DD6000 oder DD7000

Fragen/Themen zu Reflecta-Filmscannern
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Roland75
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DD6000 oder DD7000

Beitrag von Roland75 » Freitag 8. Juni 2018, 08:37

Da mein Vater letztes Wochenende verstorben ist stehe ich nun vor der Situation seine Fotos für Alle, die Ewigkeit und die Familie zu erhalten.

Ich habe eine Inventur gemacht und an die 485 Diaboxen gezählt in der an die 100 Dias sein können. Ich weiß nun nicht welchen Scanner ich kaufen soll (mit Leihen wird es bei der Menge nicht wirtschaftlich, denke ich). Ich denke ich werde 5000dpi scannen (auch wenn der 7000er 10000dpi kann) mit Magic Touch - andere Optionen, weiß ich nicht, ob ich verwenden soll/werde ?!? Mich würde nun interessieren, wie sich hier die Scanzeiten unterscheiden bei beiden Geräten (6000 vs 7000) bei 5000 dpi und Magic Touch.

Aus diesem Video:
https://www.youtube.com/watch?v=6GVZZFHTqBI
heißt es, dass es ungefähr 15% schneller sein soll

DD6000 kostet 1399.- , DD7000 1999.- mit welchem würde ich mit besserem Wiederverkaufswert aussteigen so nach 1 Jahr? Irgendwann wird Reflecta wohl auch den support für den 6000er einstellen, Teile, usw...

Dann habe ich noch eine Frage zu Dias hinter Glas. Von dieser Sorte habe ich zum Glück nur eine kleine Menge gefunden. Zum sinnvollen Scannen soll man die ja in normale Rahmen umbauen und dafür braucht man ein spezielles Werkzeug hab ich gelesen. Wo kann man sowas kaufen? Bzw wie heißt das Ding?

Dann noch zu Kodachrome:
Aus einer Rezension auf amazon konnte ich beim DD6000 lesen:
"Zur Staub- und Kratzentfernung kann ich nichts sagen, da dies bei Kodachromefilmen bei Scannern nicht einsetzbar ist."
stimmt das? Wie erkenne ich ob es sich um einen Kodachromefilm handelt? Ich denke man kann hier sicher zeit sparen.

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Jossie
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Re: DD6000 oder DD7000

Beitrag von Jossie » Freitag 8. Juni 2018, 09:12

Guten Morgen und willkommen im Forum!

zunächst mein Beileid zum Tode Deines Vaters. Ich will versuchen, Dir einige Tipps zu geben.

Zur Planung des Projektes solltest Du Dir zu aller erst darüber Klarheit verschaffen, was mit den Scans geschehen soll. Denn es macht einen Unterschied, ob Du die Bilder in bestmöglicher Qualität archivieren möchtest oder ob diese nur auf einem Fernsehgerät oder Beamer betrachtet werden sollen. Legst Du auf große Farbtreue Wert, so musst Du anders herangehen, wie wenn Du halt nur die Bilder irgendwie digital haben möchtest. Diese Entscheidung halte ich für den ersten wesentlichen Schritt.

Legst Du Wert auf hohe Farbtreue, so ist ein kalibrierter Monitor nötig und der Einsatz von IT8-Targets für das Farbmanagement. Die IT8-Kalibration dient dazu, dass die Farben so rauskommen, wie Du sie bei Sonnenlicht auf dem Dia mit dem Auge siehst. Das bedeutet aber auch, dass durch Altern verfärbte Dias verfärbt bleiben! Eine Verfärbung musst Du zusätzlich noch mit anderen Mitteln beseitigen (Weißabgleich usw.). Einen Vergleich des Einflusses der IT8-Kalibrierung findet sich hier und hier.

