Tutorial SilverFast

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AndreasT
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Tutorial SilverFast

Beitrag von AndreasT » Sonntag 24. Dezember 2017, 22:27

Ich bin seit Jahren auf VueScan für die Erstellung von linearen Scans und ColorPerfect zur Konvertierung eingearbeitet. Die Ergebnisse sind - mit Nachbearbeitung in Photoshop CC - konsistent und sehr gut.

Dennoch möchte ich auch mit SilverFast AI Studio und HDR Studio, aktuelle Versionen, arbeiten, eine Lizenz ist noch vorhanden. Leider finde ich den Einstieg nicht für den Workflow mit Raw-Scans die ja den linearen unter VueScan entsprechen. Gibt es ein Tutorial oder eine Kurzanleitung die weiterhelfen können?

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Jossie
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Re: Tutorial SilverFast

Beitrag von Jossie » Montag 25. Dezember 2017, 10:44

Guten Morgen Andreas,

leider gibt es auch 6 Jahre nach Einführung noch keine vernünftige Dokumentation zu SilverFast. Im SF-Forum wird auch immer wieder falsche Information zu Detailfragen gegeben. Daher nutze ich momentan die Gelegenheit, meinen Kurs an der Volkshochschule "Dias und Negative digitalisieren" in eine Anleitung zu SilverFast zu erweitern. Sobald ich damit fertig bin, werde ich es als PDF hier verfügbar machen. Meine Ergebnisse für Dias (vor allem Kodachrome) gelingen mit SilverFast deutlich besser als mit VueScan. Aber leider enthält SF auch noch eine Reihe von Fehlern / Eigenheiten, die man kennen sollte.

Für konkrete Fragen aber gleich hier und jetzt nachfragen oder PN schicken.

Auch ich verwende inzwischen statt SF NegaFix für die Farbnegative ColorPerfect + PhotoShopElements + Nik-Collection in einem etwas komplizierten Arbeitsablauf. Die Ergebnisse werden aber sehr gut. In einigen wenigen Ausnahmefällen liefert allerdings SF NegaFix doch bessere Ergebnisse. Allerdings ist mir die Philosophie hinter ColorPerfect etwas suspekt, zumindest für Dias, denn die Autoren lehnen eine IT8-Kalibration ab.

Beste Grüße

Hermann-Josef
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AndreasT
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Re: Tutorial SilverFast

Beitrag von AndreasT » Montag 25. Dezember 2017, 11:05

Vielen Dank, Hermann-Josef!

Der Farbmanagement-Thematik beim Scannen entziehe ich mich mehr oder weniger elegant durch Verwendung von Color- und SW-Filmen :mrgreen:

Da Film für mich ohnehin nur Ausgangsmaterial für die eigene Nachbearbeitung ist, kommt es mir auf Farbverbindlichkeit nicht so sehr an. Solange natürlich Rot nicht zu Braun wird oder Grün zu Blau ... Und mit SW (Ilford XP-2 Super) bin ich ohnehin aus dem Thema.

Würde ich die Farbwiedergabe eines Kodachrome erhalten wollen, wäre das natürlich etwas anderes.

Habe mich umgehört, Profilierung von Negativfilm ist nach dem Stand der Lehre nicht möglich.

Ja, ColorPerfect geht da überhaupt einen eigenen Weg. Jedenfalls spannend!

Könntest du vielleicht nur kurz den Ablauf für die Erstellung von linearen (Raw) Scans unter SF und die anschließende Nachbearbeitung in HDR Studio skizzieren? Die Raw-Scans generiert man glaub ich mit der Voreinstellung „Archiv“. Aber ich komm dann mit HDR nicht weiter, die meisten Einstellungen für die Nachbearbeitung sind ausgegraut. Alles auf Standardeinstellung nach Installation.

