Schmalfilm-Sequenz scannen ?

Fragen/Themen zu Canon-Scannern
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marshaj
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Schmalfilm-Sequenz scannen ?

Beitrag von marshaj » Dienstag 4. Februar 2014, 17:09

Hallo!
In meinem "Archiv" befinden sich noch Normal- und Super 8 - Schmalfilme aus Kinderzeiten, in denen längst verstorbene Verwandte zu sehen sind.
Ich hatte mir deshalb vorgenommen, zu versuchen, daraus einige besonders schöne Sequenzen zu scannen und vielleicht eine kleine Bildersammlung für die Familie zusammenzustellen. Große Bilder kann man daraus sicher nicht zaubern, aber viele kleine zusammen sind sicher auch recht interessant.

Da ich bis zum Erreichen brauchbarer Qualität mit dem Canoscan 9000F und Vuescan schon bei den Dias viel Zeit gebraucht habe wollte ich hier erst einmal fragen, ob jemand über Erfahrungen damit verfügt. Da ich die Filme nicht zerschneiden möchte frage ich mich z.B., ob
- man den Film direkt auf das Glas legen kann, oder ob der Scanner so eingestellt ist, daß der Film wie in einem gerahmten Dia darüber schweben muß,
- ob man irgendeinen Filmhalter benutzen muß, um die Durchlicht-Einheit nutzen zu können, oder ob man das Gerät irgendwie überlisten kann,
- ob die Belichtungsmessung so funktioniert, oder ob man sich eine genau passende dunkle Schablone schneiden muß,
- oder welche anderen Punkte man noch beherzigen muß.
Viele Grüße aus der Lüneburger Heide,
Hans-Jürgen

Joe
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Re: Schmalfilm-Sequenz scannen ?

Beitrag von Joe » Dienstag 4. Februar 2014, 19:00

Such mal hier im Forum - das Thema hatten wir schon mal.

Ich fasse es mal zusammen (wenn ich mich richtig erinnere): es geht im Prinzip mit den Canonscan wenn Du Dir selbst eine Schablone bastelst. Die Software erkennt aber nur "minimal" Kleinbild. Du musst dann den "Rahmen" für jedes (!) Bild manuell einstellen und kannst immer nur einen Rahmen scannen = also eine langwierige Prozedur...

Es gibt aber auch Dienstleister die das Digitalisieren von S8 Filmen etc. anbieten - ich vermute das ist der "schmerzfreiere Weg".

marshaj
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Re: Schmalfilm-Sequenz scannen ?

Beitrag von marshaj » Dienstag 4. Februar 2014, 19:28

Hallo, Joe,
und Dank für die Antwort !

Die Suche hatte bei mir mit dem Begriff "Schmalfilm" nichts ergeben.
Erste Scanversuche ohne Schablone mit dem Film unter einem Halter waren mit ScanGear relativ gut, erforderten allerdings eine deutliche Nachbearbeitung. Dabei stellte sich heraus, daß bei diesen kleinen Bildern die Maximalauflösung von 9600 wirklich noch Vorteile bringt.
Das ist nicht weiter störend, da ich ja nur besondere Einzelbilder herausnehmen möchte.
Mit Vuescan habe ich es noch nicht versucht.

Offen ist jetzt hauptsächlich noch, ob ich den Film etwas von der Glasfläche abheben müsste um die Schärfe zu verbessern; z.B 1/2 Diarahmen unterlegen ?
Viele Grüße aus der Lüneburger Heide,
Hans-Jürgen

Joe
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Re: Schmalfilm-Sequenz scannen ?

Beitrag von Joe » Dienstag 4. Februar 2014, 20:16

Gute Frage. Aber ich denke das bekommt der "Autofokus" so hin. Dia-Rahmen sind ja auch extrem unterschiedlich dick. CS sind z.B. viel dünner, welche mit Glas viel dicker.

marshaj
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Re: Schmalfilm-Sequenz scannen ?

Beitrag von marshaj » Dienstag 4. Februar 2014, 21:07

Du hast recht. Ich werd's trotzdem einmal mit einer dünneren Pappschablone probieren.

Hier sollte jetzt mein erstes Beispiel angezeigt werden:
ScanGear, als Farbbild bei 9600 gescannt (!), mit Nikon Capture NX2 optimiert, Hochpass-geschärft und verkleinert auf sinnvolle Größe.
Auf jeden Fall brauchbar, aber sicher optimierungsfähig.

Leider ist der Server anscheinend überlastet (o.ä.): "The server is temporarily unable to service your request".
Viele Grüße aus der Lüneburger Heide,
Hans-Jürgen

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Jossie
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Re: Schmalfilm-Sequenz scannen ?

Beitrag von Jossie » Mittwoch 5. Februar 2014, 11:03

Hallo Hans-Jürgen,

Flachbettscanner haben eine recht große Schärfentiefe, viel größer als Diascanner. Ich würde erwarten, dass Du Dir den Umstand mit dem Papprahmen sparen kannst.

Die Frage ist, ob der Scanner die hohe, versprochene Auflösung auch bringt. Mein Canoscan 9950F sollte 4800dpi bringen, aber sieh Dir mal das Target im Anhang an!
Aufloesungsvergleich.tif
USAF1951 Target gescannt mit CanoScan9950F bei verschiedenen Auflösungen.
Aufloesungsvergleich.tif (83.38 KiB) 2379 mal betrachtet
Beste Grüße

Hermann-Josef
DigitDia6000 (CyberView, SilverFast Archive Suite 8) / CanoScan9950F (ScanGear, VueScan Pro), Eizo CS240, Spider4Elite unter Win10 (64bit), i7 (3.5GHz), Speicher 24GB

marshaj
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Re: Schmalfilm-Sequenz scannen ?

