Nikon 5000 vs. Reflekta 5000

Fragen/Themen zu Nikon-Filmscannern
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Joe
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Re: Nikon 5000 vs. Reflekta 5000

Beitrag von Joe »

Da auch ich ein großer Freund von IrfanView bin: das Panoramabild oben wurde damit erstellt.
artixscan
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Re: Nikon 5000 vs. Reflekta 5000

Beitrag von artixscan »

Der Punkt "Filmgrundfarbe halten" sollte zu sehen sein, wenn Sie in der Kategorie "Quelle" weiter nach unten scrollen!
Wichtig ist die Anwendung dieser Funktion: es wird ein blankes (!) Stück Negativ als Vorschau gescannt, danach den Punkt "Belichtung halten" anklicken. Nun erneut einen Vorschau-Scan des blanken Negatives durchführen und dann "Filmgrundfarbe halten" anklicken.
erikafuchs
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Re: Nikon 5000 vs. Reflekta 5000

Beitrag von erikafuchs »

Joe hat geschrieben: Montag 6. April 2026, 18:00 Das macht übrigens die AI per Oneclick aus Deinem Bild von der ersten Seite (oben Dein Original unten das der KI).
... spannend! Verrätst du den Zugang? Ich nutze ChatGPT, Claude und Gemini - was ist OneKlick?
erikafuchs
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Re: Nikon 5000 vs. Reflekta 5000

Beitrag von erikafuchs »

artixscan hat geschrieben: Montag 6. April 2026, 18:52 Wichtig ist die Anwendung dieser Funktion: es wird ein blankes (!) Stück Negativ als Vorschau gescannt, danach den Punkt "Belichtung halten" anklicken. Nun erneut einen Vorschau-Scan des blanken Negatives durchführen und dann "Filmgrundfarbe halten" anklicken.
OK, das erscheint tatsächlich erst nachdem man ein blnakes Stück gescannt hat. Das sieht dann so aus:
Bild
... aber die Werte von rot, grün und blau stehen immer noch auf 1.
micha12345
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Re: Nikon 5000 vs. Reflekta 5000

Beitrag von micha12345 »

Hallo!

Eigentlich hatte ich in Erinnerung, dass die von mir genannten Tutorials auch auf folgende Punkte eingehen unter Farbe, tun sie aber nicht. Ändert man folgende Werte aber nicht, so hat man meist schlechte Scans mit Vuescan:

Schwarzpunkt: 0,001
Weißpunkt: 0,1 (muss man etwas testen,kann auch mal 0,01 oder 0,5 nötig sein damit es genug Zeichnung gibt)

Helligkeit: Muss man testen. Es gibt Meinungen dazu im Netz, dass Helligkeit gleich Gamma des Bildschirms ist und man es mit typischen Bildschirm 2.2 einstellen sollte (fürchterlich hell). Andere Meinung gehen davon aus, dass 1 für unbearbeitetes 16 Bit pro Kanal steht, wo Gamma 1.0 Standard sein soll. Mir war 1 bei Farbe in 16 Bit für ein 'schönes' Bild zu dunkel, habe eher ~1,3 gewählt (allerdings ~0,8 bei SW). Ich habe da aber auch nicht die weitreichende Erfahrung mit Vuescan, da ich damit nur ein paar Filmnachzügler gescannt habe.

Häufig wird in Tutorials für Vuescan auch die Änderung von Graduation dunkel auf 0,33 und Graduation hell auf 0,67 empfohlen (wie im verlinkten Tutorial). Dann bekommt man kontrastreichere/knackigere Bilder. Muss man schauen, ob man das so möchte oder ob man Details killt.

Die Analogverstärkung Geschichte zusammen mit Grundfarbe/Belichtung halten ist das Maximale, was man mit einen Nikon Scanner (oder auch mit Minolta?) herausholen kann. Ich habe selber angetestet. Funktioniert, zu viel Aufwand, Vuescan kriegt es ohne auch hin, mag bei Problemfällen oder gealterten Farbkanal beim Scanner die Lösung sein.

Viel wichtiger ist, sich ein schönes neutrales Grau im Bild zu suchen, rechte Maustaste und dann den Weißabgleich daran durchführen. Bei Bedarf wiederholen, bis es passt. Kann jetzt anders gehen, da es da von den Bildern im WWW her jetzt so ein Dropdown Menü gibt.

