Dem Pixelsalat fehlt´s mächtig an Schärfe ...

Fragen/Themen zu Epson-Scannern
Forumsregeln
In diesem Forum dürfen keine Beiträge mit gewerblichen Angeboten, privaten Verkaufsangeboten oder Links zu gewerblichen Seiten eingestellt werden.
Antworten
ulven
Beiträge: 20
Registriert: Montag 2. September 2013, 12:18

Dem Pixelsalat fehlt´s mächtig an Schärfe ...

Beitrag von ulven » Montag 9. September 2013, 18:44

Liebe Scannergemeinde und speziell angejahrte Flachbettler+Durchlichtler: Wer weiß was - und erzählt es auch weiter?

Ich kann zwar davon ausgehen, daß früher (als alles bekanntlich ja noch viel besser war) bestimmt viel über Scan-(Un)Schärfe, Dia-Abstand zum Auflageglas, Dia-Rahmen versus bloß keinen, guter oder unguter Film für Scans, die (Un)Brauchbarkeit mitgelieferter Filmhalter, etc. philosophiert, argumentiert, und vielleicht sogar gewußt wurde. Deshalb habe ich nun auch die diversen Forumsseiten zurück bis an die Zeiten des Urknalls nachgelesen - habe aber trotzdem noch eine elementare Wissenslücke - oder Selbstzweifel - wenn ich gerade an meiner Maschine so vor mich hin scanne. ICH KRIEG DIE DINGER EINFACH NICHT SCHARF!

Zum Tathergang und den Beweismitteln: EPSON-Flachbettler 4870; Filme meist FUTSCHI 50 oder 100, KODAK EBX und EV 100, und der zugegeben am Firmen-Ende teils mit Schichtfehlern behaftete AGFA 50 und 100; Kleinbild; Mittelformat von 4,5x6, 6x6, 6x7 bis 6x9 aus analogen und heute musealen Top-Geräten; glaslose Dia-Rahmen von GEPE über Fuchs-Rahmen DIA-COVER bis firmeneigene Filmhalter. Somit wären alle Zutaten vorhanden. Die Dias sind lupenscharf! Aber es kommt einfach keine Scan-Schärfe auf!

Ja, noch die Pixulation: KB 4000 oder 4800, MF 2400, 3200 oder 4000 (Prospekt-)dpi. Das freut vielleicht die Hersteller externer Festplatten.

Seit Wiederinbetriebnahme meines Scanners nach längerem Softwareausfall sehe ich alles unscharf bei 100% LIGHTROOM und PS. Entweder brauche ich eine neue Brille oder ich mach was falsch oder es war früher auch nicht besser (!). ODER WEISS JEMAND WAS GESCHEITES DAZU?

Benutzeravatar
Jossie
Beiträge: 976
Registriert: Sonntag 10. Februar 2013, 19:40
Wohnort: im Kraichgau

Re: Dem Pixelsalat fehlt´s mächtig an Schärfe ...

Beitrag von Jossie » Montag 9. September 2013, 19:54

Hallo ulven,

Rückfrage: Was soll der Scanner nominell an Auflösung leisten? Sagt nicht der Hersteller 4800x9600dpi? Mein CanoScan 9950F z.B. kann laut Hersteller 4800dpi --- denkste, er bringt laut USAF1951-Target gerade mal 2300dpi. Außerdem sind die rechteckigen Balken im Scan alle an den Ecken abgerundet :( ! Auch mein erster DigitDia6000, laut Datenblatt kann er 5000dpi, brachte ebenfalls gerade mal 2600dpi im Ergebnis. Der wurde allerdings anstandslos ausgetauscht. Das neue Gerät bringt fast das, was das Datenblatt verspricht. Es gibt also eine große Grauzone ... Ein Beispielbild hilft wahrscheinlich nicht viel, wenn man keine Referenz hat. Aber siehst Du einen Unterschied, wenn Du verschiedene Auflösungen vorgibst?

Gruß

Hermann-Josef
DigitDia6000 (CyberView, SilverFast Archive Suite 8) / CanoScan9950F (ScanGear, VueScan Pro), Eizo CS240, Spider4Elite unter Win10 (64bit), i7 (3.5GHz), Speicher 24GB

ulven
Beiträge: 20
Registriert: Montag 2. September 2013, 12:18

Re: Dem Pixelsalat fehlt´s mächtig an Schärfe ...

Beitrag von ulven » Montag 9. September 2013, 22:31

Servus Hermann-Josef,

Danke für die schnelle Rückantwort (i glaub, des hoast jetzat "fiidbäck" - oder so). Mein EPSON hat prospektierlich die gleiche Auflösung wie der CANOSCAN. Die kann eventuell auch zwischen identischen Produkten variieren, wenigstens erzählte man mir sowas; aber das wäre eigentlich Kleinvieh.

