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Wie geht man es am besten an, seine Dias einzuscannen?
Verfasst: Freitag 10. Juni 2005, 22:16
von Andy
Hallo,
ich habe einen Nikon Super Coolscan 5000 ED (mit Slidefeeder) und habe vor meine Urlaubsdias einzuscannen.
Es ist wahrscheinlich schon mehrmals in dem Forum erwähnt worden, aber es ist doch sehr mühselig dies herauszufinden, darum meine Frage, welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht?
Kann mir bitte wer seine Erfahrungen mitteilen, wie und mit welchen Einstellungen man das am besten angeht (8 oder 16 Bit, Mehrfachscans oder normal, bringen Silverfast oder Vuescan wirklich den Unterschied, um die Anschaffung zu rechtfertigen im Vergleich zu NikonScan?,..)
Danke im Voraus
Andy
Re: Wie geht man es am besten an, seine Dias einzuscannen?
Verfasst: Freitag 10. Juni 2005, 22:56
von Hans-Peter Rieger
Hallo Andy,
in der Tat wurde dieses Thema schon mehrfach angesprochen. Es gibt aber auch immer wieder unterschiedliche Meinungen zu dem Thema. Meine Strategie (LS4000 mit FS200) ist:
- Maximale Auflösung, maximale Bittiefe verwenden.
- Für den Scan-Vorgang nur diejenigen Korrekturen einschalten, die später nur mit schlechter Qualität zu haben sind (Staub / Kratzer). Ansonsten "so roh, wie nur irgend möglich scannen.
- Mehrfach-Scans liefern meiner Erfahrung nach keine nennenswerte Verbesserung
- Alle Stunde mal zum Scanner gehen und Magazin nachfüllen (bei 8000 Dias hat noch niemals ein Dia geklemmt !)
- Verlustlos (TIFF-Format) abspeichern.
- Auf zwei DVDs verschiedener Hersteller sichern (nach 5 Jahren im Stapelbetrieb umkopieren ... habe ich auch noch nicht gemacht).
- Mit PS CS nachbearbeiten.
- Gerne auch mal Zwischenstände archivieren, wenn diese viel Arbeit gemacht haben.
- Zum Ansehen / für Slideshows mit JPEG archivieren.
Meiner Erfahrung nach liefern VueScan und Siverfast mit diesem Vorgehen keine anderen Ergebnisse. Ich verwende deshalb Nikon-Scan.
Gruß
Hans-Peter
Re: Wie geht man es am besten an, seine Dias einzuscannen?
Verfasst: Sonntag 12. Juni 2005, 09:36
von Andy
Hallo Hans-Peter,
Danke für deine Antwort. Werde mich dann an die Arbeit machen

Grüße
Andy
Re: Wie geht man es am besten an, seine Dias einzuscannen?
Verfasst: Sonntag 12. Juni 2005, 09:42
von Albert
Also die maximale Auflösung kann ich nicht nachvollziehen. Bei KB-Dias liegt AFAIK die theoretisch maximale Qualität bei 2000-2500dpi, mein Scanner kann 4000dpi. Auch ein Farbtiefe von mehr al 8bit finde ich in der Regel sinnlos. Eine höhere Auflösung verlängert IMHO unnötigerweise die Scandauer und erhöht den Festplattenplatz merklich. Bleibt die Frage wie große Bilder ausgedruckt werden sollen. Für Betrachtung am Monitor oder Ausdruck von Bildern im Format 10x15 bieten 1800-2000dpi genug Reserven für kleine Beschnitte bzw. Ausschnitte. IMHO kann weniger mehr sein, denn mehr bringt auch das Korn deutlicher zum Vorschein
Re: Wie geht man es am besten an, seine Dias einzuscannen?
Verfasst: Sonntag 12. Juni 2005, 14:21
von Albert
Ergänzung: Meine favorisierten Speicherformate sind die verlustfreien Formate gezipptes Tiff oder max. komprimiertes PNG (etwas geringer). Tiff kann mit Metadaten besser umgehen, aber viel Metadaten gibt es bei Scans sowieso nicht. Zum Schreiben der Metadaten verwende ich exiftool -
http://www.sno.phy.queensu.ca/~phil/exiftool/ Exiftool kann aber noch keine Metadaten bei PNG schreiben. Das ist aber AFAIK in Planung und hat Probleme mit fehlenden Definitionen der Metadaten in PNG-Dateien. Für Bildmanipulation, wie zB Wasserzeichen oder Downsize auf Monitorgröße, Formatwandlung, etc., lohnt es sich mit der freien Software ImageMagick -
http://www.imagemagick.org/script/index.php auseinanderzusetzen.
Re: Wie geht man es am besten an, seine Dias einzuscannen?
Verfasst: Montag 13. Juni 2005, 00:35
von Hans-Peter Rieger
Hallo Albert,
beides halte ich für nicht ganz korrekt. Die theoretische Auflösung eines feinkörnigen Filmes liegt durchaus im Bereich von 4000 dbi. Die limitierenden Faktoren sind zumeist die Kamera, das Objektiv und vor allem: Der Fotograf. Bei meiner dicken Nikon und einem sündteueren 50mm Festbrennweite-Objektiv, fallen zumindest die ersten beiden Faktoren nicht ins Gewicht.
