DIA-Archiv sinnvoll archivieren

Fragen/Themen aus den Gebieten Scannen, Bildbearbeitung, Farbmanagement etc.
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gerdscholz
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DIA-Archiv sinnvoll archivieren

Beitrag von gerdscholz »

Hallo,
ich bin 76 und dabei, meine Angelegenheiten zu ordnen. Ich habe viel photographiert und besitze eine Menge Dias. Meinen Freunden geht es genauso und deshalb haben wir uns zusammengetan und einen Diascanner Digitdia 6000 von Reflecta gekauft.
Bei näherer Beschäftigung mit dem Thema wird vorgeschlagen, das Tool Silverfast 8.8 zu verwenden, um die Bilder zu optimieren. Jeder Scan soll dann
etwa 7 Minuten dauern. Wir haben zusammen etwa 40.000 Dias. Das dauert also ewig lange.
Von 10 Dias sind nur etwa 3 erhaltenswert. Die besten aus den Magazinen herauszusuchen ist eine Mordsarbeit.
Ich möchte deshalb zunächst mal alle Dias einscannen und dann am Rechner auswählen, welche bearbeitet ins Archiv kommen und welche endgültig gelöscht werden. Geht das? Und wie muss ich vorgehen?
Vielen Dank!
Gerd Rudolf Scholz
Joe
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Re: DIA-Archiv sinnvoll archivieren

Beitrag von Joe »

Bei 40.000 Dias dürfte auch ein "schnelles" Scannen zu Zeitintensiv sein.

Vielleicht solltest Du in eine Leuchtplatte (Leuchttisch) investieren, das wären so 20 - 50 Euro. Je nach Größe kannst Du da so 30 Dias drauf legen und schnell die aussortieren die gescannt werden sollen.

Silverfast oder nicht - da scheiden sich die Geister, da muss jeder seinen eigenen Weg finden. Ich komme gut ohne SF klar ;)
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Jossie
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Re: DIA-Archiv sinnvoll archivieren

Beitrag von Jossie »

Hallo Gerd Rudolf,

wie hier im Forum mehrfach schon diskutiert, ist eine Auswahl an Dias sehr zu empfehlen. Wenn man das nicht will (um ehrlich zu sein, mache ich das auch erst im nachhinein, also nach dem Scannen -- s.u.), so dauert es halt seine Zeit.
gerdscholz hat geschrieben: Freitag 28. Juni 2019, 00:58 wird vorgeschlagen, das Tool Silverfast 8.8 zu verwenden
Die Besprechungen hier bei ScanDig sind kritisch zu lesen. Da wird SilverFast über den Schellenkönig gelobt, teilweise mit falschen Aussagen (z.B. dass die Auflösung mit SF besser sei als mit anderen Programmen). Trotzdem: Ich erhalte mit SilverFast die besten Ergebnisse. Falls Du noch keine Lizenz gekauft hast, so solltest Du Dir zunächst die Demoversion sowohl von SilverFast als auch von VueScan herunterladen und ausprobieren. Dritte Möglichkeit ist natürlich die mit dem Scanner mitgelieferte Software CyberView. Vielleicht schaust Du Dir aber erst mal in Ruhe meine Anmerkungen an, und experimentierst mit den Testbildern, die ich hier zur Verfügung gestellt habe (im dort beigefügten PDF findest sich eine Anleitung. Bitte beachte, dass das Betrachten der "Roh"bilder von SilverFast und VueScan nur mit den jeweiligen Programm SF HDR bzw. VueScan sinnvoll ist. Die "Roh"bilder sind nicht gammakorrigiert und erscheinen mit andern Bildbetrachtungsprogrammen wie IrfanView oder PhotoShop daher sehr dunkel).

Bei Fragen kannst Du Dich jederzeit hier an das Forum wenden.

Zur Scanzeit: Die von Dir zitierten 7 Minuten beziehen sich auf die Anwendung von Multi-Exposure. Warum ich die nicht anwende, ist in den Anmerkungen ausführlich besprochen. Dort findest Du auch die von mir gemessenen Scanzeiten mit dem DD6000. Ein Scan ohne ME mit IR-Kanal dauert bei 5000 dpi knapp 2 Minuten.

Sowohl SilverFast als auch VueScan bieten die Möglichkeit ins sog. "Roh"format zu scannen. Dies ist sehr zu empfehlen, denn dann braucht man nur einmal zu scannen und kann die Bearbeitung beliebig oft wiederholen. Mehr dazu ebenfalls in den Anmerkungen.

