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Auflösung - Betrug ?

Verfasst: Montag 7. März 2005, 20:43
von Peter

Wenn man eine Maß Bier bestellt aber nur eine Halbe bekommt würde man auch nur für eine Halbe bezahlen. Richtig.
Bestellt mann einen Scanner mit lt. Hertsteller Angabe 4800x9600 ppi müßte man eigentlich auch nur noch die Hälfte bezahlen. Was mich wundert,daß es wohl kaum jemanden gibt, der (sonst als treuer Bürger) auf sein Recht der Einhaltung des Herstellers dringt.
Meiner Meinung nach bringt kein Flachbettscanner nicht das geringste dessen was uns die Industrie Verkaufen will.
Hat jemand eine Juristische Meinung dazu ?

Re: Auflösung - Betrug ?

Verfasst: Montag 7. März 2005, 20:55
von Joe

Da wirst Du wohl kaum eine (juristische) Chance haben, weil irgendwo im Kleingedruckten oder so stehen wird das damit die interpolierte Auflösung gemeint ist und damit dürften die "juristisch aus dem Schneider" sein.

Re: Auflösung - Betrug ?

Verfasst: Montag 7. März 2005, 21:21
von Hein

Eigentlich sollte man mal so einen Prozess führen. Von Interpoliert ist nicht mal im Kleingedruckten die Rede. Ich spiele selber mit dem Gedanken, das mal zu versuchen.

Re: Auflösung - Betrug ?

Verfasst: Montag 7. März 2005, 22:58
von Wolfgang

Ich weiß nicht was ihr habt!
Jeder der sich schon mal näher mit der Hardware von Scannern beschäftigt hat weiß, dass die Auflösung durch die physikalische Anzahl der CCDs (meist in der Breite) und der Bewegung des Schlittens per Stepmotor (in Längsrichtung) zustande kommt. Es ist also weder gelogen noch interpoliert wenn ein Scanner 1200x2400 auflöst. Es heisst ganz einfach, dass die CCD Zeile 1200 Pixel erfasst und der Schlitten mit einer "Feinheit" die 2400 Pixel Auflösung entspricht, weitertransportiert wird!
Ärger finde ich die Kaufhausgeräte die mit 9600x9600 physikalischer Auflösung werben wollen, dies um 49 EURO ;-)
Grüße
Wolfgang

Re: Auflösung - Betrug ?

Verfasst: Montag 7. März 2005, 23:25
von Hein

Es ist doch völlig egal, wie die Hardware arbeitet. Wenn Anbieter ihre 400 bis 500 Euro Flachbettscanner als ultimative Lösungen zum Scannen verkaufen und behaupten, dass sie eine physikalische Auflösung von 4800 x 9600 dpi haben, sind das konkrete Werte. Wenn diese nichts bedeuten, könnte man auf sie verzichten. Der Käufer, der Vergleiche mit anderer Technik machen kann und feststellt, dass ein älterer 2700 dpi Scanner mehr an Details und Schärfe aus einer Vorlage holt als ein moderner filmfähiger Flachbettscanner hat recht, wenn er die Angaben kritisiert und recherchiert, ob dagegen mit den bei uns geltenden Handelrechten agiert werden kann. Um Beispiele zu nennen, erwähne ich die Canon 9950f und den Epson 4990. Es sind gute Scanner für Vorlagengrößen ab Mittelformat. Sie sind sogar für Scharzweissfilme sehr gut einsetzbar. Aber ihre Auflösung ist nicht mal ausreichend, um ein mittelmäßiges Kleinbilddia oder Negativ so zu digitalisieren, wie es ein Nikon Coolscan mit der Einstellung 2000 dpi kann. Wahrscheinlich wird kaum ein Kunde die astronomischen Werte je überprüfen oder gar verlangen. Mit realen 3000 dpi zieht man schon so viel aus einer Vorlagen, dass bei fast allen Bildern sämtliche Bilddetails zufriedenstellend rausgearbeitet werden. So viel sollten diese Geräte schon leisten.

