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Nikon V SW-Dias - warum ist Sliverfast so viel besser?

Verfasst: Freitag 3. Juni 2005, 19:33
von Thomas Maurer

Hallo liebe Scanner-Gemeinde,
ich scanne SW-Dias mit einem Nikon V mit der Sliverfast Software. Ich möchte an dieser Stelle meine Erfahrung weitergeben, daß die Scans mit Sliverfast 10 mal besser sind als mit NikonScan.
Meine Frage wäre: WARUM? Warum hängt die Bildqualität von der Software ab? Klar ist Sliverfast funktionsumfangreicher, aber warum werden die Bilder besser? Ich freue mich, daß es so ist, aber das WARUM interessiert mich einfach mal.
Grüße
Thomas

Re: Nikon V SW-Dias - warum ist Sliverfast so viel besser?

Verfasst: Freitag 3. Juni 2005, 19:36
von Hans-Peter Rieger

Hallo,
meiner Erfahrung nach lassen sich aus Bilder, die über Nikon-Scan, Siverfast und Vuescan eingescannt wurden, die identisch gleichen Resultate erzielen.
Die Parameter, die ein gutes Bild ausmachen sind so vielfältig, dass als größte Unsicherheitsquelle die Person anzusehen ist, die mit dem Erstellungsprozess betraut ist und nicht irgend welche Programme.
Letztendlich ist es in erster Linie der Scan-Sensor, der für die Bildqualität zuständig ist und in zweiter Linie die Ansteuer-Elektronik und die unmittelbar beteiligte Firmware, die mit den Rohdaten des Sensors in Berührung kommt. Alles was anschließend kommt ist ein relativ kreativer, individueller und subjektiver Prozess, den man sich teilweise von Scanner-Programmen abnehmen lassen kann (die das dann auch mehr oder weniger geschickt tun) oder man kann es in professionellen Programmen wie PS selbst machen.
Andere Meinungen findet man zuhauf. In diesen Forum und in anderen. Aber noch nie habe ich irgendwo für jedermann/frau nachvollziehbare Parameter und Rahmenbedingungen gesehen, die eine bestimmte subjektive Meinung für oder gegen ein bestimmtes Programm untermauern könnten. Auch Dein Posting fällt in diese Kategorie: Wann bitte ist ein Bild 10 Mal besser als ein anderes? Nach welchen Messwerten stellst Du sicher, dass es nicht 1,8 oder 14 mal besser ist? Andere Kollegen sagen übrigens das Gleiche von Vuescan und manche auch von Nikon-Scan.
Du sagst die mit Silverfast gescannten Bilder "sind 10 mal besser" und meinst damit, dass sie Dir spontan und ohne Nachverarbeitung "sehr viel besser gefallen". Das ist ein gewisser Unterschied. Wenn Du fragst warum das so ist, lautet die Antwort: Weil Du mit Silverfast besser zurecht kommst als mit Nikon-Scan und die Parameter, die Du in Silverfast (bewusst oder unbewusst) eingestellt hast vorverarbeitete Bilder liefert, die näher an Deinen subjektiven Idealvorsellungen eines guten Bildes liegen.
Ciao
Hans-Peter

schöne Antwort

Verfasst: Samstag 4. Juni 2005, 10:31
von Eva

Schön formuliert. Da ist was dran. Wenn man die drei genannten Programmen hat, damit vertraut ist und verschiedenste Vorlagen scannt, wird man bei dem einen oder anderen Programm hinsichlich eines Arbeitsflusses Vorteile erkennen.

Re: schöne Antwort

Verfasst: Samstag 4. Juni 2005, 15:41
von Thomas Maurer

Es hört sich plausibel an, aber ich kann es nicht ganz glauben. Ich habe einmal einen ganzen Tag mit Photoshop Elem versucht, einen Scan so hinzubringen wie mit Silverfast. Ich habs nicht geschafft, mit keinem einzigen Regler.