Zu den Farbprofilen. Vuescan bekommt es eigentlich immer mit dem Generic Profil hin. Aber bei ungealterten/frischen Film mag ein Farbprofil vielleicht ein besseres Ergebnis liefern.

Viel mehr Optionen sollte man unter den Farbe Tab eigentlich nicht anfassen müssen. Teilweise ist es auch so, wenn man im Tab vorher irgendeinen Bildverbesserer auswählt, bestimmte Optionen unter dem Farbtab ignoriert werden.

Das Histogramm einzublenden ist bei den Einstellungen unter Farbe auf jeden Fall von Vorteil.

Nicht vergessen. Im Tab unter Ergebnis kann man mehrere Formate gleichzeitg speichern. Also das unbearbeitete RAW Tiff 64 Bit RGBI für spätere Änderungen ohne Neuscan und das bearbeitete Tiff in 48 Bit und ein JPG.
Meine Staubfänger: Canon FS4000US, Epson 4490, Epson V500, Kodak FD-300, Kodak Pakon F335C, Minolta F-2900, Minolta F-2800, Nikon LS-2000, PIE PF 3650 Pro3, Plustek OF 7500i, Reflecta CS 7200
erikafuchs
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Re: Nikon 5000 vs. Reflekta 5000

Beitrag von erikafuchs »

na, da habe ich ja morgen (nein - heute) wieder was zu tun :) Danke
.... das ist aber mein letzter Versuch - wenn das nichts wird, gebe ich es auf und bleibe bei NikonScan
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Bobby
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Re: Nikon 5000 vs. Reflekta 5000

Beitrag von Bobby »

micha12345 hat geschrieben: Montag 6. April 2026, 23:22 Die Analogverstärkung Geschichte zusammen mit Grundfarbe/Belichtung halten ist das Maximale, was man mit einen Nikon Scanner (oder auch mit Minolta?) herausholen kann. Ich habe selber angetestet.
Das mit der sogenannten Analogverstärkung beim Nikon (gemeint ist die Belichtungsstärke) ist eigentlich ganz einfach: Die 16 bit Skala geht von Grauwert 0 bis Grauwert 65'365 (2^16-1). Die Analogverstärkung muss nun so eingestellt sein, dass die R, G, und B Peaks im Histogramm bei einem völlig weissen Dia (=leerer Rahmen ohne Film drin) knapp unterhalb 65'535 sind. Ich habe sie bei meinem Coolscan5000 auf jeweils 62'000 eingestellt. Diese Einstellung muss fix beibehalten werden, um den vollen Belichtungsumfang des Scanners ausnutzen zu können. - Dunkle Bilder mit der Analogverstärkung aufhellen bringt hier dann eine Übersättigung der hellen Stellen, also einen Verlust der hellen Teile des Bildes.

Wie hell das Weiss nun auf dem Bildschirm dargestellt wird, hängt von der Bildsoftware und dem Bildschirm ab.

Auch mit dem Gamma würde ich mich nicht spielen, denn hier wird nicht linear aufgehellt, sondern potentiell, und dabei wird die Relation der Helligkeitsverthältnisse verändert. Der Wert Gamma 2.2 scheint dem Empfinden des menschlichen Auges am besten angepasst; diesbezüglich besser bei Wikipedia nachschauen. Also bei 2.2 lassen.

Dunkle Bilder kann man dann mit der Bearbeitungssoftware durch Setzen des Weisspunktes und eventuell durch Anpassung der Gradationskurve aufhellen.
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Re: Nikon 5000 vs. Reflekta 5000

Beitrag von erikafuchs »

Also jetzt doch zwei Fragen zur Technik des Scaners:
1. Wie genau entfernt der Scaner Staubflecken? Ich weiß, dass er sie mittels Infrarot erkennt, kann aber keinen Hinweis finden, was er mit dieser Info macht? Flecken durch benachbarte Pixel ersetzen?
2. Ebenso würde mich interessieren, ob bzw. wie diese diversen Einstellungen den Scan verändern. Aus der Dunkelkammer weiß ich, dass bei der Vergrößerung von Farbfotos die Lichtstärke der drei Grundfarben am Vergrößerungsgerät geändert werden um ausgeglichene Farben zu erreichen - macht das der Scanner auch - oder ist das doch eine digitale Nachberabeitung?
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Bobby
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Re: Nikon 5000 vs. Reflekta 5000

