gewölbte Negative

Fragen/Themen aus den Gebieten Scannen, Bildbearbeitung, Farbmanagement etc.
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Holger88
Beiträge: 68
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gewölbte Negative

Beitrag von Holger88 »

Ich habe einen alten, ziemlich gewölbten 120er Rollenfilm, der jahrzehntelang aufgerollt in einer Dose aufbewahrt wurde, den ich auf einem Flachbett-Scanner einscannen möchte.
Trotz der Filmführung ist der Film noch sehr gewölbt.

Hat jemand Erfahrungen mit solchen Filmen?
Bringt eine Glasplatte zum Planhalten etwas oder verursacht man da nur Newtonringe und macht alles schlimmer?

Im Moment versuche ich den Film in einem Buch flach zu pressen - aber nach allem, was ich bislang so gelesen habe, wird dies wohl nicht viel bringen.
Eine andere Möglichkeit wäre, GEPE Antinewton-Diarahmen zu kaufen und zu nutzen.
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Joe
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Re: gewölbte Negative

Beitrag von Joe »

Du kannst probieren den Film ein paar Tage in die entgegengesetzte Richtung zu rollen und dann zu fixieren. Nach meinen Erfahrungen wird er dann "etwas gerader" - aber perfekt ist die Lösung bei weitem nicht.

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Jossie
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Re: gewölbte Negative

Beitrag von Jossie »

Guten Morgen Holger,

dieses Problem hatte ich auch schon. Ich hatte mir zu Testzwecken einen Satz WESS-Diarahmen gekauft. In denen wird das Dia gespannt. Allerdings zeigt sich der Erfolg erst nach einiger Zeit, sprich, wenn man nur wenige Rahmen hat, wie ich, da mir das zu teuer wurde, muss man Zeit mitbringen.
Eine andere Möglichkeit wäre, GEPE Antinewton-Diarahmen zu kaufen und zu nutzen.
Das würde ich nicht tun, denn die verschlechtern die Bildqualität. Als planparallele Platte bringen sie außerdem eine Fokusverschiebung (https://de.wikipedia.org/wiki/Planplatte) und bei der geringen Schärfentiefe der Scanner kann es dadurch auch noch zu einer merklichen Defokussierung kommen.

Hermann-Josef

PS: Ich sehe gerade bei ScanDig, dass die Rähmchen im Preis um ein Vielfaches angestiegen sind :o !
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Holger88
Beiträge: 68
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Re: gewölbte Negative

Beitrag von Holger88 »

Der Preis ist die eine Sache. Aber es sind Diarahmen für 35x24 mm.
Der 120er Rollfilm hat aber 45x60 mm. Das heißt, dass ich die Wess-Rahmen nicht nutzen kann. (es schein früher auch andere Größen gegeben zu haben). Der Film hat aber keine Perforierung!
Daher der Gedanke mit dem Glas bzw den großen Diarahmen von Gepe.
Ich habe ein paar der Negative im Moment in einem Buch zum Pressen liegen. Aber ich sucher weiterhin nach Alternativen.

Ein Aufrollen in die Gegenrichtung traue ich mir nicht wirklich zu, dass die Negative schon recht störrisch sind
Ein Problem ist aber auch die Reihenfolge.
- zuerst in 3-4er Streifen schneiden, scannen (um eine Art Backup zu haben) und dann evtl. entgegengesetzt rollen (was aber bei den kurzen Streifen nicht so einfach ist)
oder
- zuerst rollen (ohne vorher einen Scan gemacht zu haben) und dann erst Zuschneiden

Das würde ich nicht tun, denn die verschlechtern die Bildqualität. Als planparallele Platte bringen sie außerdem eine Fokusverschiebung (https://de.wikipedia.org/wiki/Planplatte) und bei der geringen Schärfentiefe der Scanner kann es dadurch auch noch zu einer merklichen Defokussierung kommen.
Das bedeutet, dass die Scanner-Einsätze mit AN-Glas für einige Epson-Scanner, die in den Staaten verkauft werden, Nepp sind und nichts bringen?!
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Jossie
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Re: gewölbte Negative

Beitrag von Jossie »

