Negativfilm mit starken grün/gelb-Stich (5000ED Software)

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Negatief
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Negativfilm mit starken grün/gelb-Stich (5000ED Software)

Beitrag von Negatief » Samstag 9. Februar 2019, 07:20

Ich hab nun endlich den alten 5000 ED an Windows 10 angeschlossen - und es geht! Hab auch Vuescan getestet (kostenlose Demo Version) und da ware die Ergebnisse noch schlechter. Also geht es hier um die Nikon Scan Software 4.0.3

Ich hab alte Negativfilme (u.A. Kodak Gold), neben einem leichten Belag (evtl. leichter Schimmel) haben die gedrehten Negative einen sehr starken grün/gelb-Stich. Siehe Foto anbei, Unten ist Wasser, dann Strand, Grünzeug, dann Himmel.

Welche Nikon Einstellung ist zu empfehlen? Das bei der Qualität der Negative die Erwartungen nicht zu hoch eingestuft werden sollten ist mir schon klar.

Was ich bisher getestet hab:
ICE - logisch.
ROC - das Bild hat schon bei 1 blaue Stellen, lasse ich daher weg.
GEM - sehe da kaum einen Unterschied
DEE - macht bei dem Bild keinen Unterschied, bringt aber oft was
SIE - Hab immer an, macht auch keinen grossen Unterschied

Auto-Contrast hat auch einen positiven Effekt.

Ich werde die (TIF) schon mit anderer Software nachbearbeiten, es sollte halt so wie wie geht vom Scanner kommen.

Meine Frage ist, hat jemand einen hilfreichen Tip oder Link zum scannen von grün/gelben Negativen?
Screenshot 2019-02-09 13.58.36 - Copy.png
Screenshot 2019-02-09 13.58.36 - Copy.png (245.98 KiB) 1656 mal betrachtet

pixx
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Re: Negativfilm mit starken grün/gelb-Stich (5000ED Software)

Beitrag von pixx » Samstag 9. Februar 2019, 07:47

Bei solch verfärbtem Material schaltest du am besten alle Funktionen ab, die die Restaurierung von Farben versuchen. Die versagen hier sowieso. Es ist dann besser, alle Bilder mit demselben Farbstich zu scannen, das erleichtert dir später die Nachbearbeitung.

Denn wenn alle Bilder denselben Stich haben, an dem noch nicht individuell manipuliert wurde, kannst du später auch dieselbe Bearbeitung anwenden und so teilautomatisieren.

Es wäre einen Versuch wert, das Negativ als Positiv zu scannen und dann zu schauen, ob man sich in Software wie ColorNeg ein passenderes Konvertierungsprofil basteln kann.

Ansonsten musst du bei solchen Bildern später die Gradationskurve in den drei Farbkanälen sehr stark bearbeiten und bekommst dann in etwa so etwas:
Screenshot 2019-02-09 13.58.36 - Copy-3.jpg
Screenshot 2019-02-09 13.58.36 - Copy-3.jpg (197.34 KiB) 1651 mal betrachtet
Viel mehr Qualität solltest du nicht erwarten, für Erinnerungsbilder ist das aber besser als gar kein Bild zu haben.

Beim Scannen als TIFF mit 16 Bit speichern, das ermöglicht dir heftige Farbkorrekturen ohne frühe Tonwertabrisse.

Gruß
Michael
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Re: Negativfilm mit starken grün/gelb-Stich (5000ED Software)

Beitrag von Jossie » Samstag 9. Februar 2019, 09:44

Es könnte auch sein, dass der Blaukanal defekt ist. Im Beispiel kommen im B-Kanal nur die Werte 1 - 6 vor (außer im hellen Rand oben und rechts):

Gruenstich.jpg
Gruenstich.jpg (86.98 KiB) 1643 mal betrachtet

Für mich ist es schwer vorstellbar, dass das durch einen starken Stich im Bild kommt. Aber das müsste sich durch ein nicht-farbstichiges Bild (am besten ein Diapositiv) klären lassen.

Wenn allerdings der weiße Rand vom Scan kommt, dann wäre ein B-Signal da. Bei Negativen sollte man den Scanrahmen unbedingt immer dem Bild genau anpassen. Ansonsten kommt die Automatik, die die Orangemaske herausrechnet, ins schleudern. Wie Michael schon vorschlug, ist es auch ein Ausweg, als Positiv zu scannen und manuell zu bearbeiten.

Hermann-Josef
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Re: Negativfilm mit starken grün/gelb-Stich (5000ED Software)

Beitrag von pixx » Samstag 9. Februar 2019, 10:01

Interessant. In Photoshop bekomme ich dasselbe Ergebnis, praktisch kein Blauanteil da.