Beitrag von marshaj » Mittwoch 5. Februar 2014, 22:57

Hallo, Hermann-Josef,

bisher habe ich noch nie Bilder mit der originalen Scaneinstellung 9600 ohne tif-Komprimierung verwendet.
Bei den Schmalfilmbildchen habe ich mehrere Versuche mit < 4000 bis 9600 gemacht. Da man diese Winzbildchen für sinnvolle Verwendung einigermaßen vergrößern muß stellte sich dabei heraus, daß z.B. bei 4800 deutlich stufige Kanten und gröbere Rasterungen entstanden. Die 9600er Bilder sind nicht detailreicher, aber durch die höhere Pixelzahl in sich glatter und lassen sich sogar durch Nachschärfen zu annähernd brauchbarer Qualität bringen.

Da mir das Hochladen des Bildes eben erstmals gelang habe ich es angefügt. Das Original ist nicht besonders scharf (freihand, ca. 1/25", Fixfokus). Für die endgültige Auswahl muß ich erst einmal intensiv nach brauchbaren Filmstücken suchen. Das geht besser !! Vielleicht sollte ich die Größe auch noch reduzieren. Auch werde ich einmal sehen müssen, was Vuescan im Gegensatz zu ScanGear noch bringt.
IMG-Opa-90_0003af.jpg
Scan von N8-Schmalfilm, 1966
IMG-Opa-90_0003af.jpg (252.43 KiB) 2374 mal betrachtet
PS.: Dein Attachment kann ich nicht sehen.
Viele Grüße aus der Lüneburger Heide,
Hans-Jürgen

Joe
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Re: Schmalfilm-Sequenz scannen ?

Beitrag von Joe » Donnerstag 6. Februar 2014, 06:29

Das Problem bei den Filmen ist ja das da selten scharfe Bilder bei sind. Anders als bei digitalen Filmen gibt es ja keine (ich nenne die mal so) "Standbild-Frames" sondern immer welche nur "mit Bewegung".

marshaj
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Re: Schmalfilm-Sequenz scannen ?

Beitrag von marshaj » Donnerstag 6. Februar 2014, 12:08

Das Hauptproblem ist bei Schmalfilmen leider, daß die Filme meistens ohne Stativ gemacht wurden. Die Belichtungszeit von 1/25 bei N8 mit 16 fps und Normalbrennweite ist dafür einfach zu lang und führte selbst bei statischen Motiven zwangsläufig zu leichter Verwacklungsunschärfe.
Dazu kommt natürlich, daß ein ca. 6x4 mm großes Bild selbst bei ISO 25 schon grundsätzlich keine besondere Auflösung bietet. Das wurde ja mit dem Super 8 - Film etwas besser.

@joe: ... immer welche nur "mit Bewegung" ...
Der Schmalfilm steht wie der Sensor der digitalen Kamera bei jeder Einzelaufnahme vollständig still.
Viele Grüße aus der Lüneburger Heide,
Hans-Jürgen

marshaj
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Re: Schmalfilm-Sequenz scannen ?

Beitrag von marshaj » Donnerstag 6. Februar 2014, 17:58

So, nun habe ich einmal Vuescan verwendet.
Das erste Bild ist mit 9600 gescannt, mit TIF-Verkleinerung 2x2; weitere Bearbeitung bis zur Verkleinerung mit Nikon Capture NX2:
N8-Opa-9600_TIF2_1pass_f(2).jpg
N8-Opa-9600_TIF2_1pass_f(2).jpg (152.68 KiB) 2364 mal betrachtet
Das nächste Bild ist ohne TIF-Verkleinerung mit 4800 gescannt; weitere Bearbeitung mit annähernd gleichen Einstellungen wie oben:
N8-Opa-4800_TIF1_1pass_f.jpg
N8-Opa-4800_TIF1_1pass_f.jpg (166.32 KiB) 2364 mal betrachtet
1. Zumindestens für diese extreme Anwendung ist hier nach meiner Ansicht ein deutlicher Detailverlust zu erkennen. So scheint denn die höchste Auflösungsstufe bei dem 9000F doch noch einen Sinn zu haben.
2. Vuescan scheint auch noch etwas feiner aufzulösen als ScanGear (s.o.).
Viele Grüße aus der Lüneburger Heide,
Hans-Jürgen

marshaj
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Re: Schmalfilm-Sequenz scannen ?

Beitrag von marshaj » Freitag 7. Februar 2014, 22:16

Dazu noch ein Nachtrag:
Die jetzt festgestellte Differenz in der Bildqualität bei den N8-Miniaturbildern kann ich beim Scan von Dias mit einer sinnvollen Ausgabe-Breite nicht sichtbar machen.
Als Beispiel habe ich ein Kodachrome-Dia verwendet und beim Scan mit 4800 praktisch die gleichen Resultate wie bei 9600 mit TIF-Verkleinerung erhalten.
Ich bin noch bis auf 3200 dpi herunter gegangen, aber da machen sich schon deutliche Kantenunregelmäßigkeiten durch Pixel bemerkbar.
Viele Grüße aus der Lüneburger Heide,
Hans-Jürgen

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