Scannen fürs Internet
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Georg
Scannen fürs Internet
Hallo,
ich bin noch ein ziemlicher Anfänger und würde mich über eine kleine Gehilfe freuen.
Ich möchte Dias für das Internet scannen. Meine Ausstattung Proscan400, Silverfast, Photoshop 7.0. Die Bilder dürfen für meinen Verwendungszweck nachher nicht über 70K Größe haben. Mit meinen bisherigen Ergebnissen bin ich nicht so sehr zufrieden (im Vergleich zum Ausgangsdia). Wie würdet ihr vorgehen? Dia zuerst in Topqualität scannen, dann nachbearbeiten und zuletzt in Photoshop "runterrechnen" lassen? Oder gleich für den Verwendungszweck und die gewünschte Größe scannen? Hat jemand einen "idealisierten" Ablauf? Mir ist klar, dass man dann von Fall zu Fall noch entscheiden muss, aber mir würde es schon helfen, wenn ich mal nen roten Faden zur orientierung hätte.
Hier findet ihr ein paar Beispiele meiner Versuche: http://www.sportclimbing.de/search_smal ... =7&Go=more
Gruss und Danke Georg
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01af
Re: Scannen fürs Internet
Georg schrieb:
> Ich möchte Dias für das Internet scannen.
Na, das ist doch mal ein entspannendes Thema -- bei weitem nicht so schwierig wie "das Maximum herausholen für Vergrößerungen im Plakatwand-Format".
Georg schrieb weiter:
> Meine Ausstattung Proscan400, Silverfast, Photoshop 7.0.
Mit der Gerätschaft bist du für den Job mehrfach überqualifiziert
Georg schrieb weiter:
> Die Bilder dürfen für meinen Verwendungszweck
> nachher nicht über 70 KB Größe haben. Mit meinen
> bisherigen Ergebnissen bin ich nicht so sehr
> zufrieden (im Vergleich zum Ausgangsdia).
Natürlich nicht! Wo denkst du hin? Mit 70 KB, entsprechend hoher JPEG-Kompression und wenigen hundert Pixeln pro Formatkante ist die Bildqualität *natürlich* nicht mehr ganz dieselbe wie im Ausgangsdia! Aber das ist ganz normal -- die eigenen Scan-Erzeugnisse schaut man irgendwie immer viel krititscher an als die anderer Leute. Deine Kletterbilder sind doch ganz in Ordnung! Sicher ginge es noch besser -- aber dann müßtest du mehr Pixel und mehr Kilobytes spendieren ... Nur bei den Bildern, die in prallem Sonnenschein aufgenommen worden sind, könntest du vielleicht einmal versuchen, die Kontraste ein klein wenig zurückzunehmen.
Georg schrieb weiter:
> Hat jemand einen "idealisierten" Ablauf?
Idealisiert gibt's nicht ... aber ich gehe in der Regel so vor: Gescannt wird für's Web mit einem Viertel der Maximalauflösung, so daß das Resultat linear etwa doppelt bis dreimal so groß ist wie ich's hinterher brauche (Minolta DiMAGE Scan Elite 5400, max 5.400 ppi, ein Viertel ist also 1.350 ppi, ergibt Scans vom Kleinbildformat mit etwa 1.600 × 1.200 Pixel, abspeichern als TIFF). Will ich einen kleinen Ausschnitt herausvergrößern, erhöhe ich die Scan-Auflösung ggf. auf 2.700 ppi oder bei Bedarf auf's Maximum, so daß das Resultat immer so zwischen 900 × 600 bis 1.600 × 1.200 Pixel liegt. Andere Scan-Auflösungen als voll, halb oder viertel werden nicht verwendet.
Dann wird das Bild in Photoshop nachbearbeitet -- ggf. noch Ausschnitt feintunen, ggf. drehen und entzerren, Kontraste anheben oder senken, ggf. Farbstiche korrigieren, und was sonst noch nötig ist. Als TIFF zwischenspeichern (für eventuelle weitere Nachbearbeitung). Dann erst wird das Bild auf die gewünschte Web-Größe herunterskaliert (z. B. 600 × 450 Pixel), per USM maßvoll nachgeschärft und schließlich als komprimiertes JPEG abgespeichert (Qualitätsstufe 2, 3 oder 4 von 12, je nach Bildinhalt). Dann ziehe ich mit dem Programm Exifer (Public Domain) noch die EXIF-Info heraus und werfe sie weg, das spart noch einmal ein lockeres Kilobyte pro Bild.
