Reinigung der Dias

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DerArchivierer
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Reinigung der Dias

Beitrag von DerArchivierer » Donnerstag 1. März 2018, 15:06

Ich habe die Reinigung der Dias sehr unterschätzt. Verlorene Informationen durch Partikel sind zwar mit Algorithmen korrigierbar, oft sogar erstaunlich gut, aber leider werden auch bei stärkerer Erkennung Pixel korrigiert, die fehlerfrei sind. Besonders Holz ist empfindlich und ich beobachte unerwünschte zu starke Korrekturen. Ein Fussel im Gesicht sieht nach einer zu starken Korrektur teilweise wie eine Narbe aus. Und ich kann nicht jedes Bild einzeln intensiv bearbeiten, daher möchte ich bei der Archivierung lieber gleich das bestmögliche herausholen.

Eine gute Reinigung ist natürlich nicht verkehrt. Ich habe den Eindruck, das in diesem Forum das Thema zu kurz bisher kam.

Meine derzeitige Methode:
Ich habe die Dias in Kassetten gelagert mit jeweils 2 Magazinen. Diese waren in einer Umzugskiste auf dem Dachboden. Staub ist bereits beim damiligen Betrachten in die Dias gekommen und natürlich auch über die Lagerzeit. Es sieht nicht sichtbar verstaubt aus. Aber bei meinem ersten Scan ohne Reinigung, habe ich doch viele größere Partikel entdeckt, die SF nicht erkannt hat. Nach einer Erhöhung der Erkennung, gab es zuviel Korrektur.
Dann habe ich angefangen mit einem Blasebalg zur Reinigung von Objektiven jedes Dias zu reinigen: Vorderseite und Rückseite, ca. 5x gepustet pro Seite. Das war ein gutes Training für meine Hand :D

Ergebnis: Große Partikel lösen sich, manchmal konnte ich das sehen. Trotzdem gibt es noch viel Staub, vor allen Dingen kleine Partikel.
Es ist deutlich besser, ich bin aber nicht zufrieden, da ich denke das es mit minimal mehr Aufwand noch besser gehen muss.

Lösungsidee 1 : Pinsel und Blasebalg?
Vorteile : Kostengünstig, Pinsel löst eventuell leicht anhaftende Partikel. Reine Luft.
Nachteile: zeitaufwendig. Vielleicht doch nicht so gründlich wie mit Reinigungsflüssigkeit - dann Zeit verschwendet?
Wie sind eure Erfahrungen?

Lösungsidee 2 : Druckluftspray
Nachteile: teuer und schnell leer. Klebende Partikel lösen sich eventuell doch nicht.
Vorteile : Mehr Luftdruck, leicht anhaftende Partikel fliegen weg. Schnell.Vielleicht doch gründlicher als mit meiner Blasebalg Methode.
Wie sind hier eure Erfahrungen?

Lösungsidee 3 : Reinigungsflüssigkeit von Harma (teuer 18 EUR) + Mikrofasertuch.
Nachteile: zeitaufwendig, chemischer Eingriff, Dias könnten sich wölben und verrutschen durch Reibungsdruck und der Flüssigkeit
Vorteile: für eine Zeit antistatisch, weniger Staubaufnahme beim Scanvorgang. Haftende Partikel könnten entfernt werden.
Vielleicht die gründlichste Methode dies bei jedem Dia durchzuführen. Da frage ich mich, wieviel Aufwand akzeptabel ist und hier Zeit und Nutzen vielleicht nicht im guten Verhältnis sind. Andererseits: Mein Vater ist bald Rentner, der hat dann Zeit für sowas :lol: :lol: :lol:
Ich muss ihm nur klare Anweisungen geben. :lol: :lol:
Wie sind hier eure Erfahrungen?

Alternative Ansätze für ein optimales Ausgangsmaterial?