Ich denke, dass in SF sehr viel Potential steckt, das möchte ich für mich gerne heben :-)

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Jossie
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Re: Tutorial SilverFast

Beitrag von Jossie » Montag 25. Dezember 2017, 11:37

Hallo Andreas,
AndreasT hat geschrieben:
Montag 25. Dezember 2017, 11:05
Profilierung von Negativfilm ist nach dem Stand der Lehre nicht möglich.
Wäre im Prinzip schon möglich und es gibt, soweit ich weiß, für einige wenige Farbnegative von Fuji auch entsprechende Targets. Aber Wolf Faust schrieb mir, dass die Eigenschaften der Negativfilme so stark variieren, dass es kaum möglich ist, verlässliche Targets zu entwickeln.
AndreasT hat geschrieben:
Montag 25. Dezember 2017, 11:05
Würde ich die Farbwiedergabe eines Kodachrome erhalten wollen, wäre das natürlich etwas anderes.
Meine Dias sind zu 80% Kodachrome, so dass ich mich genau mit diesem Problem intensiv beschäftigt hatte.
AndreasT hat geschrieben:
Montag 25. Dezember 2017, 11:05
Könntest du vielleicht nur kurz den Ablauf für die Erstellung von linearen (Raw) Scans unter SF und die anschließende Nachbearbeitung in HDR Studio skizzieren?
Kann ich gerne machen.

Mein Arbeitsablauf sieht folgendermaßen aus:
  • Scannen mit SF Studio in Format 64bit HDR, d.h. keine Gamma-Korrektur, mit IR-Kanal.
  • Optimierung des IR-Kanals mit einem imageJ-Makro im Stapelbetrieb, damit die Fehlstellen vernünftig gefunden werden. Ohne diese Optimierung werden bei vielen, sehr körnigen Farbnegativen sehr, sehr viele Fehlstellen gefunden, auch bei reduzierter Empfindlichkeitseinstellung, was zu einer unerwünschten Glättung im Bild führen kann.
  • Anwendung nur von iSRD in SF HDR, dabei im Einstellungsdialog unter "allgemein" den Gamma-Wert auf 1 setzen und alle CMS-Einstellungen deaktivieren, auch die Umwandlung in AdobeRGB. Abspeichern im 48bit Format als TIF (nicht im HDR-Format!).
  • Öffnen des Ausgabebildes von HDR in PSE und dort ColorPerfect aufrufen. Helligkeitsänderung und Weißabgleich in CP prüfen.
  • Zum Vergleich werden alle Bilder auch im Stapelbetrieb durch SF HDR bearbeitet, wobei nur die Bildautomatik AutoCCR angewandt wird und das Bild als JPG abgespeichert.
  • Vergleich der HDR-Version in PSE mit der CP-Version, da wie geschrieben in einigen wenigen Fällen Dynamik und Farben mit CP nicht so gut werden wie mit SF HDR. Meist wird die HDR-Version verworfen und es geht mit der CP-Version weiter.
  • Dfine2 der Nik-collection anwenden, um das Filmkornrauschen zu minimieren.
  • Anwenden der Dynamikkompression, Ausrichtung, Ausschnitt, Binnen, leichtes Nachschärfen, Umwandlung in JPG in RawTherapee (alles in einem eigenen Profil abgelegt, so dass beim Aufruf von RT all das automatisch eingestellt wird und nur noch Feinjustierung nötig wird) und speichern im AdobeRGB (1998) Farbraum. JPG (8bit!) deshalb, um in PSE die Bereichsreparatur verwenden zu können.
  • Korrektur in PSE (Bereichsreparatur-Pinsel) von sehr großen Fehlstellen (falls vorhanden), die durch meine Optimierung des IR-Kanals nur unvollständig gefunden werden.
  • Weißabgleich in PSE überprüfen, lokale Korrekturen in Viveza der Nik-collection.
Wenn man etwas Übung hat, dauert das etwas länger als 5 Minuten pro Bild, kann also nicht für jedes Bild gemacht werden. Daher wähle ich anhand der HDR-Stapelbearbeitung die guten Bilder aus, für die sich das alles lohnt.

Bei Unklarheiten bitte unbedingt nachfragen.

Hermann-Josef

PS: NegaFix in SF HDR Studio funktioniert nur bedingt, im Expertenmodus geht einiges gar nicht. Laut Aussage des Supports soll dieser Teil völlig neu programmiert werden!
Zuletzt geändert von Jossie am Montag 29. Januar 2018, 17:15, insgesamt 7-mal geändert.
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AndreasT
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Re: Tutorial SilverFast

Beitrag von AndreasT » Montag 25. Dezember 2017, 11:41

Vielen Dank!

