Fragen zu HDR Studio

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DerArchivierer
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Fragen zu HDR Studio

Beitrag von DerArchivierer » Freitag 9. März 2018, 16:49

Ich habe jetzt ein paar Magazine archiviert. 64Bit HDRi, TIF, 5000dpi, ohne automatische Rahmenerkennung, d.h. ich habe unter Einstellungen die automatische Rahmenerkennung deaktiviert und einen manuellen Rahmen gezogen. Bilder sind im Magazin alle im Hochformat einsortiert (lange Seite nach oben). SF liefert im Scan dann ein Querformat (lange Seite waagerecht), wofür ich ein Rahmen gezogen und gespeichert habe.

Diese Dateien lade ich über den VLT Leuchttisch in den Jobmanager in HDR Studio. Bild_01 bis Bild_50

Meine Vorgehensweise bisher: 1. Durchgang
1) Bild_01 suche ich nach einem Rahmen Strg+F und übertrage das Rahmensuchen auf alle übrigen Bilder. Alle filter sind dabei deaktiviert.

2) Da ich gelernt habe, dass ich zuerst die Infrarotbearbeitung anwenden soll, verwende ich iSRD. Im Experten-Modus spiele ich mit Defekt-Größe und Ausdrehnung. Leider ist das für jedes Bild anders. Manchmal muss sehr viel korrigiert werden, manchmal ist weniger mehr, besonders wenn Korrekturen auffallen. Ein Offset verwende ich nicht, die Erkennung habe ich meistens auf 10-15. Defektgröße 3, Ausdrehnung 2 - aber das ist leider nicht allgemeingültig.
Zudem verwende ich Auto-CCR. Der Unterschied zwischen Auto und Auto-CCR ist mir nicht klar. Bei Auto-CCR wirken die Farben weniger flau, bekommen etwas mehr Kraft. SDRx verwende ich nicht, da iSRD überlegen ist. Bei iSRD muss man aufpassen, dass im Gesicht nicht zuviel korrigiert wird.

Das übertrage ich auch auf alle Rahmen. USM verwende ich nicht, da ich merke, das mit USB das Bild, besonders Gesichter grobkörniger werden. Ich vermute bei USM wird der Kontrast angehoben, sodass dem Auge Schärfe vorgetäuscht wird. Dadurch wird aber auch die Körnung des Fimmaterials sichtbarer.

Es folgt eine Stapelverarbeitung wieder als TIF, 48Bit HDR. Das Infratorbild ist nun verarbeitet (fällt weg) und ein Gamma-Profil erstellt, nehme ich an.

Im 2. Durchgang lade ich die Bilder wieder im Leichttisch, verkleinere auf 2500 dpi und speichere als Stapelverarbeitung in JPG 90%.

Eventuell würde ich ein paar vereinzelte Bilder nochmal bearbeiten aus dem 2. Durchgang, um die Körnung zu entfernen, weil der Gane in SF keine Wirkung in SF erzielt. Das ist schon in vielen Threads angesprochen worden und das ist auch meine Beobachtung.
RAW Therapee? Gibt es eine gute Standardeinstellung?

Was mich stört: Manche Reperaturen über iSRD sind wie Narben im Gesicht sichtbar oder auf einer Strickmütze, selbst bei kleinsten Feineinstellungen.
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Re: Fragen zu HDR Studio

Beitrag von DerArchivierer » Freitag 9. März 2018, 17:37

Mir fällt auf, bei SF HD hat der JobManager einen unschönen Nebeneffekt. Sobald man ein bild bearbeitet hat, wird es in der Position nach unten verschoben. Ich muss deswegen jedesmal nach oben scrollen, um das nächste Bild zu bearbeiten. Sehr unpraktisch. Kann man das deaktivieren?
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Jossie
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Re: Fragen zu HDR Studio

Beitrag von Jossie » Freitag 9. März 2018, 18:55

Diesen Effekt verstehe ich ebenfalls nicht und weiß auch keine Möglichkeit, das abzuschalten. Ausgelöst wird es aber erst durch eine Rahmenoperation. Selbst "Rahmen löschen" bewirkt dies. Das scheint eine der unverständlichen Philosophien von LSI im Zusammenhang mit den Rahmeneigenschaften zu sein. Um zu verstehen, was dahinter steckt, müsste man mal in Kiel anfragen.