Leider war reflecta nicht bereit, mir einen DD7000 zum Testen zur Verfügung zu stellen. Der Test hier bei ScanDig sagt nicht viel aus. Alles in allem sieht es so aus, dass die Auflösung nun 10000 dpi betragen soll und der Dichteberiech von 3.8 auf 4.2 angehoben sein soll. Aber wie man in Tests der anderen reflecta Scanner mit angeblich 10000 dpi lesen kann, ist das nur ein Marketing-Versprechen. Man braucht auch keine 10000 dpi, selbst für sehr gute Optik und Kodachrome reichen 5000 dpi, wenn man sie denn tatsächlich hinbekommt (siehe dazu meinen Vergleich). Auch den Anstieg des Dichtebereichs möchte ich gerne erst mal sehen.

Die Scangeschwindigkeit würde ich als sekundär betrachten, da Du bis zu 100 Dias im Magazin am Stück scannen kannst. Die Aussage im ScanDig-Tests, "dass es eher die Ausnahme ist, dass ein ganzes Magazin ganz ohne Zutun des Anwenders komplett durchgescannt wird", kann ich in keiner Weise unterstützen. Ich habe mit meinem DD6000 nun schon 23000 Dias gescannt und bislang gab es einen einzigen Hänger, bei dem ich vielleicht noch selbst schuld war, da das Rähmchen u.U. nicht korrekt sass.
Roland75 hat geschrieben:
Freitag 8. Juni 2018, 08:37
Dann habe ich noch eine Frage zu Dias hinter Glas.
Die musst Du auf jeden Fall umrahmen. Ein besonderes Werkzeug dazu kenne ich nicht. Es kommt auf die Art der Rahmung an. Mein Vater hatte welche verwendet, die mit Klebepapier verschlossen waren. Da half ein scharfes Teppichmesser. Andere kann man einfach aufklappen.
Roland75 hat geschrieben:
Freitag 8. Juni 2018, 08:37
Dann noch zu Kodachrome:
Die Staub- und Kratzerentfernung ist für mich neben dem Farbmanagement das wichtigste Werkzeug! CyberView und VueScan kannst Du für Kodachrome vergessen. Bei CyberView wird explizit davon abgeraten, MagicTouch bei Kodachrome einzuschalten. VueScan korrigiert bei Kodachrome in allen dunkleren Bereichen rum, wo es nichts zu korrigieren gibt, wodurch der Kontrast merklich leidet. Für Kodachrome ist nach meiner Einschätzung nur SilverFast brauchbar und liefert bei korrekter Einstellung gute Ergebnisse. Für das Farbmanagement gilt das Gleiche: CyberView kann überhaupt kein Farbmanagement, die IT8-Kalibration bei VueScan ist nur Schmalspur und liefert bei Kodachrome einen Rotstich.
Roland75 hat geschrieben:
Freitag 8. Juni 2018, 08:37
Wie erkenne ich ob es sich um einen Kodachromefilm handelt?
Entweder am Original-Papprähmchen (Aufschrift), an der Emulsionskennung auf der Perforation (siehe diese Liste). Am einfachsten ist es aber, die Emulsionsseite unter schrägem Lichteinfall zu betrachten. Bei Kodachrome (K14-Entwicklung) sieht diese reliefartig aus und Du erkennst das Motiv. Bei E6-Emulsionen (Ektachrome …) erscheint die Emulsionsseite glatt und glänzend. Das Motiv ist kaum zu erkennen.

Was hat das mit Zeitersparnis zu tun?

Apropos: Die Scanzeit ist eigentlich unwichtig, denn das macht der Scanner im Wesentlichen ohne Dich. Aber Du musst für die Bearbeitung etwa mit 5-10 Minuten pro Bild rechnen (siehe Beitrag von Yogi). Und bei so vielen Bildern hilft dann eigentlich nur auswählen!

Mehr zu all diesen Punkten findest Du in meinen Anmerkungen zu SilverFast.

Beste Grüße

Hermann-Josef
Zuletzt geändert von Jossie am Mittwoch 13. Juni 2018, 13:44, insgesamt 8-mal geändert.
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Re: DD6000 oder DD7000

Beitrag von Roland75 » Freitag 8. Juni 2018, 10:59

Danke für die ausführliche Antwort.

