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PC für Bilder mit 48bit Farbtiefe
Verfasst: Freitag 11. Februar 2005, 09:52
von Andy
Mein Vater möchte einen Diascanner mit 48bit Farbtiefe. Ich soll ihn eien PC dafür zusammenstellen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob die Farbtiefe im PC so verarbeitet wird, dass keine Farbinformationen verloren gehen. Windows hat doch nur 32bit Farbtiefe. Jetzt stellt sich für mich die Frage auf was muss ich da beim Kauf achten. Stellen die Treiber des Scanners das sicher, dass die 48bit dargestellt werden können oder muss ich eine bestimmte Grafikkarte haben? Welche Bildbearbeitungsprogramme können die Farbinformationen überhaupt verarbeiten (ich hatte vor Photoshop7 bzw CS oder Paint Shop Pro9)?
MfG
Andy
Re: PC für Bilder mit 48bit Farbtiefe
Verfasst: Freitag 11. Februar 2005, 10:57
von Stefan
Hallo,
egal wie schnell dein PC sein wird, du wirst NIE alle Farben darstellen können, die ein 48-Bit-Scan theoretisch produziert.
Was die Darstellung betrifft, ist in erster Linie ein guter Monitor wichtig!!!
Röhrenmonitore bieten das bessere Preis-/Leistungsverhälnis. Kallibriernen solltest du ihn auch. Am besten mit einem Colorimeter, aber Software ist auch schon okay.
Warum dann überhaupt einen schnellen PC?
1 Bit = zwei Möglichkeiten (schwarz und weiss zum Beispiel)
2 Bit = 4 Möglichkeiten
4 Bit = 16 Möglichkeiten
usw.
Das bedeutet, wenn zwischen 8 und 10 Bit augenscheinlich kaum ein Unterschied ist, so ist er rechnerisch RIESIG! Die Zahlen werden VIEL grösser, was Rechenpower und Speicherplatz frisst!
Warum nun überhaupt eine feinere Abstufung der Farben, wenn kein Monitor das darstellen kann?
Na. z.B. für Tonwertspreizungen, damit man keine Farbrisse bekommt.
Stefan
Re: PC für Bilder mit 48bit Farbtiefe
Verfasst: Freitag 11. Februar 2005, 15:03
von Joe
Warum will denn Dein Vater unbedingt 48bit? Im Normalfall reichen 24bit vollkommen aus. Nur die Profis benötigen 48bit. Normalanwender (zu denen ich mich auch zähle) kommen mit weniger aus - ich sehe nicht mal einen Unterschied zwischen 24bit und 48bit (weder am Bildschirm, noch beim Ausdruck bis 20 x 30).
riesig?
Verfasst: Freitag 11. Februar 2005, 20:38
von Hein
Also riesig ist etwas übertrieben. Eine 16 Bit Datei nimmt doppelt soviel Platz in Anspruch wie eine 8 Bit Datei. In einem Fall wird 1 Byte und im anderen werden 2 Byte genommen. Ein aktueller PC mit mindestens einem 1gb Ram steckt eine 200 MB große Bilddatei locker weg. Ob das einen Sinn macht ist eine andere Sache und darüber wurde in diesem Forum schon einiges geschrieben. Man kann ja mal zurückblättern.
Re: PC für Bilder mit 48bit Farbtiefe
Verfasst: Samstag 12. Februar 2005, 16:48
von Achim
Zunächst zur Unterscheidung: Die 48bit-Farbtiefe in der Bildverarbeitung hat nichts zu tun mit dem 32bit-Datenbus beim PC (letzteres bedeutet, dass soviele Bits paralell per Datenkanal übertragen werden können).
Für das Scannen und die Bildverarbeitung sollte vorrangig ein möglichst großer Arbeitsspeicher eingebaut werden (512 MB RAM oder mehr). Von ausreichender Prozessorleistung und Grafikfähigkeit (ein Bild/Foto wird ja "nur" in 2D-Ansicht dargestellt) kann sowieso wohl bei jeder aktuellen Hardware ausgegangen werden.