Dh du nützt HDR Studio nur sehr selektiv, also keinesfalls als einziges Toolset für die Endausarbeitung?

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Jossie
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Re: Tutorial SilverFast

Beitrag von Jossie » Montag 25. Dezember 2017, 11:52

Hallo Andreas,
AndreasT hat geschrieben:
Montag 25. Dezember 2017, 11:41
nützt HDR Studio nur sehr selektiv
Für Farbnegative, ja. Hier wende ich (bis auf die erwähnten wenigen Ausnahmen) nur iSRD in HDR an.

Für Dias nutze ich HDR mit Farbmanagement, iSRD, Farbanpassung mittels Histogramm, Gradation, selektiver Farbkorrektur. Ergänzend verwende ich RawTherapee (wegen der Dynamikkompression) und die Nik-collection. Beim Farbmanagement erstelle ich allerdings die ICC-Profile mit Argyll, das wesentlich bessere Profile liefert als SF.

Hermann-Josef
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Rolleye
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Re: Tutorial SilverFast

Beitrag von Rolleye » Freitag 26. Januar 2018, 13:32

Hallo,
nach dreijähriger Pause und der Hoffnung, dass alle Fehler der vorherigen Version behoben worden sind, beschäftige ich mich wieder mit Silverfast Studio und Silverfast HDR.

Ich bin dabei Farbnegative im Rohformat 64 bit HDRi RAW zu scannen und stelle fest, dass die Negafix- Profile immer noch nicht passend sind.

Hat das Einbetten der NegaFix Profile überhaupt irgendeinen Einfluß auf den Rohscan? Genauso wie die CCR Einstellung. Diese sollte doch ebenfalls keine Auswirkung auf den Rohscan haben, oder? Was sollte hier sinnvollerweise eingestellt werden?

Bei der Gamma- Gradation- Einstellung ist jedenfalls nur die Ansicht in der Vorschau veränderbar, auf den Rohscan hat diese Einstellung keine Wirkung (so sollte es eigentlich auch sein).

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Jossie
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Re: Tutorial SilverFast

Beitrag von Jossie » Freitag 26. Januar 2018, 14:50

Hallo,

NegaFix in SF8 HDR hat immer noch große Probleme. Wie Du bemerkt hast, sind viele Dinge im NegaFix-Dialog veränderbar, die sich aber nicht auf die HDRi-Daten auswirken. Das kann man ja leicht überprüfen. Aber im Expertenmodus liegt vieles im Argen, wenn man manuell eingreifen will (z.B. Einfrieren der Belichtungssteuerung, wenn man die Lichter/Schatten manuell setzt). Laut LSI-Support soll NegaFix neu programmiert werden. Aber wann das sein wird, steht wie so vieles in den Sternen. Es ist ja nicht die einzige Baustelle, die seit Jahren neu programmiert werden soll und es sich nichts tut.

Die NegaFix-Profile werden, soweit ich weiß, nicht in die HDRi-Daten eingebettet wie die ICC-Profile (ich spreche absichtlich nicht von Rohdaten, da es keine wirklichen Rohdaten sind). Die Einstellung beim Scan hat auf die Daten keine Auswirkung. Es wird lediglich die Information in die Metadaten übernommen. Das NegaFix-Profil kann man später in HDR noch einstellen. Im Gegensatz zu den ICC-Profilen lässt sich diese Angabe im Jobmanager dann auch auf andere Bilder übertragen. Ich weise daher den HDRi-Daten kein NegaFix-Profil zu.

Wie ich oben beschrieben hatte, verwende ich NegaFix nur noch in Ausnahmefällen, da die Ergebnisse mit ColorPerfect für mich fast immer deutlich besser ausfallen. Hier ein Beispiel, wobei in HDR und in CP lediglich die Neutralpipette angewandt wurde, um vergleichbare Ergebnisse zu erhalten. Bei HDR wurde das NegaFix-Profil Kodak Gold Max, bei CP das Profil KodacolorII verwendet:

Vergleich_FN_0003.jpg
links SF HDR, rechts ColorPerfect
Vergleich_FN_0003.jpg (231.8 KiB) 921 mal betrachtet
Die SF-Ergebnisse sind meist zu undifferenziert (zu dunkel) in den Schatten und haben zu knallige Farben -- zumindest für meinen Geschmack. Die CP-Bilder sind viel ausgewogener. Aber es gibt auch einige wenige Fälle, wo ich die HDR-Ergebnisse besser finde. Das muss ich ehrlicherweise dazu sagen. Leider ist mir bislang noch keine Systematik aufgefallen.