Olaf
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Georg
Re: Scannen fürs Internet
Hallo Olaf,
vielen Dank für die umfangreiche Antwort! Ich will natürlich nicht "nur" Bilder fürs Web scannen - aber im Moment ist es das was mich beschäftgt. Ein paar kleine Nachfragen zu Deinem Beitrag:
"Dann wird das Bild in Photoshop nachbearbeitet -- ggf. noch Ausschnitt feintunen, ggf. drehen und entzerren....."
Drehen und entzerren? Was ist damit gemeint? Hab ich noch nie gemacht.
"...Als TIFF zwischenspeichern (für eventuelle weitere Nachbearbeitung)."
Speicherst Du immer als TIFF oder verwendest Du auch manchmal das Format von Photoshop .psd? Was sind die Gründe?
..."Dann ziehe ich mit dem Programm Exifer (Public Domain) noch die EXIF-Info heraus"
Hier hast Du mich total abgehängt! Hoffe Du meinst ein Tool wie es auf der Seite von Friedemann Schmidt zum Download angeboten wird!? Habe bislang nicht gewusst, dass diese Daten auch beim Scannen gehalten werden!? Könnte man die auch z.B. in Photoshop anzeigen lassen?
Nochmals Danke und liebe Grüsse
Georg
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01af
Re: Scannen fürs Internet
Georg schrieb:
> Ich will natürlich nicht "nur" Bilder
> fürs Web scannen ...
Klar -- wenn du die gescannten Bilder nicht *nur* für's Web brauchst, dann wirst du sie natürlich gleich mit entsprechend höherer Auflösung einscannen ... in der Regel mit der höchsten, die der Scanner bietet.
Georg schrieb weiter:
> > Dann wird das Bild in Photoshop nachbearbeitet
> > -- ggf. noch Ausschnitt feintunen, ggf. drehen
> > und entzerren ...
>
> Drehen und entzerren? Was ist damit gemeint? Hab
> ich noch nie gemacht.
Na, wenn der Horizont schief ist, oder um stürzende Linien an Gebäuden (oder steilen Felswänden
Georg schrieb weiter:
> > ... Als TIFF zwischenspeichern (für
> > eventuelle weitere Nachbearbeitung).
>
> Speicherst Du immer als TIFF oder ver-
> wendest Du auch manchmal das Format von
> Photoshop .psd?
Äh, nein, ja ... PSD-Format geht selbstverständlich auch (es sei denn, du wolltest die Bilder austauschen mit jemandem, dessen Software kein PSD kann). Es ging mir nur darum, daß man zum Speichern von Zwischenergebnissen keinesfalls das JPEG-Format verwendet -- das benutzt man nur, um Endergebnisse speicherplatzsparend (und im Web: Ladezeiten sparend) abzuspeichern.
Georg schrieb weiter:
> > Dann ziehe ich mit dem Programm Exifer
> > (Public Domain) noch die EXIF-Info heraus ...
>
> Hier hast Du mich total abgehängt!
Jede Digitalkamera sowie die meisten Scanner (genauer: die Scan-Software) und/oder Bildbearbeitungsprogramme fügen den von ihnen erzeugten/bearbeiteten Digitalbildern diverse Daten hinzu, wie z. B. Höhe und Breite in Pixeln, Druckauflösung, Datum der Bilderstellung, Name der Kamera bzw. des Programmes, Blende, Verschlußzeit, Brennweite (im Falle von Digitalfotos) usw. Diese Daten stehen in einer eingebetteten Datei im sogenannten EXIF-Format. Das aus dem Internet herunterladbare Progrämmchen "Exifer" erlaubt es, diese EXIF-Daten anzuschauen, hinzuzufügen, zu modifizieren oder zu entfernen.
Georg schrieb weiter:
> Könnte man die auch z. B. in Photoshop anzeigen lassen?
Ja, Photoshop erzeugt ebenfalls EXIF-Daten in jedem Bild, das du damit bearbeitest, und kann sie auch anzeigen (s. Datei-Info). Du kannst sie aber nicht direkt editieren oder entfernen; das geht nur mit Exifer oder ähnlichen Programmen ... hmm, ich glaube, IrfanView (ebenfalls Public Domain) kann ebenfalls EXIF-Daten editieren ...
Olaf
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georg
Re: Scannen fürs Internet
hallo olaf,
danke für die tips - zunächst keine fragen mehr offen - respekt!
lg georg