Streit um Nichts

Verfasst: Dienstag 8. März 2005, 08:47
von Björn

Hallo,
bei den ganzen Argumenten hier wird etwas vergessen: Die Angaben beziehen sich (wie schon geschrieben) bei allen Geräteklassen auf die CCD-Zahl und den Zeilenvorsschub. Es ist korrekt, dass es systembedingte Unterschiede (Filmscanner = glaslos = bessere Erhaltung der Auflösung) gibt, aber dies ist nicht die Aufgabe einer Werbung. Um ein weiteres Beispiel zu nennen: Intel wirbt ja auch mit der GHz-Zahl bzw. einem imaginären Wert. Dennoch sagt das nichts zur Leistung aus. Mein G5 schlägt jeden Wintel-PC um Längen, obwohl er 2GHz hat. Wenn man eine echte Labelung/Werbung mit echten Leistungsadten führen wollte, dann würden die GEräte das doppelte kosten, denn es wären Gutachten nötig.
Also von Betrug kann hier nicht die Rede sein. Es ist der intelligente Käufer gefragt, der erst denkt und dann kauft - wie bei allem.
Björn

Re: Streit um Nichts

Verfasst: Dienstag 8. März 2005, 10:52
von Peter

Hallo Björn,
in den meisten Punkten gebe ich dir Recht. Da es sich aber bei der Angabe der technischen Eigenschften der Scanner um Angaben des Herstellers geht, der dazu noch auf die optische Auflösungsqualität hinweist, geht die Fehlinformation eindeutig nicht von einem drtten aus sondern vom Produkthersteller selbst.
Auf was oder wenn soll an sich den noch verlassen ? Irgendwann will man schließlich
die Geräte benutzen ohne ein Studium absovieren zu müßen.
Grüße Peter

Re: Auflösung - Betrug ?

Verfasst: Dienstag 8. März 2005, 11:49
von Peter

Hallo Hein,
danke für deine Meinung.
Canon gibt bei seinem F 9950 Scanner die Optische Auflösung an. Was nutzt es mir zu wissen wdie viele zeilen Steps der Schrittmotor macht, wir wollen doch schließlich eine zufrieden stellendes Scannergebnis und nicht "Autoquatett" spielen.
Grüße Peter

Re: Auflösung - Betrug ?

Verfasst: Dienstag 8. März 2005, 11:55
von Wolfgang

Deine Kritik in Ehren, aber warum glaubst Du sind diese "Kisten" fast ausnahmslos aus Plastik? Nur die Pixelauflösung macht keinen guten Scanner, auch die Mechanik muss mitspielen und das kostet natürlich auch was. Es ist wie bei den Digitalkameras, nur durch +5 Megapixel wird es noch keine "gute" Kamera.
Ich habe einen Epson 1680pro der mittels doppel-CCD Zeile und Optik 1600x3200(1600) auflöst. Dieser war oder ist bis vor kurzem noch erhältlich gewesen und hat bis zuletzt noch immer ~1200 EURO gekostet. Diesen Unterschied macht nicht nur die CCD Zeile sondern die gesamte mechanische Verarbeitung und deren Bauteile aus, gegen diesen wirken die neuen Scanner der Günstigklasse wie von Aldi aus der Wühlkiste! Als ich vor kurzem mal den Epson 4990 und die Canon 99xx bei einem Elektronikmarkt gesehen habe, dachte ich mir nur "oh Gott, das kann´s nicht sein", ich behalte mir meinen Scanner!
Einzig die Mittelklasse (der auch mein 1680 angehörte wie auch Microtek und Agfa) gibt es scheinbar mangels Nachfrage nicht mehr. Weiter geht es dann mit Scitex, Imacon, DaiNippon etc. Das ist dann aber eine andere Preisliga!
Grüße
Wolfgang

Re: Streit um Nichts

Verfasst: Dienstag 8. März 2005, 12:35
von Wolfgang

Hallo Peter,
Man sollte dann eben Testberichte namhafter Journale oder Websites abwarten, um zu sehen, ob ein solches Gerät den gewünschten Eigenschaften entspricht und die Werbung nicht zu "aufgeblasen" war. Nur die hohe Auflösung lässt keinerlei Schluss auf die gute Umsetzung derselben zu. Auch die Qualität der Bauelemente kann verschieden sein. Wenn man sich nur auf Herstellerangaben verlässt steht man bald blöd da...
Selbes gilt für Photodrucker und ähnliches.
Oft sind ältere, ausgereifte Produkte, den neuen aus irgend einem Grund überlegen (Farbe, Bedruckstoffe oder Softwareunterstützung) und der Hersteller wird es einem kaum verraten ;-)
Grüße
Wolfgang

Re: Streit um Nichts

Verfasst: Dienstag 8. März 2005, 15:01
von Eva

Lies dir mal Patrik Wagners Testberichte durch, oder suche nur nach den Testcharts zur Auflösung. Der misst immer, was wirklich rauskommt, und das ist die wichtigste Info, nicht die Traumzahlen auf der Geräteschachtel.

Re: Streit um Nichts

Verfasst: Dienstag 8. März 2005, 19:42
von Björn

Hallo,
der Punkt an der Sache ist dch, dass nicht die tatsächliche Auflösung, sondern die physikalische (s.o.) beworben wird, also nichts mit Betrug.
Björn

Na und?