Hermann-Josef
Zuletzt geändert von Jossie am Montag 29. Januar 2018, 17:17, insgesamt 1-mal geändert.
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Rolleye
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Re: Tutorial SilverFast

Beitrag von Rolleye » Freitag 26. Januar 2018, 15:40

Vielen Dank für deine Unterstützung.
Dann werde ich erst einmal weiter Rohdaten scannen. Mit der Bildbearbeitung in HDR oder Photoshop mit ColorPerfect werde ich mich später beschäftigen. Einige Bilder muss ich noch einmal scannen, da ich herausgefunden habe, dass wirklich bei jedem Bild kontrolliert werden muss, ob der Autofokus korrekte Dienste leistet.
In einigen Fällen muss ich den Fokus manuell festlegen und in der Fokus Vorschau automatisch nach der optimalen Brennweite suchen.

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Re: Tutorial SilverFast

Beitrag von Jossie » Samstag 27. Januar 2018, 14:04

Hallo Steffen,

noch was ist mir eingefallen:

Greift man nicht ein, so bettet SilverFast auch bei Negativen in den HDR-Daten das ICC-Profil der Positive ein! Dies ist natürlich Unsinn. Wenn man nicht aufpasst, dann wendet z.B. PhotoShop dieses Profil beim Öffnen der Datei tatsächlich auch an. Solltest Du in der Zukunft PhotoShop + ColorPerfect verwenden, so würde ich empfehlen, das Einbetten des ICC-Profils im CMS-DIalog auszuschalten. Dann kann nichts schief gehen. Nachträglich kannst Du eingebettete ICC-Profile mittels EXIFtool löschen.

Ob HDR inzwischen alles richtig macht, wenn man z.B. ein Farbnegativ als Positiv scannt (um die analoge Verstärkung nutzen zu können) und in HDR dann auf Negativ umschaltet, habe ich noch nicht überprüft. Früher konnte es da Probleme geben dergestalt, dass auch HDR das fälschlicherweise eingebettete Profil tatsächlich angebracht hatte.

Hermann-Josef
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DerArchivierer
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Re: Tutorial SilverFast

Beitrag von DerArchivierer » Freitag 23. März 2018, 01:33

Jossie hat geschrieben:
Montag 25. Dezember 2017, 11:37

Mein Arbeitsablauf sieht folgendermaßen aus:
  • Scannen mit SF Studio in Format 64bit HDR, d.h. keine Gamma-Korrektur, mit IR-Kanal.
  • Optimierung des IR-Kanals mit einem imageJ-Makro im Stapelbetrieb, damit die Fehlstellen vernünftig gefunden werden. Ohne diese Optimierung werden bei vielen, sehr körnigen Farbnegativen sehr, sehr viele Fehlstellen gefunden, auch bei reduzierter Empfindlichkeitseinstellung, was zu einer unerwünschten Glättung im Bild führen kann.
  • Anwendung nur von iSRD in SF HDR, dabei im Einstellungsdialog unter "allgemein" den Gamma-Wert auf 1 setzen und alle CMS-Einstellungen deaktivieren, auch die Umwandlung in AdobeRGB. Abspeichern im 48bit Format als TIF (nicht im HDR-Format!).
  • Öffnen des Ausgabebildes von HDR in PSE und dort ColorPerfect aufrufen. Helligkeitsänderung und Weißabgleich in CP prüfen.
  • Zum Vergleich werden alle Bilder auch im Stapelbetrieb durch SF HDR bearbeitet, wobei nur die Bildautomatik AutoCCR angewandt wird und das Bild als JPG abgespeichert.
  • Vergleich der HDR-Version in PSE mit der CP-Version, da wie geschrieben in einigen wenigen Fällen Dynamik und Farben mit CP nicht so gut werden wie mit SF HDR. Meist wird die HDR-Version verworfen und es geht mit der CP-Version weiter.
  • Dfine2 der Nik-collection anwenden, um das Filmkornrauschen zu minimieren.
  • Anwenden der Dynamikkompression, Ausrichtung, Ausschnitt, Binnen, leichtes Nachschärfen, Umwandlung in JPG in RawTherapee (alles in einem eigenen Profil abgelegt, so dass beim Aufruf von RT all das automatisch eingestellt wird und nur noch Feinjustierung nötig wird) und speichern im AdobeRGB (1998) Farbraum. JPG (8bit!) deshalb, um in PSE die Bereichsreparatur verwenden zu können.
  • Korrektur in PSE (Bereichsreparatur-Pinsel) von sehr großen Fehlstellen (falls vorhanden), die durch meine Optimierung des IR-Kanals nur unvollständig gefunden werden.
  • Weißabgleich in PSE überprüfen, lokale Korrekturen in Viveza der Nik-collection.
Wenn man etwas Übung hat, dauert das etwas länger als 5 Minuten pro Bild, kann also nicht für jedes Bild gemacht werden. Daher wähle ich anhand der HDR-Stapelbearbeitung die guten Bilder aus, für die sich das alles lohnt.

