Erfahrungen mit dem Reflecta Digitdia4000

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Hartmut

Erfahrungen mit dem Reflecta Digitdia4000

Beitrag von Hartmut »


Nachdem ich vor und nach dem Kauf meines Scanners so viel von diesem Forum profitiert habe, möchte ich nachstehend meine gesammelten Erfahrungen aufschreiben. Vielleicht können sie dem einen oder anderen einen Hinweis geben, das würde mich freuen.
Besonders und ganz herzlich danken möchte ich Joe (http://www.jostark.de). Zum einen ist es besonders seinem Engagement zu verdanken, daß ich mich so schnell in die besondere Scanner-Problematik einarbeiten konnte. Zum anderen haben wir in einer Unzahl privater Mails Erfahrungen ausgetauscht. Auch wenn wir möglicherweise nicht alles bis zu Ende klären konnten, so machte das nicht nur Spaß, sondern bereicherte auch.
Ich habe mir den Reflecta nach langem Zögern gekauft, weil ich ca. 5000 Dias digitalisieren wollte. Hierbei handelt es sich um Dia-„Schätze“, die bis gut 30 Jahre alt sind, seit Jahren aber nicht mehr angeschaut wurden und irgendwo im Schrank vor sich hinschlummerten. Die Digitalisierung erlaubt es, wieder auf sie zuzugreifen. Und bereits jetzt - vor der endgültigen Bearbeitung - rufen die Bilder in der ganzen Familie größte Begeisterung hervor.
Von daher bin ich gern bereit, etwas mehr in die Verarbeitung der Dias zu investieren. All das ist sehr zeitaufwendig. Von diversen anderen Scanerfahrungen her weiß ich, daß ein Nacharbeiten in der Regel nötig ist. Massenscans werden IMMER suboptimale Ergebnisse liefern.
So auch beim Reflecta-Scanner. Diverse Tests mit der Cyberview-Software (1.16neu) und Silverfast AI (letzte Version von der Website) ergaben den Zuschlag für letztere. Die Qualitäten scheinen mir vergleichbar zu sein. Silverfast führt zu ganz leicht schrägen Rändern, warum auch immer, aber das kann ich wegschneiden, sollte es nötig sein (ansonsten wird es abgeschnitten oder auch gedreht). Wichtig ist aber die Scanzeit: Silverfast braucht für einen 3600-dpi-Scan bei mir knapp 2 Minuten, Cyberview deutlich länger. Dies widerspricht Joes Erfahrungen - ich habe aber nie die von ihm erzielten Scanzeiten realisieren können (und umgekehrt).
Ich scanne die Dias also unter Benutzung der Silverfast-Software ein. Diese läuft i.a. stabil, nur ganz selten stürzt sie ab. Es ist möglich, den PC dabei weiter zu nutzen. Hierbei lasse ich die gescannten Bilder jedoch gleich auf eine externe Festplatte schreiben, um die Last auf die PC-Platte zu vermindern. Auch vermeide ich es, die Silverfast-Software zu minimieren (etwa per Windows-Tast + D). Dies kann dazu führen, daß man nach einem Magazinscan nicht mehr auf das abschließende Bestätigungsfenster kommt und die Software nicht weiter bedienen kann.
Zur Diavorbereitung nehme ich jedes einzelne Dia, staube es mit einem Dachshaarpinsel ab (manchmal gehen da richtige Flusen weg!) und lege es in jeweils derselben Orientierung ins Magazin. Ich nutze Universalmagazine. Wenn Magazine oft auch gleich aussehen, so scheint es doch gewisse Toleranzen zu geben - um aufgetretene Klemmer zu beseitigen, nutze ich nur EIN Magazin und fülle die zu scannenden Dias jedesmal vorher ein bzw. um. Das hat sich bewährt, seither gibt es keine Klemmer mehr. Um die Dias zur Vermeidung von Klemmern möglichst in gleicher Lage einziehen zu lassen, lege ich etwas unter die linken Füßchen des Gerätes (nur ein bißchen), so daß sich die Dias alle in EINE Richtung orientieren.
Ich habe verschiedenste Sorten von Rähmchen. Alle werden einwandfrei eingeschoben, nur Papprähmchen sind kritisch; das erledige ich dann manuell. Notfalls - wenn etwa Papprähmchen verbogen sind - rahme ich sie um. Glasrähmchen entferne ich prinzipiell: Das Glas ist oft irgendwie beschlagen, und bevor ich anfange, es zu reinigen, nehme ich die Dias raus und rahme sie glaslos. Bei glaslosen Dias habe ich diesen Beschlag noch nicht festgestellt bzw. nicht als störend empfunden. Diapunkte entferne ich, wenn ich den Eindruck habe, sie könnten ggf. abgehen.
Das Einscannen erfolgt dann mit Silverfast, Autobelichtung an. ICE, ROC, GEM o.ä. nutze ich nicht. Meine Dias sind i.a. nicht verkratzt. Jede unnötige Manipulation verschlechtert u.U. die Qualität. Ich habe das mitgelieferte Testdia genutzt und mir ein Farbprofil angelegt. Dann habe ich mit den diversen Profilen herumversucht, schließlich aber festgestellt, daß die Ergebnisse am besten sind, wenn ich die Standardeinstellungen nehme - OHNE das erzeugte spezielle Reflecta-Farbprofil. Das wirft natürlich prinzipielle Fragen auf: Ich habe den Bildschirm anhand von Graustufenbildern hinsichtlich Helligkeit „geeicht“, ferner nutze ich Testbilder wie die c’t-Lady. Beides ist wichtig für den Folgeschritt der Verarbeitung. Mit anderen Worten: Ich lasse die Silverfast-Software also nur belichten und scannen, vermeide an dieser Stelle aber jede weitere Manipulation; alle diesbezüglichen Versuche lieferten im Schnitt doch recht bescheidene Ergebnisse.
Mit diesem Vorgehen ist natürlich - ich sagte es bereits - Nachbereitung angesagt. Das mache ich mit PaintShopPro (PSP), neueste Version. Hierzu lade ich die Dias einzeln (Größe ca. 5000 x 3500 Pixel), richte sie aus, beschneide sie evtl. ein wenig. Dann lasse ich die automatische Korrektur auf das Bild los, was manchmal zu überaus guten Ergebnissen führt. Manchmal, wie gesagt.
Parallel oder dann, wenn die PSP-Automatik nicht funktioniert, gehe ich manuell vor. Da alle Scans einen ganz leichten Blaustich haben, setze ich zunächst die Farbtemperatur herab (auf 5700 K). Im nächsten Schritt überprüfe ich, ob die automatische Sättigungskorrektur etwas bringt. Dann geht es auf die automatische Kontrastkorrektur los, falls das nicht hinhaut, verändere ich Helligkeit und Kontrast manuell. Am Ende steht ggf. noch eine Scharfzeichnung mittels „unscharf Maskieren“. Anschließend verkleinere ich das Bild, in der Regel auf 3000 x 2000 oder - bei nicht zu wichtigen Bildern - bis hinunter auf 2000 x 1400.
In der Regel führt dies zu sehr guten Ergebnissen. Um zu sehen, ob die Qualität wirklich stimmt, habe ich dann ausgewählte Bilder an Freunde und Bekannte verschickt mit der Frage, was sie von der Qualität hielten. Hier kam Positives zurück, so daß der Weg richtig erscheint. Oder vielleicht nicht richtig, aber gangbar.
All das ist ein Riesenaufwand. Ich werde daher zunächst alle Dias scannen und die manuelle Korrektur anschließend nach und nach anwenden. Das wird mich über Monate beschäftigen, aber der „Hardware-Druck“ ist raus. Und das ist mir ganz wichtig.
Meist glaubt man, daß die Digitalisierung von Analog-Filmen schwierig und langwierig ist. Nachdem ich letzteres vor einiger Zeit abgeschlossen habe, sehe ich nun, welch ein Aufwand es ist, seine Dias auf Festplatte zu bekommen. Aber ich sehe: es lohnt sich.
Ich bin gern bereit, zum einen oder anderen Punkt weitere Erläuterungen zu geben. Sicher wird der eine oder andere die Hände über dem Kopf ob meines Vorgehens zusammenschlagen. Nur - in der Summe bin ich sehr zufrieden. Und das zählt.
Hartmut

