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SF 210 Erweiterungs-Kit für CoolScan 5000

Verfasst: Montag 27. Dezember 2004, 13:45
von Haui

Hi,
wenn man wirklich viele Dias zu scannen hat, dann ist der SF 210 unbrauchbar: Von einigermaßen altmodischen Rahmen passen höchstens 30-40 rein. Mit Belichtung und Fokus und ICE werkelt der Scanner ca. 2 min pro Scan (vielleicht geht's mit dem allerneusten Rechner noch einen Tick schneller). Wenn kein Stau auftritt, dann ist der Scanner mit einer Ladung also deutlich über eine Stunde beschäftigt. Aber eben auch nur eine gute Stunde. Das ist zu lange, um danebenzusitzen und Däumchen zu drehen aber zu kurz, um tatsächlich noch was vernünfiges nebenher zu machen (z.B. schlafen).
Hat jemand mal darüber nachgedacht, die Zufuhrschienen für den SF so zu erweitern/verlängern, so dass nicht 40 sondern 400 Dias reinpassen und der Scanner damit tatsächlich über Nacht etwas zu tun hätte?
Wie macht Scandig.de das eigentlich, wenn ihnen jemand eine Kiste mit sagen wir
mal 6000 Dias schickt? Sitzt da tatsächlich jemand 25 Tage a 8 Stunden und legt ab und zu mal ein paar neue Dias ein???
Gruß, Haui.


Re: SF 210 Erweiterungs-Kit für CoolScan 5000

Verfasst: Montag 27. Dezember 2004, 15:34
von Hein

Deine Überlegungen sind nachvollziehbar. Das Scannen dauert tatsächlich sehr lange. Der Preis eines Nikon Coolscan entspricht den Ausgaben für eine 8 Mill Pixel Spiegelreflex von Canon. Im Jahr 2005 werden wir sicherlich einen Anstieg der Leistung bei sinkenden Preisen feststellen können. Bereits jetzt sind solche Kameras schon sehr gut und man kann mit ihnen fotografisch Dias duplizieren. Der Vorgang dauert mit einem Diaduplikator nur einen Bruchteil der Zeit, den ein Scanner benötigt. Zudem kann man die Kamera auch sonst zum fotografieren verwenden. Als Diaduplikatoren sind die Apparate von Elinchrom und Mulitblitz mit Reprosäule, Balgen etc., an die man seine Spiegelreflex montiert, bestens geeignet. Man kann mit einfachen Modifikationen an der Leuchtquelle das passende Licht erzeugen, um feine Kratzer, Schmutz und Staub wirksam zu unterdrücken. Mit so einer Ausrüstung dauert das 'scannen' nur wenige Sekunden, da man alles starr einstellen kann und nur manuell die Dias wechselt und die Kamera auslöst. Man kann das gedanklich antizipieren: Dia auf die Bühne, Kontrollblick durchs Objektiv und den Auslöser betätigen. Dia wegnehmen und das nächste raufpacken. Ich habe vor wenigen Tagen einen Elinchromduplikator bei ebay ersteigert und werde mit einigen Kameras daran experimentieren, um zu sehen, wie gut das funktioniert. Darüber wird es im Web einen Bericht geben. Wenn ich keinen Nikon Coolscan 5000 hätte und heute vor der Entscheidung stünde, in Digitaltechnik zu investieren, würde ich auf den teuren Scanner verzichten. Die Fachverkäufer im Scannermarkt werden diesen Weg kurz über lang in ihr Verkaufsangebot einbeziehen müssen. Also, schmeißt eure alten Balgengeräte und Vergrößerungsobjektive nicht weg. Die können an der digitalen Spiegelreflex noch gute Dienste leisten.

Re: SF 210 Erweiterungs-Kit für CoolScan 5000

Verfasst: Montag 27. Dezember 2004, 21:42
von mnutzer

@Dann wäre es eigentlich für den Automatisierungsprozess doch nur naheliegend, wenn man an seinen Diaprojektor einen Adapter zur Aufnahme mit der Digitalkamera anschließen könnte.
Nur, was ich bisher über das Diascannen erfahren habe, nimmt die meiste Zeit die Einzelbildbearbeitung ein, um jedes Dia individuell optimiert scannen zu können: Farbkorrekturen, Dichtekorrekturen, Kratzer- und Staubvernichtung, Nachschärfung, etc. Da nimmt der manuelle Rähmchenwechsel noch die geringste Zeit ein.