Die zurzeit aktuellen Bildbearbeitungsprogramme aus dem (semi-)professionellen Bereich können selbstverständlich alle 48bit-Farbtiefe verarbeiten, z.B. auch das gegenüber der PS-Profiversion preisgünstigere Photoshop Elements 3. Das setzt aber voraus, dass die zu bearbeitenden Dateien unkomprimiert vorliegen. (Das JPEG-Komprimierungsverfahren bspw. speichert nur 24bit). Zu bedenken ist, dass bei Verdoppelung der Farbtiefe sich die (unkomprimierte) Bilddateigröße vervierfacht (Potenzierung!).
Zur gundsätzlichen Frage "Wie viele Bit braucht der Mensch?" sei aus dem Buch Digitale Highend-Fotografie von Kraus/Padeste zitiert:
"Zieht man das Differenzierungsvermögen des menschlichen Auges in Betracht, so stellt man fest, dass mit einer Kodierung von 8 Bit pro Kanal (Anm.: gesamthaft 24 Bit) bereits eine feinere Abstufung möglich ist, als sie das menschliche Auge auflösen kann...So gesehen ist eine Kodierung mit 8 Bit pro Farbkanal ausreichend. Andererseits gilt es zu bedenken, dass Bilder vielfach noch nachbearbeitet werden...Da die Werte der Digitalbilder immer nur aus ganzen Zahlen bestehen und deshalb Rundungsfehler auftreten, führen solche Operationen immer zu einem gewissen Informationsverlust. Dies kann dazu führen, dass in Farbverläufen störende Abstufungen sichtbar werden. Eine Kodierung mit bis zu 16 Bit (Anm.: gesamthaft 48 Bit) kann deshalb durchaus notwendig sein."
Gruß,
Achim
Re: PC für Bilder mit 48 bit Farbtiefe
Verfasst: Montag 14. Februar 2005, 15:34
von 01af
Als erstes: mach dir mal über die "Farbtiefe" von MS Windows keine Gedanken! Das ist etwas anderes und hat mit der Farbtiefe der auf dem Computer gespeicherten und bearbeiteten Digitalbilder nichts zu tun. Deine Bilder werden auch mehr Pixel haben als der Monitor auf einmal darstellen kann -- und?
Nun zum Thema: Was für einen PC brauchst du?
Du brauchst (bzw. dein Vater braucht) *keinen* riesigen, schnellen, teuren Prozessor. Der drittgrößte aus der aktuellen Prozessorenpalette reicht völlig aus. Achte beim Prozessor lieber auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Was du aber auf jeden Fall reichlich brauchst, ist viel Speicher. 512 MB Hauptspeicher ist Minimum; ich rate aber gleich zu 1.024 MB (= 1 GB), denn 48-bit-Digitalbilder können gigantisch sein! Die Festplatte muß ebenfalls groß sein -- und schnell. Nimm mindestens 100 GB und 7.200 U/min. Sehr empfehlenswert ist es, zwei gleiche Platten einzubauen (z. B. zweimal 80 oder zweimal 120 GB) und diese als RAID-0-System zu konfigurieren. Das erhöht zwar die Ausfallwahrscheinlichkeit auf das Doppelte (was in der Praxis kaum einen Unterschied ausmacht, denn das Doppelte von sehr wenig ist immer noch sehr wenig), verdoppelt aber auch die Zugriffsgeschwindigkeit, was das Gesamtsystem immens beschleunigt. Gegen die geringfügig reduzierte Zuverlässigkeit macht man halt regelmäßig Back-ups, was ja sowieso immer zu empfehlen ist.