Hermann-Josef
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Re: Fragen zu HDR Studio

Beitrag von Jossie » Samstag 10. März 2018, 10:25

Hallo,

nun zum ersten Beitrag in diesem Faden:
DerArchivierer hat geschrieben:
Freitag 9. März 2018, 16:49
Ein Offset verwende ich nicht, die Erkennung habe ich meistens auf 10-15. Defektgröße 3, Ausdrehnung 2 - aber das ist leider nicht allgemeingültig.
Doch, Du solltest unbedingt den manuellen Offset verwenden, denn der bringt eine deutliche Verbesserung + Stabilität. Beim DD6000 muss der Offset konstant sein und liegt bei mir bei (0,1). Die Automatik findet immer wieder mal einen falschen Offset (z.B. hatte ich schon (-7,-12), was iSRD völlig ruiniert).

Ausdehnung ungleich 1 bringt nach meinen Beobachtungen immer nur eine Verschlechterung. Daraus schließe ich, dass das Werkzeug nicht korrekt arbeitet -- entgegen der Aussage von LSI. Die Kontexthilfe dazu ist nicht korrekt, denn es geht nicht nur um eine deutlichere Markierung (die würde sich ja auf das Ergebnis gar nicht auswirken). Nach meinem Verständnis sollte die zunächst gefundene Ausdehnung einer Störstelle durch diesen Wert vergrößert werden, damit man auch bei verringerter Empfindlichkeit noch eine gute Korrektur erhält (bei SRD in SF6 gibt es im Expertenmodus eine Funktion "Ausdehnung" und die verbessert die Korrektur!). Je nach Filmmaterial schraube ich die Erkennung und Defektgröße ziemlich weit zurück, um Artefakte zu vermeiden. Allerdings erhalte ich alles in allem durch meine Aufbereitung des IR-Kanals mittels imageJ eine deutlich stabilere und verbesserte Korrektur, vor allem bei Kodachrome.
iSRD_offset.jpg
Einfluss von Offset und Ausdehnung in iSRD. Zur Verdeutlichung wurde die Erkennung herabgesetzt. links: ohne Offset, d.h. (0,0), Mitte: optimaler manueller Offset von (0,1). Rechts: zusätzlich zum manuellen Offset noch Ausdehnung auf 3 erhöht verschlechtert das Ergebnis deutlich.
iSRD_offset.jpg (78.21 KiB) 646 mal betrachtet
DerArchivierer hat geschrieben:
Freitag 9. März 2018, 16:49
Der Unterschied zwischen Auto und Auto-CCR ist mir nicht klar.
Bei "AutoCCR" wird zusätzlich noch eine Farbstichentfernung (engl. colour cast removal) durchgeführt. Schau Dir mal die Histogramme und die Gradationskurven an. Da sieht man den Unterschied zwischen beiden in der Funktionalität.
DerArchivierer hat geschrieben:
Freitag 9. März 2018, 16:49
Ich vermute bei USM wird der Kontrast angehoben, sodass dem Auge Schärfe vorgetäuscht wird.
USM ist keine Kontrastverstärkung im üblichen Sinne der Bildbearbeitung. Zunächst verstärkt USM alle Kanten im Bild. Leider ist die Beschreibung in Wikipedia etwas verwirrend. USM funktioniert folgendermaßen: Das Original wird geglättet (z.B. mit einer Gaußfunktion oder dem Median), wobei die Breite der Glättung über den Parameter Radius gesteuert wird. Das geglättete Bild wird vom Original subtrahiert. Dann wird dieses Differenzenbild mit einem Faktor multipliziert (Parameter Stärke) und auf das Original addiert. Damit würden alle Kanten verstärkt, auch das Filmkorn, wie Du korrekt bemerkt hast. Daher gibt es den dritten Parameter Schwellwert, der festlegt, ab welchem lokalen Kontrast die Operation überhaupt angewandt werden soll. Zur Schärfung schau auch mal hier.
