Reflecta RPS 10M: Schärfeleistung nach Lage des Negativs

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BenjH
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Reflecta RPS 10M: Schärfeleistung nach Lage des Negativs

Beitrag von BenjH »

Ich habe vor ein paar Tagen den RPS 10M gekriegt, war jedoch nach ersten Tests mit der erzielten Schärfe nicht zufrieden. Nach verschiedenen Tests habe ich zu meinem Erstaunen festgestellt, dass die Schärfe nur bei falsch eingelegten Negativen (also Schicht nach oben) gut ist.

Hier ein paar Details zu meinen Tests.

1. Ich habe Vuescan verwendet. Mit Cyberview ist das Ergebnis vergleichbar und klar nicht besser. Ich habe ältere und neuere SW-Negative (FP4, Delta 100, Silvermax) und Porta-Negative genommen. Ich habe beide Fokussierungsmethoden (manuell und automatisch) ausprobiert: Keine Unterschiede.
Ergebnis: Bei ganz flach liegenden Negativen (Delta 100) ist das Ergebnis ok. Bei etwas gewölbten Negativen (Porta, FP4) ist das Ergebnis klar schlechter als mit meinem EPSON V 850. Das auch bei manueller Fokussierung. Das ist natürlich indiskutabel.

2. Ich habe dann einen Streifen verkehrt rum gescannt, also mit der Emulsionsseite nach oben, Wölbung nach unten. Der Scan ist dann natürlich seitenverkehrt. Das Ergebnis ist jedoch gut und deutlich besser als mit EPSON V 850. Ich habe das nur mit Porta gemacht. Ich denke, das Ergebnis ist ziemlich an der Grenze von dem, was das Negativ hergeben kann.

Hat jemand eine Erklärung dafür? Das Cyberview Handbuch gibt die Anweisung, den Film mit der Emulsionsseite nach unten einzulegen. Ist der Sensor eigentlich oben oder unten bei diesem Scanner? Wenn er oben wäre, so würde das die Sache einigermassen erklären. Oder kann es sein, dass der Autofocus nicht richtig funktioniert?

Uebrigens: Beim Epson Scanner gibt das Handbuch auch die schwachsinnige Empfehlung, den Streifen mit der Emulsionsseite auf der sensorabgewandten Seite einzulegen.
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Jossie
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Re: Reflecta RPS 10M: Schärfeleistung nach Lage des Negativs

Beitrag von Jossie »

Hallo,
BenjH hat geschrieben: Sonntag 5. März 2023, 10:34 Bei ganz flach liegenden Negativen (Delta 100) ist das Ergebnis ok. Bei etwas gewölbten Negativen (Porta, FP4) ist das Ergebnis klar schlechter als mit meinem EPSON V 850.
Zunächst muss man wissen, dass die Schärfentiefe der Diascanner sehr gering ist, von der Größenordnung der Filmdicke. Die Schärfentiefe von Flachbettscannern ist deutlich größer. Bei stark gewölbten Vorlagen kommt es also darauf an, wo im Bild Du die Schärfe beurteilst. Nach den Testberichten sollte der reflecta eine etwa doppelt so hohe Auflösung liefern wie der Epson. Wie scharf werden bei beiden Scannern Staubkörner abgebildet (ist ein einfacher Test, wenn man nicht in ein Auslösungstarget investieren möchte)?

Vielleicht kannst Du mal Beispiele (Ausschnittvergrößerungen) hier zeigen.

Die Orientierung der Vorlagen (Emulsion Richtung LED oder CCD) spielt, neben der Abbildungsqualität, vor allem bei Reflexionen eine Rolle. PIE (Hersteller der Scanner) empfiehlt, die Emulsion in Richtung CCD zu legen.
BenjH hat geschrieben: Sonntag 5. März 2023, 10:34 Der Scan ist dann natürlich seitenverkehrt
Das kannst Du doch in jedem Scanprogramm korrigieren, ist also kein Problem per se.

Hermann-Josef
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BenjH
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Re: Reflecta RPS 10M: Schärfeleistung nach Lage des Negativs

Beitrag von BenjH »

Hallo Hermann-Josef,

Besten Dank für die Antwort. Ich habe noch einige weitere Tests gemacht. Ich stelle demnächst ein paar Beispiele ein, muss jedoch noch etwas bessere Negative aussuchen.

Inzwischen habe ich bemerkt, dass ich wohl die manuelle Fokussierung nicht korrekt durchgeführt hatte. Tatsächlich lässt sich mit ihr das Ergebnis deutlich verbessern, wenigstens so weit, dass es besser als mit dem Epson Scanner ist. Aber wie gesagt: Ich muss das noch an besseren Negativen testen.
Das beste Resultat ist bei Fokussierung +1, was die Grenze ist. +1 ist schon deutlich besser als +0.8, und es sieht ganz danach aus, dass man noch höher einstellen müsste. Das Ergebnis bei +0.8 entspricht etwas dem des Epson Scanners. Der Acros-Streifen ist relativ deutlich gekrümmt. Es scheint, dass der Autofokus damit gar nicht zurecht kommt. Bei Vuescan kann man einstellen, wo genau fokussiert wird, aber das bringt nichts.
Den Film verkehrt herum einführen löst zwar das Schärfeproblem; aber wegen der offenbar grösseren Reibung wird der Streifen nicht mehr richtig transportiert.
Die Verarbeitung von etwas gekrümmten Negativstreifen scheint ein Schwachpunkt des Scanners zu sein. Ich hatte früher auch mal mit einem Nikon gescannt. Der hatte das Problem nicht. Entweder weil der Autofokus besser funktioniert, oder weil die Mechanik das Negativ flachzieht.

