Silverfast Workflow für KB-SW-Negative

Themen rund um verschiedene Scan-Programme wie SilverFast, NikonScan, CyberView etc.
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tramano
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Silverfast Workflow für KB-SW-Negative

Beitrag von tramano » Mittwoch 30. Januar 2019, 11:44

Hallo an alle!
Mein Ziel:
Mit dem Epson V800 und SF AI Studio 8.8 etwa 100 SW-Filme mit Familien - und Landschaftsaufnahmen, hauptsächlich Ilford FP4 oder HP5, digitalisieren, wobei dieses Projekt (wer will das nicht) im ersten Durchgang optimale Ergebnisse erzielen soll.
SF bietet mit dem Ziel "Archiv" (HDR) eine Variante an, bei der ich später auf die HDR-Software zugreifen muss, um die Bilder zu bearbeiten. Das gefällt mir nicht, möchte lieber gleich in TIFF/16bit abspeichern. Womit sie dann für gelegentliche Drucke bis zu max. DIN A3, eher A4, und zum Betrachten am Monitor zur Verfügung stehen sollen.
Die SF Workflow Engine bietet diesen Prozess m. W. nicht an.
So wäre ich hoch erfreut, hier Anregungen zum optimalen Vorgehen zu erhalten. Vielleicht hat jemand genau dieses ja schon gemacht?

Oder reicht für diese Anforderung doch die (deutlich einfacher zu bedienende) Epson Scan Software völlig aus?

Vielen Dank vorab!

Silverbird
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Re: Silverfast Workflow für KB-SW-Negative

Beitrag von Silverbird » Mittwoch 30. Januar 2019, 14:00

Hallo tramano,

bei Silverfast kann man beides haben, entweder Einstellung „16-Bit-Tiff“ (Bearbeitung direkt in der Scan-Software, ggf. mit Automatik-Funktion, wenn man schnell über die Masse kommen will) oder „16-Bit-HDR RAW“ (ebenfalls eine Tiff-Datei) für die spätere Bearbeitung mit der HDR-Software (oder auch jeder anderen Bildbearbeitungs-Software!). Letzteres hat den Vorteil, daß man die RAW-Datei zur Verfügung hat, wenn man später einzelne Bilder für den Druck doch noch aufwendiger bearbeiten möchte, erfordert aber eben einen zweiten Durchgang, bei dem man aber für die Masse ja wieder auf die Automatik zurückgreifen kann.

Nebenbei: "optimale Ergebnisse im ersten Durchgang" bedeutet soviel wie die Quadratur des Kreises. Für optimale Ergebnisse muß man (u. U. sehr viel) Arbeit aufwenden, bei 100 Filmen könnte das dann etwas dauern ...

Gruß

Hans Georg

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Jossie
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Re: Silverfast Workflow für KB-SW-Negative

Beitrag von Jossie » Mittwoch 30. Januar 2019, 14:01

Hallo und willkommen hier im Forum,
tramano hat geschrieben:
Mittwoch 30. Januar 2019, 11:44
im ersten Durchgang optimale Ergebnisse erzielen soll
leider ist dies in den meisten Fällen Wunschdenken.
tramano hat geschrieben:
Mittwoch 30. Januar 2019, 11:44
auf die HDR-Software zugreifen muss
Vorteil: nur ein einziges Mal scannen. Wird sofort ein Ausgabebild erzeugt, so muss bei Nichtgefallen erneut gescannt werden.
tramano hat geschrieben:
Mittwoch 30. Januar 2019, 11:44
möchte lieber gleich in TIFF/16bit abspeichern.
nur nötig, wenn weiter bearbeitet werden soll. Ansonsten in JPG (hohe Qualität) abspeichern.
tramano hat geschrieben:
Mittwoch 30. Januar 2019, 11:44
Drucke bis zu max. DIN A3, eher A4, und zum Betrachten am Monitor zur Verfügung stehen sollen.
Der Scanner hat laut Testbericht eine reale Auflösung von 2300 dpi (wobei man beachten muss, dass die Auflösung von Exemplar zu Exemplar deutlich schwanken kann, je nachdem, wie gut die Optik justiert ist, ggf. selbst bestimmen). Scan muss dafür mit 4800 dpi gemacht werden und kann dann 2x2 gebinnt werden.

Für einen guten Druck braucht man 300 dpi - 400 dpi (siehe Gulbins & Steinmüller (2014): Fine Art Printing für Fotografen). Gehe ich von 300 dpi und A4 aus, so benötigt das entlang der langen Kante (30/2.5)*300 = 3600 Pixel. Der Film hat eine lange Seite von 36mm. Das sind dann 36/25*2300 = 3300 Pixel, was in etwa passen würde. Bei A3 wird es aber dann kritisch. Entsprechende Rechnung kannst Du für den Monitor aufmachen, je nach Bildformat.
tramano hat geschrieben:
Mittwoch 30. Januar 2019, 11:44
Die SF Workflow Engine bietet diesen Prozess m. W. nicht an.
Solltest Du auch nicht verwenden, das der "Workflow Pilot" keinen Stapelbetrieb unterstützt. Er ist nur zu Lernzwecken geeignet und auch da braucht man ihn nicht wirklich.
tramano hat geschrieben:
Mittwoch 30. Januar 2019, 11:44
Oder reicht für diese Anforderung doch die (deutlich einfacher zu bedienende) Epson Scan Software völlig aus?
Das musst Du durch Vergleich (Demoversionvon SF?) selbst entscheiden. An sich ist SF nicht wirklich schwer zu bedienen, wenn man sich einige Prinzipien klar gemacht hat. Auf jeden Fall zu Testzwecken erst mal alle Werkzeuge der Bildbearbeitung abschalten und sich Schritt für Schritt voran tasten. Vielleicht hilft ein Blick in meine Anmerkungen zu SilverFast.