Weiter gedacht: Mein Scanner habe ich gebruacht erworben und ist 7 Jahre alt. Staub könnte im Gehäuse sein und im schlimmsten Falle auf dem Sensor. Ich kann auf der LED ein Fussel sehen. Soll ich da mal mit Druckluft reinsprühen oder mache ich da vielleicht mehr kaputt, weil der Fussel sich dann auf dem Sensor absetzt? Streifen habe ich keine!

Mich würde mal interessieren, wie ihr das macht. Vielleicht habt ihr ja auch soviel Erfahrung, dass ihr sagen könnt, die Lösungsansätze geben sich alle nicht viel. Das wäre ja auch bereits hilfreich, dass man hier dann keine Wissenschaft betreibt und Unsummen an Reinigungsflüssigkeit und Druckluftspray bezahlt.

Wie ihr merkt, ich suche nach Strategien und klarer Linie aus dem analogen Material das beste in vertretbarem Aufwand herauszuholen. Ich will Dias nicht 2x scannen und meine Dias mit gutem Gewissen danach entsorgen. :D ohne zu bereuen, ich hätte dies und das doch anders machen können.
Da ihr euer Material schon mehrmals gescannt habt und viel Zeit investiert habe, baue ich auf eure Erfahrungen. Mir fehlt die Erfahrung, aber ich schätze das gerade am Anfang viele Fehler gemacht werden und das fängt bei der Reinigung an.
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Joe
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Re: Reinigung der Dias

Beitrag von Joe » Donnerstag 1. März 2018, 15:21

Druckluftspray: Ich habe sehr gute Erfahrungen mit Druckluftspray gemacht. Im Baumarkt ist das erheblich günstiger als im "Fachhandel".

Früher habe ich auch mal einen Kompressor vom "Airbrushen" genommen. Zum einen habe ich die Ausrüstung nicht mehr, zum anderen konnte es da schon mal vorkommen das Wasser auf die Dias kam (nicht so tragisch, aber ärgerlich).

Reinigungsflüssigkeiten: habe ich selbst noch nicht verwendet. Aber von anderen Anwendern habe ich schon einige Mails bekommen das die damit ihr Dias ruiniert haben. Also wenn dann mit einer Auswahl "nicht so wichtiger" Dias ausprobieren. Die danach auch unbedingt mal ein paar Tage liegen lassen und noch mal kontrollieren.

Sonstiges: Bei Dias und beim Scanner: ganz, ganz vorsichtig mit einem Staubsauger arbeiten. Auf niedrigster Stufe und am besten mit einem entsprechenden kleinen Vorsatz (die gibt es für kleines Geld, werden meist für PC-Reinigung beworben. Die Vorsätze kommen dann auf das normale Staubsaugerrohr. Ein Adapter und ein kleiner Schlauch sind meist dabei).

DerArchivierer
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Re: Reinigung der Dias

Beitrag von DerArchivierer » Donnerstag 1. März 2018, 15:47

@Joe: Danke für die Tipps.
Meine Gedanken zu Kompressor Airbrush : Viel zu laut und teuer (Amazon: +/- 100 EUR). Danach: Schlecht verkaufbar.
Andererseits, bei vielen Dias gehen auch viele Druckluftspraydosen drauf und pro Dose 3,40 EUR kosten die schon.
Lautstärke ist ein Problem.

Reinigungsflüssigkeit ist speziell für Dia Filme ausgelegt und so teuer und zerstört die Dias? Das wäre eine Katastrophe.
Gelesen habe ich das auch schon. Daher habe ich von der Methode Respekt, zudem zeitaufwendig.
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Re: Reinigung der Dias

Beitrag von Joe » Donnerstag 1. März 2018, 15:49

Wie gesagt: mit SF kannst Du sicher gute oder sogar beste Ergebnisse erzielen.

Ich weiß nicht wie tief Deine SF Kenntnisse schon sind. Früher war das Buch "Silverfast - Das offizielle Buch" von Taz Tally "die Bibel für SF und Pflichtlektüre". Leider hat das Buch immer noch den alten Stand. Ob das daher aktuell noch brauchbar ist kann ich Dir nicht beantworten.