Wie gesagt, habe ich zunächst alle meine Bilder (allerdings nur 11000) ins "Roh"format gescannt. Das macht der Scanner ja alleine ohne mein Zutun (ein Magazin mit 100 Bildern braucht gut 3.5h). Aus den "Roh"daten habe ich dann im Stapelbetrieb alle Bilder nach einem Standardverfahren in kleine JPGs umgewandelt. Diese haben natürlich nicht die optimale Qualität, aber anhand dieser kann ich bequem die Bilder auswählen, die es mir wert sind, im Detail bearbeitet zu werden. Insbesondere bei Farbnegativen ist dies unumgänglich, da man den Negativen kaum ansehen kann, was im Bild genau enthalten ist. Neu scannen muss man, da im "Roh"format, dann nicht mehr, sondern nur noch bearbeiten. Mit gewisser Übung dauert eine gute Bearbeitung eines Bildes etwa 5 bis 10 Minuten. Das sollte Dir einen Zeitrahmen vorgeben.

Hermann-Josef
Zuletzt geändert von Jossie am Freitag 28. Juni 2019, 14:44, insgesamt 5-mal geändert.
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Martinus
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Re: DIA-Archiv sinnvoll archivieren

Beitrag von Martinus »

Silverfast ist gerade bei der großen Zahl von Dias empfehlenswert, weil Scans sehr viel schneller ablaufen als z.B. mit CyberView. Das gilt besonders für Mehrfachscans, die bei Dias unverzichtbar sind, da nur sie eine akzeptable Qualität in dunklen Partien ergeben (es sei denn, man bearbeitet die Rohscans wie Hermann-Josef mit einem speziellen selbstentwickelten Programm, dann reicht auch der Einfachscan). Die 7 Minuten Scanzeit kann man nochmal deutlich reduzieren, indem man die Auflösung nicht maximal setzt. Ich scanne grundsätzlich mit 2500 dpi, das reicht vollkommen aus, eine höhere Auflösung macht bei den meisten BIldern nur die Filmkörnung deutlicher. Der Mehrfachscan läuft dann doppelt so schnell ab, also in rund 3 Minuten. Freilich kommt noch der Vorscan dazu, der aber auch zu den genannten 7 Minuten hinzukommt.

Ein Leuchttisch kann hilfreich sein beim Auswählen von Dias. Aber ich fürchte, ohne klare Kriterien, was zu scannen ist und was nicht, kostet das Betrachten und Auswählen nur Zeit, und am Ende scannt man doch fast alles. Wenn man aber klare Kriterien hat (z.B. keine Landschaftsbilder, nur Personenbilder oder ähnliche K-O-Kriterien), dann reicht auch ein kurzer Blick durch einen Diabetrachter.
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Jossie
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Re: DIA-Archiv sinnvoll archivieren

Beitrag von Jossie »

Martinus hat geschrieben: Freitag 28. Juni 2019, 09:13 Silverfast ist gerade bei der großen Zahl von Dias empfehlenswert, weil Scans sehr viel schneller ablaufen als z.B. mit CyberView.
Das kann ich für den DD6000 so nicht unterstützen. Man muss beachten, was man genau vergleicht (z.B. beim Scan ins "Roh"format fällt die Bildbearbeitung weg). Ein Dia mit 5000 dpi braucht mit CyberView 1:21 für den Scan, 1:50 bis zum fertigen Bild (ohne alle Bildautomatiken). Mit SF (ohne iSRD und nur Bildautomatik) dauert der reine Scan 1:27, bis zum fertigen Bild sind es 1:33. Die reine Scanzeit ist also im Rahmen der Messgenauigkeit identisch (was bei gleichem Treiber auch der Fall sein sollte). Die restliche Differenz geht auf Kosten der Bildbearbeitung, die sich natürlich je nach Programmierung und Aufwand etwas unterscheidet.
Martinus hat geschrieben: Freitag 28. Juni 2019, 09:13 Das gilt besonders für Mehrfachscans, die bei Dias unverzichtbar sind, da nur sie eine akzeptable Qualität in dunklen Partien ergeben
Hier würde ich dringend Tests empfehlen, bevor ich mich für ME entscheide. Nach meiner Erfahrung bringt ME mit dem DD6000 praktisch nichts. Das Bild mit ME sieht zwar anders aus als ohne. Das liegt beim DD6000 aber zum Gutteil nicht an einem besseren Signal-zu-Rausch-Verhältnis sondern am nicht berücksichtigten Bias, was in dunklen Partien die Helligkeitsverhältnisse verbiegt.
Martinus hat geschrieben: Freitag 28. Juni 2019, 09:13 eine höhere Auflösung macht bei den meisten BIldern nur die Filmkörnung deutlicher
Das hängt stark vom vorliegenden Filmmaterial ab. Filmkorn kann durch entsprechende Bearbeitung (z.B. Wavelets) vermindert werden, ohne dass die Auflösung signifikant leidet.
Martinus hat geschrieben: Freitag 28. Juni 2019, 09:13 Scanzeit kann man nochmal deutlich reduzieren, indem man die Auflösung nicht maximal setzt
Wenn einem an guter Staub- und Kratzerentfernung gelegen ist, sollte man bei SF immer mit der nativen Auflösung scannen und erst am Ende die Bilder der geplanten Verwendung gemäß binnen.
Martinus hat geschrieben: Freitag 28. Juni 2019, 09:13 Freilich kommt noch der Vorscan dazu, der aber auch zu den genannten 7 Minuten hinzukommt.
Wenn man ins Rohformat scannt und die Bilder alle die gleiche Orientierung haben, braucht man nur einen einzigen Vorschauscan zu Beginn. Erst wenn man den Magazintyp wechselt, ist ein erneuter Vorschauscan angebracht.