Beste Grüsse, Benj
BenjH
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Re: Reflecta RPS 10M: Schärfeleistung nach Lage des Negativs

Beitrag von BenjH »

Wo ist denn der CCD? Oben oder unten?
Joe
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Re: Reflecta RPS 10M: Schärfeleistung nach Lage des Negativs

Beitrag von Joe »

Gegenüber der LED zur Beleuchtung des Dias/Negativs.

Aber letztlich ist das ja auch egal, denn wenn der Scan "mit der anderen Seite nach oben" besser wird, verwende die. Das Ergebnis spiegeln, drehen usw. kannst Du direkt mit der Scan-Software machen. (hat Jossie ja auch schon gesagt).

Ich hatte mal einen Reflecta ProScan 4000, der hat z.B. Agfa-Filme (Farb-Negative) nur vernünftig gescannt, wenn die auch "seitenverkehrt" eingelegt wurden. Bei allen anderen keine Probleme...
BenjH
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Re: Reflecta RPS 10M: Schärfeleistung nach Lage des Negativs

Beitrag von BenjH »

Egal ist es nicht. Wie oben schon erwähnt, wird der Filmstreifen dann nicht mehr korrekt transportiert. Also muss ich jedes Bild einzeln ausrichten. So hatte ich mir das eigentlich nicht vorgestellt, als ich einen Scanner mit der "tollen Möglichkeit", ganze Filme in einem Durchgang zu scannen, gekauft habe.
Der Autofokus läuft völlig erratisch. Beim selben Bild gibt Vuescan einmal +0.138 and und bei der nächsten Fokussierung +0.921 an. Die Präzision mit der dritten Stelle nach dem Komma ist bemerkenswert; eine Stelle wäre mir lieber, wenn sie denn stimmen würde.

Mich würde interessieren, ob jemand mit dem Autofocus ähnliche Probleme hat oder gehabt hat. Vielleicht liegt es auch an der Software. Mit Cyberview z.B. hat man nicht mal die Möglichkeit manuell zu fokussieren.
Joe
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Re: Reflecta RPS 10M: Schärfeleistung nach Lage des Negativs

Beitrag von Joe »

Ich habe 2015 mal einen RPS 10M getestet und mit diesem keine Probleme. Sowohl Vuescan als auch CyberView haben problemlos funktioniert.

Allerdings habe ich kein SW-Material getestet.

Inzwischen hört es sich für mich so an, als wäre die Hardware defekt.
BenjH
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Re: Reflecta RPS 10M: Schärfeleistung nach Lage des Negativs

Beitrag von BenjH »

Ich habe übrigens direkt bei Pacific Image Electronics angefragt. Die geben die Auskunft, dass man das Negativ mit der Emulsionsseite noch oben einlegen muss. So steht es auch in ihrem elektronischen Handbuch. Reflecta liefert ein Handbuch, das vorschreibt, dass man mit der Emulsionsseite nach unten einlegen soll. OK, ich nehme an, die haben irgendwann gemerkt, dass mit der letzteren Methode die Fokussierung nicht klappt.
Jetzt gibt es nur noch das Problem mit Transport, aber vielleicht muss man einfach zusehen, dass die Negative nicht zu sehr gewölbt sind.

Uebrigens: Ich glaube, Vuescan hat für den Scanner eine Menge Bugs. Wahrscheinlich komme ich nicht darum herum, Silverfast anzuschaffen.

Gruss, und Danke für die Hilfe, Benj
Joe
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Re: Reflecta RPS 10M: Schärfeleistung nach Lage des Negativs

Beitrag von Joe »

Bei stark gewölbten Negativen hilft es unter Umständen die mal ein paar Tage z.B. zwischen zwei dicke Bücher zu legen.

Bei Problemen mit Vuescan sollte Du mal direkt den Entwickler kontaktieren. In der Regel antwortet der schnell und kompetent. (Ich hatte seinerzeit mit Vuescan keine Probleme; aber das war damals ja auch eine andere Version).
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Jossie
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Re: Reflecta RPS 10M: Schärfeleistung nach Lage des Negativs

Beitrag von Jossie »

BenjH hat geschrieben: Dienstag 7. März 2023, 23:09 Die geben die Auskunft, dass man das Negativ mit der Emulsionsseite noch oben einlegen muss. So steht es auch in ihrem elektronischen Handbuch. Reflecta liefert ein Handbuch, das vorschreibt, dass man mit der Emulsionsseite nach unten einlegen soll.
Diese widersprüchlichen Aussagen finden sich auch beim DD6000 ...

Hermann-Josef
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THX 1138
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Re: Reflecta RPS 10M: Schärfeleistung nach Lage des Negativs

Beitrag von THX 1138 »

Ich hatte mit meinen RPS 7200 auch immer den Eindruck, dass die Scans schärfer waren, wenn ich mit der Emulsionsseite nach oben gescannt habe. Bei SW-Aufnahmen wirkte das Korn dann immer etwas knackiger. Interessanterweise hat ein Auflösungstest den Eindruck nicht bestätigen können, beim Testdia machte es keinen Unterschied, wie rum ich es eingelegt habe. Physikalisch mehr Schärfe hat der Scanner also nicht, nur weil man die Emulsionsseite nach oben liegt. Ich denke daher, dass die Scans einfach eine geringfüg unterschiedliche Charakteristik haben und einem das eine etwas schärfer vorkommt als das andere.
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