Wenn ich das Bild aber in Lightroom lade, sieht das Histogramm ohne Bearbeitung so aus:
Bildschirmfoto 2019-02-09 um 09.59.29.png
Bildschirmfoto 2019-02-09 um 09.59.29.png (17.81 KiB) 1634 mal betrachtet
Also durchaus Zeichnung im Blaukanal, wenn auch recht wenig.

Seltsam.
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Re: Negativfilm mit starken grün/gelb-Stich (5000ED Software)

Beitrag von Jossie » Samstag 9. Februar 2019, 10:04

Dann würde ich davon ausgehen, dass bei LR noch Bildbearbeitung im Spiel ist. Allerdings widerspricht die Struktur des B-Histogramms auch der Bin-Liste in imageJ. Meine Histogramme kommen von imageJ und sind ohne jegliche Bearbeitung aus dem JPG abgeleitet (ohne den weißen Rand!).

Sehr komisch!

Hermann-Josef
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Re: Negativfilm mit starken grün/gelb-Stich (5000ED Software)

Beitrag von Negatief » Samstag 9. Februar 2019, 11:18

Als 1. - 1000 Dank für das schnelle Feedback!

@pixx
Ich mit mit viel weniger gerechnet. Das du aus dem knappen Screenshot herausgeholt hast ist schon enorm. Womit hast du das gemacht? Ich speicher normal in TIFF und benutze dann den Darktable Raw editor.

@Jossie
Fuer einen Moment hast du mir etwas Angst gemacht. Hab den Scanner ein paar Jahre nicht benutzt. Hab von einem anderen Negativfilm gescannt und da ist mehr blau. Es scheint so dass bei meinen alten Negativfilmen blau als 1. aufgibt.

Der Film ist recht schlecht erhalten. ~25 Jahre bei relativ hocher Luftfeuchte in Hong Kong. Das er nicht total verschimmelt ist ist schon ein kleines Wunder.

Der Scan unten ist von einem anderen Film, um 1989. Das Grün kommt d.u.e recht natürlich rüber finde ich.

ROC und GEM waren abgeschaltet. ROC werden ich auf 0 lassen, und GEM auf 2, um das Korn etwas zu mildern.

Meine Idee ist eigentlich in Darktable dann eine Einstellung zu finden und die dann auf einen Film übertragen. Falls ein Foto dann wichtig ist kann man es später immer noch nacharbeiten.

PS: Die Farbe vom Wasser auf dem Bild kommt gut hin ;-)
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Screenshot 2019-02-09 17.50.32.png
Screenshot 2019-02-09 17.50.32.png (936.6 KiB) 1625 mal betrachtet
Zuletzt geändert von Negatief am Samstag 9. Februar 2019, 11:48, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Negativfilm mit starken grün/gelb-Stich (5000ED Software)

Beitrag von Jossie » Samstag 9. Februar 2019, 11:32

Tut mir leid, wenn ich Dir Angst gemacht hatte. Aber ich wollte halt nur auf das Hinweisen, was mir aufgefallen war. Dass Blau so total verschwindet ist schon sehr ungewöhnlich.

Hermann-Josef
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Re: Negativfilm mit starken grün/gelb-Stich (5000ED Software)

Beitrag von pixx » Samstag 9. Februar 2019, 13:13

@Negatief: Habe auch verfärbte Dias – AGFA CT 18, ein übler Murksfilm – deshalb habe ich mich intensiv mit solchen Korrekturen befasst.

Das Wichtigste ist immer die Korrektur der drei Farbkanäle. Ich mache das mit Lightroom, das kann aber jedes andere Programm, mit dem man Gradationskurven bearbeiten kann.

Das sind die Änderungen in der Gradationskurve:
Bildschirmfoto-2019-02-09-um-11.56.53.jpg
Bildschirmfoto-2019-02-09-um-11.56.53.jpg (63.52 KiB) 1619 mal betrachtet
Noch ein wenig Optimierungen:
Bildschirmfoto 2019-02-09 um 11.57.30.png
Bildschirmfoto 2019-02-09 um 11.57.30.png (34.01 KiB) 1619 mal betrachtet
Und mit einer Teiltonung hat man die Möglichkeit, Lichter und Schatten noch mal separat zu optimieren.
Bildschirmfoto 2019-02-09 um 11.57.48.png
Bildschirmfoto 2019-02-09 um 11.57.48.png (18.17 KiB) 1619 mal betrachtet
Das dürfte mit Darktable auch alles möglich sein, das sind Standard-Bearbeitungsschritte, die jede vernünftige Bildbearbeitungssoftware beherrscht.
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Re: Negativfilm mit starken grün/gelb-Stich (5000ED Software)

Beitrag von Jossie » Samstag 9. Februar 2019, 13:44

@pixx

Hallo Michael,

es bleibt die Frage, wo Lightroom das B-Signal her hat! Mit dem, was ich in PhotoShop oder imageJ sehe, klappt das nicht.