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Re: Reinigung der Dias

Beitrag von DerArchivierer » Donnerstag 1. März 2018, 15:51

Methode Staubsauger und Dias und Scanner: Sehr gute Idee :D
Kostet ca. 13-20 EUR, entweder als Set wie Joe beschrieben oder gleich als Akku Staubsauger (vielleicht der Akku Staubsauger sehr praktikabel?)
Download.jpg
Download.jpg (13.75 KiB) 1343 mal betrachtet
Download (1).jpg
Partikel, deren Haftung größer als die Saugkraft der Luft ist, dürften trotzdem nur durch Feuchtigkeit zu lösen sein.
Dateianhänge
Download (1).jpg
Download (1).jpg (10.8 KiB) 1343 mal betrachtet
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Re: Reinigung der Dias

Beitrag von Jossie » Donnerstag 1. März 2018, 16:05

Hallo,

da bin ich nun völlig verwirrt:
DerArchivierer hat geschrieben:
Donnerstag 1. März 2018, 15:06
Verlorene Informationen durch Partikel sind zwar mit Algorithmen korrigierbar
Nein, sind sie nicht, denn es wird interpoliert. Weg ist weg!
DerArchivierer hat geschrieben:
Donnerstag 1. März 2018, 15:06
Besonders Holz ist empfindlich und ich beobachte unerwünschte zu starke Korrekturen.
Wenn sich das auf E6-Emulsionen bezieht, dann machst Du etwas falsch, denn im IR-Kanal siehst Du das Motiv doch praktisch nicht. Und danach wird die Korrektur gemacht.
DerArchivierer hat geschrieben:
Donnerstag 1. März 2018, 15:06
Ein Fussel im Gesicht sieht nach einer zu starken Korrektur teilweise wie eine Narbe aus.
Zeige doch mal ein Beispiel oder, noch besser, lege das Rohbild auf filebin.net, dann kann man sich das mal ansehen.
DerArchivierer hat geschrieben:
Donnerstag 1. März 2018, 15:06
habe ich doch viele größere Partikel entdeckt, die SF nicht erkannt hat.
Welche Emulsion, welche Einstellungen in iSRD waren das?
DerArchivierer hat geschrieben:
Donnerstag 1. März 2018, 15:06
Trotzdem gibt es noch viel Staub, vor allen Dingen kleine Partikel.
Ich habe viele Dias, bei denen es sich offensichtlich nicht um Staub sondern um Schmutz in der Emulsion handelt (Unsauberkeit beim Entwicklen??), denn die lassen sich durch nichts entfernen.

Reinigungsflüssigkeit und Tuch würde ich auf keinen Fall verwenden, denn da besteht das Risiko von Kratzern.
DerArchivierer hat geschrieben:
Donnerstag 1. März 2018, 15:06
Staub könnte im Gehäuse sein und im schlimmsten Falle auf dem Sensor.
Staub auf dem CCD würde zu Streifen in Scanrichtung führen, also leicht erkennbar. Staub auf der LED ist komplizierter, aber rein intuitiv würde ich da keine gravierenden Auswirkungen erwarten, da der Staub nicht scharf auf das CCD abgebildet werden dürfte. Das Dia wird ja scharf abgebildet. Aber Streulicht ist auch nicht schön.
DerArchivierer hat geschrieben:
Donnerstag 1. März 2018, 15:06
Mich würde mal interessieren, wie ihr das macht.
Meine Methode hatte ich erwähnt: Abblasen mit der Gärtnerspritze. Für hardnäckige Staubkörner, die eindeutig auf der Oberfläche haften, liegt ein sehr weicher Optikerpinsel parat. Kontrolle durch Blick schräg auf beide Seiten. Ich hatte meine Dias 1x gründlich gereinigt, dann in Magazinen verpackt. Wenn ich (in Ausnahmefällen) nochmals scanne, genügt kurzes Abblasen mit der Spritze.