Re: SF 210 Erweiterungs-Kit für CoolScan 5000

Verfasst: Dienstag 28. Dezember 2004, 00:18
von hein

Ein Diaprojektor ist völlig ungeeignet dafür. Wenn du ein Experiment wagen möchtest, gib bei Ebay Diadupliaktor ein und du wirst Vorsätze für Digitalkameras finden, die einen Diahalter und dahinter eine weiße Scheibe haben. Sie streut das Licht und unterdrückt Schmutz und Kratzer. Die billigen Dinger (ca. 80 €) sind zwar nicht das Gelbe vom Ei aber auch nicht sooo schlecht.
Es ist durchaus denkbar, daß in zwei Jahren keiner mehr einen Filmscanner für Kleinbild haben möchte, weil die Technik des Diaduplizierens mit der Digitalkamera allgemein verbreitet sein wird. Zudem liefern sich Canon und Epson derzeit eine Flachbettscannerschlacht, die den Mittelformat und Großbildfotografen zugute kommt. Epson hat seinen Epson Perfection 4870 aus dem Angebot genommen und den 4990 rausgebracht. Das Ding ist nach Angaben von Epson rasendschnell und hat einen Dmax von 4.0. Auch wenn der Scanner nur die Hälfte seiner Nennauflösung haben soll, ist das ein Hammer.

Re: DigiCams in den Scanner !

Verfasst: Dienstag 28. Dezember 2004, 00:28
von J.B.

ja, warum bauen die "Leute von Reflecta" in ihren DigitDia anstelle eine lahmen Scaneinheit nicht einfach das Innenleben einer DigiCam ein, zu den derzeitigen Verkaufspreisen sollte das durchaus möglich sein. Alle Zeitprobleme wären gelöst.

Re: SF 210 Erweiterungs-Kit für CoolScan 5000

Verfasst: Dienstag 28. Dezember 2004, 07:22
von Haui

Eine 8 MPixel Kamera bringt natürlich nicht die Auflösung wie ein vergleichbar
teurer Diascanner: "8 MPixel" = 2 MPixel rot, 2 MPixel blau, 4 MPixel grün. Bei
einem 4000 DPI Diascanner hat man dagegen 18 MPixel rot, 18 MPixel blau und 18
MPixel gruen also in Digitalkamera-Dialekt "56 MPixel" - und das in 16 bit und
nicht nur 12. Nicht dass ich tatsächlich 56 MPixel Bilder bräuchte - aber Dein
Vergleich Scanner-Kamera hinkt.
Natürlich nimmt Die Cannon D20 auch keinen Infrarot-Kanal auf, so dass für die
"Kratzer-korrektur" nur ein software- oder hardwaremäßiges "Verschmieren"
bleibt.


Re: SF 210 Erweiterungs-Kit für CoolScan 5000

Verfasst: Dienstag 28. Dezember 2004, 10:13
von J,B.

welche Auflösung würde denn eine 8 Megapixel Cam bringen ? (bin nicht so gut im ableiten). Immerhin wären solche Camera-Scans vielleicht den übrigen Digicam-Fotos ebenbürtig ?

Re: SF 210 Erweiterungs-Kit für CoolScan 5000

Verfasst: Dienstag 28. Dezember 2004, 10:23
von Haui

Eine 8 MPixel Kamera liefert als Ausgabe natürlich Bilder mit 8 Millionen Bildpunkten (mit drei Grundfarben pro Bildpunkt). Diese Auflösung ist aber durch Software in der Kamera interpoliert, da der Bildsensor der Kamera nur 2 Millionen Pixel mit roter bzw. blauer Farbe und 4 Millionen Pixel in grüner Farbe hat (Bayer-Sensor) - und für jedes Farbpixel in der Ausgabe drei Pixel des Sensors in den drei Grundfarben eingerechnet werden.
Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Bayer-Sensor
Jeder Verabeitungssschritt fügt dem Ergebnis Rauschen und Verzerrungen hinzu, so dass ein über eine Optik belichteter Film, der entwickelt wird und dann mit einer weiteren Optik abphotographiert wird nie so gut sein kann, wie wenn das Bild gleich mit der Digitalkamera gemacht worden wäre.

Digitale Repros

Verfasst: Dienstag 28. Dezember 2004, 10:41
von Hein

Im 24 Bit Modus liefert die Kamera eine 24 Megabytedatei. Im 48 Bit Modus wird das dementsprechend eine 48 Megabytedatei. Die Werte gelten für eine Ausgabe als unkomprimierte Tif Datei. Man darf bei diesen Zahlenspielen nicht vergessen, dass die Auflösung dieser Kameras bei den kommenden Modellen stark ansteigen wird. Zudem erlaubt das Reprodzieren mit der Makrooptik Ausschnittsaufnahmen oder digitale Duplikate von kleinen Minox- und Pocketfilmen (!)ebenfalls je mit den oben genannten Dateigrößen. Und den Filmscanner, der die letztgenanten Filme in einer derartigen Auflösung scannen kann, möchte ich mal sehen.