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Re: Negativfilm mit starken grün/gelb-Stich (5000ED Software)

Beitrag von pixx » Samstag 9. Februar 2019, 14:00

Gute Frage.

Sein zweites Bild zeigt auch in Photoshop einen relevanten Blauanteil.

Das erste aber tatsächlich in Photoshop fast gar nichts. Auch Affinity Photo sowie Darktable zeigen im Histogramm fast kein Blau. Lightroom und Vorschau (das ist der Standard-Bildbetrachter auf dem Mac) erkennen dagegen einen relevanten Blauanteil.

Vielleicht ein Fehler in dem PNG?
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Re: Negativfilm mit starken grün/gelb-Stich (5000ED Software)

Beitrag von Negatief » Samstag 9. Februar 2019, 15:51

Ich schau mir das morgen mal genauer an. Meine Negative sind teilweise schon extrem schlecht.

Hier was ich aus einem Strandfoto vom gelben Meer bisher rausholen konnte:
Dateianhänge
Screenshot 2019-02-09 22.45.57.jpg
Screenshot 2019-02-09 22.45.57.jpg (89.09 KiB) 1612 mal betrachtet

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Re: Negativfilm mit starken grün/gelb-Stich (5000ED Software)

Beitrag von pixx » Samstag 9. Februar 2019, 16:47

Screenshot 2019-02-09 22.45.57-2.jpg
Screenshot 2019-02-09 22.45.57-2.jpg (451.97 KiB) 1608 mal betrachtet
Ist schon grenzwertig. Aber manchmal besser als kein Bild.
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Re: Negativfilm mit starken grün/gelb-Stich (5000ED Software)

Beitrag von Jossie » Samstag 9. Februar 2019, 16:50

Ich würde doch spaßeshalber mal den Vorschlag von Michael aufgreifen und ein Negativ als Positiv scannen.

Durch den extremen Farbstich ist mir unklar, was der Algorithmus macht, der die Orangemaske herausrechnet. Mit dem Positivscan schaltet man das erst mal aus. Wenn Du dann noch das Positiv als 48bit TIF verfügbar machst, dann kann man schauen, was man noch retten kann.

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Re: Negativfilm mit starken grün/gelb-Stich (5000ED Software)

Beitrag von Negatief » Sonntag 10. Februar 2019, 03:20

Das mit dem als Positiv scannen muss ich mal testen. Falls die Nikon Scanner Software wirklich jedes Negativ einzeln optimal berechnet dann macht das ja die Nacharbeit schwieriger. Ich teste das mal im Laufe des Tages.

Ich bin beim gelben Meer etwas weiter gekommen. Damit könnte ich schon gut leben.
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Screenshot 2019-02-10 10.15.52.jpg
Screenshot 2019-02-10 10.15.52.jpg (133.35 KiB) 1602 mal betrachtet

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Re: Negativfilm mit starken grün/gelb-Stich (5000ED Software)

Beitrag von Negatief » Sonntag 10. Februar 2019, 03:57

Eine Frage mal hinterher, hat mit dem Scannen nichts zu tun: Was ist das für ein 'Staub' der auf dem Bild ist? Der muss ja von der Emulsion kommen, am Rand ist es ja sauber. Kann man das entfernen oder ist dann alles weg? IPA 99% hab ich im Haus.
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Screenshot 2019-02-10 10.52.14.jpg
Screenshot 2019-02-10 10.52.14.jpg (86.84 KiB) 1601 mal betrachtet

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Re: Negativfilm mit starken grün/gelb-Stich (5000ED Software)

Beitrag von pixx » Sonntag 10. Februar 2019, 08:26

Meinst du mit "Staub" diese Pünktchen? So etwas ähnliches hatte ich auch im Randbereich von einigen Dias, aber bei weitem nicht so ausgeprägt. Reinigungsversuche halfen nicht. Aber die Infrarot-Staubkorrektur kam damit recht gut zurecht. Ist allerdings die Frage, ob das bei dir gut funktioniert, da ja kaum unbeschädigte Fläche zum Reparieren da ist. Am Ende könnte die Schärfe deutlich leiden.