Hermann-Josef
Zuletzt geändert von Jossie am Freitag 28. Juni 2019, 15:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: DIA-Archiv sinnvoll archivieren

Beitrag von Martinus »

Das Bild mit ME sieht zwar anders aus als ohne. Das liegt beim DD6000 aber zum Gutteil nicht an einem besseren Signal-zu-Rausch-Verhältnis sondern am nicht berücksichtigten Bias, was in dunklen Partien die Helligkeitsverhältnisse verbiegt.
Wie ich schon schrieb: Mehrfachscans sehen gut aus, Einfachscans sind völlig unbrauchbar, es sei denn, man bearbeitet sie wie Hermann-Josef mit einem speziellen selbstentwickelten Programm; warum und weshalb, ist für den Anfänger zunächst einmal gleichgültig. Ohne dieses Programm ist man gezwungen, Mehrfachscans durchzuführen, und die laufen in CyberView z.T. extrem langsam ab. In Silberfast 8.8 hat sich das Tempo der Mehrfachscans im Laufe der Zeit sogar noch deutlich beschleunigt: Mindestens ab Version 14 ist der Mehrfachscan (zumindest beim Proscan 10T) meist doppelt so schnell wie noch in Version 10, und auch da war Silverfast schon unvergleichlich schneller als CyberView.
Filmkorn kann durch entsprechende Bearbeitung (z.B. Wavelets) vermindert werden, ohne dass die Auflösung signifikant leidet.
Wenn das Filmkorn die Bildauflösung begrenzt hat, nützt eine wesentlich feinere Abtastung als es der Größe des Filmkorns entspricht nichts, die Bildauflösung kann nicht besser werden. Auf jeden Fall gilt: Wenn es mit 5000 dpi einen leichten Gewinn hinsichtlich der Bildqualität gibt, dann ist dieser Gewinn sehr teuer erkauft durch Verdoppelung des Zeitaufwandes; für den Normalanwender lohnt sich dieser gewaltige Mehraufwand nicht.
Wenn einem an guter Staub- und Kratzerentfernung gelegen ist, sollte man bei SF immer mit der nativen Auflösung scannen
Ich habe auch mit 2500 dpi eine ausgezeichnete Staub- und Kratzerentfernung. Viel wichtiger scheint mir eine korrekte Rahmensetzung: Fehlerhafte Bildrahmensetzung kann nach meiner Erfahrung dazu führen, daß die automatische Staub- und Kratzerentfernung praktisch unterbleibt. Die automatische Rahmensetzung führt häufig dazu; ich muß sie meistens korrigieren. Natürlich hängt das auch von der Diarahmensorte ab, manche machen mehr Probleme (z.B. durch schmale spiegelnde Streifen am linken und rechten Rand), manche weniger.
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Jossie
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Re: DIA-Archiv sinnvoll archivieren

Beitrag von Jossie »

Martinus hat geschrieben: Freitag 28. Juni 2019, 14:36 Fehlerhafte Bildrahmensetzung kann nach meiner Erfahrung dazu führen, daß die automatische Staub- und Kratzerentfernung praktisch unterbleibt.
Das wäre mir völlig neu und auch unverständlich. Hier würde mich ein Beispiel sehr interessieren.

Ich scanne immer mit deutlichem schwarzen Rahmen außen rum (etwa 100 Pixel breit) und konnte daher leicht testen, ob die Staub- und Kratzerentfernung durch den Rahmen beeinflusst wird. Egal, ob der schwarze Rahmen mitgenommen oder ausgeblendet wird, die gefundenen Defekte und damit die Korrekturen sind bei mir gleich.