DerArchivierer hat geschrieben:
Freitag 9. März 2018, 16:49
Es folgt eine Stapelverarbeitung wieder als TIF, 48Bit HDR. Das Infratorbild ist nun verarbeitet (fällt weg) und ein Gamma-Profil erstellt, nehme ich an.
Leider falsch! Denn wenn Du ins Format 48bit HDR speicherst, dann werden keine Werkzeuge angewandt. Du musst ins Format 48bit speichern. Was meinst Du mit "Gamma-Profil"?
DerArchivierer hat geschrieben:
Freitag 9. März 2018, 16:49
Im 2. Durchgang lade ich die Bilder wieder im Leichttisch, verkleinere auf 2500 dpi und speichere als Stapelverarbeitung in JPG 90%.
Im ersten Schritt sollte nur iSRD angewandt werden. Im zweiten Schritt folgen dann alle anderen Werkzeuge, auch das Binning. Als letzte Operation sollte , wenn überhaupt, USM angewandt werden. Hier muss man sich auf LSI verlassen, dass das in der korrekten Reihenfolge passiert.
DerArchivierer hat geschrieben:
Freitag 9. März 2018, 16:49
Eventuell würde ich ein paar vereinzelte Bilder nochmal bearbeiten aus dem 2. Durchgang, um die Körnung zu entfernen
Dann solltest Du erst mal nicht als JPG speichern sondern als 48bit TIF. Das beste, mir bekannte Verfahren zur Filmkornunterdrückung ist Dfine der Nik-Collection.
Dfine_Vergleich2.jpg
Anwendung von Dfine (rechts) auf das Original (links). Es handelt sich um ein Farbnegativ. Man beachte, dass die Schärfe der hellen Fehlstellen erhalten bleibt.
Dfine_Vergleich2.jpg (511.95 KiB) 639 mal betrachtet
Auch RawTherapee kann Wavelets, ist aber umständlicher zu bedienen. Aber die Körnung solltest Du vor der Schärfung entfernen. Erst ganz am Ende der Bildbearbeitung sollte geschärft und erst dann als JPG mit maximaler Qualität gespeichert werden.
DerArchivierer hat geschrieben:
Freitag 9. März 2018, 16:49
Was mich stört: Manche Reperaturen über iSRD sind wie Narben im Gesicht sichtbar oder auf einer Strickmütze, selbst bei kleinsten Feineinstellungen.
Kannst Du mal ein Beispiel zeigen? Ich kenne das so extrem nicht. Allerdings gibt es bei großen Fehlstellen das Problem, dass SilverFast die Störstelle durch einen glatten Verlauf ersetzt:
iSRD_glatt.jpg
iSRD_glatt.jpg (54.74 KiB) 654 mal betrachtet
Das fällt halt auf. Es wäre besser, wenn man in die Korrektur noch die lokale Streuung mit einbauen würde. Dann würden die korrigierten Stellen nicht mehr so stark auffallen. Das ist also eine Frage der optimalen Programmierung ... :idea:

Hermann-Josef
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DerArchivierer
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Re: Fragen zu HDR Studio

Beitrag von DerArchivierer » Sonntag 18. März 2018, 00:45

Ich bin jetzt schon etwas weiter mit meiner Erkenntnis und kann die Phänomene von Jossie leider nur bestätigen.

