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nikon coolscan V und Tiefenkorrektur DEE
Verfasst: Mittwoch 15. Juni 2005, 14:43
von Simon
Hallo zusammen,
scanne schon seit längerer Zeit meine Dias. Ich habe gemerkt, daß ich immer häufiger gerne die Tiefenkorrektur DEE benutze. Ist das empfehlenswert oder sollte man die zu schwach belichteten Stellen innerhalb eines Dia besser nachher in Photoshop bearbeiten ?
Danke für Tipps !
Gruß, Simon
Re: nikon coolscan V und Tiefenkorrektur DEE
Verfasst: Mittwoch 15. Juni 2005, 19:42
von Björn
Hallo,
der "digitale aufhellblitz" DEE ist eine Funktion, die die Mitten eines Bildes aufhellt. Je nach Implementierung können - wei meist verwendet - besonders die dunkleren Bereiche hervorgehoben werden. Eine ähmliche funktion hat auch PS, die jedoch schwieriger zu bedienen ist. Besonders gut an DEE oder D-Lightning ist, dass die sättigung der aufgehellten Farben "visuell" erhalten bleibt. Tatsächlich wird die Sättigung der aufgehellten Farben erhöht, was jedoch gewünscht ist. Diese Funktion fehlt PS bzw. ist schwieriger zu bedienen. so gesehen kan ich DEE bzw. D-Lightning (wie es jetzt bei Capture heißt) empfehlen. Allerdings muss ich anmerken, dass ich diese Funktion nur von dSLR-Bilddaten kenne und noch nicht mit eingescannten Bildern ausprobiert habe.
Björn
Re: nikon coolscan V und Tiefenkorrektur DEE
Verfasst: Mittwoch 15. Juni 2005, 21:27
von Simon
Danke für die fachkundige Auskunft. Dann werde ich in Zukunft die Funktion auch weiterhin nutzen. Allerdings nicht zu stark. Ich habe bemerkt, daß es bei zu starker Aufhellung an den Rändern Farbsäume oder so etwas in der Art gibt.
So gehe ich max. bis zum Wert 20 bei Nikon Scan 4.0 .
Gruß, Simon
Re: nikon coolscan V und Tiefenkorrektur DEE
Verfasst: Donnerstag 16. Juni 2005, 00:13
von Manfred Jagoda
Hallo Simon,
DEE regelt nicht die mittlere Helligkeit des Bildes ( das macht, ganz einfach, der Mittenregler in der Tonwertkorrektur ) sondern sorgt mit einem Maskierungsverfahren dafür, dass Schattenbereiche unabhängig von den Lichterbereichen aufgehellt werden können. Zeichnung in den Schatten sollte aber schon vorhanden sein sonst werden die Stellen zwar heller und der Kontrast schwächer aber die dunkelsten Stellen im Bild wären dann mit grau/bräunlichen Flecken versehen.DEE ist aber nicht wie Björn meint einfacher zu regeln wie die Tiefen/ Lichter Funktion in PS. Hier besteht die Möglichkeit Schatten- und Lichterpartien sowie die Sättigung separat zu regeln. Auch die Mitteltöne lassen sich über einen Kontrastregler einstellen. Damit ist die Funktion in PS eigentlich komfortabler zu bedienen.
Prinzipiell sollt allerdings das Bild immer schon im Scan so gut es geht optimiert werden. Jede größere (!) Veränderung in der nachfolgenden Bildbearbeitung verschlechtert die Qualität.Wende also DEE ruhig an, sofern es das Bild erfordert! Zoome dabei evtl. in die Schatten, damit Du siehst wie stark Du die diese aufhellen kannst bis der oben genannt Effekt ( Flecken ) eintritt.
Gruß
Manfred Jagoda
Re: nikon coolscan V und Tiefenkorrektur DEE
Verfasst: Donnerstag 16. Juni 2005, 07:32
von Björn
Hallo Manfred,
ich stimme dir teilweise zu, aber im Grunde hast Du nichts anderes beschrieben als ich. Grundsätzlich ist DEE ein Tool um mittlere Farbbereiche aufzuhellen, jedoch nicht via Gamma, sondern eben einer Mskierungstechnik. DEE war jedoch nie primär dazu gedacht (nur) dunkle Bereiche selektiv aufzuhellen. Es sollte einen digitalen Aufhellblitz darstellen, der ebene schwach unterbelichtete Bereiche aufhellt. Interessant in diesem Zussammenhang sind Knowledgebase -Artikel von Nikon, die dies sehr genau beschreiben. Ich weiß allerdings nicht, ob man diese ohne Anmeldung erhalten kann. DEE ist insofern einfacher zu bedienen, da es weniger Optionen bietet und die Sättigungskorrektur gleich automatisch anwendet. in Tiefen/Lichter von PS ist dies nicht der Fall, wenn gleich es mehr Optionen bietet (-> mgl. Fehlbedienung?!).
In einem Statement möchte ich Dir allerdings vehement wiedersprechen. Im Grunde ist es bei 16 bit Farbtiefe pro Kanal vollkommen egal, wann man Korrekturen vornimmt, da die Scansoftware auch nur eine Art Bildbearbeitung ist! So wirst auch sicher Du eine Interpolation (meist wohl downsampling) nicht in dert Scansoftware, sondern mindestens in PS vornehmen, da dessen Algorithmus i.A. besser als der von Scansoftwares ist. GRundsätzlich sollte man sich also anschauen in welchem Programm die Funktion, die man anwenden möchte die beste ist.
Viele Grüße
Björn
Re: nikon coolscan V und Tiefenkorrektur DEE
Verfasst: Donnerstag 16. Juni 2005, 09:17
von Björn
Ja DEE sollte man nicht zu extensiv verwenden, da es ja den Tonwertumfang eines Bildes verkleinert. Kontraste also abschwächt, die vielleicht wünschenswert sind.