Also Fernseher und Beamerprojektion sollten im Prinzip reichen. Ein paar persönliche Fotos (nicht die seiner Reisen, wo ich nicht dabei war) werde ich in höherer Qualität scannen wollen.

Gute "Farbwiedergabe" ist mir im Prinzip schon wichtig - Farbtreue zum Original vlt nicht unbedingt. Ich habe mich an die übersättigten Fotos von Samsunghandys bereits gewöhnt (auch wenn ich mir hier vlt Ärger einhandle :) ) und auch hier gelesen, dass man mit Photolemur die Fotos einfach/schnell (aber eben nicht originalgetreu) optimieren kann.

Nur damit ich wirklich originale Farben habe finde ich aber Silverfast AI Suite 8 wirklich zu teuer.... (ebay 399.-).
Aber vlt müsste ich das einmal selbst testen um die Unterschiede zu sehen.

Mir wäre beim Archivieren wichtig:
- Kratzer und Staubfreioptimierungen, wenn geht
- Gute Farben (nicht blass, auch nicht zu knallig)
- Kontraste so gut es eben geht mitnehmen (ich denke Silverfast hat da die Nase vorn gegenüber Cyberview?)
- Schärfe was halt machbar ist
- zumindest doppelter bis dreifacher Zoom in das Bild ohne Verpixelung
- Eigenständige Abarbeitung der Dias vom Gerät

Je mehr ich lese um so mehr scheint es mir eine Wissenschaft zu sein...

Das PDF über Silverfast, VUEScan und Cyberview, das sie erstellt haben ist sehr hilfreich und ich werde es bald komplett lesen!

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Jossie
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Re: DD6000 oder DD7000

Beitrag von Jossie » Freitag 8. Juni 2018, 11:15

Hallo,
Roland75 hat geschrieben:
Freitag 8. Juni 2018, 10:59
Aber vlt müsste ich das einmal selbst testen um die Unterschiede zu sehen.
Ich würde mir auf jeden Fall die Zeit nehmen, die Software zu testen. Leider gibt es für VueScan keine Demo-Scans (Ed Hamrick weigert sich, solche zur Verfügung zu stellen). SilverFast hat momentan nur zwei E6-Dias zum Herunterladen. Wenn man noch keinen Scanner hat, sind Demo-Scans die einzige Möglichkeit, sich selbst einen Eindruck über die Funktionalitäten der Software zu verschaffen. Ich stelle daher weitere Probescans zur Verfügung, die auch Kodachrome und ein Farbnegativ umfassen.
Roland75 hat geschrieben:
Freitag 8. Juni 2018, 10:59
Je mehr ich lese um so mehr scheint es mir eine Wissenschaft zu sein...
Der Aufwand eines Scanprojektes wird meist total unterschätzt! Um Frust zu vermeiden, empfehle ich unbedingt eine ausgiebige Bestandsaufnahme (Emulsionen, Zustand wie Verfärbung, Kratzer …), die gute Einschätzung, was man an Qualität haben möchte und genaue Vorstellung darüber, was mit den digitalen Bildern eigentlich geschehen soll. Dann kann man auf solider Grundlage entscheiden.

Ich selbst habe alle meine Bilder ins Rohformat gescannt und auf externen Festplatten archiviert. Anhand einer Standardbearbeitung im Stapelbetrieb über alle Scans suche ich die Bilder raus, die dann optimal bearbeitet werden. Dies ist vor allem bei Farbnegativen wichtig, da man den Scans meist nicht ansehen kann, was Sache ist.

Hermann-Josef
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Re: DD6000 oder DD7000

Beitrag von Roland75 » Samstag 9. Juni 2018, 14:58

Ich habe mir jetzt den 6000er bestellt, aber eine Frage hab ich da noch...