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Re: DIA-Archiv sinnvoll archivieren

Beitrag von Martinus »

Mir ist es x-mal passiert, daß ein Scan mit Infrarot-Stauberkennung ein völlig verkleckstes und verkratztes Bild ergab. Nach und nach fiel mir dann auf, daß in solchen Fällen fast immer eine Bildkante zu weit außen gesetzt war. Bei einem neuerlichen Scan mit korrigierter Bildkante waren dann Staub und Kratzer wegkorrigiert. Ich habe natürlich die mißlungenen Bilder nicht aufbewahrt, und ich scanne auch nicht im Rohdatenformat, so daß sich dieser Effekt jetzt zeigen ließe. Wie gesagt, scheint der Effekt abhängig zu sein vom Rahmentyp. Er trat z.B. bei den Agfa-Rahmen der 60er-Jahre auf. Wenn ich mich recht erinnere, habe ich ihn auch bei den Papprahmen von Kodakdias gesehen, aber da bin ich mir jetzt nicht sicher. Beide Rahmensorten habe ich jetzt leider nicht hier und kann es daher nicht ausprobieren. Wenn der Effekt bei Ihnen nicht auftrat, haben Sie vielleicht günstigere Rahmen. Oder der Digitdia 6000 verhält sich aus irgend welchen Gründen anders als der Proscan 10T.
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Jossie
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Re: DIA-Archiv sinnvoll archivieren

Beitrag von Jossie »

Jetzt sind wir hier etwas vom Thema abgewichen :o .

In den Einstellungen gibt es den "Auto-Rahmeneinzug". Leider sagt SF nichts darüber, für welche Werkzeuge dieser zum Tragen kommt -- ob nur für die Bildautomatiken oder auch anderweitig. Mit dem Scanner sollte das nichts zu tun haben sondern nur die Analyse des IR-Bildes betreffen. Wie gesagt, mir ist so ein Verhalten noch nicht vorgekommen.

Noch einen schönen Abend wünscht

Hermann-Josef
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Re: DIA-Archiv sinnvoll archivieren

Beitrag von Martinus »

Da Sie die Staub- und Kratzerentfernung in Silverfast HDR durchführen und ich das bereits beim Scannen mit Silverfast Ai mache, könnte es sich bei dem Fehler auch um eine Eigenheit von Silverfast Ai handeln.

Auch Ihnen einen schönen Abend!
Martinus
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Re: DIA-Archiv sinnvoll archivieren

Beitrag von Martinus »

Um zurück zum Thema "Dia-Archiv sinnvoll archivieren" zu kommen: Wie archiviert man Scans so, daß sie auch in 30 Jahren noch sicher lesbar sind? Ich habe noch keine Lösung gefunden. Informationen auf einem USB-Stick, einer SD-Card oder einer selbstgebrannten DVD sind sicher keine 30 Jahre haltbar, und selbst wenn sie es wären, ist nicht garantiert, daß die Computer in 30 Jahren mit diesen Objekten noch etwas anfangen können. Die Dias selbst sind ganz offensichtlich weitaus dauerhafter als die Scans. Ich sehe daher das Scannen von Dias nicht als eine sinnvolle Archivierungsmöglichkeit, sondern ausschließlich als eine Möglichkeit, um die Bilder zu verbessern und sehr viel einfacher anschauen zu können.
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Jossie
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Re: DIA-Archiv sinnvoll archivieren

Beitrag von Jossie »

Martinus hat geschrieben: Samstag 29. Juni 2019, 09:15 Die Dias selbst sind ganz offensichtlich weitaus dauerhafter als die Scans.
Das sehe ich nicht so, denn das Fotomaterial altert selbst bei korrekter Lagerung (dunkel, trocken, niedrige, konstante Temperatur), die Farben werden verfälscht. Lediglich korrekt gelagertes Kodachrome-Material steht nach meiner Information im Ruf, sehr lange beständig zu sein -- aber wie lange, weiß natürlich niemand. Meine Kodachrome-Dias von Anfang der 70er Jahre sehen noch wie neu aus.

Die Lebensdauer digitaler Daten ist aber bei korrektem Vorgehen praktisch unbegrenzt und das ohne Qualitätsverlust. Es gibt nur eine Lösung des angesprochenen Problems: Immer wieder umkopieren, wenn neue Medien verfügbar werden. Und ganz wichtig: Mehrfachkopien anlegen, denn DVDs oder Festplatten, auch USB-Sticks können plötzlich ihren Dienst versagen und nicht mehr lesbar sein. Diese Kopien sollten auch an unterschiedlichen Orten aufbewahrt werden. Bei Festplatten z.B. sollte man auch nicht mehrere Festplatten des gleichen Herstellers verwenden, denn die könnten alle zum gleichen Zeitpunkt den Geist aufgeben. Am besten verwendet man Geräte verschiedener Hersteller, die zu verschiedenen Zeitpunkten gekauft wurden. Ich habe meine Bilddaten auf einer internen Festplatte als Arbeitsspeicher und das Ganze in 4 identischen Kopien auf externen Festplatten gesichert -- leider allerdings damals drei davon vom gleichen Hersteller zum gleichen Zeitpunkt gekauft.