Obwohl ich das neue Update 8.8.0r11 eingespielt habe, ist das Offset-Problem immer noch ungelöst. Ein automatischer Offset bringt in vielen Fällen deutlich schlechtere Ergebnisse, als ein manueller Offset mit (horizontal 0, vertikal 1). Noch bessere Ergebnisse habe ich bei einem konkreten Bild mit einem Osffet von (horizontal 0, vertikal -1) erzielt. Auch andere Bilder schneiden mit diesem Osffet (0-1) besser ab. Hast du das mal probiert Jossie, ob das nicht bei dir auch besser ist? Das Manü ist wieder etwas trickreich, zunächst muss man die 1 eingeben und dann das Minus am Ende hinzufügen! Ich hatte zuvor in einer Strickmütze quasi "Schießlöcher" die verschwunden sind.

Kann es sein, dass der manueller Offset von Scanner zu Scanner verschieden ist? Die Ergebnisse sind jedenfalls deutlich dem automatischen Offset mit (-4, -7) überlegen! Das ist deutlicher Käse und beeinträchtigt deutlich die Wirksamkeit.


Ich kann auch bestätigen, dass ein abspeichern in 48 Bit HDR sinnlos ist. Beim abspeichern wird nicht das iSDR verarbeitet, somit ist der Dreck sichtbar und iSDR steht nicht mehr zur Verfügung. Na super.....ich wollte mich doch erstmal um Farbräume drücken und nur die Fehler korrigieren lassen. Schade, das dies nicht geht. Beim speichern in TIF 48Bit wird iSDR angewendet. iSDR beeindruckt, aber die Farben im Farbraum Adobe 1998 sind sehr blass. Da stellt sich die Frage: Welcher Farbraum soll man nehmen? Adobe 1998 oder sRGB? Für was braucht man noch 48Bit HDR ? Macht ja keinen Sinn, wenn keine Werkzeuge anwendet werden. Und wenn ich jetzt keine HDR mehr habe, sind mir nun Nachteile entstanden bei der Bildbearbeitung? Eigentlich habe ich nach wie vor 48Bit, d.h. 16Bit pro Farbkanal.

Ich muss auch feststellen, dass alle Bilder einen bläulichen und gründlichen Farbstich haben (Agfachrome, Jahr 1986). Die Farben sind blass.
Mit der Pipette, Neutralpipette auf graue Flächen erziele ich deutlich bessere Farben. Mit der Sättigung werden die Farben deutlich besser. Das würde aber bedeuteten, ich müsste alle 5000 Dias oder mehr mit einer Neutralpipette bearbeiten und die Sättigung manuell erhöhen?
Oft muss auch die Gradiationskurve s-förmig behandelt werden, besonders wenn die Mittentöne im Bild fehlen (Gesichter dunkel). Dies ist alles manuelle Arbeit. Das habe ich mir anders vorgestellt. Kann man die Farbstichkorrektur automatisieren?

Auto-CCR scheint sich bei allen meinen Bildern gut zu machen. Was ist der Unterschied zu Auto? Bisher lasse ich Auto-CCR immer drin und wende es im Jobmanager auf alle Bilder an.

Macht es Sinn die Filter (Auto-CCR) doch zusammen mit iSDR im ersten Bearbeitungsschritt anzuwenden sowie Neutralpipette, Bilder drehen und Graditionskurve? Theoretisch müssten die Ergebnisse mit Rohdaten besser werden, als mit den TIF Dateien und definiertem Farbraum oder habe ich hier ein Denkfehler?
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Jossie
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Re: Fragen zu HDR Studio