Beitrag von Bobby »

erikafuchs hat geschrieben: Dienstag 7. April 2026, 13:27 1. Wie genau entfernt der Scaner Staubflecken? Ich weiß, dass er sie mittels Infrarot erkennt, kann aber keinen Hinweis finden, was er mit dieser Info macht? Flecken durch benachbarte Pixel ersetzen?
Der Scanner entfernt keine Staubflecken. Der Scanner liefert hierfür einen Scan mit Infrarot (64 bit = 16 bit je für R,G,B und Infrarot). Die Fleckentferung geschieht dann mit einer geeigneten Software. Silverfast hat hier das Tool "iSRD". Silverfast rechnet da irgend etwas aus der Umgebung zusammen. Bei kleinen Fehlern wird der betroffene Fleck ziemlich genau durch die Umgebung ersetzt und ist dabei zielgemäss nicht mehr sichtbar. Bei grösseren Verunreinigungen muss da so viel dazukomponiert werden, dass auch ein wenig von Umgenbung und Verunreinigung gemischt werden. Auf alle Fälle werden eventuelle Objekte im Fleck auch mit verschwinden.
Am besten Du siehst Dir das mal an. In der "1:1" und der "HQ" Ansicht von iSRD kannst Du ein wenig mit dem Modus "Original", "Mark" und "Correct" herumspielen und sehen was dabei rauskommt. Schau Dir insbesondere grössere Verunreinigungen an; ist interessant
erikafuchs hat geschrieben: Dienstag 7. April 2026, 13:27 2. Ebenso würde mich interessieren, ob bzw. wie diese diversen Einstellungen den Scan verändern. Aus der Dunkelkammer weiß ich, dass bei der Vergrößerung von Farbfotos die Lichtstärke der drei Grundfarben am Vergrößerungsgerät geändert werden um ausgeglichene Farben zu erreichen - macht das der Scanner auch - oder ist das doch eine digitale Nachberabeitung?
Wenn Du ins HDR-RAW Format abspeicherst, haben folgende Einstellungen beim Scan Einfluss: Auflösung, Art des Fokus (zB Auto), ME oder nicht ME, Analogverstärkung und Format der Speicherung. Ich glaub das ist alles. Zudem solltest Du folgendes einstellen, damit die folgende Bildbearbeitung vereinfacht wird: Typ des Materials (ganz links oben; Positiv/Negativ/Kodachrome), Gamma (2.2), CMS (Input: Farbprofil für Deinen Film, evtl bereits durch den Materialtyp bereits gesetzt; Output: SRGB; unten: "ICC Profil einbetten")

Wie in der Dunkelkammer kannst Du mit der Belichtung die Helligkeit des Bildes nicht nur ändern, sondern im Übermass übers Ziel hinausgehen und alles Weiss machen. Der Scanner ist da einfacher: Richtig eingestellt soll er ein lineares Abbild der Helligkeit liefern (genauer gesagt, beim Dia ist es die "Transmission", -> Wikipedia), und zwar von Schwarz (Transmission T=0) bis Weiss (T=1), auf der 16 bit Skala wären das Grauwert GW=0 bei T=0, und GW=65'535 bei T=1. Der Analogverstärkung des Scanners muss nun so eingestellt sein, dass bei einem weissen Bild (leerer Diarahmen mit nix drin) die Graustufe bei knapp 65'535 liegt. Damit hast Du sichergestellt dass der Scanner den vollen Berich zwischen Schwarz und Weiss abdeckt.Rühr dann ja nicht mehr die Analogverstärkung an!

Es ist dann Sache der Bearbeitungs-Software, ein richtiges oder auch ein gefälliges Bild zu machen. Hier macht mal die Funktion "Auto" bzw "AutoCCR" mal schon den Anfang, und Du kannst den Bildbereich mit den Marken im Eingangs-Histogramm nach Deiner Wahl anpassen. Da siehst Du dann auch gleich, wie viel Du vom Bild dabei abschneidest. - Durch Setzen des Weiss- bzw Schwarzpunktes ("Pipette") kann man das auch machen, das ging bei mir aber immer unkontrolliert in die Hose. Mal ausprobieren.