Verfasst: Dienstag 8. März 2005, 20:14
von Hein

Ich habe beruflich mit vielen Scannern zu tun. Mit dem Epson Expression 1600 (fast wieder 1680) konnte ich viele Mittelformatfilme scannen. Er hat übrigens auch ein Plastikgehäuse. Das ist ein gutes Gerät. Der billigere Epson Perfection 3200 mit einer Nennauflösung von 3200 dpi scannt aber im Rahmen seiner Möglichkeiten schärfer und detailreicher. Vom Epson Perfection 3200 zum 4990 gab es einige Verbesserungen hinsichtlich der Scanzeit, ICE und Vorlagengröße. Doch die Auflösung hat sich nicht mehr erhöht und liegt zwischen dem Expression 1600 / 1680 und einem guten 2700 dpi Filmscanner. 500 Euro für einen Flachbettscanner sind angesichts der Alternativen für 100 Euro eine so drastische Mehrbelastung, daß die Geräte ihren technischen Angaben nahe kommen sollten. Ich halte es für einen Betrug am Käufer, wenn die Werte so stark unterschritten werden.

Warum alles hinnehmen?

Verfasst: Dienstag 8. März 2005, 20:28
von Hein

Dem kann ich nicht folgen. Ich lese die Photopresse, die eine Fachzeitschrift für die Fotobranche, also vor allem für den Handel und Fotofinisher ist. Wenn darin ein Canon Repräsentant den Canon 9950f als Alternative zu Canons früheren Filmscannern darstellt und erklärt, dass man seinetwegen die speziellen Filmscanner nicht mehr anbietet, weil der 9950F genauso gut ist, wird bewußt eine falsche Information gestreut. Denn sie stimmt definitiv nicht. Man beachte auch die Werbung für den Epson Perfection 4870 oder 4990 bzw. Canon 9950F in den Magazinen und auf ihren Verpackungen. Vor allem wird auf ihrer Tauglichkeit als Filmscanner hingewiesen. wahrscheinlich könnte ein genervter Käufer einen wirksamen juristischen Wirbel erzeugen.

Studium

Verfasst: Dienstag 8. März 2005, 20:40
von Micha

Ein guter Scanner bedeut nicht, dass man das Scannen nicht lernen muß. Je besser das Gerät, die dahinter hängende Hardware und die Software, desto mehr kann der 'studierte' Scannerbenutzer aus seiner Technik herausholen. Das ändert aber nichts daran, dass man als Käufer der Technik Informationen benötigt, die eine realistische Ergebniserwartung ermöglichen. In diesem Punkt werden bei etlichen EDV Produkten eher Mythen erzeugt. Jedenfalls führen Canon und Epson die interessierten Käufer mit ihren Angaben in die Irre. Jeder Vergleich mit einem einigermaßen tauglichen Filmscanner beweist das.

Re: Warum alles hinnehmen?

Verfasst: Dienstag 8. März 2005, 21:58
von Wolfgang

Naja, möglicherweise versucht man im Home- und Office-bereich eine eierlegende Wollmilchsau zu platzieren.
Nachdem die analoge Fotografie rückläufig zu sein scheint, ist wahrscheinlich die Produktion von speziellen Filmscannern für die Hersteller (oder besser für manche Hersteller) nicht interessant genug. Ich hatte mal einen Canon 2700F und der war schon nicht überragend gegen den LS30 von Nikon. Epson produzierte IMHO eigentlich bis jetzt noch keinen überzeugenden Filmscanner.
Immerhin gibt es noch Nikon und die langen ja auch kräftig zu bei den FS Preisen, obwohl sie auch irgendwie "günstiger" hergestellt aussehen als früher. Ich käme jedenfalls nicht auf die Idee, einen Flachbettscanner der unteren Preisklasse (und dazu zähle ich eigentlich alle unter 1000-1500 EURO) für Kleinbildformate und Negative ausser für Layoutscanns zu empfehlen. Dafür sind schon durch die Glasplatte und die relativ großen, bewegten Teile im Vergleich zur erfassenden Fläche Qualitätsnachteile gegen einen Filmscanner zu erwarten!
Ist halt nur meine Meinung...
Grüße
Wolfgang

Re: Warum alles hinnehmen?