Beitrag von Jossie » Sonntag 18. März 2018, 11:43

Guten Morgen,
DerArchivierer hat geschrieben:
Sonntag 18. März 2018, 00:45
Offset-Problem immer noch ungelöst
Das besteht seit Urzeiten! Natürlich fällt der Fehler bei den unglaublich hoch eingestellten Empfindlichkeiten im Automatikmodus nicht so sehr auf. Warum hat man denn die Empfindlichkeit so hochgeschraubt??? Um die Güte der Korrektur gut beurteilen zu können, solltest Du die Empfindlichkeit auf ein Minimum reduzieren. Dann siehst Du im Korrekturmodus gut, was Sache ist.
DerArchivierer hat geschrieben:
Sonntag 18. März 2018, 00:45
Noch bessere Ergebnisse habe ich bei einem konkreten Bild mit einem Osffet von (horizontal 0, vertikal -1) erzielt.
Ich habe nun mehrere Bilder mit (0,-1) versucht. Die Korrektur ist immer schlechter als mit (0,1).
DerArchivierer hat geschrieben:
Sonntag 18. März 2018, 00:45
Das Manü ist wieder etwas trickreich
Auch andere Eingabefelder mögen nur Zahlen zu Anfang. Aber versuche mal spaßeshalber, die analoge Verstärkung nicht über die Schieber sondern über numerische Eingabe zu verändern ... Ich kam nicht drauf, wie man das machen muss. Erst der Support sagte mir das Rezept -- ohne sich für diesen Unsinn zu entschuldigen.
DerArchivierer hat geschrieben:
Sonntag 18. März 2018, 00:45
Kann es sein, dass der manueller Offset von Scanner zu Scanner verschieden ist?
Meinst Du beim gleichen Modell? Könnte natürlich sein, würde mich aber wundern.
DerArchivierer hat geschrieben:
Sonntag 18. März 2018, 00:45
Das ist deutlicher Käse und beeinträchtigt deutlich die Wirksamkeit.
Ich würde sogar sagen, dass der Automatikmodus meist unbrauchbar ist, auch weil er an vielen Stellen korrigiert, wo es nichts zu korrigieren gibt. Bei meinen Standardtestbildern war der gefundene Offset nur bei 3 von 19 korrekt, bei zweien gab es riesige Ausreißer: (-4,-7) und (3,-12). Das Problem ist nur, dass viele Benutzer den Automatikmodus nutzen ...
DerArchivierer hat geschrieben:
Sonntag 18. März 2018, 00:45
abspeichern in 48 Bit HDR sinnlos ist
Ganz sinnlos ist es nicht. Es ist halt für was anderes vorgesehen, z.B. um einen Bildausschnitt zu wählen.
DerArchivierer hat geschrieben:
Sonntag 18. März 2018, 00:45
Farben im Farbraum Adobe 1998 sind sehr blass
Das hängt von verschiedenen Dingen ab, z.B. auch vom Monitor. Aber ich bin immer wieder enttäuscht, wenn ich das Dia auf dem Leuchttisch mit dem Monitorbild vergleiche. Kein Monitor der Welt wird die Brillanz des Dias erreichen.
DerArchivierer hat geschrieben:
Sonntag 18. März 2018, 00:45
Welcher Farbraum soll man nehmen?
Hängt vom Verwendungszweck ab. Z.B. können die meisten Farblabore kein Farbmanagement, d.h. die belichten immer nach sRGB.
DerArchivierer hat geschrieben:
Sonntag 18. März 2018, 00:45
alle Bilder einen bläulichen und gründlichen Farbstich haben
Mit oder ohne ICC-Profil? Wie sehen die Originale aus? Meine 50 Jahre alten AGFA CT18 Dias sehen mit dem Auge betrachtet noch ganz passabel aus, aber im Scan kommt ein brutaler Blaustich raus. Den kann ich nur manuell behandeln.
Aber mit ColorPerfect sind die Farben deutlich besser als mit SF, aber auch hier muss ich Tonwertkorrektur und Weißabgleich manuell nacharbeiten.
DerArchivierer hat geschrieben:
Sonntag 18. März 2018, 00:45
Mit der Sättigung werden die Farben deutlich besser.
Ich erziele eine wesentlich bessere Wirkung von AutoCCR, wenn ich bei den Einstellungen die Werte für Auto-Schwellwerte von Lichtern und Schatten auf beidemale 1 setze.
DerArchivierer hat geschrieben:
Sonntag 18. März 2018, 00:45
Was ist der Unterschied zu Auto?
Dass CCR, d.h. auf gutes Deutsch Colour Cast Removal, durchgeführt wird.
DerArchivierer hat geschrieben:
Sonntag 18. März 2018, 00:45
Macht es Sinn die Filter (Auto-CCR) doch zusammen mit iSDR im ersten Bearbeitungsschritt anzuwenden sowie Neutralpipette, Bilder drehen und Graditionskurve?
Nach meinem Verständnis sollten alle Operationen bis auf Schärfen auf den hochaufgelösten Daten vorgenommen werden. Dann in einem zweiten HDR-Durchlauf erfolgt das Binning und, falls gewünscht, die Schärfung. Letzteres darf auf jeden Fall nur ganz am Schluss durchgeführt werden.
DerArchivierer hat geschrieben:
Sonntag 18. März 2018, 00:45
Theoretisch müssten die Ergebnisse mit Rohdaten besser werden, als mit den TIF Dateien
Wie kommst Du darauf? Die HDR-Daten unterscheiden sich von den TIF-Daten zunächst nur durch die Gamma-Korrektur.
DerArchivierer hat geschrieben:
Sonntag 18. März 2018, 00:45
TIF Dateien und definiertem Farbraum
Das ist ein ganz anderes Thema.Wenn alles korrekt läuft, wird die Farbgebung nach Anwendung des ICC-Profils und Übergang zu einem definierten Standardfarbraum besser also ohne. In den HDR-Daten ist das ICC-Profil nur eingebettet. Die Daten selbst werden dadurch nicht verändert. Elle Stone hat einen schönen Beitrag zum Thema zuweisen / konvertieren auf ihrer Webseite.