Hallo Holger,
Holger88 hat geschrieben:es schein früher auch andere Größen gegeben zu haben
Davon war ich ausgegangen. Aber wenn der Film keine Perforation hat, dann hilft das natürlich nichts :( .
Holger88 hat geschrieben:Das bedeutet, dass die Scanner-Einsätze mit AN-Glas für einige Epson-Scanner, die in den Staaten verkauft werden, Nepp sind und nichts bringen?!
Dazu kann ich nur sagen, dass die Schärfentiefe meines Scanner vom Hersteller mit +/-0.3mm angegeben wird. Eine planparallele Platte von 1mm Dicke macht eine Fokusverschiebung von grob 1/3 mm. Ich wüsste nicht, wie man dies vermeiden kann, es sei denn, die Platte (sprich, das Dia) sitzt im parallelen Licht. Aber dann würde die Angabe über die Schärfentiefe nach meinem Verständnis keinen Sinn machen.

Aber das kann man ja ausprobieren.

Hermann-Josef
Zuletzt geändert von Jossie am Dienstag 13. Oktober 2015, 17:34, insgesamt 3-mal geändert.
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Joe
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Re: gewölbte Negative

Beitrag von Joe »

Das Aufrollen in Gegenrichtung habe ich mit einer alten SW-Filmrolle mit 24 x 24 mm Bildern gemacht. Wie gesagt mit mäßigem Erfolg. Es war besser als vorher aber nicht perfekt.

artixscan
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Re: gewölbte Negative

Beitrag von artixscan »

Ich würde empfehlen, den Film erneut zu wässern.

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Jossie
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Re: gewölbte Negative

Beitrag von Jossie »

Hallo Holger,

zur Frage des Einflusses von AntiNewtonGlas auf die Schärfe hatte ich hier zwar früher schon mal einen Vergleich gezeigt. Aber da der nicht so eindeutig ausfiel (warum, ist mir unklar, vielleicht war der Kontrast damals nicht gut eingestellt) habe ich den Vergleich wiederholt:
USAF1951-Target gescannt mit 5000dpi als 48bit-TIF-Datei, einmal ohne Glas, einmal mit AN-Rähmchen, das 2 x 0.8 mm Glas enthält.

Verglichen habe ich einmal den B-Kanal, da dieser bei meinem Scanner am schärfsten ausfällt, und dann auch das Farbbild:
B-Kanal: links mit ANGlas, rechts ohne Glas
B-Kanal: links mit ANGlas, rechts ohne Glas
USAF_2015-10-14_Vergleich_mit_ohne_ANGlas_B.jpg (98.65 KiB) 2962 mal betrachtet
Farbbild: links mit ANGlas, rechts ohne Glas
Farbbild: links mit ANGlas, rechts ohne Glas
USAF_2015-10-14_Vergleich_mit_ohne_ANGlas_RGB.jpg (98.02 KiB) 2963 mal betrachtet
Falls es sich bei den von Dir oben erwähnten Epson-Scannern um Flachbett-Scanner handelt: Flachbett-Scanner haben eine deutlich höhere Schärfentiefe als Dia-Scanner.

Beste Grüße

Hermann-Josef
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Holger88
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Re: gewölbte Negative

Beitrag von Holger88 »

Der Unterschied bei Deinen Scans ist schon krass.
Die erwähnten Epson sind Flachbett-Scanner.

Nach ein paar Tagen Pressen hat sich noch nicht all zu viel getan :(
Zumindestens nicht soviel, wie ich erhofft hatte.
Diese Filmrollen sind auch nicht so geschmeidig wie das, was wir aus Kleinbildzeiten gewohnt sind. Sie sind schon etwas störrisch.
Ich werde da immer an Plastik erinnert, aus dem im Laufe der Zeit der Weichmacher entwichen ist.
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marshaj
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Re: gewölbte Negative

Beitrag von marshaj »

Habe den Faden gerade erst beachtet.
Bei meinen alten seit ca. 40 Jahren eng gerollten Negativstreifen war es sehr hilfreich, sie für einige Zeit entgegengesetzt in eine Filmentwicklungsspule (verstellbare gehen sowohl für 35mm- als auch für Rollfilm) zu schieben. Man kann die Filme damit sogar problemlos einmal neu wässern und mit Klammerbelastung wieder trocknen.
Viele Grüße aus der Lüneburger Heide,
Hans-Jürgen

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