Ganz vehement anderer Meinung bin ich bzgl. Deiner Aussage zur Bittiefe. Die Möglichkeiten, die man erhält, wenn gezielt bestimmte Bereiche des Histogramms gedehnt und gestaucht werden können, sind wirklich enorm. Es können Partien von Bildern heraus gearbeitet werden, die augenscheinlich in einer weißen Suppe überstrahlt oder im schwarzen Sumpf abgesoffen sind.
Ein schlüsselerlebnis hatte ich diesbezüglich bei einem Dia, dass ich vor ca. 15 Jahren in einem Sikh-Heiligtum in Delhi gemacht hatte. Ich hatte nur die Chance für ein einziges Bild ohne Blitz bei ungünstigen Lichtverhältnissen. Das Bild wäre mir eigentlich sehr wichtig gewesen, es war nicht verwackelt, aber augenscheinlich völlig unterbelichtet, so dass es in die Kiste mit den aussortierten Dias gewandert ist und dort viele Jahre liegen blieb. Nun habe ich es interessehalber doch mal eingescannt und durch entsprechendes "Biegen der Gradationskurve" konnte ich den Charakter des Bildes so ändern, dass sich ganz viel von der origigalen Stimmung in dem Tempel wieder einstellte. Dies wäre nicht möglich gewesen, wenn nicht ausreichend unsichtbare "Reserve-Bits" in den dunklen Bereichen vorhanden gewesen wären. Das Foto zähle ich inzwischen zu den Besten meiner ganzen Indien-Kolektion.
Ich gebe Dir dann recht, wenn Du Dias einfach scannen und ohne Nachbearbeitung archivieren willst. Wenn Du aber mit möglichst vielen Netto-Informationen genau "Dein Bild" am PC generieren willst, sind DPI und Bittiefe durch nichts zu ersetzen - egal in welchem Format Du die Bilder anschließend speichern und ausdrucken willst.
Ciao
Hans-Peter
16 Bit
Verfasst: Montag 13. Juni 2005, 08:40
von Micha
Die Ausgabe von 16-Bit Dateien ist in vielen Fällen sehr sinnvoll. Gerade wenn man ganze Diastapel oder Filme automatisch durchlaufen läßt, bleibt später mehr Spielraum für Korrekturen übrig. Die Schattenpartien werden es einem danken.
Hinsichtlich der Auflösung sehe ich das nach vielen Tausend gescannten Bildern so, dass man mit der Ausgabe einer 3000 dpi Datei auf der sicheren Seite ist. Beim Nikon Coolscan 4000 / 5000 wird mit 4000 dpi gescannt und die Software rechnet das Bild auf 3000 dpi runter. 2000 dpi erscheinen mir für die meisten Filme bis Anfang der Siebziger Jahre ausreichend. Das Material ist oft sehr körnig und den Aufnahmen fehlt die Schärfe späterer Bilder. Im übrigen ist es kein Problem die Filme mit voller Leistung des Scanners einzuscannen und sich per Stapelverarbeitung aus einer Bildbearbietung den Bildordner in ein handlicheres Format runterrechnen zu lassen. In dem Fall speichert man die hoch aufgelösten Originaldateien auf DVDs und beläßt die bequemeren kleineren Dateien auf seiner Festplatte.
Re: Wie geht man es am besten an, seine Dias einzuscannen?
Verfasst: Donnerstag 16. Juni 2005, 23:45
von Albert
Ok, ich gehe von dem Material aus, das ich hier einscanne. Zum _Teil_ ist das Korn nach dem Scan so grauenhaft, dass ich überlege, was ich falsch machen könnte. Bei meinen Originalen habe ich das Gefühl, dass nur das Korn bei höherer Auflösung verstärkt wird. Mit der Farbtiefe werde ich noch experimentieren. Bis jetzt sah ich das nach dem Motto "garbage in -> garbage out". Der LS50 kann ja nur 8 und 14bit. Hier gilt auch dann noch zu prüfen, ob die ganze Verarbeitungskette, das sind hier speziell Gimp und die Tools von ImageMagick mit dieser Farbtiefe mithalten können.
Letztlich hatte ich einen Film, bei dem ich zuerst glaubte, dass der sehr staubig ist. Bei näherer Betrachtung fand ich aber keinen Staub, also müssen es viele Kratzer sein. Die NikonSW hat da keine Wunder gewirkt.
Für Einzelfälle kann ich mir auch höhere Scanwerte vorstellen, aber ob es die Masse der "Erinnerungsbilder" rechtfertig bin ich mir noch nicht klar. Ist es wirklich notwendig für ein Durchschnittsbild von der Tante vor 30 Jahren so hohe Anforderungen zu stellen? Ich muss da immer an das Ertragsgesetz denken, d.h. weniger kann mehr sein. (zB auch die Megapixel-Maximierung bei der billigen Digicam)
Auf Wunsch stelle ich ein Bild online.