Hermann-Josef
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Re: Fragen zu HDR Studio

Beitrag von DerArchivierer » Sonntag 18. März 2018, 18:16

Jossie hat geschrieben:
Sonntag 18. März 2018, 11:43
Ich habe nun mehrere Bilder mit (0,-1) versucht. Die Korrektur ist immer schlechter als mit (0,1).
Hier ein Beispiel von Flecken auf einer Strickmütze mit verschiedenen Offsets.
iSDR Beispiel Mütze.jpg
iSDR Beispiel Mütze.jpg (296.95 KiB) 560 mal betrachtet
Dies war bei mir kein Einzelfall, aber habe ich jetzt stellvertretend zusammengestellt, um es sich zu veranschaulichen.
Die Frage, die sich stellt: Kann es sein, dass der optimale Offset vom Scanner zu Scanner aus der gleichen Serie abweicht?
Oder liegt das am Film? Es handelt sich um ein Agfachrome Dia aus dem Jahre 1986.

(Silverfast HD Studio verwende ich mit dem neusten Update 8.8.0r11)
Jossie hat geschrieben:
Sonntag 18. März 2018, 11:43
Ich würde sogar sagen, dass der Automatikmodus meist unbrauchbar ist, auch weil er an vielen Stellen korrigiert, wo es nichts zu korrigieren gibt.
Ja, der Automatikmodus korrigiert zuviel. Ich habe ein Ortsschild mit einer Niete. Die Niete wird als defekt erkannt und sieht nach der Korrektur aus wie ein Schussloch. Definitiv habe ich gelernt, dass oft weniger mehr ist. Ich gebe dir vollkommen recht.
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Re: Fragen zu HDR Studio

Beitrag von DerArchivierer » Sonntag 18. März 2018, 18:49

Jossie hat geschrieben:
Sonntag 18. März 2018, 11:43

Ich erziele eine wesentlich bessere Wirkung von AutoCCR, wenn ich bei den Einstellungen die Werte für Auto-Schwellwerte von Lichtern und Schatten auf beidemale 1 setze.
Ich habe das nachvollzogen. Anbei mein Ergebnis.
Beispiel 1.jpg
Beispiel 1.jpg (435.67 KiB) 559 mal betrachtet
Bild 2 und Bild 3 zeigt für mich kein Unterschied, ob ich direkt Auto-CCR anwende oder den Umweg über Lichter=Schatten=1 im Histogramm gehe (Bild wird katastrophal hell) und dann Auto-CCR anwende.

