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Digital Dias reproduzieren.
Verfasst: Samstag 7. Mai 2005, 00:07
von Hein
Schwarzweissfilme und Dias lassen sich schnell und gut mit einer digitalen SLR mit einem guten Makroobjektiv reproduzieren. Dazu gibt man die Dateien im RAW Format aus und trimmt sie mit RawShooter. Die Ergebnisse sind mit 6 Mill Pixel schon sehr gut. Die Scanzeiten tendieren damit gegen Null. Ein Antistatik Staubreiniger kann dabei nicht schaden.
Re: Digital Dias reproduzieren.
Verfasst: Samstag 7. Mai 2005, 11:09
von Joe
Na dann stell doch mal ein paar Beispiele zur Verfügung.
Alles was ich da bisher zu sehen bekommen habe kann mit den Ergebnissen eines Film-/Diascanners bei weitem nicht mithalten. Schärfe, Ausleuchtung, Vignettierung - da sind die Scanner deutlich überlegen.
Ein weiterer grosser Vorteil eines Scanners: ICE.
Als Notlösung ist Dein Vorgehen geeignet, die Ergebnisse sind m.E. jedoch eher mit denen von Flachbettscannern zu vergleichen.
Re: Digital Dias reproduzieren.
Verfasst: Samstag 7. Mai 2005, 14:34
von Björn
Hallo,
ich denke mit einer anständigen dSLR sind die ergebnisse durchaus überzeugend. Nur halte ich 6 MP für nicht angemessen. Eine solche Kamera kann in den günstigsten Fällen vielleicht echte 4 MP produzieren. Vorausgesetzt der Algorithmus zur Bayer-Pattern Transformation ist sehr gut. Ich habe solche Tests auch schon gemacht und muss sagen, dass die ergebnisse mich erst bei einer Auflösung von 12,4 MP (D2X) überzeugt haben. Dann sind die Ergebnisse aber über alle Zweifel erhaben. Vor allem das Rauschen in dunklen Bildbereichen ist besser als in einem Scanner, die naturgemäß einen deutlich Geringeren signal/Rausch-Koeffizienten haben.
Vignetierung etc. hängen nur vom Objektiv und der verwendeten Beleuchtung ab. Hier muss man natürlich für beste Bedingungen sorgen. Mit einer 0815-Linse bringt das orgehen natürlich nichts.
Björn
Re: Digital Dias reproduzieren.
Verfasst: Samstag 7. Mai 2005, 14:41
von Hein
Die Optik ist sehr wichtig. Ein gutes Pentax AF 2,8/50mm gehört zu den besten Makros, die derzeit auf dem Markt sind. Die 6 MP der DSLR reizen das Bild nicht aus, liefern aber Bilder, welche mindestens die Qualität eines '4800' Epson oder Canon erreichen und das in einem Bruchteil der Zeit. Das Thema ICE ist bei der digitalen Reproduktion nicht so entscheidend, da man zur Beleuchtung der Vorlangen das weiche Licht eines guten Leuchtkastens mit weichem Licht verwendet. Es betont Kratzer und Staub bei weitem nicht so sehr wie die gräßliche Filmscannerbeleuchtung.
Re: Digital Dias reproduzieren.
Verfasst: Samstag 7. Mai 2005, 17:52
von Björn
Hallo Hein,
das sehe ich genauso. Die Zukunft wird mit Sicherheit (wieder) dem Abfotografieren gehören. Nur eben jetzt mit dSLRs. Ich habe wie oben schon beschrieben so überzeugendeErgebnisse erzielt:
Nikon D2X, AF Micro Nikkor 2,8 60mm D (das [angeblich] beste Makro, das derzeit auf dem Markt ist). Die Beleucutng wurde mit einem Kaiser-Leutpult bewerkstelligt. Als streulichtschutz kam der Kopierbalgen von Novoflex zum Einsatz. Interessant ist hier, dass man ohne Zubehör auch 1,5 x Vergrößerungen erreichen kann. Mit Zwischenringen oder einem Balgen sogar mehr. Hier ist dann die Qualität im Gegensatz zu scannern noch beser, da das filmkorn durch die Weiche Beleuctung, wie Du beschriebst, sehr effektiv unterdrückt wird.
Björn
Re: Digital Dias reproduzieren.
Verfasst: Sonntag 8. Mai 2005, 11:32
von Walter
Recht habt Ihr: Der Scanner ist tot, es lebe das Balgengerät!
Nur noch mal zur Erinnerung:
Vergrößerungsobjektive mit 50mm oder 105mm, am Balgengerät eingesetzt, haben hervorragende Eigenschaften als Repro-Objektiv, es gibt sie billig bei Ebay.
Diese Objektive haben M39-Anschluss, es gibt Adapter für fast alle Kameramarken.
Wenn das Balgengerät dann noch über einen Diakopiervorsatz verfügt, ist die Ausrüstung perfekt, mit Streulicht gibt es kein Problem. Es kann auch gegen normales Tageslicht belichtet werden.