Hinweis zur Einarbeitung:
Wenn es um die Methodik geht, dann lohnt sich auf jeden Fall ein Blick ins Handbuch zu SilverFast6. Die Benutzeroberfläche hat sich zwar geändert, aber die Prinzipien sind gleich geblieben. Ansonsten hatte ich ja schon auf zwei Quellen hingewiesen, sich Grundkenntnisse anzueignen. Für mich ist immer schwer einzuschätzen, was man voraussetzen kann. Ich habe halt 30 Jahre täglich auf digitale Bilder gestarrt... :D

Hermann-Josef
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Re: Reinigung der Dias

Beitrag von DerArchivierer » Freitag 2. März 2018, 01:22

Jossie hat geschrieben:
Donnerstag 1. März 2018, 16:05
da bin ich nun völlig verwirrt:
DerArchivierer hat geschrieben: ↑Donnerstag 1. März 2018, 15:06
Verlorene Informationen durch Partikel sind zwar mit Algorithmen korrigierbar
Nein, sind sie nicht, denn es wird interpoliert. Weg ist weg!
Stimmt, ich habe das gleiche gemeint wie du Jossie, nur unglücklich ausgedrückt.
Jossie hat geschrieben:
Donnerstag 1. März 2018, 16:05
Zeige doch mal ein Beispiel oder, noch besser, lege das Rohbild auf filebin.net, dann kann man sich das mal ansehen.
Ich habe das Bild damals nicht gespeichert und nur rumgespielt. Demnächst werde ich Bilder zeigen. Danke für den Link zum Bilder sharen, jetzt weiß ich wo ich die hochladen kann.
Jossie hat geschrieben:
Donnerstag 1. März 2018, 16:05
Welche Emulsion, welche Einstellungen in iSRD waren das?
Kodak Ektochrome 200, E6 Emulsion glaube ich. iSRD Erkenung 13 und höher!
Jossie hat geschrieben:
Donnerstag 1. März 2018, 16:05


An eine Gärtnerspritze habe ich auch schon gedacht. Eigentlich eine gute Idee, müsste man nur etwas umbauen. Der Arm ist lange.
Definitiv billiger als die Druckluftsprays.
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Re: Reinigung der Dias

Beitrag von Jossie » Freitag 2. März 2018, 08:59

Guten Morgen,
DerArchivierer hat geschrieben:
Freitag 2. März 2018, 01:22
Demnächst werde ich Bilder zeigen.
Das wird sicher helfen, Probleme zu erkennen.
DerArchivierer hat geschrieben:
Freitag 2. März 2018, 01:22
An eine Gärtnerspritze habe ich auch schon gedacht. Eigentlich eine gute Idee, müsste man nur etwas umbauen.
Ich meinte nicht die großen Pumpen, sondern die kleinen Handflaschen. Da gibt es zweierlei. Die einen funktionieren nur mit Flüssigkeit, die anderen auch ohne. Kosten in der etwas stabileren Art um die €15 (ein Billigprodukt vom Baumarkt für €5 war nach wenigen Diamagazinen kaputt). Es ist billig, leise und umweltfreundlich. Eine Pumpladung reicht für 3-5 Dias.

Man muss nur aufpassen, denn durch das Blasen kann sich innen Kondenswasser bilden. Ich kontrolliere das regelmäßig.

Beste Grüße

Hermann-Josef
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Re: Reinigung der Dias

Beitrag von DerArchivierer » Freitag 9. März 2018, 16:00

So eine kleine Handgartenspritze lohnt sich bestimmt. Druckluft kostet, wenn diese billig ist, ca. 3,40 EUR pro 750ml.