Meine astronomischen Daten, die ab Anfang der 1980 aufgenommen wurden, hatte ich mehrmals auf neue Medien umkopiert. Angefangen hatte es mit großen Magnetbändern zunächst der Schreibdichte 800 bpi, später 6250 bpi. Da war eine große Sporttasche voll, wenn eine Kampagne mit mehreren Nächten rum war. Irgendwann war abzusehen, dass es keine Bandstationen mehr geben wird. Inzwischen waren die kleinen Magnetbänder Exabyte bzw. DAT auf dem Markt und die Daten einer Kampagne passten locker auf eine Kassette so groß wie zwei Streichholzschachteln. Also wurden alle Bänder aus meinem Archivschrank auf DAT umkopiert. Dann war auch das Ende dieses Mediums nahe und alles wurde auf DVD gebrannt (einige hundert Stück an der Zahl). Gleichzeitig wurden alle DVDs anhand der Metadaten dokumentiert, so dass ich mittels EXCEL-Tabellen sehr schnell bestimmte Aufnahmen finden konnte. Ein Kollege kam kurz bevor ich 2009 in Ruhestand ging bei mir vorbei und sagte: "Sie hatten doch Anfang der 90er Jahre für mich mal eine Aufnahme einer Supernova gemacht. Haben Sie die noch?" Innerhalb weniger Minuten konnte ich ihm die Aufnahme übergeben. Und die Daten meines letzten großen Projekts waren so umfangreich (CCD-Kameras waren von anfangs 320x512 auf 8000x8000 Pixel angewachsen), so dass sie nur noch auf Festplatten in einem RAID-System abgelegt wurden, das im Backup-System des Instituts gesichert war (inklusive externe Auslagerung in einem anderen Gebäude).

Das ist die technische Seite der Angelegenheit. Die andere ist die Software-Seite, sprich das Datenformat. Momentan sieht es so aus, als ob TIF und JPG recht lange leben würden. Aber eine Garantie ist das nicht. Sollte sich abzeichnen, dass irgendwann einmal das TIF-Format nicht mehr von der Software unterstützt wird, so muss man rechtzeitig die Bilder in das dann vielversprechendste Format umkopieren.

Das gleiche Problem hat man mit den Bildarchiven wie z.B. dem Organizer von Adobe, von denen niemand garantieren kann, dass sie in x Jahren noch unterstützt werden. Googles Picasa ist ja schon diesen Tod gestorben. Dann ist alle Mühe umsonst, wenn man nicht rechtzeitig das Archivmaterial mit aller Information umwandelt. Aus diesem Grund verlasse ich mich dabei nicht auf diese kommerziellen Datenbanken sondern ziehe mich auf das zurück, von dem ich annehme, dass es praktisch beliebig lange leben wird: reine Textdateien. Ich dokumentiere meine Bilder in den Metadaten mittels EXIFtoolGUI und geosetter (was übrigens genauso aufwändig ist wie die Bildbearbeitung!). Die Metadaten werden als Textdatei exportiert und in eine EXCEL-Tabelle importiert, in der ich filtern kann (z.B. nach Datum, Ort oder Personen). Und ggf. kann man diese EXCEL-Tabelle wieder als Textdatei exportieren, wenn das EXCEL-Format einmal droht auszusterben.

Hermann-Josef
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Martinus
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Re: DIA-Archiv sinnvoll archivieren

Beitrag von Martinus »

Das Umkopieren in neue Formate und das Anlegen von Mehrfachkopien sind leider nur Notbehelfe, die das eigentliche Problem nicht lösen: Datenträger und Datentechnik sind extrem kurzlebig. Umkopieren und Mehrfachkopien verzögern lediglich den Datentod, wirklich verhindern kann man ihn so nicht. Denn diese Notbehelfe werden nur so lange durchgeführt, wie die Daten als wichtig erachtet werden. Was nicht wichtig erscheint, wird nicht mehr kopiert und stirbt dann irgendwann den Datentod.

Ich bin Musikwissenschaftler und habe daher ein völlig anderes Verständnis des Wortes "Archiv". Für mich ist ein Archiv ein Ort, wo Sachen aufbewahrt werden, die einmal als wichtig erachtet wurden (nämlich als sie ins Archiv kamen). Ob die Gegenwart immer noch an den Sachen interessiert ist, spielt keine Rolle, die Sachen werden fortan aufbewahrt über Jahrhunderte.