Dem Bild tut aber eine Sättigung der Farben ganz gut, aber das ist auch Geschmackssache. In diesem Fall vielleicht etwas zuviel, aber in anderen Beispielen wirkt eine Sättigung sich immer positiv aus. Der Farbton der Vasen wird besser getroffen. Die Neutralpipette habe ich angewendet auf dem Tisch (grau).
Beispiel2.jpg
Beispiel2.jpg (425.52 KiB) 559 mal betrachtet
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Re: Fragen zu HDR Studio

Beitrag von Jossie » Sonntag 18. März 2018, 19:05

Hallo,

es könnte durchaus sein, auch wenn ich es nicht direkt einsehe, dass der optimale Offset von Gerät zu Gerät einer Modellserie leicht schwankt. Wie gesagt, bei mir gibt 0,-1 immer ein schlechteres Ergebnis als 0,1.

Aber in diesem Zusammenhang fand ich ein putziges Verhalten: Plötzlich war bei einem Bild, das vorher die hohe Ablage von (-4,-7) erbrachte, die Ablage (0,0). Nach einigem Suchen stellte sich heraus, dass ich vergessen hatte, in den Einstellungen -- Spezial die maximale iSRD-Ablage vom Standardwert auf 3 herunterzusetzen, wie ich das immer mache, da ja (0,1) mein bester Wert ist. Wie kann es sein, dass ich bei einer Maximalablage von 3 die riesige Ablage finde, bei dem unverhältnismäßig hohen Standardwert von 20 aber (0,0). Welchen Sinn macht dann die Vorgabe der Ablagenbeschränkung? Das muss ich morgen mal in Kiel nachfragen. Da läuft noch ein Ticket wegen der iSRD-Ablagen.
DerArchivierer hat geschrieben:
Sonntag 18. März 2018, 18:49
Umweg über Lichter=Schatten=1 im Histogramm gehe
Missverständnis (wenn Du die Bildautomatik anwendest, wird Deine Einstellung im Histogramm sowieso wieder überschrieben)! Ich meinte nicht im Histogramm sondern in den Auto-Einstellungen, 1 bedeutet mit 1 Promille wird der Schatten- / Lichterpunkt so gelegt, dass 1 Promille der Pixel unter- / oberhalb liegen. Das mach bei mir einen großen Unterschied aus:
autoCCR_Vergleich.jpg
Links nach Änderung in Einstellungen-- auto, rechts Standardeinstellung
autoCCR_Vergleich.jpg (200.56 KiB) 556 mal betrachtet
Der Effekt hängt natürlich auch von der Farbgebung im Bild ab. Hier ist er besonders groß wegen des Blaustichs.

Hermann-Josef
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Re: Fragen zu HDR Studio

Beitrag von DerArchivierer » Sonntag 18. März 2018, 19:40

Dein Bild ist natürlich überzeugend. Der Blaustich ist entfernt.

Ich habe nochmal auf meinem Bild am Markt deine Einstellung nachvollzogen.
auto.jpg
auto.jpg (45.69 KiB) 551 mal betrachtet
Muss man da auf Level klicken?!? Das sind derzeit meine Einstellungen in SF HD Studio.
Automatische USB Aktivierung sollte ich wohl entfernen, fällt mir auf.
Beispiel4.jpg
Beispiel4.jpg (305.51 KiB) 551 mal betrachtet
Nun habe ich das nochmal durchlaufen lassen. Ich finde, die Bilder sind sehr ähnlich.
Die Struktur des Himmels scheint besser durchzukommen.

Ich werde nach einem Beispiel suchen mit einem deutlicherem Farbstich und nochmal anwenden.

Starke Probleme habe ich bei sehr dunklen Bildern, die wohl in den Abendstunden entstanden sind. Diese sind bereits im Gesicht dunkel, die Farben dunkel und flau. Mit den Gradiationskurven kann ich das Gesicht erhellen, aber dafür verkorkst der Rest des Bilders. Nur mit Auto-CCR ohne Gradiationskruven bekomme ich schon ein deutlcih besseres Bild als das Original, aber trotzdem zu dunkel und farblich reisen die Farben aus.