Balgen bei Ebay
Verfasst: Sonntag 8. Mai 2005, 12:09
von Micha
Recht so Walter, daher eben ich einen hervorragenden Novoflexbalgen über Ebay ab:
http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?Vie ... eName=WDVW
Re: Digital Dias reproduzieren.
Verfasst: Sonntag 8. Mai 2005, 15:00
von Joe
Und was ist mit ICE, ROC und GEM - das hat man beim Abfotografieren nicht!
Ein erheblicher Nachteil! Wer mal die Wirkung von ICE, ROC und GEM gesehen hat wird darauf nicht mehr verzichten wollen.
Re: Digital Dias reproduzieren.
Verfasst: Sonntag 8. Mai 2005, 16:37
von Björn
Hallo Joe,
ICE, ROC etc. hin und her. Wenn überhaupt wichtig ist nur ICE, die anderen Spielereien sind nur Software und kann man in Photoshop selbst qualitativ besser nachbilden.
Bei der digitalen Staub und Kartzer-Entfernung muss ich Dir bedingt recht geben, dennoch ist das Fehlen nicht sehr dragisch.
Wie oben schon einmal geschrieben wurde, unterdrückt die sehr diffuse Lichtquelle, die man bei solchen Repros einsetzt sehr stark die Wirkung von Kratzern, kleinen Staubkörnern und vor allem dem Korn. In Bezug auf den Staub, leider allgegenwärtig, wäre ICE sich nicht schlecht, aber echte Profis ziehen ein Auflecken per Hand ICE immer noch vor. Dies hängt mit einem (wenn auch nur geringen) Schärfeverlust zusammen, denICE verusacht. Einer der Gründe warum Trommel oder Imacon-Scanner ICE nicht bieten.
Alles in allem ist also das Fehlen von ICE verschmerzbar, auch wenn man sich mancmal ärgert, dass man es so nicht zur Hand hat. Auf die anderen Spielereien kann man zumindest beim Abfotografieren gerne verzichten.
Björn
Re: Digital Dias reproduzieren.
Verfasst: Sonntag 8. Mai 2005, 22:34
von Joe
ROC und GEM als Spielereien darzustellen - nun das ist Deine Meinung. Ich bin da vollkommen anderer Ansicht.
Bei ca. 9000 Dias die ich einscannen möchte wäre das Abfotografieren wohl auch vom Handling her extrem umständlich. Ebenso eine manuelle Nachbearbeitung der Fotos - das scheidet ja schon aus Zeitgründen aus.
Irrtum
Verfasst: Sonntag 8. Mai 2005, 22:49
von Micha
Schneller als mit RawShooter wirst du es nicht hinbekommen. Selbst die Schattenaufhellung. Das Korn ist bei diffuser Beleuchtung stark gedämpft. Das ist GEM inklusive. Mit Rauschunterdrückungstools in RawShooter oder Neatimage bekommst du astreine Ergebnisse. Mit RawShooter geht das ruck zuck. Und ROC? Die Kameras haben einen Weissabgleich, der schon allerhand bewältigt. Wenn das nicht reicht, nimmt man das ROC-Pro von ASF (inzwischen von Kodak geschluckt) und läßt das mittels Stapelverabeitung über Photoshop erledigen. Die 9000 Bilder hast mittels Digitalkamera gemütlich in wenigen Wochen geschafft. Warte aber noch ein bischen, bis die Kameras mindestens 10 MP haben und dabei endlich bezahlbar sind.
Re: Irrtum
Verfasst: Montag 9. Mai 2005, 00:33
von Joe
In einer Woche 9000 Dias abfotografieren - na das halte ich für stark untertrieben.
Wie lange würdest Du denn für die Nachverarbeitung veranschlagen, also ICE, ROC und GEM per Software? Wie lange dauert es ein Dia entsprechend zu bearbeiten?
Re: Irrtum
Verfasst: Montag 9. Mai 2005, 06:28
von Micha
GEM = Null Sekunden, da das Korn bereits von der Beleuchtung gedämpft wird.
ROC = ROC kann bei Vorlagen, deren Farbstoffschichten unterschiedlich starke Verädnerungen mitgemacht haben, interessant sein. Bei gut erhaltenen Filmen ist ROC absolut unnötig. Erfolgt, falls nötig, per Stapelverabeitung über einen kompletten Bildordner. Das überlasse ich dem Rechner.
ICE = Ich habe viele Jahre lang im Labor vergrößert. Es ist mir mit den üblichen Kniffen gelungen, die Filme einigermaßen sauber in die Filmbühne zu bringen und dank des weichen Mischlichtes eines Farbkopfes oder Multikontrastkopfes tausende von Abzügen einwandrei herzustellen. Eine Filmbühne aus einem guten Vergrößerer ist sowieso ein gutes Hilfsmittel, um die Filme berührungsfrei über die Leuchtplatte zu bringen und schön plan zu halten.
Du hast bei deiner Aufzählung die Licht und Schattenkorektur vergessen. Die würde ich immer manuell kontrollieren. Schneller als mit RawShooter bekommt man das mit keinem derzeitgen Programm hin. Ok, mit Silverfast DC oder HDR incl. die Schattenaufhellung könnte das auch gehen, aber nie so flott.
