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Negative digitalisieren - Fotobücher drucken
Verfasst: Freitag 8. April 2005, 10:32
von Lucia Rohrer
Hallo
Gerne möchte ich die zig-tausend Negativstreifen digitalisieren mit dem Ziel, aus den besten Bildern persönliche Reisebücher (Text und Bild) zu gestalten (Bildformat ca. 13x18 cm und grösser).
Da ich viel Zeit und Geld in mein Projekt investiere, möchte ich mit optimalsten Ergebnissen belohnt werden.
Soll ich Nikon Coolscan V ED oder 5000 ED mit oder ohne Silver-Fast bestellen?
Was muss ich als Scan-Anfängerin besonders beachten?
neuer PC - was ist wichtig ?
Herzlichen Dank
Re: Negative digitalisieren - Fotobücher drucken
Verfasst: Freitag 8. April 2005, 11:57
von Zuul
Der Scanner ist der Richtige. Silverfast ist empfehlenswert. IT8 Kalibrierung wäre top!
Ansonsten gibt es keine "Standard" Prozedur für sämtliche Vorlagen (Negative).
Viel Erfahrung sammeln, Bücher lesen, Photoshop lernen und testen, testen, testen.
Klingt vielleicht etwas enttäuschend, aber Erfahrung läßt sich durch Technik nicht wettmachen. Selbst Profis kratzen oft an der Grenze des Machbaren. Jder Film hat so seine Eigenarten und Farbwiedergaben. Speziell s/w ist immer eine Herausforderung.
Grundsätzlich: Je besser das Negativ, desto besser der Scan! Und wenn möglich Finger weg von "einfachen" Helligkeit/Kontrast Änderungen!!!
Besser mit selektiver Farbkorrektur, Gradationskurven und Tonwertkorrektur arbeiten.
Speziell diese Fotobuch-Hersteller bearbeiten (filtern) die eingebauten Bilder um den Produktionsablauf zu standartisieren. Habe da selber schon böse Überraschungen erlebt. Gedruckt wird im CMYK Farbraum, aber einschicken muß man die Bilder in RGB. Durch diese Umrechnung der Farbräume ergeben sich teilweise gravierende Unterschiede.
Nicht entmutigen lassen und ausprobieren.
Viel Erfolg!
Gruss
Zuul
Re: Negative digitalisieren - Fotobücher drucken
Verfasst: Freitag 8. April 2005, 12:19
von Lucia
Hallo Zuul
Herzlichen Dank für Deine Antwort, dadurch wird der Kaufentscheid erleichtert.
Wie es scheint, habe ich als "Scan-Neuling" noch sehr viel zu lernen - zum Glück gibt es das Filmscanner-Forum - also bis später!
Ein schönes Wochenende
Lucia
Re: Negative digitalisieren - Fotobücher drucken
Verfasst: Freitag 8. April 2005, 15:28
von Zuul
Gern geschehen!!!
Ich beschäftige mich jetzt schon rund 10 Jahre mit digitaler Bildbearbeitung und lerne dennoch fast täglich noch hinzu. Fotografen, Fotolaboranten, Mediengestalter und die Leute aus der Druckvorstufe müssen ja nicht umsonst 3 1/2 Jahre lernen. Und trotz fortschreitender Technik bleiben die Grundlagen immer noch dieselben.
Noch ein Tipp: Sei vorsichtig mit der Kalibrierung deiner Geräte. Sobald du Bilder oder Dateien nach draußen gibst, haben diese lokalen Farbprofile kaum noch Wer da in Druckereien etc. nach einem ganz anderen Standard gearbeitet wird und deren Kalibrierungsysteme und Proof Monitore nicht mit den 200-300 Euro Produkten vergleichbar sind. Gewöhne dich frühzeitig an das arbeiten mit Histogrammen.
Nochmals viel Erfolg
Zuul
Erst Kontakte anfertigen
Verfasst: Freitag 8. April 2005, 19:19
von Hein
Zigtausend Negative zu scannen dauert neben den anderen alltäglichen Dingen etliche Jahre. Ich würde die Negative erstmal digital kontakten. Dazu legst du den Negativbogen (falls transparent) oder die Filmstreifen auf einen Leuchtkasten und fotografierst ihn mit einer Digitalkamera. Schon eine 6 MP Kamera (am besten Spiegelreflex) liefert eine hervorragende Datei mit der man einen vergrößerten Kontakt ausdrucken kann (Din A3 Drucker) oder am Monitor betrachtet. Dann kann man festlegen, welche Negative überhaupt gescannt werden sollen. Das ist nämlich gerade bei sehr vielen Negativen eine öde Sch...arbeit.