Verfasst: Mittwoch 9. März 2005, 19:54
von Mike

1) Ich kann große Firmen verstehen, die ihr Entwicklungsbudget nicht in Filmscanner stecken wollen, die es in einigen Zig Jahren nicht mehr geben wird.
2) Hier im Forum trifft sich eine kleine Elite, die physikalische von tatsächlicher Auflösung unterscheiden kann. 99.99 % aller Scanner-Käufer gucken im Mediamarkt auf ein 5 x 3 cm großes Etikett und wenn da 9600 dpi drauf stehen wird gekauft. So einfach ist das. Die restlichen 0,001 % informieren sich vorher und haben keine Zeit für juristische Streiterein mit Großkonzernen.

Re: Warum alles hinnehmen?

Verfasst: Mittwoch 9. März 2005, 19:59
von Peter

Es wurde jahrzehnte lange bis jetzt analog fotografiert, es gibt viele interessante, vor allem dukomentarisch wertvolle Aufnahmen. Was liegt also näher als diese Fotos zu digitalisieren und z.B. an Bildarchiven zu übergeben zum Verkauf der Nutzungrechte, ich habe schon einige verkauft.
Da ich nicht nur Kleinbild sonder auch Mittelformat und Panoramafilme besitze, kann ich die Meinung nicht teilen, daß Scanner (sicher nicht für das breite Fußvolk) nicht mehr interresant sein sollen.
Ich habe nichts gegen digitale Fotografie, eher als gute Ergänzung, aber wenn ich nicht mehr zum fotografieren komme, weil man ständig sich "upgraden" muß Foren und Testberichte lesen muß, dann verlasse ich mich gerne auf den Film, der mit wenigen Handgriffen mechanisch immer Funktioniert.
Abgesehen von der Haltbarkeit von CD s oder Lesbarkeit von Festplatten.



Re: Warum alles hinnehmen?

Verfasst: Donnerstag 10. März 2005, 07:57
von Susan

Leute die einen 400 bis 500 Euro Flachbettscanner statt der 100 Euro Alternative kaufen, teilen sich bestimmt nicht in 99,99 % unkritische Kunden und 0,001% kritische Kunden auf. Das sind spekulative und völlig unbegründete Annahmen. Viele Käufer, die relativ hochpreisige Geräte kaufen, möchten Qualität für ihr Geld sehen. Und die wird ihnen unmißverständlich versprochen. Es gibt Wettbewerbsregeln, Werberegeln und Handelsgesetze, welche die Verkäufer (!) einhalten müssen. Wenn nicht irgendwann irgendjemand gegen falsche Angaben im Handel juristisch vorgeht, was in vielen Bereichen glücklicherweise laufend geschieht, könnten sich die Kunden auf gar nichts verlassen. Wir alle möchten einwandfreie Lebensmittel essen, korrektes Benzin tanken, keine gepfuschten Medikamente einnehmen etc. Um das zu erreichen muß man den Herstellern und dem Handel deutlich machen, dass bestimmte Grenzen nicht überschritten werden dürfen. Dazu gehört auch, dass man seriösen Unternehmen nicht durchgehen läßt, wenn sie auf den Verpackungen ihrer Geräte Aktionen, Ergebnisse und sonstige Angaben darstelen / machen, die nicht realistisch sind. Im Kosmetikbereich kann man gerne mit Mythen arbeiten aber im technischen Bereich geht es um klare Fakten.
Ich kenne mehrere Berliner Fotografen und ambitionierte Fotoamateure, die sich in den letzten beiden Jahren einen Epson oder einen Canon der hier besprochenen Scanner gekauft haben. Im Grunde ist dieser Kreis sich einig, dass diese Scanner ab Mittelformaten gute Lösungen sind aber im Kleinbildbereich nicht überzeugen.

Re: Warum alles hinnehmen?

Verfasst: Donnerstag 10. März 2005, 14:08
von GT500

Also die Marketing-Auflösung eines Scanner mit Lebensmitel und Medikamenten zu vergleichen ist etwas weit hergeholt. Bei dem einen geht es um die Gesundheit bei den Scannern um etwas zu übertriebene technische Daten oder bekommst Du einen Ausschlag wenn der Scanner nicht die tatsächliche Auflösung bringt ? Also man sollte mal die Kirche im Dorf lassen und außerdem wird die tatsächliche Auflösung vieler Scanner in vielen unabhängigen Testberichten mitgeteilt und letztendlich findet das der Verbraucher dann auch nicht so schlimm. Also man sollte sich wirklich um wichtigeres kümmern und wie oben schon erwähnt sich vorher etwas genauer informieren. Du glaubst gar nicht mit wieviel Marketing-Angaben irgendwelcher geräte Du heute überschwemmt wirst, das ist so, das wird so bleiben und da wirst auch Du nichts daran ändern. Nicht böse sein aber das ist die bittere ahrheit.
Gruß
Matthias