Bruno Peter

Re: Erfahrungen mit dem Nikon Coolscan 4000 ED

Beitrag von Bruno Peter »


Schön mal von der Erfahrung anderer zu hören...
Ich scanne mit dem gebraucht gekauften Nikon Coolscan 40000 ED mit 2700 dpi, wobei ICE aktiviert ist und ich noch den Kontrast ein wenig angehoben habe, ebenfalls nach einer Testreihe. Ich benutze CanonScan 4.0 als Capture-Software.
Die Auflösung habe ich so gewählt um später auch HDTV-Dia-Shows machen zu können und die Bilder in meine Videos einbauen zu können, wobei ich dann darauf auch Kamerafahrten und Zooms anwende.
Aussortiert, gedreht und nachgearbeitet werden die Bilder in Uleads PhotoExplorer 8.5.
Die CPU-Last meines 3,2GB-HT-PCs liegt so bei 50%. Ich kann während der Stappelscans auch noch andere Arbeiten mit dem PC ausführen.
Bin zufrieden mit den Ergebnissen.

Björn

Re: Erfahrungen mit dem Nikon Coolscan 4000 ED

Beitrag von Björn »


Ich vermute meinst NikonScan4.0. Alles andere wäre ja "Hochverrat";-)
Bruno Peter

Re: Erfahrungen mit dem Nikon Coolscan 4000 ED

Beitrag von Bruno Peter »


Das ist schon ein Kreuz mit meinen Schreibfehlern, Sorry!
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