Silverfast + Reflecta Digitdia 6000 = Katastrophal

Themen rund um verschiedene Scan-Programme wie SilverFast, NikonScan, CyberView etc.
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strohy
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Silverfast + Reflecta Digitdia 6000 = Katastrophal

Beitrag von strohy » Sonntag 15. Mai 2016, 11:56

Ich habe zuletzt vor ca. 10 Jahren mit Silverfast gearbeitet. Das Programm hat mich früher schon immer in den Wahnsinn getrieben. Wie ich feststellen musste stürzt es auf dem Mac immer noch so oft ab wie früher.
Dennoch wollte ich unbedingt mit dem Reflecta Digitdia-6000 meine Dias als RAW-Dateien bearbeiten, da die Bilder später im Lightroom optimiert werden.

Mein Problem:
1. die meisten Dias sind grundsätzlich zu dunkel - auch in Cyberview aber gerade in Silverfast. Kann man den Gamma beim Scan schon erhöhen?
2. Wenn ich die Cyberview-Tiff oder die Silverfast DNG Datei in Lightroom importiere kann ich relativ gut damit arbeiten. Bei silverfast fehlt aber dann natürlich das iSRD - weil das erst mit Silverfast-HDR verarbeitet wird. Also fällt DNG raus. Expotiere ich direkt mit Silverfast als 48bit TIFF oder nachträglich mit Silverfast-HDR die RAW-Datei sind sowohl die Rottöne, als auch die Blautöne absolut Übersättigt. Egal ob ich die Auto-CCR Funktoin nutze oder nicht.

Aktuell frage ich mich, warum ich 500 Euro für Silverfast ausgegeben habe, welches ständig abstürzt und schlechtere Ergebnisse abliefert als CyberViewX. Wohl gemerkt nicht bei der Original-DNG-RAW - aber die nützt mir nichts, weil die Staubkorrektur in Lighroom fehlt. Mal ganz abgesehen, dass bei der kostenlosen Cyberview-Software, alle Rahmen Problemlos erkannt werden. In Silverfast ist die Automatikfunktion unbrauchbar und ich muss immer im Nachhinein beschneiden.
Die Bilder beschreiben es ganz gut - ich hoffe die Auflösung reicht.

Wäre super, wenn jemand einen Tipp für mich hätte.
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Jossie
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Re: Silverfast + Reflecta Digitdia 6000 = Katastrophal

Beitrag von Jossie » Sonntag 15. Mai 2016, 13:54

Hallo,

zu den Abstürzen kann ich nichts sagen. Das Scan stürzt bei mir (Win7) eigentlich nie ab, HDR allerdings schon öfter mal).

Bei der Farbgebung / Helligkeit ist wohl ein Bedienungsfehler verantwortlich! Ich kann nur für SilverFast was sagen. CyberView verwende ich nicht.
strohy hat geschrieben:1. die meisten Dias sind grundsätzlich zu dunkel
64bit HDRi RAW sind die Rohdaten, so wie sie vom Scanner kommen, also ohne Gamma-Korrektur. Die Möglichkeit, die Rohbilder schon gamma-korrigiert abzulegen, hat zu Problemen mit dem Farbmanagement geführt. Statt diese zu lösen hat man leider einfach diese Option eliminiert.

ME bringt beim DD6000 nur in Spezialfällen (abgesenkte analoge Verstärkung) etwas. Die Zeit kann man sich also (meist) sparen.
strohy hat geschrieben:Bei silverfast fehlt aber dann natürlich das iSRD - weil das erst mit Silverfast-HDR verarbeitet wird. Also fällt DNG raus.
Warum fällt DNG aus??

Was die Farben anbelangt, so geht hier offenbar das Farbmanagement baden. Ohne Einzelheiten über die Einstellungen zu wissen, kann ich dazu wenig sagen, schon gar nicht, was LightRoom anbelangt. Schick doch mal das, was Info in HDR bringt (STRG+I). Mir sieht das stark nach falschem / schlechten ICC-Profil aus. Welches Filmmaterial war das?
strohy hat geschrieben:In Silverfast ist die Automatikfunktion unbrauchbar
Ja, das leugnet LSI aber (siehe vollmundige Versprechungen auf der Webseite: "... All image frames are now perfectly found ..."), obwohl ich denen schon mehrmals Demo-Bilder über das Versagen der Rahmensuche geschickt hatte. Einen nicht ganz aktuellen Überblick über die Probleme in SF8 findest Du hier.