Meine Erfahrung:
Ich habe zunächst mit einem Blasebalg zur Reinigung von SLR Kameras (Senoren) und Objektive verwendet. Ein paar Dias hatten dennoch starke Staubpartikel.Ich war nicht zufrieden und habe mit zum Test ein Druckluftspray gekauft. Diesen Dreck habe ich auch nicht mit Druckluft abbekommen.
Die Druckluft ist recht stark und hat den Nachteil, dass wenn man zulange sprüht und der Winkel ungünstig ist, Feuchtigkeit aus dem Inneren der Druckluft auf den Dias gelangt. Dies ist leider nicht nur Kondenswasser.

Ich würde somit den Blasebalg für Objektive bevorzugen oder eine kleine Hand Gärtnerspritze. Mit Flüssigkeit habe ich noch keine Versuche gemacht, aber ich habe eine bestellt für hartnäckige Fälle und werde meine Erfahrungen später hier teilen.
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Re: Reinigung der Dias

Beitrag von Jossie » Freitag 9. März 2018, 16:41

Hallo,

also ich habe Dias, die sind über und über mit "Staub" voll, der mit nichts zu beseitigen ist. Ich bin der Überzeugung, dass hier beim Entwickeln unsauber gearbeitet wurde und die Partikel in der Emulsion liegen. Man kann bei streifendem Lichteinfall auch nichts an der Oberfläche sehen.

Daher würde ich nicht zu viel Aufwand mit dem Reinigen betreiben, denn dadurch macht man u.U. mehr kaputt als recht ist ohne etwas zu gewinnen. Reinigen ja, aber nicht zu toll.

Hermann-Josef
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Re: Reinigung der Dias

Beitrag von DerArchivierer » Freitag 9. März 2018, 16:51

Ja, das kann sein. Ich habe auch Spuren von einer Emulsion gefunden. Es könnte tatsächlich sein, dass das Filmmaterial geschädigt wird, wenn die sich wieder auflöst und neu verteilt. Ich denke auch, dass ich hier lieber die Finger davon lasse.
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Re: Reinigung der Dias

Beitrag von DerArchivierer » Dienstag 13. März 2018, 20:11

Moin Moin,

ich habe neue Erkenntnis gewonnen, die ich teilen möchte.

Ich reinige meine Dias zurzeit mit einer Druckluft aus der 750ml Dose. Zuvor habe ich schon angedeutet, dass ich die Reinigung besser als mit dem einfachen Blasebalg finde, da der Druck stärker ist. Ich reinige mit ca. 2-3 Sprühstößen pro Dia Seite. Nach ca. 100 Dias ist der Druck bereits um mind. 50% reduziert und bei ca. 150 Dias ist das Ende eingeläutet.

Aber wohin mit der Dose? Mein AAB Druckluftspray mit Aerosol darf NICHT in den normalen Hausmüll entsorgt werden. Ich gehe davon aus, dass dies mit anderen Druckluftsprays auch so ist. Dafür muss ich extra zum Wertstoffhof fahren, um diese zu entsorgen und ich bin mir nicht sicher, ob dabei noch Gebühren fällig werden. Der Aufwand der Entsorgung, der Müll zulasten der Umwelt und auch die Kosten pro Dose von 3,41 EUR + Versand sind beachtlich. Bei 5000 Dias, fallen ca. 25 Druckluftdosen an. Ich werde keine weitere Dose anschaffen und war auch nur für den ersten Test gedacht, um Erfahrung zu sammeln.

Die Gärtnerspritze (Handspritze, nicht die großen Behälter) habe ich auch probiert aus dem Baumarkt für ca. 12 EUR.
Meine Erfahrung: Der Luftdruck ist nicht so stark. Es reicht vielleicht aus, aber überzeugt mich nicht und man muss wirklich ständig nachpumpen. Die Druckluft ist vergleichbar wie eine Druckluftdose kurz vor dem Ende. Ist ja auch logisch, die Luft wird per Hand komprimiert und ist bereits so stark komprimiert, dass diese nicht gehalten wird von den einfachen Ventilen. Vorteil: Die Luft hat keine Aerosole und ist kostengünstig. Haftender Dreck löst sich vermutlich schwerer ab oder garnicht, dafür fehlt wirklich die nötige Power. Der Winkel hat einen enormen Einfluss, da teilweise starke Kohäsionskräfte wirken und mit etwas Power fliegen die weißen Staubpartikel seitlich weg. Kleine Fusseln sind auch hartnäckig, da auch sehr wenig Fläche für den Angriff mit Luft vorhanden ist und elektrostatische Anziehungskräfte wirken. Etwas mehr Power muss es haben, sonst macht man sich nur viel Arbeit. :lol: :D