Bei Unklarheiten bitte unbedingt nachfragen.

Hermann-Josef

PS: NegaFix in SF HDR Studio funktioniert nur bedingt, im Expertenmodus geht einiges gar nicht. Laut Aussage des Supports soll dieser Teil völlig neu programmiert werden!
Fragen :)
1) Wie bearbeitest du konkret den IR-Kanals mit einem imageJ-Makro im Stapelbetrieb`? Sind das Lösungen die es auf dem Markt gibt oder hast du etwas selbst programmiert? Und was wird konkret bearbeitet?

2) Beim 1. HD Studio Durchlauf mit iSRD wendest du das Farbprofil nicht an? Wann wird das eingebettete Profil umgewandelt?
Ich möchte mein Farbprofil mit Argyll nachher nochmal testweise ersetzen und möchte flexibel bleiben. Ich habe im 1. Schritt schon in den Adobe RGB Farbraum umgewandelt. Nun ist es zu spät für das Argyll Alternativprofil? Machst du die Umwandelung des ITC PRofils in RAWTherapee? Dachte das geschieht in Silverfast!
3) Bei iSRD Durchlauf hast du immer Gamma=1 eingestellt? Wann wird Gamma=2.2 eingestellt - in welchem Schrittt?
4) Was ist eine Dynamikkompression und warum sollte ich diese anwenden? Ich will doch keine Farben beschneiden.
5) thema Nachschärfen : Hier scheinst du auf USM zu verzichten. Wie schärfst du konkret nach? Photoshop? Das ist für 5000 Bilder zuviel. Mit USM bin ich derzeit noch nicht zufrieden, da gerade in Gesichtern sich eine Vergröberung zeigt. Ob danach DFine Abhilfe schafft über das ganze Bild muss ich noch testen. Dies ist alles für Einzelbilder machbar, aber nicht für die Masse.
Reflecta DigitDia 6000 (Firmware 1.21) |Silverfast Archive Suite 8.8 r14 | i5-CPU Windows 10 (64bit) 16GB RAM |Anfänger | mittlerweile 4700 64bit RAWi Scans Erfahrung mit Fuji, Kodak, AGFA E6 Emulsionen (Dia-Positive)

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Re: Tutorial SilverFast

Beitrag von Jossie » Freitag 23. März 2018, 09:53

Guten Morgen,
DerArchivierer hat geschrieben:
Freitag 23. März 2018, 01:33
Sind das Lösungen die es auf dem Markt gibt oder hast du etwas selbst programmiert? Und was wird konkret bearbeitet?
Das Makro und alles was dazu gehört (Nutzung neben imageJ von imagemagick und EXIFtool) habe ich selbst programmiert. Es ist aufwändig und was ich ganz im Detail mache, möchte ich vorerst nicht an die große Glocke hängen, da ich nicht davon ausgehe, dass das von allgemeinem Interesse ist -- es sei denn, es wird in bestehende Software integriert ;) . Die Hauptwirkung erhalte ich bei Kodachrome-Dias, wo ich eine konsistente Behandlung der hellen und dunklen Stellen erreiche:

Vergleich_iSRD_auto_opt.jpg
Links iSRD im auto-Modus auf dem Originalscan. Man beachte, dass in dunklen Partien (Nase, Mund, Hals) Korrekturen markiert sind, wo keine Störstellen sind. Mitte: Nach Behandlung des IR-Kanals werden die dunklen Partien nicht mehr markiert. Rechts: Zum Vergleich der IR-Kanal, der die tatsächlichen Defekte zeigt.
Vergleich_iSRD_auto_opt.jpg (129.79 KiB) 656 mal betrachtet
Reduziere ich in obigem Beispiel die Erkennung in iSRD so weit, dass nicht mehr in dunklen Stellen rumkorrigiert wird wo keine Störungen sind (wodurch immer mal wieder auch Artefakte entstehen!), dann ist die Korrektur in den hellen Gebieten (wie rechts im Bildausschnitt) nicht mehr gut (der braune Flecken rechts unten ist auf dem weißen Türrahmen, gehört also zum Bild!):

Vergleich_iSRD_korr_auto_opt.jpg
iSRD-Korrektur angewandt. Im Original-Scan links bei reduzierter Erkennung sind im hellen Gebiet die Fehlstellen nicht sauber wegkorrigiert, rechts im optimierter Scan mit Auto-Erkennung schon, obwohl hier in dunklen Gebieten kaum korrigiert wurde (wie man im ersten Vergleich oben sehen kann).
Der Effekt ist in der verkleinerten Darstellung nicht gut sichtbar. Um diesen besser zu sehen, Bild abspeichern und separat betrachten.
Vergleich_iSRD_korr_auto_opt.jpg (102.61 KiB) 643 mal betrachtet
Die Farbgebung zwischen den beiden Versionen ist deshalb leicht unterschiedlich, da ich in meinem Makro auch den Bias in jedem der drei Farbkanäle bestimme und subtrahiere. Dadurch wird die Dynamik am dunklen Ende merklich verbessert.