Beste Grüße

Hermann-Josef
DigitDia6000 (CyberView, SilverFast Archive Suite 8) / CanoScan9950F (ScanGear, VueScan Pro), Eizo CS240, Spider4Elite unter Win10 (64bit), i7 (3.5GHz), Speicher 24GB

strohy
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Re: Silverfast + Reflecta Digitdia 6000 = Katastrophal

Beitrag von strohy » Montag 16. Mai 2016, 13:21

Vielen Dank schonmal für die Antwort
Jossie hat geschrieben:Hallo,
zu den Abstürzen kann ich nichts sagen. Das Scan stürzt bei mir (Win7) eigentlich nie ab, HDR allerdings schon öfter mal).
Bei der Farbgebung / Helligkeit ist wohl ein Bedienungsfehler verantwortlich! Ich kann nur für SilverFast was sagen. CyberView verwende ich nicht.
Manche Bilder sind komischerweise korrekt belichtet, der Großteil ist aber zu dunkel. Definiere bitte "Anwenderfehler" - all zu viele Einstellungsmöglichkeiten habe ich bei HDRI-RAW ja nicht. Oder nützt es etwas, wenn ich den Gamma-Wert in den allgemeinen Einstellungen erhöhe (aktuell 2.2)? Oder Auto Anpassung Heller (aktuell 30) ?

Jossie hat geschrieben:
strohy hat geschrieben:Bei silverfast fehlt aber dann natürlich das iSRD - weil das erst mit Silverfast-HDR verarbeitet wird. Also fällt DNG raus.
Warum fällt DNG aus??
Ich habe mich etwas kompliziert ausgedrückt. Das direkte Öffnen der DNG in Lightroom fällt raus. Das liebste wäre mir ein exportiertes DNG, welches bereits keinen Staub und Kratzer mehr hat. Öffne ich die RAW-DNG (allerdings mit Staub und Kratzer) direkt im Lightroom, dann sehen die Farben eigentlich gut aus. Gehe ich den Umweg über HDR-Studio (was ich ja muss um den Staub zu entfernen), dann habe ich bei manchen Bildern total ausgefressene und übersättigte Rot und Blau Bereiche - auch wenn ich abgesehen von iSDR keinerlei Korrekturen vornehme. Jedenfalls lässt sich das aus HDR-Studio exportierte TIFF in Lightroom nicht mehr so bearbeiten, wie das Original DNG.
Jossie hat geschrieben: Was die Farben anbelangt, so geht hier offenbar das Farbmanagement baden. Ohne Einzelheiten über die Einstellungen zu wissen, kann ich dazu wenig sagen, schon gar nicht, was LightRoom anbelangt. Schick doch mal das, was Info in HDR bringt (STRG+I). Mir sieht das stark nach falschem / schlechten ICC-Profil aus. Welches Filmmaterial war das?
Das Diamaterial ist leider wild gemischt. Überwiegend aber Kodak. Aktuell habe ich den Scanner leider noch garnicht kalibriert, da mein IT8-Dia noch auf dem Postweg ist. Das Profil müsste sich aber ja nachträglich in HDR-Studio ändern lassen oder?

Komischerweise habe ich in den Einstellungen alle Farbraumeinstellungen auf sRGB gestellt. Eingebettet wird aber laut Photoshop in die DNG AdobeRGB - das könnte natürlich auch irgendwo ein grund sein, für die heftigen Rottöne
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Re: Silverfast + Reflecta Digitdia 6000 = Katastrophal

Beitrag von Jossie » Montag 16. Mai 2016, 14:32

Hallo,
strohy hat geschrieben:Definiere bitte "Anwenderfehler" -
als Anwenderfehler würde ich ansehen, wenn man von 64bit HDRi korrekte Belichtung erwartet, oder aber, wenn man ein falsches ICC-Profil verwendet.