Re: schöne Antwort

Verfasst: Samstag 4. Juni 2005, 15:54
von Johannes Winzer

liest sich ganz nett, aber stimmt nicht. Nachdem ich mich ein 1/4 Jahr mit Nikon Scan rumgeärgert hatte, ging ich in das Fachhandelsgeschäft, in welchem ich meinen Coolscan gekauft hatte und die rieten mir zu SilverFast, weil es eindeutig besser sei. Schon beim ersten Scan, ohne irgendwelche Einstellungen, ging die Sonne auf.
Johannes

Re: schöne Antwort

Verfasst: Samstag 4. Juni 2005, 17:22
von Eva

Ich benutze Nikon Scan auch nicht, kenne aber bekannte Fotografen, die damit ganz respektable Scans erzeugen. Für Dias und SW-Filme verwende ich mit dem Nikon Coolscan 5000 nur Vuescan. Silverfast hat bei einigen Farbnegativtypen Vorteile. Womit man am besten klarkommt hängt von einem selbst und der verwendeten Technik ab. Wer beispielsweise einen Epson Perfection 4990 mit Vuescan betreibt, wird sich erstmal die Batchfunktion für Filmtableaus eingeben müssen. Das ist nicht jedermanns Sache. Aber das gilt auch für das Durcharbeiten des 450 Seiten starken Silverfast Handbuchs. Vieles kann (und muß) man nach dem Scannen mit Photoshop besser einstellen. Das gilt besonders für Scans, die aus einem Automatikprozess für viele Bilder kommen. Photoshop 6 kostet über Ebay ca. 40 Euro. Es hat eine gute Stapelverarbeitungsfunktion, die bestimmte Arbeitsschritte auf ganze Bildordner anwenden läßt. Viele Wege führen anch Rom - das gilt auch für das Scannen.

stimmt, aber..

Verfasst: Sonntag 5. Juni 2005, 23:13
von JJL

Hallo!
Ich war speziell mit meinen SW-Scans mit dem Nikon V und der Nikon-Software sehr unzufrieden. Mit der vor kurzem hier im Forum diskutierten Methode: Scannen der SW-Negative im RGB-Positiv-Modus und dann in der Bildbearbeitung invertieren habe ich dann nochmal die Demoversionen von vuescan und silverfast ausgepackt und siehe da:
1. mit allen 3 Programmen sind die scan-Ergebnisse viel besser als im sw-neg modus
2. tatsächlich sind vuescan und silverfast insofern "besser", als das
die histogamme ein viel größeres spektum beinhalten (alle scans mit standardeinstellungen), silverfast in einigen Bereichen noch mehr Differenzierungen aufweist.
Das ist verwunderlich, da ich weiter davon ausgehe, dass die Hardware auf alle 3 Programme gleich reagiert. Oder doch nicht?
Grüße
Jürgen


Re: stimmt, aber..

Verfasst: Montag 6. Juni 2005, 09:33
von AchimK.

Nach meinen diversen Tests mit SilverFast Ai6 auf einem DigitDia4000 schließe ich darauf, dass bei SF eine "Nachschärfungsautomatik" implementiert ist, um die Bildschärfe der Scans zu erhöhen. Bei Betrachtung der gescannten Bilder in Originalgröße (Auflösung 3600 dpi, Farbtiefe 48 bit) ist jedoch ein deutliches Rauschen zu erkennen einhergehend mit teilweisen Strukturverlusten. Bislang habe ich in SF keine Einstellmöglichkeit entdeckt, mit der ich diese - aus meiner Sicht unerwünschten - Effekte vermeiden kann. Für das Batch-Einscannen meiner Diasammlung bevorzuge ich daher zzt. weiterhin VueScan.


Re: stimmt, aber..

Verfasst: Montag 6. Juni 2005, 15:30
von Benni

Wenn man in SF Ai6 nochmals ca € 50.-- für das Studio-Update investiert, kann man mit der darin enthaltenen Multi-Sampling-Funktion das Rauschen hervorragend automatisch unterdrücken.
Nachteil: noch längere Scanzeiten.
Gruss Benni

Re: stimmt, aber..

Verfasst: Montag 6. Juni 2005, 18:17
von Hans-Peter Rieger

Hi Benni,
worin unterscheidet sich das Silverfast Multi-Sampling vom Nikon-Scan Multi-Sampling ?
Anschlussfrage: Habt Ihr auch die ernüchternde Erfahrung gemacht, dass Multi-Sampling im Prinzip überhaupt nichts bringt? Theoretisch sollte ja das Rauschen um den Faktor 1 durch Wurzel 2 (oder so ähnlich) bei zwei Scans besser werden, praktisch stelle ich aber Nullkommanull Verbesserung fest (sowohl subjektiv als auch bei de Analyse des Histogramms). Wie ist das bei Euch? Kann mir da mal jemand zwei Bilder zumailen, die durch Mehrfach-Sampling besser geworden sind?
Gruß
Hans-Peter