Re: SF 210 Erweiterungs-Kit für CoolScan 5000

Verfasst: Dienstag 28. Dezember 2004, 12:01
von Haui

Dateigröße ist Milchmädchenrechung und spiegelt nicht die Auflösung wieder. Tiff ist bei Digitalkameras mit Bayer-Sensor Platzverschwendung, da die Daten durch die Software-Interpolation entstanden sind. Die Sensordaten passen unkomprimiert in (MPixel * Bittiefe / 8) MB. Bei 8 MPixel und 8 Bit sind das 8 MB, bei 12 Bit entsprechend 12 MB. Durch Umkodierung kann man aber eine beliebig große Datenmenge erzeugen - nur die enthaltene Informationsmenge wird dadurch kein bisschen größer.
Die Diskussion geht aber am Thema vorbei. Ich würde gerne in Gesellschaft über die Fehlkonstruktion SF 210 weinen - oder jemanden finden, der eine Metallwerkstatt hat und mir eine passende Erweiterung als Sonderanfertigung bastelt - im Austausch für das Scannen seines Dia-Archivs vielleicht :-))


Re: SF 210 Erweiterungs-Kit für CoolScan 5000

Verfasst: Dienstag 28. Dezember 2004, 12:09
von Haui

Ein Diaprojektor hat genau die richtige (und ausgereifte) Automatisierungstechnik. Leider müsste man ihn fürs Dia-Digitalisieren umbauen, damit man direkt das durchleuchtete Dia "abphotographieren" kann. Dazu braucht man mindestens eine schwächere Lampe, damit die Kamera nicht zerstört wird, und einen Diffusor zwischen Lampe und Dia, um eine gleichmäßige Ausleuchtung zu erreichen. Zusätzlich ist je nach Digitalkamera ein 1 bis 1:2 Markoobjektiv notwendig bzw die Optik eines Diaduplikators. Alles in allem ist das eine elende Bastelei, die ich mir mit dem Kauf eines Diascanners ersparen wollte...
Das Abphotographieren von einem (auf eine Leinwand) projezierten Dia ist mit unerträglichen Qualitätseinbußen verbunden (dafür habe ich lustige Beispieldateien).
Ich bin auf Heins Duplikator-Experiment gespannt...

wenn du darauf bestehst

Verfasst: Dienstag 28. Dezember 2004, 14:55
von Hein

Geh mal in einen Kiosk und schau dir die Rutschen für Zigarettenschachteln an. Sie sind an der Wand höher als vorne. Es gibt also eine Neigung, durch die die Schachteln anch unten rutschen. Hinter der letzten Schachtel liegt eine Metallrolle, die ein bischen nachdrückt. Genau so eine Rutsche brauchst du für die Diazufuhr des SF200 / SF210. Man muß nur den Federmechnismus mit dem hinteren Schieber ausbauen um freie Bahn zu haben. Bei der Diaausgabe kann man ähnlich vorgehen. Sie sollte außerhalb des SF210 eine leichte Neigung nach unten haben, damit der SF 210 nicht ein paar Hundert Dias schieben muß. Vordem ersten ausgeworfenen Dia liegt keinen Rolle sondern ein würfelförmiger Holzklotz, der verhindert, daß die Dias umkippen. Er wird nach und nach ebenalls nach vorne geschoben.

Re: SF 210 Erweiterungs-Kit für CoolScan 5000

Verfasst: Dienstag 28. Dezember 2004, 14:57
von Haui

Gar keine so schleche Idee, nur dass die letzten paar Dias wohl nicht mehr korrekt verarbeitet werden können. Wahrscheinlich ist ein konstanter Anpressdruck wichtig - und über eine länger Distanz schwierig zu realisieren. Da eine Feder das nicht liefern wird, dachte ich an ein Gewicht mit Umlenkrolle :-))

Re: SF 210 Erweiterungs-Kit für CoolScan 5000

Verfasst: Dienstag 28. Dezember 2004, 16:27
von Hein

Eine Rusche mit der richtigen Neigung ist sicherlich ausreichend. Möglicherweise muß sie ein wenig gewölbt sein. Der Druck hat bestimmt nicht konstant zu sein. Er ist es auch nicht in der Nikonkonstruktion und die Metallrolle sorgt dafür, dass das vordere Dia gut an den Einzugsschacht gedrückt wird. Vielleicht findet man im Baumarkt ein Aluprofil mit der richtigen Schachtbreite. Auf dem Material sollten die Dias gut rutschen können und es läßt sich gut sägen.