Ein Beispiel zum Setzen der Marken im Histogramm: Schau Dir mal die Abbildung unten an. Es sind die Ausgabehistogramme eines Fotos. Die linke Abbildung ist unbearbeitet; da sind für alle 3 Farben die Weisspunkte bei 65'535 gesetzt; das Foto fängt aber bei etwa 40'000 an und ist damit viel zu dunkel. Die mittlere Abbildung ist mit "Auto"; da wurde der Weisspunkt automatisch für alle 3 Farben gleich eingestellt auf 51'146. Damit wird das Foto viel heller. Aber Grün und Blau sind noch dunkler als Rot; so wird das Foto rotstichig. In der rechten Abbildung wurde "AutoCCR" angewendet, wo der Weisspunkt automatisch für alle 3 Farben separat eingestellt wurde und eine ausgeglichere Farbgebung erreicht wird. Du kannst diese Marken ja auch manuell versetzen. - Das würde wohl der Entwicklung in der Dunkelkammer entsprechen, sogar mit den Farbfiltern für die Belichtung von Farbfilmen (AutoCCR).
Dateianhänge
Links: Histogramm ohne Bearbeitung, Mitte: nach "Auto", Rechts nach "AutoCCR"
Links: Histogramm ohne Bearbeitung, Mitte: nach "Auto", Rechts nach "AutoCCR"
Silverfast Auto CCR.png (461.13 KiB) 190 mal betrachtet
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Joe
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Re: Nikon 5000 vs. Reflekta 5000

Beitrag von Joe »

erikafuchs hat geschrieben: Montag 6. April 2026, 22:16
Joe hat geschrieben: Montag 6. April 2026, 18:00 Das macht übrigens die AI per Oneclick aus Deinem Bild von der ersten Seite (oben Dein Original unten das der KI).
... spannend! Verrätst du den Zugang? Ich nutze ChatGPT, Claude und Gemini - was ist OneKlick?
Topaz Photo AI - in einer alten Version (2023). Links etc. darf man hier nicht Posten.

NS: ich habe berufsbedingt im Moment keine Zeit für Scannen, Optimierungen der Scans etc. - daher habe ich da noch keine aktuelle Version.
erikafuchs
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Re: Nikon 5000 vs. Reflekta 5000

Beitrag von erikafuchs »

@Bobby - ach ihr seid ja ungeheuer lieb zu mir und gebt euch viel Mühe - Danke dafür.
Ich habe aber, trotz deiner ausführlichen Antwort eines immer noch nicht verstanden: Diese ganzen Möglichkeiten an Einstellungen und auch bei der Staubentfernung - beeinflussen diese das Scanverhalten? Werden die Filme anders gescannt oder ist das (abgesehen von der Belichtungsstärke) immer gleich. Oder noch präziser gefragt: Werden diese Stellen mit Staub anders gescannt als diejenigen ohne oder benutzt der Scanner die Infos wo sich Staub befindet, um das gescannte Ergebnis gezielt nachzubearbeiten?
Und wird mein Negativ mit einem neutralen Weiß belichtet oder wird die Farbe der Lampe (keine Ahnung was da für ein Leuchtkörper drin ist) beeinflusst - werden also meine blau- oder grünstichige Bilder mit einem Licht belichtet, das entsprechend des Farbstiches geändert ist?

Und noch eine Frage, die mich die ganze Zeit umtreibt: Ich habe jetzt spontan beschlossen, unsere 25 Jahre alten Dias und Negative zu scannen und bin ansonsten schon lange digital unterwegs und werde, wenn ich hier irgendwann fertig werde, die Scanner zurückgeben und das Thema Scannen dann wohl ad Acta legen. Hier in diesem Forum sind ja aber wohl Enthusiasten unterwegs, die sich mit diesem Thema dauerhaft beschäftigen. Wie kommt das? Fotografiert ihr auch heute aktuell noch analog und digitalisiert aktuelle Fotos oder seid ihr seit Jahren am Scannen alter Schätze?
Martinus
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Re: Nikon 5000 vs. Reflekta 5000

