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Monitorkalibrierung: Auswahl von Farbtemperatur und Gamma?

Verfasst: Donnerstag 19. Mai 2005, 16:20
von Christian

Hallo,
Aus meinem Posting zu einem anderem Thema (Farbunterschiede trotz Farbmanagment vom 18.05.05) sind Fragen entstanden, die ich als separates Posting an das Forum stellen möchte:
Ich scanne meine Diafilme unter Windows mit dem Nikon LS 4000 unter Verwendung von Nikon Scan 3.1 (als stand-alone-Programm). Als Ausgabefarbraum verwende ich dabei Color Match RGB. Meinen Monitor kalibriere ich mit dem Spyder2 von Colorvision) auf 5000K/Gamma=1.8.
Ich folge damit den Empfehlungen des Autors Wolfgang Krautzer (Digitale Fotopraxis, richtet sich an Profis), für den die Kalibrierung auf 5000K/Gamma=1.8 das einzig wahre ist und zwar sowohl für Mac- als auch für Win-Umgebungen. Der gleiche Autor sagt auch, daß Adobe RGB als Arbeitsfarbraum zu groß sei und empfielt Color Match RGB als Kompromiß (für nicht vollständig kalibrierte Umgebungen). Ich habe hierzu aber auch andere Meinungen gehört bzw. gelesen.
Daher meine Frage: Auf welche Farbtemperatur und auf welches Gamma sollte man den Monitor kalibrieren und welcher Arbeitsfarbraum sollte gewählt werden? Gibt es für die Wahl zwingende (objektive) Gründe oder ist es eine Frage des Geschmacks. Ist die Farbtemperatur eher eine Frage des Geschmacks (so wie Warm- und Kaltton-Papiere im Fotolabor)? Welcher Arbeitsfarbraum sollte ich wählen, und warum?
Über Antworten auf diese Fragen würde ich mich sehr freuen!
Viele Grüße
Christian

Re: Monitorkalibrierung: Auswahl von Farbtemperatur und Gamma?

Verfasst: Donnerstag 19. Mai 2005, 16:27
von Björn

Hallo Christian,
ich habe mir eben schon fast gedacht, dass durch meine Antwort gestern einige Fragen entstanden sind. Hier hoffentlich alle Antworten, in Kürze:
Als Farbraum haben sich entweder sRGB oder AdobeRGB eingebürgert. Dies hat zwei Gründe. sRGB gibt in etwa einen durchschnittlichen Monitor wieder - wie er vor 5 Jahren produziert wurde - die heutigen Monitore und die meisten älteren guten können jedoch mehr Farben darstellen, so dass man bei diesem Arbeitsfarbraum viel verschenkt. Ein guter Drucker kann zwar insgesammt weniger Farben darstellen aber im grünen Bereich sind die meisten Photodrucker sogar besser.
Der AdobeRGB-Farbraum ist zu sRGB die beste Alternative, da er nicht zu groß, aber eben mehr Farben als ein Monitor, Belichter und Drucker darstellen kann. Der einzige Nachteil ist, dass man beim Webpublishing aufpassen muss, dass man nach sRGB konvertiert, da es keine (ok fast, bis auf Safari) Browser git, die Profile unterstützen.
Der ColorMatch Farbraum ist eher exotisch und bietet keine Vorteile gegenüber AdobeRGB, ich halt ihn sogar für schlechter, da er einige Farben von Druckern nicht enthält und die heutigen Monitore fast AdobeRGB darstellen können.
Zur Kalibrierung des Monitors:
Deine Einstellungen sind diejenigen für den PrePress Bereich. Dort hat sich ein Standard entwickelt, der jedoch im Zeitalter von Farbraumprofilen nicht so nicht mer nötig ist.
Für photographische Arbeiten werden heute eher andere Einstellungen verwendet. Der Weißpunkt wird auf 6500K eingestellt (hier bietet der Monitor meist die maximal mögliche Zahl an darstellbaren Farben) und eben das Gamma.
Wie Du gemerkt hast gibts da viele Meinungen und die meisten Leute (autoren) kupfern da leider einfach voneinander ab, ohne zu überlegen und zu recherchieren. Was ist denn das Gamma, dies ist der zentrale Punkt, um den sich alles dreht. Um das Gamma zu erklären muss man etwas ausholen:
Für das menschliche Auge erscheint eine Graufläche mit einer 18%igen Remission als mittleres Grau, also 50%. Dies hängt mit dem "Empfindlichkeitsverhalten" des Auges zusammen, das durch folgende Gleichung beschrieben wird:
y = x^(1/gamma) sprich x hoch eins durch gamma.
Hier ist also das gamma. Es hat für das menschliche Auge einen Wert von 2,47. Das Gamma eines Bilder sagt also in Anlehnung an obige Gleichung, wie stark nichtlinear die Tonabstufungen digital kodiert werden. Für den Monitor eben wie stak nicht linear er darstellen soll.
also gibt es als Antwort welcher der beiden Gamma-Wert der bessere ist nur eine Antwort (die jeder Author mit etwas Recherche selbst gefunden hätte) 2.2. 1. ligt dieser Wert näher bei dem physiologisch optimalen gamma von 2.5 und 2. haben die meisten Monitore ein gamma von 2.2.
Somit sollte jeder seinen Monitor mit gamma 2.2 kalibrieren und um die maximale Farbzahl zu erreichen einen Weißpunkt von 6500 K verwenden.
Nebenbei es ist schon im Standardisierungsverfahren, dass auch im PrePress-Bereich 6500K und 2.2 Gamma verwendet werden soll!
Viele Grüße
Björn

Re: Monitorkalibrierung: Auswahl von Farbtemperatur und Gamma?

Verfasst: Donnerstag 2. Juni 2005, 10:20
von Maxi

Standard-Werte laut Colorvision Spyder:
Farbtemperatur 6500 Kelvin
Gamma 2,2