Aber selbst wenn dir RAID-0 zu suspekt ist, sind zwei getrennte Platten besser als eine große, weil sowohl das Betriebssystem als die Bildbearbeitungssoftware dann verschiedene Daten (z. B. temporäre Daten, Auslagerungsdateien u. dgl.) parallel abspeichern können. Mehr als 250 oder 300 GB Festplattenspeicher sind übrigens nicht so arg sinnvoll. Baue lieber 100 - 250 GB richtig schnelle Platte ein und mach den Rest bei Bedarf mit -- langsameren, aber flexibleren -- externen USB-Festplattensystemen.
Die Graphikkarte braucht gar nicht so gigantisch zu sein. Super-Graphikkarten braucht man für die Videofilmbearbeitung und ganz besonders für moderne Computerspiele. Die digitale Bildbearbeitung von Fotos hingegen stellt vergleichsweise harmlose Ansprüche an die Graphikkarte. Sie muß halt fähig sein, die gewünschte Monitorauflösung (mind. 1.024 × 768 Pixel, besser 1.280 × 1.024 Pixel) mit 16 Mio. Farben und mind. 70 - 80 Hz, besser 85 - 90 Hz Bildwiederholfrequenz (für ein augenschonendes, flimmerfreies Bild) darzustellen. Eine mittlere Karte schafft das in der Regel problemlos.
Sehr wichtig sind ausreichend viele Schnittstellen. Die Kiste sollte mindestens vier USB-2.0-Highspeed-Anschlüsse besitzen (sechs oder acht schaden auch nicht), und, wenn möglich, außerdem einen IEEE-1394-Firewire-Anschluß. Achtung: laß dir bei USB 2.0 kein Fullspeed für ein Highspeed vormachen! "Fullspeed" heißt langsam, "Highspeed" heißt schnell. Ein eingebauter Speicherkartenleser ist ebenfalls sehr nützlich, kann aber zur Not auch als externes Gerät über eine der USB-Schnittstellen nachgerüstet werden.
Schließlch braucht man eine Möglichkeit zur Auslagerung von Massendaten -- also einen CD-Brenner oder, besser, einen DVD-Brenner. Mach dich beim DVD-Brennen aber auf Probleme gefaßt, denn nicht jeder DVD-Rohling harmoniert mit jedem Brenner. Das Brennen von CDs ist wesentlich zuverlässiger -- dafür passen auf eine CD "nur" 650 - 700 MB (auf eine DVD passen 4,7 GB, also das sechs- bis siebenfache). Die meisten (alle?) DVD-Brenner können natürlich auch CDs brennen. Ich halte es für keine schlechte Idee, *zwei* CD- bzw. DVD-Laufwerke einzubauen -- einen reinen Leser und einen Brenner. Die Verwendung eines Nur-Lese-Laufwerkes ist schneller und schont den empfindlichen Brenner mit seinem schwereren Schreib-Lese-Kopf. Und die Kosten für ein zusätzliches Nur-Lese-DVD-Laufwerk sind heutzutage kaum noch der Rede wert. Auf ein 3,5-Zoll-Diskettenlaufwerk sollte man nach wie vor nicht verzichten. Man braucht es selten, aber wenn, dann ist man froh, wenn man eins hat, und es kostet 'n Appel und 'n Ei.
Und achte darauf, daß ein großes, robustes und leistungsfähiges Netzteil eingebaut wird! Da wird viel Schindluder getrieben, weil man mit einem unterdimensionierten Netzteil die Gesamtkosten des PCs ein gutes Stück drücken kann. Doch das lohnt sich auf Dauer nicht ...
Als Betriebssystem empfehle ich MS Windows XP. Das ist zwar absolut nicht das beste Betreibssystem, aber das vielseitigste. Denn jeden Treiber, jedes Utility, jede Software gibt's für Windows -- bei Linux oder Mac ist man da doch deutlich eingeschränkter (das finden allerdings auch die Computerviren ... tja, es hat halt alles seine zwei Seiten).
Olaf