Beitrag von Martinus »

erikafuchs hat geschrieben: Dienstag 7. April 2026, 23:17 Ich habe aber, trotz deiner ausführlichen Antwort eines immer noch nicht verstanden: Diese ganzen Möglichkeiten an Einstellungen und auch bei der Staubentfernung - beeinflussen diese das Scanverhalten? Werden die Filme anders gescannt oder ist das (abgesehen von der Belichtungsstärke) immer gleich. Oder noch präziser gefragt: Werden diese Stellen mit Staub anders gescannt als diejenigen ohne oder benutzt der Scanner die Infos wo sich Staub befindet, um das gescannte Ergebnis gezielt nachzubearbeiten?
Nein, die Einstellungen bei der Staubentfernung beeinflussen nicht das Scannen, mit einer Ausnahme: bei der Einstellung auf "Kodachrome" wird der Infrarotkanal anders belichtet als bei der Einstellung "Diapositiv". Im übrigen beeinflussen, wie Bobby schon schrieb, lediglich die Einstellungen zu Auflösung, Art des Fokus (zB Auto), ME oder nicht ME, Analogverstärkung und Format der Speicherung das Scanergebnis.
erikafuchs hat geschrieben: Dienstag 7. April 2026, 23:17Und wird mein Negativ mit einem neutralen Weiß belichtet oder wird die Farbe der Lampe (keine Ahnung was da für ein Leuchtkörper drin ist) beeinflusst - werden also meine blau- oder grünstichige Bilder mit einem Licht belichtet, das entsprechend des Farbstiches geändert ist?
Die Belichtung des Dias oder Negativs wird lediglich beeinflusst von den Einstellungen bezüglich der Analogverstärkung, und diese ist neutral voreingestellt. Farbstiche kommen vom Dia/Negativ oder von falschen Einstellungen bei der Weiterverarbeitung des Scanergebnisses.
erikafuchs hat geschrieben: Dienstag 7. April 2026, 23:17 Und noch eine Frage, die mich die ganze Zeit umtreibt: Ich habe jetzt spontan beschlossen, unsere 25 Jahre alten Dias und Negative zu scannen und bin ansonsten schon lange digital unterwegs und werde, wenn ich hier irgendwann fertig werde, die Scanner zurückgeben und das Thema Scannen dann wohl ad Acta legen. Hier in diesem Forum sind ja aber wohl Enthusiasten unterwegs, die sich mit diesem Thema dauerhaft beschäftigen. Wie kommt das? Fotografiert ihr auch heute aktuell noch analog und digitalisiert aktuelle Fotos oder seid ihr seit Jahren am Scannen alter Schätze?
Das ist wirklich eine interessante Frage. Ich zum Beispiel scanne derzeit tatsächlich alte Schätze vom Großvater meiner Frau und habe zuvor die Schätze unserer Eltern gescannt. Natürlich fotografiere ich seit langem nicht mehr analog, aber es gibt tatsächlich noch Leute, die das tun und dann die Aufnahmen nachträglich digitalisieren. Das Ergebnis kann bestimmte Vorteile haben. Hauptsächlich aber beschäftigen sich die meisten hier deshalb mit dem Scannen von Bildern, weil es ein außerordentlich komplexes Problem ist, für das es viele Lösungswege gibt (ich zum Beispiel nutze nie AutoCCR, Neutralpipette und andere Automatiken, weil meiner Meinung nach das Ergebnis schlecht ist). Man erreicht bei diesem komplexen Problem nie wirklich den Punkt, an dem man sagen kann, jetzt habe man alle Probleme und Fragen gelöst. Deshalb fasziniert das Gebiet auch dann noch, wenn man seine Diasammlung längst gescannt hat!
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Bobby
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Re: Nikon 5000 vs. Reflekta 5000

Beitrag von Bobby »

Martinus hat Deine Fragen ja schon gut beantwortet. Ich möchte aber eine Ergänzung bringen, da sie zusätzliche Informationen gibt.
erikafuchs hat geschrieben: Dienstag 7. April 2026, 23:17 d wird mein Negativ mit einem neutralen Weiß belichtet oder wird die Farbe der Lampe (keine Ahnung was da für ein Leuchtkörper drin ist) beeinflusst - werden also meine blau- oder grünstichige Bilder mit einem Licht belichtet, das entsprechend des Farbstiches geändert ist?
Der Nikon Coolscan 5000ED hat eine Lichtquelle die aus 3 (oder 4?) separaten LED besteht, und zwar je eine für R,G und B; für iR weiss ich nicht. Nun ist Weiss bzw Grau so definiert dass die Intensität (Grauwerte) der 3 Farben R G und B gleich sind. Bei 16 bit also Grauwert 65'535 für jede der 3 Farben (bei 8 bit: 255). Mehr davon in Wikipedia "Grau".