Die "Würmer" sind Schimmel, der sich in die Schicht gefressen hat. Wenn man Glück hat, ist Schimmel aber auch mal auf der Trägerseite und lässt sich dann leicht abwischen. Manchmal bekommt man ihn mit reinem Alkohol nicht weg, dann muss mehr Wasseranteil in die Lösung. Das ist auf der Schichtseite leider nicht möglich.

Eine Reinigung mit Isopropanol hat bei mir noch jedes Filmmaterial überstanden. Aber immer erst an einem einzelnen Filmbild testen, dessen Verlust unproblematisch wäre.

Schimmelbefall hatte ich auch auf einzelnen Dias. Aber nur punktförmig, mit einigen Ärmchen. Isopropanol entfernt Schimmel auf der Schichtseite leider nicht immer gut und wenn man mit wasserhaltigen Mitteln an die Schicht geht, wird das Ergebnis nicht schön sein.

Bei Extremfällen habe ich Bilder oder Filmstreifen noch mal gewässert und mit Spülmittel gereinigt. Anschließend Reinigungsmittelreste entfernen, mit Netzmittel behandeln und staubfrei trocknen. In Einzelfällen gab das tolle Ergebnisse.

Bei solchen Behandlungen ist es sinnvoll, erst mal das Bild so wie es ist zu scannen, falls beim Reinigen ein Unglück passiert. Es kann sich die Schicht teilweise oder komplett ablösen, dann war es das mit dem Film.
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Re: Negativfilm mit starken grün/gelb-Stich (5000ED Software)

Beitrag von Jossie » Sonntag 10. Februar 2019, 09:57

Guten Morgen,
Negatief hat geschrieben:
Sonntag 10. Februar 2019, 03:57
Was ist das für ein 'Staub' der auf dem Bild ist?
Kann das auch grobes Filmkorn sein? Um das zu entscheiden, bräuchte man eine stärkere Vergrößerung und auch den IR-Kanal. Bei mir sieht der IR-Kanal mancher Farbnegativ-Filme so aus:

IR_Kanal_FN.jpg
IR_Kanal_FN.jpg (68.61 KiB) 1597 mal betrachtet

Soweit ich das sehe, ist das bei mir in der Emulsion, denn das Negativ sieht mit dem Auge betrachtet, völlig sauber aus.

Wenn man hier nicht aufpasst, dann wirkt die Staub- und Kratzerentfernung wie ein Glättungsfilter. Daher bereite ich den IR-Kanal speziell mit einem Makro auf, damit da möglichst wenig passiert und dennoch die meisten Staubkörner wegkorrigiert werden.

Mit Putzen wäre ich sehr vorsichtig, da das leicht Kratzer produziert.

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Re: Negativfilm mit starken grün/gelb-Stich (5000ED Software)

Beitrag von Negatief » Mittwoch 13. Februar 2019, 09:50

Ich hab hier nochmal ein Foto von der gleichen Rolle. Gleicher starker Gelbstich, und kaum blau.

Ich hab bei dem Foto nur LAB Kurven benutzt, und fast nur den B Kanal. Kann man das so machen oder spricht was dagegen? Es scheint als ob ich dabei Farbtiefe verliere.

Falls jemand den TIFF moechte: 65Mb Original-TIFF
Dateianhänge
Screenshot 2019-02-13 15.56.54.jpg
Screenshot 2019-02-13 15.56.54.jpg (212.94 KiB) 1556 mal betrachtet

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Re: Negativfilm mit starken grün/gelb-Stich (5000ED Software)

Beitrag von Negatief » Mittwoch 13. Februar 2019, 10:29

@pixx
Ich denk ich komme jetzt relativ nahe an deinen Bearbeitung ran. Dein Bild hat gezeigt wo es circa hingehen sollte.
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Screenshot 2019-02-13 17.25.17.jpg
Screenshot 2019-02-13 17.25.17.jpg (220.63 KiB) 1554 mal betrachtet

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Re: Negativfilm mit starken grün/gelb-Stich (5000ED Software)

Beitrag von Jossie » Mittwoch 13. Februar 2019, 10:43

Guten Morgen,

hast Du schon mal eine SW-Version versucht? Sieht vielleicht in vielen Fällen besser aus als die schlechten Farben.

Nochmals der Hinweis: Falls Farbe, dann unbedingt den Scanrahmen so setzen, dass außen kein Rand bleibt. Nur so kann das Herausrechnen der Orangemaske gut funktionieren.

Das TIF oben war aber schon stark bearbeitet und hat nur 8bit/Kanal. Es zeigt Lücken im Histogramm. Wie Michael schrieb, sollte man für solch drastische Bildbearbeitung mit 16bit/Kanal arbeiten, um Tonwertabriss zu vermeiden. Wenn alles fertig ist, kann man ja dann auf JPG übergehen.

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