Diese Eigenheit von Archiven war und ist unendlich wichtig: Wäre früher schon die Überlieferung von Schriftstücken davon abhängig gewesen, daß die Schriftstücke alle paar Jahre kopiert wurden - und somit die Überlieferung abhängig vom aktuellen Interesse an den Schriftstücken - dann wäre uns heute allerhöchstens noch die Musik von Beethoven und Mozart überliefert, alle frühere Musik wäre restlos verloren, beispielsweise die Musik von J. S. Bach, ebenso alle noch ältere Musik aus Frühbarock, Renaissance und Mittelalter. Auch unser allgemeines geschichtliches Wissen wäre äußerst rudimentär und verfälscht und würde kaum mehr als einige Generationen weit zurückreichen. Wir könnten auch nicht die Bücher aus früheren Zeiten aus Bibliotheken ausleihen und lesen, sie wären bis auf ganz geringe Reste verschwunden. Kurz: unsere Kultur wäre praktisch ohne Gedächtnis.

Meine Dias sind bis zu 60 Jahre alt, und bis auf ein paar minderwertige Filme, die sich rotverfärbt haben, scheinen die Farben weitgehend unverändert zu sein, denn sie kommen immer noch den natürlichen Farben nahe. Meine Dias haben also schon jetzt ein Vielfaches der Lebenszeit von digitalen Speichern überstanden und benötigten dafür nichts weiter als einen Platz im Schrank. Inzwischen habe ich von ihnen digitale Kopien erstellt, werde aber einen Teufel tun und die alten Dias wegschmeissen. Denn es ist genau abzusehen, wie es weitergehen wird: Spätestens nach meinem Tod werden die digitalen Speichermedien garantiert nicht mehr kopiert und vervielfältigt werden, denn dafür müßten meine Nachfahren etwas aktiv tun und Zeit und Geld opfern. Die Dias aber könnten weiter im Schrank ruhen, das kostet die Nachfahren keine Zeit und Mühe und ergibt sich ganz von allein aus Faulheit oder Zeitmangel. Von daher ist völlig klar, was auf lange Sicht mit größerer Wahrscheinlichkeit überleben wird!

Die Konsequenz für mich ist: Das Scannen der Dias dient nicht der Erhaltung der Bilder und ihrer Übermittlung an die Nachfahren, sondern ganz allein meinem Vergnügen: Ich habe dadurch die Möglichkeit, die Bilder zu verbessern, und eröffne einen schnelleren Zugriff auf die Bilder.
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Jossie
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Re: DIA-Archiv sinnvoll archivieren

Beitrag von Jossie »

Ich kann die Definition eines Archivs gut nachvollziehen. Allerdings muss man dabei beachten, dass nicht alles, was wir haben, auch wert ist, archiviert zu werden. Z.B. werden alle Internetseiten und alles auf YouTube auf Dauer archiviert? Ich hoffe, nicht!

Wenn meine Kinder / Enkel kein Interesse an den Bildern ihrer Vorfahren haben, dann werden die Bilder verschwinden -- egal ob analog oder digital. Meine Kinder haben schon gesagt, dass sie das analoge Material entsorgen werden, denn es sei ja noch digital vorhanden. Und wenn ihnen daran liegt, dann werden sie dieses auch pflegen, wenn nicht, s.o. Aber auch analoges Material muss gepflegt werden, und sei es nur, dafür Platz an einem geeigneten Ort zur Verfügung zu stellen. Immerhin gibt auch der beste Scan auf dem Monitor oder der Leinwand nicht die Qualität des Originaldias wieder. Daher werde ich das analoge Material nicht entsorgen.

Ein weiterer Vorteil der digitalen Version der Familienbilder ist die leichte Vervielfältigung. Jedes unserer Kinder kann eine Kopie bekommen, was die Überlebenschance deutlich erhöht.

Das Problem der Archivierung von Daten ist in meiner Disziplin (Astronomie) seit Einführung der digitalen Beobachtungstechniken in allen Wellenlängenbereichen vorhanden und wird dort unterschiedlich gehandhabt. Es gibt Meinungen, die sagen, der Aufwand des Archivierens lohnt nicht. Man muss im Bedarfsfalle halt nochmals beobachten. Das gilt allerdings nicht für veränderliche Phänomene. So hatte ich z.B. eine Variabilitätsstudie eines Objekts anhand von alten Fotoplatten zurück bis 1890 gemacht (die Fotoplatten an Observatorien wurden früher in der Tat archiviert und werden heute z.T. digitalisiert und verfügbar gemacht). Hat man kein Archiv der digitalen Daten, so sind solche Untersuchungen nicht mehr möglich.

Andererseits sind moderne Observatorien, ob am Boden oder im Weltraum, sehr teuer und daher werden die Daten der großen Observatorien heute alle archiviert und sind (nach einer Schutzzeit) allgemein zugänglich. Damit ist dann allerdings jeweils eine ganze Abteilung beschäftigt.