Das bezieht sich auf die Empfindlichkeit der Farbstäbchen in unseren Augen (-> Wikipedia "Weiss"). Da aber die LED sicherlich eine andere Farbcharakteristik haben als unsere Augen, wird der Scanner die Farben für unser Auge nicht richtig wiedergeben. Hierzu kommt noch der Einfluss der Farben im Film hinzu, die auch verschieden auf die LED Farben reagieren. Daher ist es notwendig, ein scannerspezifisches und filmspezifisches Farbprofil anzuwenden (CMS/Input). - Du hast im Silverfast mal generische Profile für alle Scanner; diese werden bereits automatisch bei der Wahl der Filmart (Transparency/Kodachrome/Negative) eingestellt. Zudem hat man die Möglichkeit, mit einem IT8-Target eine individuelle Kalibration durchzuführen. Das generische Profil ist nicht das Gelbe vom Ei, aber besser als nichts. Die IT8 Kalibration liefert weitaus bessere Resultate, allerdings hilft sie auch nicht, sichtlich gealterten Film wieder voll auf die Beine zu bringen.

Du fragst, welche Motive uns zu Enthusiasten der Bilderdigitalisierung machen. Das hat bei mir mit dem beruflichen Hintergrund zu tun, wo ich die Hintergründe technischer Probleme analysierte und zu Lösungen brachte. Für mich ist es schön, die alten Dias, die ich sonst aus Bequemlichkeitsgründen kaum mehr angeschaut hätte, wieder mal Revue passieren zu lassen und insbesondere im vergrösserten Detail zu sehen; da entdeckt man Dinge, die man früher gar nicht bemerkt hat. Zudem ist es eine emotionale Reise in die Vergangenheit.

Ich habe bis 2004 analog (meist Kodachrome) fotografiert, und ab 1998 auch digital. Da sind 6 spannende Jahre dazwischen, wo ich parallel mit beiden Techniken fotografiert habe. Auf meine heutige, moderne Digitalkamera (Preisklasse 1000 €) bezogen muss ich sagen, dass bei richtig belicheteten Bildern die Kodachrome-Scans besser sind als die heutigen Digitalbilder. Mit schlecht belichteten oder schlecht fokkusierten Dias ist die Digitalkamera hingegen eindeutig im Vorteil.
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Jossie
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Re: Nikon 5000 vs. Reflekta 5000

Beitrag von Jossie »

erikafuchs hat geschrieben: Dienstag 7. April 2026, 13:27 Wie genau entfernt der Scaner Staubflecken?
Das macht nicht der Scanner sondern die Software.

Und die ist bei SilverFast und VueScan unterschiedlich, was man z.B. auch an der Verarbeitungszeit sehen kann. Soweit ich sehe, wird bei Einstellung "Kodachrome" der IR-Kanal auch nicht anders belichtet als bei "Positiv" oder "Negativ". Nur der Algorithmus der Staubentfernung ist bei Kodachrome anders. Das kann man schön sehen, wenn man bei einem Scan eines Kodachrome-Dias in SF HDR zwischen "Positiv" und "Kodachrome" hin- und herschaltet (siehe auf S. 55 in meinen "Anmerkungen").

Soweit ich das beurteilen kann (keiner verrät ja genau, was er macht) interpoliert SF aus der Umgebung über die Fehlstelle hinweg. Man sieht das bei größeren Flecken an der glatten Fläche nach der Korrektur (im Gegensatz zu PhotoShop wird leider das Rauschen hier nicht mit eingerechnet). Problem bei Kodachrome ist, dass sich das Motiv im IR-Kanal deutlich abzeichnet, was das eindeutige Auffinden von realen Fehlstellen erschwert oder gar unmöglich macht.

Soweit ich sehe, interpretiert VueScan den IR-Kanal tatsächlich als Transparenzmaske (siehe S. 151ff in meinen "Anmerkungen") und korrigiert so die Fehlstellen. Das geht bei E6-Emulsion (z.B. Ektachrome) gut, aber bei Kodachrome geht das ziemlich schief (will heißen, es wird praktisch überall im Bild korrigiert).