Beim Rohformat 64bitHDRi hat man keinerlei Möglichkeiten die Werkzeuge einzustellen (es sind halt die Rohdaten vom Scanner). Vorgeben kann man nur vier Dinge: 1) Auflösung 2) analoge Verstärkung 3) ME ja/nein und das einzubettende ICC-Profil (was sich hier noch nicht auswirkt). Alle anderen Einstellungen (auch unter "Auto") werden ignoriert, neuerdings leider auch das Gamma (s.o.).
strohy hat geschrieben:Öffne ich die RAW-DNG (allerdings mit Staub und Kratzer) direkt im Lightroom, dann sehen die Farben eigentlich gut aus.
Interpretiert LightRoom das eingebettete ICC-Profil? Die mitgelieferten ICC-Profile enthalten nicht die Gamma-Korrektur. Offenbar muss LightRoom die von sich aus anbringen. Ansonsten kann man mit Argyll Profile erstellen, die die Gamma-Korrektur enthalten. Das ist der saubere Weg.
strohy hat geschrieben:Jedenfalls lässt sich das aus HDR-Studio exportierte TIFF in Lightroom nicht mehr so bearbeiten, wie das Original DNG.
Versuche doch mal andere ICC-Profile oder gar keines beim Export in HDR. Wozu Du LightRoom brauchst weiß ich nicht, denn an sich kann man in HDR die Bilder recht gut bearbeiten. Ich habe einen Vergleich der ICC-Profile hier vor einiger Zeit eingestellt, wobei ich die Bilder auch in HDR etwas optimiert hatte. Wenn Du HDR tatsächlich nur für iSRD verwenden möchtest, dann schaltest Du alle Werkzeuge aus außer iSRD, deaktivierst das CMS (alles auf <none>) und exportierst als 48bit TIF (oder DNG, was ist wurscht). Dann wird nur die Gamma-Korrektur angebracht und iSRD. Du kannst dann Farbmanagement und Optimierungen in LightRoom vornehmen, wenn das mit dem Farbmanagement dort klappt, was ich nicht weiß.
strohy hat geschrieben:Das Diamaterial ist leider wild gemischt. Überwiegend aber Kodak.
Was für ein Kodak-Film, Ekachrome oder Kodachrome? Das ist sehr wichtig, denn für Kodachrome braucht man unbedingt das richtige Profil. Aber die mit SF gelieferten Profile sind sub-optimal, auch die, die man mit SF selbst erstellt. Hiermit bekomme ich auch starke Verfälschungen der Farben, siehe hier. Mit Argyll bekommt man wesentlich bessere Profile. Allerdings kommt auch hier manchmal ein kräftiges Rot noch zu kräftig. Das kann man aber mit der selektiven Farbkorrektur in HDR leicht beheben. Hier bin ich noch am Erfahrung sammeln, welcher Algorithmus in Argyll die besseren Profile liefert.
strohy hat geschrieben:Das Profil müsste sich aber ja nachträglich in HDR-Studio ändern lassen oder?
Nein, das geht nur mit externer Software. Man kann lediglich für die Bearbeitung ein anderes Profil auswählen, das aktuell für dieses Bild auch angewandt wird. Das eingebettete Profil wird dadurch aber nicht geändert. Weist man ein anderes Profil zu als das eingebettete, dann wird bei erneutem Öffnen dieses Bildes beim CMS wieder embedded angezeigt. Aber das angewandte Profil ist das neu zugewiesene. Hier liegt einer der vielen Fehler in SF vor. Nach Rücksetzen der Software (was häufig geschehen muss) ist diese Information verloren und es wird tatsächlich das eingebettete Profil verwendet. Dies ist sehr lästig, denn das fällt nur auf, wenn es drastische Unterschiede zwischen den Profilen gibt. Ist der Effekt subtil, bemerkt man den Fehler oft nicht.
strohy hat geschrieben:Eingebettet wird aber laut Photoshop in die DNG AdobeRGB
Nach der gezeigten Info wird sRGB eingebettet.

Du verwendest eine Überauflösung: DPI = 6279 ist mehr, als der Scanner kann. Hier sollten 5000dpi stehen! Ansonsten wird interpoliert und das Bild unnötig aufgebläht. Bezüglich der Auflösung kannst Du Dir mal die gemessenen Auflösungen meines DD6000 ansehen. Hier ist aber Vorsicht geboten! Die maximal mögliche Auflösung ist natürlich durch das Modell-Design vorgegeben. Aber die tatsächlich gelieferte Auflösung wird vor allem durch die Justierung des individuellen Scanners bestimmt. Ich hatte für mehrere DD6000, die ich hatte, alles zwischen 2300dpi und 5000dpi an gemessener Auflösung. Hierzu wird in den ScanDig-Scannertest viel Unfug erzählt, wenn man z.B. DD6000 mit Braun Multimag vergleicht und behauptet, der Braun würde 12% mehr an Auflösung bringen. Die beiden Scanner sind baugleich und kommen beide von PIE. Außerdem lässt sich mit dem USAF1951-Target die Auflösung bestenfalls auf eine Stufe, d.h. etwa 10% genau angeben. Die Unterschiede gehen auf die Justierung zurück!

Das Histogramm im gezeigten Beispiel ist etwas stark zu den dunklen Tönen verlagert, d.h. der Scan ist etwas unterbelichtet. Das kannst Du mit der analogen Verstärkung korrigieren: Einstellungen - Spezial -- analoge Verstärkung von 150 auf vielleicht 200 anheben (genauen Wert durch Versuche bestimmen).

Beste Grüße

Hermann-Josef
Zuletzt geändert von Jossie am Montag 16. Mai 2016, 18:44, insgesamt 4-mal geändert.
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Joe
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Re: Silverfast + Reflecta Digitdia 6000 = Katastrophal

Beitrag von Joe » Montag 16. Mai 2016, 15:35

Zitat: "Das direkte Öffnen der DNG in Lightroom fällt raus. Das liebste wäre mir ein exportiertes DNG, welches bereits keinen Staub und Kratzer mehr hat. Öffne ich die RAW-DNG (allerdings mit Staub und Kratzer) direkt im Lightroom, dann sehen die Farben eigentlich gut aus."

Genau das sollte mit Vuescan gehen (= das gewünschte DNG). Vielleicht probierst Du das mal aus? Du kannst das kostenlos testen. Link darf man hier leider nicht Posten.

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