Ich denke, dass in anderen Disziplinen ähnliche Anstrengungen unternommen werden, unser digitales Erbe zu erhalten. Daher glaube ich nicht, dass mit Beginn des digitalen Zeitalters das "Gedächtnis" unserer Kultur schwindet.

Einen weiteren Vorteil bieten die digitalen (privaten) Bildarchive: Man kann anhand der Metadaten die Bilder leicht gut dokumentieren. Im analogen Bereich wird das schwieriger. Über ein Fotoalbum mit kurzen Bildunterschriften oder ein (teures) Fotobuch hinaus wird da sicher wenig gemacht. Ich sehe das bei den Abzügen von unseren Farbnegativen. Solange wir die Bilder in Alben geklebt und beschriftet hatten, war alles in Ordnung und die Alben wurden von unseren Kindern heiß geliebt. Aber irgendwann vor mehr 30 Jahren hatten wir damit aufgehört und diese Lücke versuche ich jetzt mit der Digitalisierung zu schließen.

Da ich auch etwas Ahnenforschung betreibe, so betrachte ich unser Bildarchiv auch als Bestandteil unseres Stammbaums. Leider sind Bilder von vor etwa 1940 bei uns sehr rar. Aber immerhin habe ich jeweils ein Bild von 6 meiner 8 Urgroßeltern.

Noch ein schönes Wochenende wünscht

Hermann-Josef
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Re: DIA-Archiv sinnvoll archivieren

Beitrag von Jossie »

Eine beachtenswerte Anmerkung zu obiger Diskussion findet sich hier.

Hermann-Josef
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Re: DIA-Archiv sinnvoll archivieren

Beitrag von yogi »

Um zur ursprünglichen Frage zurückzukehren:

Bei 40.000 Dias empfehle ich die Sichtung am Leuchttisch und Reduktion auf 20%.
Bei dieser Zahl stellt sich die Frage ob der Scanner oder der Operater überhaupt so lange hält :-)
Bei mir blieben nur Dias mit Familienmitgliedern übrig. Alles mit Blumen, Wald und Bergen ging in die Tonne.
Bleiben immer noch 8.000.
Ich benötige 5 Minuten pro Bild für Scan und Nachbearbeitung, macht hier 670 Stunden.

Wichtig:
- Dias müssen ohne Glas sein
- Mit höchster Auflösung scannen
- Alle Automatikfunktionen abschalten
- Scannen und Nachbearbeitung in 2 Arbeitsgänge trennen, sonst scannt man 5 mal!
- mehrere 100 Übungscans machen, bevor man loslegt. Sonst fängt man nach 500 Scans wieder von vorne an, weil man gelernt hat (Lehrgeld)

(Mehrfachscan mit Silverfast bringt nach meiner 14jährigen Erfahrung gar nichts, im Gegenteil. Ohne ME kann es bei einem rauscharmen Scanner auch theoretisch nicht bringen, ME hat Lasersoft nie in den Griff bekommen)
Nikon LS5000
SF 6.62r5 win XPpro SP3 virtuell (!) Oracle VM
AMD Ryzen 9 3900X 64GB RAM win10pro
Eizo CG247, X-Rite i1 Display, Colormunki Photo
Farbkorrektur Photoshop 5.1, iCorrect EditLab Pro Plugin
SF8 AI, HDR8, HDR6 ungenutzt
Martinus
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Re: DIA-Archiv sinnvoll archivieren

Beitrag von Martinus »

yogi hat geschrieben: Donnerstag 4. Juli 2019, 10:19 Wichtig:
- Dias müssen ohne Glas sein
Ich habe auch Dias mit Glas erfolgreich gescannt. Man muß nur vorher die Gläser außen gründlich putzen. Aber zugegeben, das Ergebnis ist ohne Glas merklich besser.
yogi hat geschrieben: Donnerstag 4. Juli 2019, 10:19 - Mit höchster Auflösung scannen
Nach der obigen Diskussion ist so eine apodiktische Aufforderung eher fehl am Platze. Höchste Auflösung macht Sinn bei extrem feinkörnigen FIlmen. Bei den normalen 18 Din-Filmen aus der Zeit vor 1980 eher nicht, erst recht nicht bei damaligen 21 Din-Filmen.
yogi hat geschrieben: Donnerstag 4. Juli 2019, 10:19 - Alle Automatikfunktionen abschalten
Selbstverständlich ist die automatische Staub- und Kratzererkennung anzuschalten. Allenfalls sollte man die Erkennung nicht auf Automatik stellen, sondern einen eigenen Wert eingeben; ich benutze meist den Wert 12. Das hängt aber vom Filmmaterial ab.
yogi hat geschrieben: Donnerstag 4. Juli 2019, 10:19 - Scannen und Nachbearbeitung in 2 Arbeitsgänge trennen, sonst scannt man 5 mal!
- mehrere 100 Übungscans machen, bevor man loslegt. Sonst fängt man nach 500 Scans wieder von vorne an, weil man gelernt hat (Lehrgeld)
Korrekt.
yogi hat geschrieben: Donnerstag 4. Juli 2019, 10:19 (Mehrfachscan mit Silverfast bringt nach meiner 14jährigen Erfahrung gar nichts, im Gegenteil. Ohne ME kann es bei einem rauscharmen Scanner auch theoretisch nicht bringen, ME hat Lasersoft nie in den Griff bekommen)
Ich habe exakt die gegenteilige Erfahrung gemacht - Einfachscan ist praktisch unbrauchbar, Mehrfachscan ist unvergleichlich besser. Vielleicht hängt das vom Gerät ab, mit dem man scannt.
yogi
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Re: DIA-Archiv sinnvoll archivieren