Hermann-Josef
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Re: Nikon 5000 vs. Reflekta 5000

Beitrag von Martinus »

Jossie hat geschrieben: Mittwoch 8. April 2026, 21:10 Soweit ich sehe, wird bei Einstellung "Kodachrome" der IR-Kanal auch nicht anders belichtet als bei "Positiv" oder "Negativ". Nur der Algorithmus der Staubentfernung ist bei Kodachrome anders.
Wenn ich in SF von "Positiv" auf "Kodachrome" umschalte, bekomme ich die Meldung: "Die Analoge Verstärkung ist aktiviert worden. Um die letzten Änderungen anzuzeigen, ist ein erneuter Vorschau-Scan erforderlich. Möchten Sie jetzt einen neuen Vorschau-Scan durchführen?" Das scheint mir doch auf eine andere Belichtung des IR-Kanals hinzudeuten.
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Re: Nikon 5000 vs. Reflekta 5000

Beitrag von Jossie »

Diesen Schluss kann ich nicht nachvollziehen.

Die Meldung ist auch nicht zutreffend, denn sie kommt auch, obwohl die analoge Verstärkung nicht geändert wird. Ich vermute, das ist ein Relikt aus der Umstellung auf "Negativ", bei der die analoge Verstärkung tatsächlich deaktiviert wird.

Die Belichtung des IR-Kanals ist von der analogen Verstärkung unabhängig. Schon bei der niedrigsten Einstellung ist der Pegel im IR-Kanal bei etwa 55000, würde also bei einer Erhöhung in die Sättigung gehen.

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Re: Nikon 5000 vs. Reflekta 5000

Beitrag von Joe »

Silverfast wirbt ja auch ausdrücklich damit das iSRD für Kodachrome optimiert ist. Wobei das i vor dem SRD ja für Infrarot steht.
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Re: Nikon 5000 vs. Reflekta 5000

Beitrag von Martinus »

Jossie hat geschrieben: Donnerstag 9. April 2026, 20:21 Diesen Schluss kann ich nicht nachvollziehen.

Die Meldung ist auch nicht zutreffend, denn sie kommt auch, obwohl die analoge Verstärkung nicht geändert wird. Ich vermute, das ist ein Relikt aus der Umstellung auf "Negativ", bei der die analoge Verstärkung tatsächlich deaktiviert wird.

Die Belichtung des IR-Kanals ist von der analogen Verstärkung unabhängig. Schon bei der niedrigsten Einstellung ist der Pegel im IR-Kanal bei etwa 55000, würde also bei einer Erhöhung in die Sättigung gehen.

Hermann.Josef
Diesen Schluss kann ich meinerseits nicht nachvollziehen.

Warum sollte die Umstellung auf Kodakchrome (und ebenso die Umstellung von Kodachrome auf Positiv) als "Relikt aus der Umstellung auf Negativ" diese Meldung auslösen?? Das ist doch wohl eine ziemlich weit her geholte Hypothese! Ich gehe davon aus, die Meldung hat einen Sinn, dass nämlich die analoge Verstärkung des IR-Kanals irgendwie verändert wurde. Genau die gleiche Meldung kommt, wenn man die analoge Verstärkung des Rot-, Grün- oder Blau-Kanals verändert, und zwar völlig unabhängig, ob man sie absenkt oder anhebt. Es macht Sinn, dem Benutzer keinen direkten Zugriff auf die IR-Belichtung zu geben, aber bei der Umstellung auf Kodachrome die IR-Belichtung automatisch zu optimieren und dann den Benutzer mit der Standardmeldung für Belichtungsveränderungen zu fragen, ob er den Vorschau-Scan wiederholen will.

Die Belichtung im IR-Kanal bei Kodachrome zu erhöhen und damit in die Sättigung zu treiben, würde ebenfalls Sinn machen: Wenn sich das Motiv im IR-Bild von Kodachrome-Dias schwach abzeichnet, ist es eine gute Strategie, durch höhere Belichtung das Motiv unsichtbar zu machen. Es bleiben dann nur noch Dreckkörner im Bild übrig, die das Licht so stark abschatten, dass an dieser Stelle die Sättigung nicht erreicht wird.
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Bobby
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Re: Nikon 5000 vs. Reflekta 5000

Beitrag von Bobby »

Joe hat geschrieben: Donnerstag 9. April 2026, 20:38 Silverfast wirbt ja auch ausdrücklich damit das iSRD für Kodachrome optimiert ist. Wobei das i vor dem SRD ja für Infrarot steht.
Das hat wohl die Propagandaabteilung von Silverfast geschrieben. Ich habe bis jetzt an die 20'000 Kodachrome Dias voll mit Silverfast gescannt und bearbeitet. Ich verwende iSRD, indem ich eine Maske über den Himmel and andere gleichmässige helle Stellen mache, und dort korrigiere. Ausserhalb der Maske, also am "lebendigen Bild" würde iSRD zerstörerisch wirken und ist dort nur sehr beschränkt anwendbar. Leider.