Björn
Re: nikon coolscan V und Tiefenkorrektur DEE
Verfasst: Donnerstag 16. Juni 2005, 09:24
von Manfred Jagoda
„ich stimme dir teilweise zu, aber im Grunde hast Du nichts anderes beschrieben als ich. Grundsätzlich ist DEE ein Tool um mittlere Farbbereiche aufzuhellen, jedoch nicht via Gamma, sondern eben einer Mskierungstechnik. DEE war jedoch nie primär dazu gedacht (nur) dunkle Bereiche selektiv aufzuhellen. Es sollte einen digitalen Aufhellblitz darstellen, der ebene schwach unterbelichtete Bereiche aufhellt.“
Eben! Und was macht ein Aufhellblitz? Er hellt die Schattenpartien auf! Der soll in den Mitteltönen und in den Lichtern ja nichts verändern! Was hat das mit der mittleren Helligkeit zu tun? Leute, die kein DEE oder AACO ( Silverfast Studio ) oder Tiefen/ Lichter ( PS ) haben besitzen nur die Möglichkeit über die Gradationskurve die Helligkeitsverteilung im Bild in den Griff zu bekommen ( mitunter eine ziemliche Pfriemelei ). Mit den genannten Möglichkeiten geht das einfacher. Wenn das Bild lediglich zu hell oder zu dunkel ist benutzt man den Mittenregler in der Tonwerteinstellung oder man zieht die Mitte der Gradationskurve nach oben oder unten.
„DEE ist insofern einfacher zu bedienen, da es weniger Optionen bietet und die Sättigungskorrektur gleich automatisch anwendet. in Tiefen/Lichter von PS ist dies nicht der Fall, wenn gleich es mehr Optionen bietet (-> mgl. Fehlbedienung?!). „
Alle Automatikfunktionen sind einfacher zu bedienen. Ob sie besser sind kann man ruhig bezweifeln. Übrigens auch Tiefen/ Lichter wendet in der Grundeinstellung eine Sättigungskorrektur an, die mir aber nicht gefällt und die ich umgehend auf 0 zurücksetze.
„In einem Statement möchte ich Dir allerdings vehement wiedersprechen. Im Grunde ist es bei 16 bit Farbtiefe pro Kanal vollkommen egal, wann man Korrekturen vornimmt, da die Scansoftware auch nur eine Art Bildbearbeitung ist! So wirst auch sicher Du eine Interpolation (meist wohl downsampling) nicht in dert Scansoftware, sondern mindestens in PS vornehmen, da dessen Algorithmus i.A. besser als der von Scansoftwares ist. GRundsätzlich sollte man sich also anschauen in welchem Programm die Funktion, die man anwenden möchte die beste ist.“
Nach der Logik kann man einfach drauf los scannen, die Bildbearbeitung richtet das schon. Auch mit 16 Bit gibt es Grenzen. Wenn Du gravierende Änderungen erst in der Bildbearbeitung vornimmst, musst Du Dich über Farbverschiebungen, Tonwertabrisse, körnige und farbverrauschte Bilder nicht wundern. Die kannst Du in PS bearbeiten, bis der Tod eintritt, und Du wirst nie ein erstklassiges Bild bekommen.
Runterrechnen auf Ausgabegröße hat mit der eigentlichen Bildbearbeitung nichts zu tun. Selbstverständlich scannt man in der höchstmöglichen Auflösung mit 16 Bit und rechnet die Kopie in der Bildbearbeitung auf Ausgabegröße ( und in 8 Bit ) runter.
Gruß
Manfred Jagoda
Re: nikon coolscan V und Tiefenkorrektur DEE
Verfasst: Donnerstag 16. Juni 2005, 10:12
von Björn
Hallo Manfred,
auch nach diesem Statement denke ich immer nch, dass wird im Grunde das gleiche meinen, nur ist Dir das wohl nicht klar. Deine Anmerkungen finde ich jedoch gut. Zum Aufhellblitz: dieser hellt Schattenpartien auf - genau - nur im Sinne eines Bildes sind auch Schattenparetien nicht die Tiefen, sondern eher die Mitten. Denk mal genau nach, wo die Tonwerte eines Bildbereiches liegen, die man gut mit DEE aufhellen kann, auf jeden Fall nchit bei
Aber dennoch bleibe ich bei meiner Meinung, dass man durchaus Rohscans machen kann und diese dann erst in einer Bildbearbeitung optimiert und nichts in der Scansoftware tut. denn wie ich shon geschrieben habe ist das scanprogramm nichts anderes als eine Bildbearbeitung. Bei der Deiner Argumentation bzgl. der Qualität hast Du zwei Dinge nicht berücksichtigt:
1. Schrieb ich, dass man am besten wählt wo welche funktion am besten umgesetzt ist und
2. die Scansoftware hat nicht merh Informationen als in einem 48 bit-file gespeichert werden! Denn der A/D-Wandler liefert ja max. 16 bit breite Datensätze, nicht mehr!
In disem Zusammenhang sollte man also all jenen, die keine gute Scansoftware verwenden, empfhlen einen Rohscan zu machen und diesen in PS nachzubearbeiten! Ob die (von Dir erwähnten) Tonwertabrisse in PS oder in der Scansoftware erzeugt werden ist ja schlichtweg egal. Voraussetzung ist natürlich, dass man PS bedienen kann, was ja nicht gerade trivial ist.
Um das ganze nochmals deutlicher zu machen: Trommelscanner erzeugen immer Rohdaten, die erst in der Bildbearbeitung bearbeitet (incl. Colormanagement, d.h. Profile, Farbräume etc.) werden.
Viele Grüße und viel Spass beim Scannen
Björn