Beitrag von yogi »

Ja, die Kratzerentfernung muss natürlich an sein.

Meine Dias ab 1960 hatten alle eine trübe Schicht ZWISCHEN Glas und Film, deshalb habe ich alle glaslos umgerahmt.

Das mit dem Mehrfachscan ist seltsam. Mit meinem Nikon LS5000 und Silverfast 6.6 (!) ist das reine Zeitverschwendung.

Der Mehrfachscan ohne ME rechnet auch nur 1/N * Summe (Bild 1 bis Bild N).
Dabei unterscheiden sich die N Bilder nur duch ein etwaiges Scannerrauschen und mögliche Verschiebungen, was zu Unschärfe führen würde.

Wenn Einfachscan "unbrauchbar" ist, aber welcher Anzahl von Scans wird es denn "brauchbar"?
Mit oder ohne ME?
Kannst Du mal ein Beispiel "unbrauchbar" vs. "brauchbar" hochladen?

Danke
Nikon LS5000
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Martinus
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Re: DIA-Archiv sinnvoll archivieren

Beitrag von Martinus »

Eine schöne Gegenüberstellung von Einfach- und Mehrfachscans mit SilverFast findet sich im "Tutorial" von Hermann-Josef auf den Seiten 94 und 95:
https://shared-assets.adobe.com/link/56 ... 7aacbaae66
Die Einfachscans sind sehr viel kontrastärmer, "flauer" als die Mehrfachscans und in den dunklen Bereichen sehr viel detailärmer. Das erlebe ich so auch auf meinem Reflecta Proscan 10T. Ein Vergleich der Scans mit dem Dia führt in aller Regel zu dem Ergebnis, daß der Einfachscan völlig unbrauchbar ist.

Daß es bei Ihrem Nikon anders ist, dürfte an dessen hoher Qualität schon bei Einfachscans liegen. Hermann-Josef zeigt in seinem Tutorial, daß man auch bei Reflecta-Geräten die Einfachscans durch Beseitigung des "Bias" so kontrastreich machen kann wie sonst die Mehrfachscans.

Was die Zahl der Scans bei Mehrfachscans betrifft: Es sind immer nur zwei Scans, die mit unterschiedlicher Belichtung durchgeführt werden. Die beiden Scans werden dann zu einem Bild zusammengesetzt, ähnlich wie bei der HDR-Technik in der Fotographie. Verschiebungen zwischen den beiden Scans werden bei SilverFast 8.8. vermieden, indem bei jeder Position des Scanschlittens beide Belichtungen unmittelbar nacheinander durchgeführt werden, der Scanschlitten fährt also auch beim Mehrfachscan nur einmal über das Dia.
yogi
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Re: DIA-Archiv sinnvoll archivieren

Beitrag von yogi »

Die Doku von Hermann-Josef kenne ich natürlich.
Dort hat er ja gerade ME entlarvt.
Da bei mir alle Scans über Photoshop laufen entferne ich natürlich auch etwaige Schwarzabhebungen (Bias, Flauheiten).

Noch mal zur Auflösung, besser gesagt Abtastrate:
Nach mehr als 30jähriger Erfahrung in analoger und digitaler Bildverarbeitung empfehle ich weiter die Abtastung in höchster Qualität. Später kann ggf. auf ein Zielformat herunterkonvertiert werden. Das führt sogar zu einer Kornreduktion. Auch bei alten Dias gibt es (seltene) Exemplare, die richtig fokusiert und nicht verwackelt waren.

(Leider bewirken unsere Simpelscanner durch gerichtete Lichtquellen eine Kratzer- und Kornverstärkung. Erst der große hasselblad kann das dank eines Lichtdiffusors besser.)
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