiche erhöhen, in denen es weniger hervortritt, eben auf Kosten der richtigen Belichtung und der Detailszeichnung.
Ich habe beim Velvia 100F die gleiche Fetsstellung gemacht, allerdings habe ich auch schon gelesen (entweder in Colorfoto oder im fomag), dass die tatsächliche Empfindichkeit bei ISO 80 liegt. Deshalb stelle ich diesen Film auch meist auf ISO 80 ein und bin damit bisher sehr gut gefahren. Bei der normalen Einstellung hatte ich meist das Problem, dass die Farben zwar noch gesättigter waren, dafür aber die Tiefen sehr schnell an Zeichnung verloren.
Viele Grüße
Björn