Ich würde sagen, so schlecht schneidet ein kleiner Gummi Blasebalg für Objektive und Sensoren aus dem Bereich Kamera nicht ab.
Dieser hat mehr Power als die Gärtnerspritze.

Eine Alternative, die ich nun ausprobieren werde ist ein Druckluftgerät. Der Airbrush-Tipp von Joe hat mich dahingeführt. Da ich aber nichts mit Modellbau, Kunst zu tun habe, hätte ich dafür keine wirkliche Verwendung. Ein Airbrush-Set kostet ca. 100 EUR. Ein Druckluftgerät, ein einfaches, liegt auch in dem Rahmen mit 8Bar und 6l Volumen. Damit lassen sich nicht nur Dias reinigen, auch Autoreifen befüllen, Arbeitstische säubern, PC säubern, Werkzeuge reinigen - Luft braucht man immer mal im Haushalt. Bei ca. 50 Druckluftdosen, die ich benötigen würde, lohnt sich das definitiv.
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Re: Reinigung der Dias

Beitrag von Joe » Dienstag 13. März 2018, 21:08

Such einfach mal beim großen bekannten Versandhändler nach "wiederbefüllbare Druckluft". ;) Da gibt es entsprechende Dosen die füllst Du einfach am Reifenkompressor an der Tankstelle wieder auf. Kostenpunkt für die Dose 20 - 30 Euro.

Etwas größer um die 100 Euro gibt es das auch für Airbrush. Ich hatte damals ein 6 Liter Gerät, sah aus wie ein gelber Feuerlöscher.

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Re: Reinigung der Dias

Beitrag von DerArchivierer » Dienstag 13. März 2018, 21:13

Ich muss mal danach schauen, aber im Moment überlege ich mir ein mobiler Kompressor anzuschaffen: 13kg, 6l Druckkessel, 8Bar :D :D
Das wird fetzen :lol: :lol:

Im Vergleich zur wiederverwendbaren Druckluftdose, muss ich nicht jedesmal zur Tanke fahren und ich kann damit mal den Autoreifen auch befüllen oder die Werkzeuge ausblasen. Druckluft im Haushalt ist nie verkehrt.
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Re: Reinigung der Dias

Beitrag von Jossie » Dienstag 13. März 2018, 21:37

Wird's das bringen? Laut, teuer ...

Na, ich weiß nicht so recht ...

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Re: Reinigung der Dias

Beitrag von DerArchivierer » Dienstag 13. März 2018, 23:55

Ich werde es ausprobieren und berichten. Verrückt ist das schon :lol: , aber wer anfängt seine Dias zu digitalisieren, der benötigt auch eine gewisse Verrücktheit oder? :lol: :D

Ich bin selbst erstaunt, auf was ich mich hier eingelassen habe. Ich habe da ein Fass aufgemacht, wo ich nicht dachte, wieviel man tatsächlich ausprobieren muss und wieviel nicht wirklich dokumentiert ist. Die meisten benutzen wahrscheinlich Cyberview und sind auch zufrieden, aber die Natur eines Ingenieurs ist es, immer zu optimieren. Ich bin davon überzeugt, wenn man dies durchziehen möchte, sollte man das richtig tun. Denn hat man erstmal einen Workflow erarbeitet, läuft das doch nebenher - zumindestens das archivieren.
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Re: Reinigung der Dias