Bei deinem Bild aus Berlin: Hast du die Neutralpipette auf einem grau abgestimmt oder die Pipette nicht verwendest? Ich bin nach wie vor verblüfft.
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Re: Fragen zu HDR Studio

Beitrag von Jossie » Sonntag 18. März 2018, 19:57

Guten Abend,

beim Berlinbild ist nur AutoCCR angewandt, sonst nichts! Wie gesagt, das Ergebnis hängt auch von der Farbgebung ab. Die Änderung in den Auto-Einstellungen der Schatten wirkt sich hier deshalb so stark aus, da das Histogramm im Schattenbereich zunächst nur sehr schwach besetzt ist. Ist der Autowert auf 0, so setzt die Bildautomatik den Schattenpunkt dahin, wo die ersten Pixelwerte auftauchen. Man will den Schattenpunkt aber da haben, wo das Histogramm merklich besetzt ist. Das erreicht man mit Schwellwert 1.

Mit sehr dunklen Bildern hatte ich auch Probleme. Da gab mir Herr Noack von LSI den Tipp, die Gradation unter Einstellungen -- allgemein von 2.2 auf z.B. 4 zu erhöhen. Das funktioniert, obwohl es da offenbar ein Problem zwischen Vorschaubild und tatsächlichen Daten gibt. Zumindest muss man im Histogramm auf jeden Fall erst mal das gelbe Ausrufungszeichen anklicken, bevor man weitermacht.

Wenn Du viele solche dunklen Bilder hast, dann lade Dir mal die Demoversion von ColorPerfect herunter. Das gibt verblüffend gute Ergebnisse. EInen Versuch ist es allemal Wert bevor man in die Massenproduktion geht. Auch die Dynamikkompression (engl. tone-mapping) von RawTherapee kann hier helfen. Letzteres geht auch im Stapelbetrieb.

Hermann-Josef
Zuletzt geändert von Jossie am Montag 19. März 2018, 10:15, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Fragen zu HDR Studio

Beitrag von Joe » Montag 19. März 2018, 08:46

@Jossie

ColorPerfect kenne ich noch als Photoshop Plugin (aber beides habe ich schon sehr lange nicht mehr im Einsatz).

Hast Du mal ein aktuelles Beispiel "mit/ohne ColorPerfect" - Danke.

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Re: Fragen zu HDR Studio

Beitrag von Jossie » Montag 19. März 2018, 09:59

Hallo Joe,

anbei ein extremes Beispiel für ein Dia, da dunkel und blaustichig. Um die Ergebnisse vergleichbar zu machen, wurden in HDR die Standardeinstellungen und nur die Bildautomatik AutoCCR und die Neutralpipette verwendet. In CP wurde nur ein Weißabgleich an der gleichen Stelle wie in HDR vorgenommen. In beiden Fällen wurden keine Helligkeitsänderungen via Histogramm oder Gradation vorgenommen.

CP_HDR_Vergleich.jpg
Links: ColorPerfect, rechts: SilverFast HDR
CP_HDR_Vergleich.jpg (156.54 KiB) 528 mal betrachtet
Natürlich kann man durch weitere Bildbearbeitung bzw. ändern der Standardeinstellungen sowohl in HDR als auch PS/CP das Ergebnis noch verbessern. Aber dann gilt der direkte Vergleich ja nicht mehr. Eine fertig bearbeitete Version kannst Du hier sehen.

Noch der Vergleich für zwei Farbnegative. Hierbei wurde in beiden Programmen nur der am besten passende Filmtyp ausgewählt. Kein Weißabgleich oder Helligkeitsanpassung. Die Bildnamen oben links geben die Version an.

Vergleich_FN_HDR_CP.jpg
Vergleich_FN_HDR_CP.jpg (167.26 KiB) 517 mal betrachtet
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Re: Fragen zu HDR Studio

Beitrag von Joe » Montag 19. März 2018, 18:04

Danke ;)

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