Ist die Farbabweichung bzw Kontrastabweichung für alle scans die selbe?
Könnte man sozusagen eine Korrekturvorlage erstellen, die dann auf alle scans anwendbar ist in zB in Photoshop oder Lightroom oder ähnlicher Software?

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Re: DD6000 oder DD7000

Beitrag von Jossie » Sonntag 10. Juni 2018, 08:20

Roland75 hat geschrieben: aber eine Frage hab ich da noch...
Bist Du da sicher? ;)
Roland75 hat geschrieben:Könnte man sozusagen eine Korrekturvorlage erstellen …
Genau das ist die Aufgabe des Farbmanagements, genauer gesagt des ICC-Profils des Scanners. Siehe dazu den Abschnitt 3.3 in meinen Anmerkungen zum Prinzip und die Beispiele zur Auswirkung der IT8-Kalibration in meinen Beiträgen hier und hier.

CyberView, das mit dem Scanner mitgeliefert wird, kann kein Farbmanagement. Das von VueScan ist nur Schmalspur und z.B. für Kodachrome unbrauchbar. Bleibt für gutes Farbmanagement nur SilverFast. Alternativ verwendet man die Scansoftware nur zur Staub- und Kratzerentfernung und dann Drittsoftware zur Erstellung des ICC-Profils (z.B. Argyll) und Software wie Photoshop, RawTherapee ... für die Bildbearbeitung. Aber wie auch immer, eine Einarbeitung ist erforderlich, um optimale Ergebnisse in annehmbarer Zeit zu erreichen.

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Re: DD6000 oder DD7000

Beitrag von Joe » Sonntag 10. Juni 2018, 14:53

Mach erst mal ein paar Gehversuche mit dem DD6000. Wenn Du dann unzufrieden bist stell noch mal gezielt Fragen, es gibt dann sicher Tipps für Optimierungen.

Ich kenne viele Anwender die nicht so hohe Ansprüche haben und mit dem zufrieden sind "was aus dem Scanner kommt".

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Re: DD6000 oder DD7000

Beitrag von Jossie » Sonntag 15. Juli 2018, 15:55

Hallo,

nachdem im ScanDig-Test des DD7000 inzwischen auch die Auflösung diskutiert wird, als Ergänzung zur Ausgangsfrage, hier ein Ausschnitt aus dem USAF1951-Target mit meinem DD6000. Der B-Kanal ist am schärfsten, daher zeige ich hier diesen:

B_DD6000.jpg
B_DD6000.jpg (21.82 KiB) 276 mal betrachtet

Vertikal trenne ich noch Element 6.4 und horizontal 6.5. Das entspricht einer Auflösung laut Tabelle von 4600dpi bzw. 5100dpi! Man vergleiche dies mit dem DD7000 und dem DD6000 in den Tests von ScanDig. Beim DD7000 ist übrigens auch der B-Kanal am schärfsten, wenn ich es korrekt gesehen habe.

Dies zeigt nochmals, dass man die Auflösungstests mit dem USAF1951-Target nicht überstrapazieren darf. Zunächst ist die Bestimmung der Auflösung damit allerhöchstens auf 10% genau. Klarerweise kann die nominelle Auflösung (gegeben durch CCD-Pixelgröße und Schrittweite des Schrittmotors) nicht überschritten werden. Aber alle Werte darunter sind möglich, je nachdem, wie gut oder schlecht die Optik justiert ist. Das bedeutet aber auch, dass die bei einem individuellen Gerät einer Modellserie bestimmte Auflösung (z.B. dem Testgerät!) nicht ohne weiteres auf alle Geräte der Serie übertragen werden kann.

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Re: DD6000 oder DD7000

Beitrag von Roland75 » Mittwoch 26. September 2018, 13:08

Hallo!

Habe nun seit gestern endlich einen DD6000. Was da bei Cyberview rauskommt ist echt grausam, aber mit Lightroom und Farbkorrektur danach ist das Ergebnis erstaunlich gut.