Zum Bearbeiten von digitalen Repros von Colornegativen ist folgendes Verfahren empfehlenswert: Du bestellt dir ein sogenanntes Target von einem Colornegativfilm von wolf Faust. (
http://www.targets.coloraid.de) Das fotografierst du und läßt eine RAW Datei ausgeben. Mithilfe von Vuescan (
www.hamrick.com) kannst du dann deine Kamera profilieren und anschließend sehr gute Repros von Farbnegativen erhalten. Übrigens kannst du mit einer Einsteiger Digitalspiegelreflex und einem Makroobjektiv ohne weiteres die Negative abfotografieren, um eine gute Datei für deine Druckgröße zu erhalten. Das geht ruckzuck.
Möglicherweise kannst du dir die Anschaffung eines Scanners sparen.
Re: Negative digitalisieren - Fotobücher drucken
Verfasst: Samstag 9. April 2005, 09:54
von MichaH
Hallo Zuul,
in Deinem Beitrag scheinen mir (wieder mal an dieser Stelle) Kalibrierung und Profilierung in einen Topf geschmissen worden zu sein.
Nochmals: Äpfel mit Birnen zu vergleichen ist weniger gravierend...
Lies doch mal die Beiträge in disem Forum zu diesem wichtigen Thema.
Nix für ungut,
freundliche Grüße
M.
Re: Negative digitalisieren - Fotobücher drucken
Verfasst: Sonntag 10. April 2005, 22:33
von holzauge
Hallo,
Ihr diskutiert hier im Forum ja ne Menge interessanter Dinge. Als Profi kann ich Euch nur empfehlen:
1. Eingabegeräte (Flachbettscanner, Durchlichtscanner) immer Kalibrieren.
Es gibt bei allen Filmherstellern die für den jeweiligen Filmtype ein
entsprechendes it8 Dia. sowie die entsprechenden Vergleichsdaten als txt
Mit der entsprechenden Software z.B. Heidelberg scanopen wird ein
entsprechendes Eingangsprofil hergestellt. Dieses wird durch den Vergleich
der Daten des gscannten it8 Dias mit den in l*a*b Werten vorliegenden Daten
der entsprechenden Vergleichsdatei errechnet und in der Scannersoftware oder
besser im Bildbearbeitungsprogramm hinterlegt. (z.B. als Kodak_T1996_08_)
Der gescannten Datei wird dann dieses "Profil" zugewiesen und am besten als
tif gespeichert, denn hier kann das "Scannerprofil eingebettet werden)
2. Um ordnungsgemäß die Farben zu beurteilen sollte man nur einen Röhrenmonitor
benutzen (noch) und diesen mit einem geeigneten Messgerät und geeigneter
Software "kalibrieren" das heißt die eingestellte Monitorfarbtemp.
entsprechend des Umgebungslichtes und der Art der Beleuchtung
(NEON.Glühbirne, Tageslicht bei NEON habe ich 5000°Klevin) sowie der
eingestellten Helligkeit und Kontrast des Mont. ein icc-Profil generieren.
Dises Profil kann entweder in Windows in der Farbverwaltung generell als Standart hinterlegt sein, oder in Photoshop als eigener Monitorfarbraum
eingestellt werden. Man sollte aber nie gleichzeitig dieses icc-Prof. und die Softwarelösung von Adobe nutzen(Adobe Gamma)Dieses Monitorprofil sollte nicht bei der Speicherung von Bilddateien eingebettet werden, da jeder andere Benutzer z.B. in einer Druckerei einen anderen Monitor und andere Lichtverhältnisse hat.
3. Ausgangsprofile werden für den Drucker, Belichter oder sonstiges Ausgangsgerät hergestellt.
Bei Tintenstrahldruckern benötigt man für jede einzelne Auflösung des Druckers
ein für den jeweiligen Drucker und das gerade zubedruckende Medium a) ein Tintenlimit, b eine Tintenlinearisierung, c ein icc-Profil
diese Profile sind nur mit geeigneter Software und Messgeräten herzustellen
(z.B. Heidelberg printopen, und Spektralfotometer und Densitometer.
Nur wenn die Software das Eingangsprofil verarbeiten und mit dem Ausgangsprofil
verechnen kann, kommt am Ende das heraus was der Fotograf auf seine Platte gebannt hat. Nur wenn man sich an diese Reihenfolge des Arbeitsablaufes hält kommt man zu einem befriedigendem Ergebnis.
Noch ein Tip. Bilder sollten immer nur mit der Auflösung eingescannt werdendie man für die spätere Ausgabe auch benötigt.
Berechnungsformel:
Gewünschte Ausgabegröße/Vorlagengröße=Vergrößerungsfaktr (VF)
VF x sichbare Druckerauflösung=Scanauflösung
Dann viel Spaß holzauge