Bei vielen meiner Farbnegative, die sehr starkes Kornrauschen zeigen, bewirkt iSRD im Automatikmodus eine merkliche Glättung (von LSI doch wohl nicht als Ersatz für das nicht funktionierende GANE gedacht? :evil: ), die ich nicht möchte. Aber die Fehlstellen sollten halt doch gut korrigiert werden, was nicht mehr der Fall ist, wenn ich in iSRD die Erkennung weit zurückdrehe.
DerArchivierer hat geschrieben:
Freitag 23. März 2018, 01:33
Beim 1. HD Studio Durchlauf mit iSRD wendest du das Farbprofil nicht an?
Die Beschreibung, die Du zitierst, gilt für Farbnegative, bei denen es kein ICC-Profil gibt. In ColorPerfect wähle ich das am besten passende Negativ-Profil aus.
DerArchivierer hat geschrieben:
Freitag 23. März 2018, 01:33
Ich habe im 1. Schritt schon in den Adobe RGB Farbraum umgewandelt. Nun ist es zu spät für das Argyll Alternativprofil?
Ja, da "isch d' Katz de Baum nuf", wie wir hier sagen :( .
DerArchivierer hat geschrieben:
Freitag 23. März 2018, 01:33
Bei iSRD Durchlauf hast du immer Gamma=1 eingestellt? Wann wird Gamma=2.2 eingestellt - in welchem Schrittt?
S.o., das gilt für Farbnegative und dort wird Gamma in ColorPerfect angewandt. Da hatte ich im anderen Faden etwas falsches gesagt. Mit der Vollversion von PhotoShop kann man ColorPerfect für ähnliche Bilder laut Webseite im Stapelbetrieb anwenden, habe ich aber noch nicht gemacht, da ich erst seit kurzem im Besitz einer PS-Lizenz bin.
DerArchivierer hat geschrieben:
Freitag 23. März 2018, 01:33
Was ist eine Dynamikkompression und warum sollte ich diese anwenden?
Der englische Fachbegriff ist "tone-mapping". Die Methodik gehört zum Thema "high dynamic range imaging" und soll es ermöglichen, den hohen Dynamikbereich von HDR-Bildern bei Darstellung auf Monitor oder durch Druck sichtbar zu machen. SilverFast HDR ist trotz des Namens keine wirkliche HDR-Software (sie kann z.B. keine Belichtungsserie in ein HDR-Bild umrechnen), auch wenn sie bei Wikipedia unter Grafiksoftware als solche aufgeführt wird (siehe Anmerkung von Reinhard et al. "High dynamic range imaging", Morgan Kaufmann 2010, S. 95ff).
DerArchivierer hat geschrieben:
Freitag 23. März 2018, 01:33
warum sollte ich diese anwenden?
Das solltest Du am besten in RT durch Ein- und Ausschalten an konkreten Beispielen ausprobieren. Bei RawPedia findest Du auch ein Anwendungsbeispiel aus dem HDR-Bereich. Ich wende sie nicht immer an, aber oft.
DerArchivierer hat geschrieben:
Freitag 23. März 2018, 01:33
thema Nachschärfen :
Wenn ich im letzten Schritt in RT binne, dann lasse ich dort die leichte Nachschärfung aktiviert. Siehe dazu Rawpedia
DerArchivierer hat geschrieben:
Freitag 23. März 2018, 01:33
Mit USM bin ich derzeit noch nicht zufrieden, da gerade in Gesichtern sich eine Vergröberung zeigt. Ob danach DFine Abhilfe schafft über das ganze Bild muss ich noch testen.
USM darf immer erst ganz am Ende der Bildbearbeitung durchgeführt werden. Wenn starkes Kornrauschen sichtbar ist, dann solltest Du zunächst Dfine anwenden. In USM dann unbedingt auch den Schwellwert richtig setzen, damit nicht alles Rauschen mit geschärft wird.
DerArchivierer hat geschrieben:
Freitag 23. März 2018, 01:33
Dies ist alles für Einzelbilder machbar, aber nicht für die Masse.
Das gilt doch ganz allgemein und wurde hier schon oft diskutiert, z.B. hier. Wie im von Dir zitierten Beitrag erwähnt, wandle ich zunächst alle meine Scans mittels HDR in relativ kleine JPGs um, wobei eigentlich nur die Bildautomatik autoCCR (ggf. nach NegaFix) angewandt wird (alles im Stapelbetrieb durchgenudelt). Anhand dieser handlichen Bildchen entscheide ich dann, welche Bilder eine gründliche Nachbearbeitung verdienen. Das ist insbesondere bei Negativen wichtig, wo ich am Negativ nicht wirklich erkennen kann, was eigentlich auf dem Bild drauf ist. Auf diesen JPGs bringe ich auch die Metadaten zur Dokumentation an, denn bei den kleinen Dateien geht das Schreiben der Metadaten ratzfatz, wogegen das Schreiben auf die 260MByte großen Rohdaten seine Zeit dauert. Mittels EXIFtool werden dann, wenn alles dokumentiert ist, die Metadaten von den JPGs im Stapelbetrieb auf die Rohdaten kopiert. Dann erst sind die Rohdaten wirklich fertig zur endgültigen Archivierung.

Hermann-Josef
Zuletzt geändert von Jossie am Freitag 3. August 2018, 11:51, insgesamt 6-mal geändert.
DigitDia6000 (CyberView, SilverFast Archive Suite 8) / CanoScan9950F (ScanGear, VueScan Pro), Eizo CS240, Spider4Elite unter Win10 (64bit), i7 (3.5GHz), Speicher 24GB

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Re: Tutorial SilverFast

Beitrag von Jossie » Donnerstag 2. August 2018, 19:24

Wie ich sehe, wird diese Seite offenbar recht häufig besucht. Daher möchte ich den Hinweis anfügen, dass meine Anmerkungen zu SilverFast, die ich im Zusammenhang mit meinem VHS-Kurs zusammengestellt hatte, auch als kurze Anleitung zur Benutzung von SilverFast gelesen werden können. Ich versuche, diese auf dem Laufenden zu halten, auch wenn der Titel sich auf Version 8.8.0r11 bezieht.

Hermann-Josef
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