Bisher bin ich zufrieden und scanne auf JPG 100% - 2500dpi. Das reicht für meine Zwecke.

lg aus Mödling
Roland

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Re: DD6000 oder DD7000

Beitrag von Jossie » Mittwoch 26. September 2018, 14:10

Hallo Roland,

dann viel Spaß beim Scannen!

Bevor Du Dich auf CyberView einlässt, würde ich Dir wirklich wie oben geschrieben empfehlen, die Testversionen von VueScan und SilverFast auszuprobieren. Es gibt da wirklich gewaltige Unterschiede. Ganz ohne Nachbearbeitung wir es meiner Erfahrung nach nicht gehen, aber wenn das Ausgangsbild schon gute Qualität hat, dann spart man Zeit.

Es kommt vor allem auch darauf an, welches Filmmaterial zu scannen ist.

Beste Grüße

Hermann-Josef
Zuletzt geändert von Jossie am Mittwoch 26. September 2018, 14:31, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: DD6000 oder DD7000

Beitrag von Joe » Mittwoch 26. September 2018, 14:20

Ich würde mit 5000 dpi scannen. Das dürfte nur unerheblich länger dauern.

Wenn es dann mal einen 4K oder 8K Monitor oder TV gibt, muss man sich nicht darüber ärgern das man alles mal mit 2500 dpi gescannt hat.

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Re: DD6000 oder DD7000

Beitrag von Jossie » Mittwoch 26. September 2018, 14:34

Ich stimme Josef zu, nicht wegen des 4k-Monitors sondern aus anderen Gründen.

Die Staub- und Kratzerentfernung sowie die Filmkornunterdrückung funktionieren bei 5000 dpi besser. Ansonsten braucht man 5000 dpi nur in Ausnahmefällen (extrem feinkörniger Film und exzellente Optik). Man binnt dann die Scans 2x2 nach der Bildbearbeitung (und vor optionalem Schärfen). Das erhöht auch nochmals das Signal-zu-Rausch-Verhältnis! Ein Dia hat dann immer noch etwa (3400 x 2200) Pixel. Bei geplanter Nachbearbeitung sollte man unbedingt zunächst ins TIF-Format scannen, dieses archivieren und den Übergang zu JPG ganz am Ende vornehmen, wenn alles fertig ist.

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Re: DD6000 oder DD7000

Beitrag von Roland75 » Donnerstag 27. September 2018, 21:24

"Man binnt dann die Scans 2x2 nach der Bildbearbeitung"

Was meinst du damit genau? Resize auf die halbe Auflösung? (ein Viertel der Bildpunkte)

Derzeit bin ich mit Kunststoff-gerahmte Dias aus den 70er unterwegs... (kein Kodachrome). Mir sind aber auch Dias aus den 50ern unter gekommen mit Metallrahmen und Glas - da hab ich nur die, die ich wollte umgerahmt und gescanned. Eine Arbeit...

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Re: DD6000 oder DD7000

Beitrag von Jossie » Freitag 28. September 2018, 09:03

Guten Morgen Roland,
Roland75 hat geschrieben:
Donnerstag 27. September 2018, 21:24
Resize auf die halbe Auflösung? (ein Viertel der Bildpunkte)
Ja, das Zusammenfassen von Bildpunkten ist damit gemeint. Trivial bei ganzzahligem Faktor, bei Bruchteilen muss interpoliert werden. Das kann aber jedes Bildbearbeitungsprogramm.
Jossie hat geschrieben:
Mittwoch 26. September 2018, 14:34
Mir sind aber auch Dias aus den 50ern unter gekommen mit Glas ...
Korrekt, Glasrähmchen müssen unbedingt entfernt werden. Durch das Glas kommt eine Fokusverschiebung rein, außerdem führt das zu Streulicht.

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Re: DD6000 oder DD7000

Beitrag von Roland75 » Freitag 28. September 2018, 10:35

Binning - ja genauso macht das das Huawei P20 Pro Handy... von 40 mpixel auf 10 runter => weniger Rauschen.