Beiliegend ein Beispiel. Kodachrome, iSRD Sufe 10 (Skala 0-20, also mittlere Stärke). Es ist ersichtlich, dass hier iSRD die Staubkörner im wesentlichen entfernt, aber nicht alle (die beiden Punkte links vom Baum). Der Baum wird aber böse zerfressen. Ich hätte da noch viel extremere Beispiele.
Martinus hat geschrieben: Donnerstag 9. April 2026, 21:21 Das ist doch wohl eine ziemlich weit her geholte Hypothese! Ich gehe davon aus, die Meldung hat einen Sinn, dass nämlich die analoge Verstärkung des IR-Kanals irgendwie verändert wurde.
Du solltest davon ausgehen dass Jossie Silverfast sehr gut kennt und keine weit hergeholten Hypothesen macht. Sorry.
Martinus hat geschrieben: Donnerstag 9. April 2026, 21:21 Die Belichtung im IR-Kanal bei Kodachrome zu erhöhen und damit in die Sättigung zu treiben, würde ebenfalls Sinn machen:
Macht keinen Sinn. Mit Übersättigung verlierst Du nur Information, gewinnst aber keine nützliche zusätzliche Information. Du hast mit den vorhandenen 65'535 Graustufen genügend Spielraum, um in jedem Helligkeitsbereich eine Schwelle zur Abgrenzung von Staub und Bildinhalt zu setzen.
Dateianhänge
Links: Original, Mitte: iSRD Anzeige markiert, Rechts: Bild nach iSRD Korrektur
Links: Original, Mitte: iSRD Anzeige markiert, Rechts: Bild nach iSRD Korrektur
iSRD s.jpg (597.85 KiB) 118 mal betrachtet
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Re: Nikon 5000 vs. Reflekta 5000

Beitrag von Bobby »

Martinus hat geschrieben: Donnerstag 9. April 2026, 21:21 Warum sollte die Umstellung auf Kodakchrome (und ebenso die Umstellung von Kodachrome auf Positiv) als "Relikt aus der Umstellung auf Negativ" diese Meldung auslösen?? Das ist doch wohl eine ziemlich weit her geholte Hypothese! Ich gehe davon aus, die Meldung hat einen Sinn, dass nämlich die analoge Verstärkung des IR-Kanals irgendwie verändert wurde.
Nicht jede Meldung von Silverfast macht in jedem Zusammenhang auch Sinn; da ist auch viel historischer Schrott dabei, was bei der Komplexität des Programms und den vielen Updates zu verzeihen sei.

Beiliegend findest Du das iR Bild des 64 bit HDRi Scans eines Kodachrome Dias. Einmal mit der Einstellung "Kodachrome" gescannt, das andere Mal mit der Einstellung "Positive". Du siehst:
  • der iR Kanal gibt in beiden Fällen ein gleich belichtetes Bild
  • die Analogverstärkung (Belichtungssstärke) des iR Kanals wurde nicht irgendwie verändert
  • die Staubkörner heben sich nur wenig vom Bildinhalt ab.
im anderen Bild siehst Du nochmals die zerstörerische Wirkung von iSRD auf den Bildinhalt ("Kodachrome" Modus).
Dateianhänge
iR Kanal s.jpg
iR Kanal s.jpg (353.82 KiB) 112 mal betrachtet
Links: ohne iSRD, Mitte iSRD, markierte Stellen, Rechts: nach iSRD Korrektur
Links: ohne iSRD, Mitte iSRD, markierte Stellen, Rechts: nach iSRD Korrektur
iSRD 2s.jpg (495.56 KiB) 112 mal betrachtet
Nikon Coolscan 5000ED (umgebaut), Silverfast Archive Suite 8 & 9, Win 11, Eizo CS2740, Intel i7-8700K (3.7 GHz), 32 GByte RAM
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