Hermann-Josef
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tramano
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Re: Silverfast Workflow für KB-SW-Negative

Beitrag von tramano » Mittwoch 30. Januar 2019, 15:12

Hallo Silverbird and Jossie

Danke schon mal für Eure hilfreichen Ausführungen!

@Jossie:
Was meinst du mit ".... kann dann 2x2 gebinnt werden"?

Schönen Gruß

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Jossie
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Re: Silverfast Workflow für KB-SW-Negative

Beitrag von Jossie » Mittwoch 30. Januar 2019, 15:44

tramano hat geschrieben:
Mittwoch 30. Januar 2019, 15:12
Was meinst du mit ".... kann dann 2x2 gebinnt werden"?
Unter Binning versteht man das Zusammenfassen von Pixeln. Dadurch wird die Pixelzahl reduziert und das Signal-zu-Rausch-Verhältnis pro Pixel verbessert. Der Scan mit 4800 dpi enthält eine um den Faktor 4 redundante Information, da die tatsächliche Auflösung nur 2300 dpi beträgt (laut Testbericht).

Hermann-Josef
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Joe
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Re: Silverfast Workflow für KB-SW-Negative

Beitrag von Joe » Mittwoch 30. Januar 2019, 15:59

Wie alt sind die Aufnahmen in etwa. Bei alten SW-Negativen habe ich die Erfahrung gemacht das die teilweise sehr grobkörnig sind und schon 1800 dpi vollkommen ausreichend sind. Darüber wird die Qualität nicht besser.

Bei neuen Aufnahmen ist das natürlich anders.

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Re: Silverfast Workflow für KB-SW-Negative

Beitrag von tramano » Mittwoch 30. Januar 2019, 16:18

Hello Joe
Die Aufnahmen datieren von ca. 1975 - 1995.
Kann deine Erfahrung von meinen ersten Scans mit 4800 dpi bestätigen: SEHR grobkörnig! Allerdings gesehen auf einem 4k-42"-Monitor, was natürlich auch irgendwie kein Wunder ist. Mir fehlen noch Erfahrungen mit der Funktion "Kornreduzierung" im Epson Scan und - ich meinte dort auch etwas ähnliches gesehen zu haben - in Silverfast.

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Jossie
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Re: Silverfast Workflow für KB-SW-Negative

Beitrag von Jossie » Mittwoch 30. Januar 2019, 16:44

tramano hat geschrieben:
Mittwoch 30. Januar 2019, 16:18
"Kornreduzierung" im Epson Scan und - ich meinte dort auch etwas ähnliches gesehen zu haben - in Silverfast.
Die Kornreduzierung in SF nennt sich GANE und hat in SF8 noch nie funktioniert! Ich verwende dafür Dfine der Nik-collection. Die verwendet Wavelets und funktioniert hervorragend. Beispiel an einem Ilford HP5 Negativ:

Vergleich_SW_Dfine.jpg
Vergleich_SW_Dfine.jpg (146 KiB) 794 mal betrachtet

Hermann-Josef
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Re: Silverfast Workflow für KB-SW-Negative

Beitrag von tramano » Donnerstag 7. Februar 2019, 16:07

Falle bei meinen Scans mit SF AI nach einiger Zeit immer wieder auf Epson Scan zurück, und bin dort dann recht zufrieden mit meinen Ergebnissen. Ich habe insbesondere noch nicht herausgefunden, warum SF immer wieder meine Einstellungen ändert und neben der GANE- funktioniert bei mir auch die Rahmenfindung nicht. Epson Scan erkennt z.B. gleich beim Vorschau-Scan, welcher KB-Filmhalter (Epson neu 3'er oder alt 4'er) auf dem Glas liegt, während SF beim 4'er die Streifen des 3' er scannt. Alle Rahmenlöschungen oder Deaktivierungen bringen nichts.
Ansonsten kann ich berichten, dass die Scans vom HP5 deutlich grobkörniger ausfallen als beim FP4; naja, eigentlich nicht verwunderlich, aber doch SEHR auffällig.

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Re: Silverfast Workflow für KB-SW-Negative

Beitrag von Jossie » Donnerstag 7. Februar 2019, 17:13

Hallo Hans-Georg,

zu Scans von Negativstreifen mit SF kann ich leider nichts sagen, da ich mit SF nur den Diascanner betreibe. Aber wenn das nicht funktioniert, so würde ich in Kiel anrufen und fragen, wie man es hinbekommt.

Dass der HP5 grobkörniger ausfällt als der FP4 ist, wie Du schreibst, nicht weiter verwunderlich: HP5 hat ISO400 und der FP4 hat ISO125 -- laut Ilford Webseite. Und die Körnigkeit wird mit der Empfindlichkeit gröber. Einzelheiten finden sich im Textheft "Fotografie", Abschnitt 3.3.1 und Abb. 36.

Hermann-Josef
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