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Warum funktioniert IT8 nur bei Dias?

Verfasst: Samstag 16. April 2005, 12:34
von Crossy

Hallo allerseits,
ich bin seit ein paar Wochen stolzer Besitzer eines reflecta Proscan 4000 und zwar mit Silverfast. Erst mal ein Kompliment an die Firma Scandig, die mich super beraten und die extrem schnell geliefert hat.
Die IT8 Kalibrierung bewirkt wirklich, daß meine Dias tolle, natürliche Farben am Bildschirm zeigen. Aber jetzt eine Frage:
Im Forum steht öfters, daß die IT8-Kalibrierung nur für Dias gilt. Warum? Auch wenn ich Negative scanne, kann ich die IT8-Kalibrierung einschalten.
Grüße Crossy

Re: Warum funktioniert IT8 nur bei Dias?

Verfasst: Samstag 16. April 2005, 16:59
von Björn

Hallo,
das hängt mit der Maske des Negativfilmes zusammen. Um ein Negativ-IT8_Target zu machen, müsste man also solch eine Vorlage mit Negativfilm abfotografieren und vermessen. Nur leider bringt das wenig, da die Negativ-Positiv-Umwandlung nicht linear ist (eben aufgrund der Maske), auch hängt die Art der Umkerhung von der Belichtung des Negativs ab, so dass eine Kalibrierung eiegtnlich vergebliche Liebesmühe ist.
Ich muss allerdings anmerken, dass es (auch hier) ein paar Spezies gibt, die denken, dass es doch geht. Dies ist allerdings rein subjektiv und entbehrt jeder Grundlage. Von der Meßtechnik her ist eine Nagativkalibrerung eher abträglich

Björn

Re: Warum funktioniert IT8 nur bei Dias?

Verfasst: Samstag 16. April 2005, 19:51
von Crossy

Hallo Björn,
es fällt mir schwer, deine Aussage richtig einzuordnen. Die IT8 Kalibrierung sorgt doch dafür, daß der Scanner einen 70% Blauton nicht als 80% misst, also exakte Farben misst.
Jetzt schlussfolgere ich, daß ein IT8-kalibrierter Scanner auch bei einem Negativ einen Orangeton exakt und nicht mit 10% Abweichung misst. Und dann ist doch die Kalibrierung ein Erfolg, oder?
Gruß Crossy

Re: Warum funktioniert IT8 nur bei Dias?

Verfasst: Sonntag 17. April 2005, 00:59
von Markus

Sehe ich auch so. Kalibrierung hat doch 2 Ziele:
1. Korrigieren der Hardware-Eigenschaften (spektrale Farbempfindlichkeit u.s.w.)
2. Optimierung des Scanergebnisses auf einen bestimmten Filmtyp
Ich meine das wenigstens das 1. Ziel auch bei Negativfilme erreicht werden sollte. Ob das 2. Ziel für Negative erreichbar ist, ist eine andere Frage.

Markus


Re: Warum funktioniert IT8 nur bei Dias?

Verfasst: Sonntag 17. April 2005, 19:02
von Björn

Hallo,
Ihr habt meine Aussage vielleicht niht richtig verstanden. Klar ist die erste Sache (Hardwarefehler ausgleichen möglich), doch hängt die Farbinterpreation beim Umwandeln von Negativ (mit Maske) auf positiv von der Belichtung des Negativs ab. Dies bedeutet eine Kalibrierung ist nutzlos. einmal ist ein bestimmter Farbwert X als Y (positiv) zu interpretieren, einmal als Z (positiv). Dies hängt mit den besonderen Eigenschaften des Negativfilmes zusammen.
Doch warum ist nun ein Kalibrierter Scanner unnötig? Dies ist auch "einfach" zu verstehen: Beim Durchlichtscannen hängt extrem viel vom Film (also der Vorlage) ab. Beispiel aus dem Dialand: ein mit Ektachrome kalibrierter Scanner verursacht mit einem Fuji Provia 100F einen deutlichen Farbstich. Verwendet man nun einen Dia-Kalibrierten Scanner kann es pasiieren, dass Farbwerte fälschlicherweise flasch interpretiert werden (bedenkt es kommt hier noch eine Logik hinzu, die eine Negativ-> Positivkonvertierung) vornimmt.
Dies ist der Grund weshalb man i.A: empfiehlt die IT8Kalibruerung für Negative zu deaktivieren.
Björn

Re: Warum funktioniert IT8 nur bei Dias?

Verfasst: Sonntag 17. April 2005, 19:23
von Crossy

Hallo Björn,
zwei Anmerkungen:
1) wenn Hardwarefehler durch IT8 kompensiert werden können, bringt es ja doch etwas auch bei Negativen, vielleicht nicht die 90% Wirkung wie bei Positiven, aber vielleicht nur 20%, und das ist ja auch etwas.
2) Dass ein Wert X mal Y und ein andermal Z entspricht, mag ich nicht so richtig abnehmen. Ich denke, ein gewisser Orangeton X sollte einem gewissen Farbton Y entsprechen, egal wie belichtet ist. Natürlich kann man heller und dunkler scannen, aber das gilt ja für ein Dia auch.

