Anmerkungen zur Unterdrückung von Filmkornrauschen

Themen rund um verschiedene Scan-Programme wie SilverFast, NikonScan, CyberView etc.
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Jossie
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Anmerkungen zur Unterdrückung von Filmkornrauschen

Beitrag von Jossie » Mittwoch 25. Oktober 2017, 14:26

Hallo zusammen,

momentan versuche ich die Bearbeitung meiner Farbnegative zu optimieren. Bei diesen ist, im Gegensatz zu den Kodachrome-Dias, das Filmkorn meist sehr störend. Daher unterzog ich die mir zur Verfügung stehenden Programme zur Filmkornreduzierung einem Vergleich. Da dies vielleicht auch für andere Nutzer interessant sein kann, stelle ich hier die Ergebnisse zusammen.

Verglichen wurden SilverFast 8.8.0r10 GANE (maximal), VueScan 9.5.90 Kornreduzierung (stark) und ColorPerfekt 2.22 + Nik Dfine2 (Standardeinstellung). Leider fällt die Farbgebung bei jedem der Programme unterschiedlich aus (obwohl soweit möglich gleiches Filmmaterial und Neutralpipette an der gleichen Stelle verwendet wurden), was den Vergleich etwas erschwert. Während bei SilverFast und VueScan nicht bekannt ist, wie die Werkzeuge funktionieren, verwendet DFine einen Wavelet-Algorithmus.

Vergleich von zwei Bildausschnitten (leider verkleinert wegen der Größenbeschränkung):
Vergleich_Bild.jpg
Oben SilverFast, Mitte VueScan, unten ColorPerfect + Nik DFine.
Vergleich_Bild.jpg (205.22 KiB) 92 mal betrachtet
Vergleich von Schnitten durch den Himmel:
Vergleich_Schnitte.jpg
Oben die Originale, darunter die behandelten Versionen. Links SilverFast, Mitte VueScan, rechts ColorPerfect + Nik DFine
Vergleich_Schnitte.jpg (123.49 KiB) 92 mal betrachtet
Vergleich der Histogramme in einem Himmelsausschnitt:
Vergleich_Histo.jpg
Vergleich der Histogramme. Anordnung wie bei den Schnitten. Man beachte die unterschiedlichen Skalen in der Abszisse.
Vergleich_Histo.jpg (135.88 KiB) 92 mal betrachtet
Mein Fazit:

Die Kornreduktion in SilverFast bringt absolut nichts. Dies wurde bereits im SF-Forum bei Prerelease-Tests angemerkt. Auf Rückfrage bei LSI teilte man mir schon vor Jahren mit, dass dies bekannt sei und man daran arbeite, den Algorithmus neu zu programmieren. Seltsam ist nur, dass GANE in SF6 funktioniert ...

VueScan:
Der Grad der Kornreduktion (und der damit einhergehenden Glättung) kann in drei Stufen eingestellt werden.

Nik DFine:
Hier ist ebenfalls eine Glättung zu verzeichnen, aber nicht so stark wie bei VueScan, trotz ähnlicher Verringerung der Amplitude in den Schnitten. Der Grad der Reduktion (sowohl was Kontrast- als auch Farbrauschen anbelangt) kann stufenlos eingestellt werden. Die Reduktion kann über Kontrollpunkte auf die Teile des Bildes beschränkt werden, wo das Filmkorn besonders stört (wie z.B. im Himmel oder in Gesichtern). Damit liefert Nik DFine für die Filmkornunterdrückung nach meiner Einschätzung die besten Ergebnisse.

Anmerkung: Sascha Steinhoff zeigt in seinem Buch auf S. 105 den Einfluss von Mehrfachscans bei einem Nikon5000ED, der die Mehrfachscans in einem Durchlauf macht. Mehrfachscans sollten sich bei Photonenrauschen, also in dunklen Partien des Originals, auswirken. Soweit ich es beurteilen kann, dominiert in Steinhoffs Bild aber das Kornrauschen. Dieses Rauschen ist bereits beim 4-fach Scan (auf der DVD zum Buch) deutlich reduziert. Dies ist für mich völlig unverständlich, denn bei einem perfekten Mehrfachscan (also ohne Versatz zwischen den Einzelscans) muss das Filmkornrauschen deutlicher herauskommen als im Einzelscan! Hier muss in NikonScan also noch etwas passieren, was nicht erwähnt wird. Das 4fach-Bild kommt mir auch deutlich unschärfer vor als der Einfachscan. Bei DFine, angewandt auf dieses Bild, ist dies nicht der Fall.

Hermann-Josef
DigitDia6000 (CyberView, SilverFast Archive Suite 8) / CanoScan9950F (ScanGear, VueScan Pro), Eizo CS240, Spider4Elite unter Win10 (64bit), i7 (3.5GHz), Speicher 24GB

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