Sollte man mit 8bit oder 16bit Farbtiefe scannen? Macht das einen erkennbaren Unterschied?

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Re: DD6000 oder DD7000

Beitrag von Jossie » Freitag 28. September 2018, 11:09

Hallo Roland,
Roland75 hat geschrieben:
Freitag 28. September 2018, 10:35
Sollte man mit 8bit oder 16bit Farbtiefe scannen?
Hier gilt wieder das Argument, dass wenn man die Bilder extern weiter bearbeiten will, man nicht in JPG (per definitionem 8 Bit / Kanal) und auch nicht mit 8Bit als TIF speichern sollte. Bei 8Bit hat man pro Kanal nur 256 Helligkeitsstufen. Das ist gerade soviel, dass das menschliche Auge / Gehirn keine Helligkeitssprünge mehr sehen kann. Durch Bildbearbeitung gehen aber meist Helligkeitsstufen verloren (z.B. durch Rundungen …). Damit kann es passieren, dass man bei 8Bit/Kanal in gleichmäßig verlaufenden Bildteilen wie dem Himmel Streifen sieht. Man nennt das Tonwertabriss. Bei 16Bit hat man 65536 Graustufen zur Verfügung und man geht dann ganz am Ende auf JPG mit hoher Qualität über. Die Qualität kann man bei Vorwahl von JPG in SF unter "Opt." im Dialog "Maße und Auflösung des Scans" einstellen.

Beste Grüße

Hermann-Josef
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Re: DD6000 oder DD7000

Beitrag von Joe » Freitag 28. September 2018, 11:48

Bei 16bit muss der komplette Workflow das unterstützen = alle verwendeten Programme müssen mit den 16bit Dateien umgehen können.

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Re: DD6000 oder DD7000

Beitrag von Roland75 » Mittwoch 3. Oktober 2018, 15:09

Die Qualität der Bilder ist mal so und mal so. Es scheint eine Kunst bzw auch Glück gewesen zu sein die richtigen Einstellungen auf der Kamera zu machen oder mein Vater war kein begnadeter Fotograf. (Ich beziehe mich immer noch auf Material aus den 70ern und 80ern mit analoger Canon Spiegelreflexkamera). Bei einigen Bildern passt die Belichtung nicht (über/unterbelichtet) oder es ist verwackelt bzw unscharf. Natürlich kann man nachhelfen mit Lightroom, aber generell macht beim Galaxy S9 heutzutage Fotos, die in der Qualität stabiler (immer scharf) sind und auch besser sind (abgesehen davon, dass ich dort kein Tele habe). Da wo er die Einstellungen perfekt getroffen hat ist die Qualität dann doch beeindruckend, aber es fehlt eben generell an Stabilität. So könnte man tatsächlich jedes einzelne Foto nachbearbeiten um es zu optimieren (nach einer Grundanpassung pro Film sag ich mal). Natürlich kann man mit modernen Spiegelreflexkameras noch mehr herausholen als mit einem Handy.

Das ist wohl der Fortschritt der Technik...

1200 Dias sind gescannt - 500 Boxen sind es gesamt :)

Schönen Gruß aus Mödling

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Re: DD6000 oder DD7000

Beitrag von Jossie » Mittwoch 3. Oktober 2018, 16:09

Hallo Roland,

also wenn die Vorlage nicht gut ist, dann kann der Scanner da auch nicht viel mehr rausholen (Schärfe, Dynamik …).

Aber generell gilt, dass man auswählen muss. Die Bearbeitung eines Scans in PS oder wo auch immer, dauert halt seine Zeit, bei mir 5-10 Minuten pro Bild. Allerdings muss ich zugeben, dass es mir schwer fällt, z.B. von den Bildern unserer Kinder welche auszusortieren (es sei denn sie sind technisch nicht gut).

Hermann-Josef
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