Beitrag von Jossie » Mittwoch 14. März 2018, 09:09

DerArchivierer hat geschrieben:
Dienstag 13. März 2018, 23:55
Ich habe da ein Fass aufgemacht, wo ich nicht dachte, wieviel man tatsächlich ausprobieren muss und wieviel nicht wirklich dokumentiert ist.
Da kann ich nur zustimmen. Vor allem hat jede Software ihre Tücken!
DerArchivierer hat geschrieben:
Dienstag 13. März 2018, 23:55
läuft das doch nebenher - zumindestens das archivieren.
Das reine Scannen ins Rohformat ja, denn das macht der Scanner alleine -- bis auf das Reinigen und Einsortieren der Bilder ins Magazin, was auch Zeit kostet. Aber die Aufbereitung der Bilder geht nicht nebenher und es gibt nach meiner Einschätzung auch keinen standarisierten Arbeitsablauf. Yogi schreibt, dass er mit viel Erfahrung im Mittel mit 8 Minuten/Bild rechnet.

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Re: Reinigung der Dias

Beitrag von DerArchivierer » Freitag 23. März 2018, 00:39

Ich habe jetzt ein Druckluftgerät angeschafft und möchte für zukünftige Leser meine Erfahrung kurz mitteilen.

Das Gerät hat einen Druckbehälter für 5l komprimierte Luft. Druck: bis 10 Bar einstellbar.
Es handelt sich um ein tragbares Gerät zum aufpumpen von Autoreifen, Druckluft-Takker oder Schraubber im Consumer-Bereich der 100 EUR Liga einer bekannten Marke. Werbung will ich keine machen, aber nur damit man eine Vorstellung hat, um was es hier ungefähr geht.

Das solche Geräte sehr laut sind, sollte bekannt sein. Stolze 97db(A). Auf dem Holzboden nicht empfehlenswert :lol: , beim ersten mal einschalten war ich vom Krach sehr beeindruckt. :o
Abhilfe schafft eine Gummimatte zur Reduktion von Schwingungen, z.B für Waschmachinen. Es ist zwar immer noch laut, aber nun eine ganz andere Liga. Ich sags mal so, es ist "erträglich". Man muss sich natürlich an die Ruhezeiten halten und planen, wann man etwas tut - ein großer Nachteil an der Sache.

Einmal Luft laden für ca. 5 Bar dauert ca. 40 Sekunden. Diese Luftmenge hält für ca. 20 Dias, maximal 25 Dias wenn man etwas spart. Reinigung vorne und hinten, 2-3x kurz quer über das Dia mit Abstand. Auf keinen Fall zuviel Druck verwenden, ich fürchte die Beschichtung kann leiden. Ich hatte bei 10bar ein Dia, bei dem man ein Abdruck des Luftstrahles bei einem beschichteten Dia erkennen kann. Zu kleine Drücke von 2-3 Bar kann ich nicht empfehlen, weil dann ständig die Maschine wieder anspringt und das geht tierisch auf die Nerven. Bei 5 Bar konnte ich keine Schäden feststellen.

Die Luft ist nicht 100% trocken. Allerdings ist es auch nur Wasser und keine chemischen Zusätze.

Im Vergleich zu käuflicher Druckluft aus Dosen bin ich mit dem Gerät besser bedient. Bei hochgerechnet ca. 50 Dosen, bin ich mit der Maschine günstiger und habe noch eine Verwendung. Die Umwelt wird auch geschont, denn diese dürfen nicht im Hausmüll entsorgt werden.

Auch schwierige Partikel fliegen weg, die ich mit dem Foto Blasebalg oder Gärtnerspritze nicht abbekomme. Es ist effektiv und schnell.
Ein Fotoblasebalg ist vom Druck stärker als meine Gärtnerspritze aus dem Baumarkt und würde ich bevorzugen. Eine Gärtnerspritze reicht für ca. 2 Dias. Viel umständlicher als ein Fotoblasebalg.

Dies ist meine Erfahrung. :D Vielleicht sind die Infos für irgendjemanden in Zukunft hilfreich.
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