Negative

Verfasst: Montag 18. April 2005, 08:13
von Micha

Im Programm Vuescan kann man der Software mitteilen, wie die Maske des Films aussieht und diesen Wert speichern. Dazu macht man von einem unbelichteten Steg zwischen den Bildern oder einem unbelichteten Stück am Anfang oder Ende des Films einen Vorscan und aktiviert eine Funktion im Programm. Wenn die Software so in die Lage versetzt wird, diesen stabilen Wert gleich bei der Interpretation der einzelnen Meßdaten zu berücksichtigen, könnte es doch einen Sinn machen, anschließend mit einem IT8 Profil der Scanner/Software Kombination weitere Interpretationskriterien zu vermitteln. Oder gibt es dabei einen Gedankenfehler?

Re: Warum funktioniert IT8 nur bei Dias?

Verfasst: Montag 18. April 2005, 14:01
von Björn

Hallo,
zu 1.
Wie ich schrieb unterscheiden sich Filmmaterialen so stark, dass eine Kalibrierung mit einem anderen als dem verwendeten Filmmaterial nicht einmal 50% bringt. Es schadet eher.
2. Zu Punkt 2: Dies ist eine sehr umständliche Materie. Aber es ist tatsächlich so, dass eine Negativ (mit MAske) zu positiv Konvertierung nicht statisch ist, sondern dynamisch. Vielleicht hast Du Dich mal folgende zwei Dinge gefragt:
a. Warum hat ein Negativfilm eine Maske?
b. Warum ist der Dynamikumfang eine Negativfilmes so hoch.
Die Antwort auf die zweite Farge ist die Maske.
Die Maske ist nicht dafür da die Bildinfos mgl. schwer zugänglich zu machen.
Björn

Re: Negative

Verfasst: Montag 18. April 2005, 16:36
von Björn

Nur es gibt (aus bekannten Gründen) keine Negative mit IT8-Vorlagen. Und mit einem anderen Filmmaterial geht die Kalibrierung nicht.
Björn

Re: Warum funktioniert IT8 nur bei Dias?

Verfasst: Montag 18. April 2005, 19:16
von Crossy

Hallo Björn,
ich merke, daß ich hier passen muss, d.h. ich habe zu wenig Wissen auf dem Gebiet im Gegensatz zu dir. Kennst du gute Literatur, wo man solche alten Dinge über Negativfilme mal nachlesen kann?

Re: Warum funktioniert IT8 nur bei Dias?

Verfasst: Dienstag 19. April 2005, 08:58
von Björn

Hallo,
ich melde mich, sobald ich das Buch wieder gefunden habe; ich bin mir gerade nicht sicher wo es ist. Das Buch gibt es aber wahrscheinlich nicht mehr neu.

Re: Negative

Verfasst: Mittwoch 20. April 2005, 09:44
von Ogando

In SilverFast6 bei Verwendung des Negativ-Direkt-Modus, der für die Mittelformatscanner von Nikon verfügbar ist, leuchtet der Kalibierungsbutton auf, wenn der Scanner zuvor mit einem IT8-Dia-Chart kalibriert wurde. Und nur dann funktioniert dieser Modus weitaus besser, als die filmspezifischen Profile zur Orangemaskenübersetzung für den Standardbetrieb. Für welche anderen Scanner diese Option unterstützt wird, müßte man recherchieren.
Negativ-Direktmodus ohne vorherige IT8-Kalibrierung (dann bleibt der Kalbrierungsbutton blind - wie sollte es auch anders sein...) funktioniert weniger gut. Dann wird die Tiefenzeichnung bei mir ziemlich zugezogen - bei welcher vorlagengerechten Gamma-Einstellung in den Scansoftware-Presets auch immer.
Nikon Scan arbeitet für diese Scanner bei aktiviertem Colormanagement offenbar grundsätzlich in diesem automatischen Orangemaskenerkennungsprozedere und erledigt zumindest diese Aufgabe sehr gut. Das ist ja auch schon mal was, heutzutage.
Ich arbeite inzwischen nur noch mit diesem Negativ-Direkt-Modus, habe ausgezeichnete Ergebnisse und spare eine Menge Zeit.
Ogando

Re: Negative

Verfasst: Mittwoch 20. April 2005, 14:24
von Johannes Winzer

....Für welche anderen Scanner diese Option unterstützt wird, müßte man recherchieren.....
Bei meinem Coolscan V und SilverFast 6 Ai Studio gibts auch den Negativ-direkt Modus und ich nutze ihn auch, da er sehr gut funktioniert.
Johannes