Es ist recht einfach, sich mit einer Reprosäule, einer Leuchtplatte und einer darauf mit Tesafilm fixierten Filmbühne einen Reproaufbau zu realisieren, bei dem das Fotografieren im 5-Sekundentakt läuft. Klappe auf, Dia rein, Kamera auslöst, klappe auf Dia raus, nächstes rein ..... Fokussieren und fummeliges Einstellen entfällt durch den Autofokus und dem starren Aufbau.
Seitdem ich mir die digitale Repromöglichkeit erschlossen habe, kommen meine Filmscanner weniger zum Zuge, wenn die Auflösung nicht maximal sein muß. Aber selbst das wid mit der nächtens DSLR-Generation wohl vom Tisch sein. Das gilt besonders für den Nikon Coolscan 5000, den ich für Dias schätze aber bei SW Filme entäuschend finde.
Re: Irrtum
Verfasst: Montag 9. Mai 2005, 08:37
von Joe
Offenbar scheint Dein Quellmaterial gut erhalten zu sein. Bei mir sieht es anders aus. Fast alle Dias haben Kratzer (offenbar Spuren durch den Transport im Diaprojektor) und sind trotz guter Lagerung mehr oder minder mit Staub oder Fusseln behaftet.
ROC = na dann fotografier mal 40 Jahre alte Dias ab und bearbeite die nach. Da ist mir ein Scanner der das automatisch macht doch lieber.
Aber jeder muss für sich selbst die geeignete Methode finden. Für mich bleibt es das Scannen mit dem DigitDia 4000.
Re: Irrtum
Verfasst: Montag 9. Mai 2005, 09:42
von Micha
Mein Quellmaterial stammt aus mehreren Jahrzehnten. Viele Defekte, die ein Filmscanner unbarmherzig betont, sind bei diffusem Licht gar nicht sichtbar. In der Fotolaborszene wurde in den 80'er Jahren erbittert darüber gestritten, ob dieser Effekt mit einem Schärfeverlust verbunden ist. Das ist eine Diskussion wie wir sie um ICE herum erleben.
Ich wende bei einigen alten Motiven gelegentlich ROC an, obwohl mit die 'restore fading' Option im Programm VueScan mehr zusagt. Aber nur das ROC-Pro für Photoshop, mit dem man Schwarz- und Weißpunkte festlegen kann und damit das berüchtigte clipping vermeidet. Das ROC in der Scansoftware bechneidet mir die Tonwerte zu stark. Die ROC Bearbeitung ist eine Stapelverarbeitung. Man startet den Prozess und der Rechner nimmt sich einen ganzen Haufen Bilder vor. Man muß dabei nicht am PC sitzen.
Für Filmscanner spricht derzeit noch ihre höhere Auflösung als es die Amateur DSLR's ermöglicht und das Scannen von Farbnegativen. Das Invertieren dieser ist wegen der Orangemaske problematisch. Der Punkt Auflösung ist bei altem Kleinbildmaterial nicht so ernst zu nehmen. Meine 50'er bis 70'er Jahre Filme im Archiv sind im Vergleich zu später aufgenommenen Filme oft nur mäßig scharf und zeigen bei 4000 dpi nicht mehr Details als ein 2000dpi Scan.
Re: Irrtum
Verfasst: Montag 9. Mai 2005, 13:00
von Björn
Hallo,
ich hätte nicht gedacht, dass das hier eine Diskussion diesen Ausmaßes gibt - man lernt nie aus.
ROC und GEM sind meiner Ansicht nach Spielereien. Warum?
ROC: eine Funktion zur Korrektur von Verfärbungen von altem Filmmeterial. Die PSFunktionen Tonwertkorrektur tut fast das gleiche, wenn man weiß, wie man diese Funktion einsetzt. Sollte es dann noch Probleme gben (hatte ich erst zweimal), dann hilft die selektive Farbkorrektur.
GEM: Kornunterdrückung. Rein in Software realisiert ist diese Funktion absoluter Nonsens. Man kann aus Spass man Neatimage oder besser NoiseNinja auf einen Scann loslassen. Die Ergebnisse sind um ein vielfaches besser...
Nur bei ICE muss ich Dir Recht geben, das ist wirklich nicht ganz zu ersetzen.
Björn
Re: Irrtum
Verfasst: Montag 9. Mai 2005, 18:17
von Joe
ICE = nicht ganz zu ersetzen.
Dann noch zwei Klicks beim Scannen und ROC und GEM sind falls notwendig zugeschaltet. Also warum sollte ich mir noch Stress machen und die Bilder mit anderer (auch nicht gerade preiswerter) Software aufwendig nachbearbeiten.
Re: Irrtum
Verfasst: Dienstag 10. Mai 2005, 00:04
von Björn
Weil die Qualität besser ist!
GEM kann man sehr gut und schneller durch Noise Ninja ersetzen.
ROC ist meiner Ansicht nach nicht wirklich gut, aber da kann man sich ja streiten...