Ich kann nicht feststellen, daß sich zwischen den benachbarten dpi-Einstellungen gravierende - und vor allem sichtbare - Veränderungen ergäben. Was sich jedoch ganz gewaltig ändert, das ist das Datenvolumen. Und das Bild wird natürlich kleiner, weil sich die dpi auf gleichem Raum dichter zusammenwuzeln müssen. Ich weiß, das ist für Techniker nicht ganz astrein beschrieben, aber was zählt ist bekanntlich das, was hinten rauskommt. *) Zitat H. Kohl; wegen der Plagiatsvorwürflichkeit. Und da kommt nichts heraus, was man als annähernd scharf bezeichnen kann. Beispiel von heute: Dia 4,5x6, Motiv statisch, Krabbenkutter im Hafen, Dia unter der Lupe so scharf, daß Autonummern auf der anderen Hafenseite lesbar sind. Die vielen Tampen am Heißgeschirr, die Netze, Antennendrähte und feines Krümelzeug ist deutlich und scharf. Im TIFF-Scan sind aber bereits bei den im Vordergrund liegenden Schiffen die großen und deutlichen, zudem farblich abgesetzten Schiffsnummern nicht annähernd randscharf. Und natürlich umso verwaschener, wenn man in die 100%-Ansicht zur Bearbeitung geht. Ich schärfe zwar trotz des Lamentos meiner Druckerei, aber es ist dann immer noch nicht schön. Nein, ich bin auch kein Schärfefanatiker, der alles und jedes bemängelt; ich denke halt, daß bei den vielen schlauen Füchsen und Ausprobierern in so einem Forum vielleicht doch jemand einen Dreh fernab des Handbuchs (Anm.: Fürchterlich bei jedem EPSON!, und dazu noch auf CD) kennt. Dazu kommt, daß auf uniformen Flächen unschöne Artefakte entstehen können, die man nur mit Anhebung der Lichter reduzieren kann, jedoch nicht ganz wegbekommt; und dann ist die Struktur noch mehr im Eimer.

Aber ich probiere es morgen nochmal aus und rapportiere: 2400 dpi versus 4000 dpi. Noch höher bringt ja nichts mehr. Bis dann also nochmals recht herzlichen Dank!

ulven

Benutzeravatar
Jossie
Beiträge: 976
Registriert: Sonntag 10. Februar 2013, 19:40
Wohnort: im Kraichgau

Re: Dem Pixelsalat fehlt´s mächtig an Schärfe ...

Beitrag von Jossie » Dienstag 10. September 2013, 15:57

Hallo ulven,

zum Vergleich Scans des USAF1951-Targets mit meinem CanoScan9950F, jeweils mit der angegebenen Auflösung gescannt (ohne Bildverarbeitungstricks beim scannen):
Aufloesungsvergleich.tif
Scans des USAF1951-Targtes mit 600 (lo), 1200 (lu), 2400 (ro) und 4800 (ru) dpi
Aufloesungsvergleich.tif (83.38 KiB) 4318 mal betrachtet
Fazit: Bei 600 und 1200dpi stimmt die Sollauflösung mit der aus dem Target abgelesenen in etwa überein. Beim Scan mit nominell 2400dpi ist schon ein leichtes Defizit zuerkennen und 4800dpi bringen praktisch nichts mehr.

Gruß

Hermann-Josef
DigitDia6000 (CyberView, SilverFast Archive Suite 8) / CanoScan9950F (ScanGear, VueScan Pro), Eizo CS240, Spider4Elite unter Win10 (64bit), i7 (3.5GHz), Speicher 24GB

ulven
Beiträge: 20
Registriert: Montag 2. September 2013, 12:18

Re: Dem Pixelsalat fehlt´s mächtig an Schärfe ...

Beitrag von ulven » Dienstag 10. September 2013, 18:43

Servus Hermann-Josef!

Gerade wollte ich Dir schreiben, was ich zwischenzeitlich probiert habe. Da drei der zu bemängelnden 4560er Dias noch eingerichtet im Scanner lagen, wiederholte ich die Scans, diesmal erhöht auf 4800 dpi. Ob der riesigen Datenmenge kreischt zwar die gebeutelte Festplatte ab jedem Klix, den ich jetzt mache. Und den Platz für Vergleichsscans mit niedrigen dpi-Werten müßte ich woanders suchen, was einen schnellen Sichtvergleich erschwerte.

Aber zum Ergebnis: Die Scans sind deutlich flauer und wie mit einem Grauschleier überzogen, die Artefakte verschwinden hingegen weitgehend. Wahrscheinlich sind auch sie einfach flauer geworden. In LIGHTROOM habe ich sie zwar aufgehübscht wie bisher auch, aber ich mußte den Kontrast gewaltig erhöhen (was ich sonst nie tat), um die Bilder einigermaßen gefällig zu bekommen. Allerdings mußte ich auch den Luminanzrausch um einige hohen Promillewerte senken (diesen Hebel faß ich sonst auch nie an, weil ich selten eine Veränderung im Bild sehe). Zu Begeisterungsstürmen hat mich meine Produktion nicht hingerissen! In der LIGHTROOM Softproof-Vorschau kann man ein verhaltenes "Naja" riskieren; einen Ausdruck habe ich mir jedoch gespart, da ja dann wieder druckerspezifische Einflüsse das Ergebnis verwässerten.

Jetzt zur USAF: Liege ich richtig, wenn ich daraus ablese, daß unsere Scanner mit ansteigender dpi-Einstellung kein Plus an Qualität bringen und nur das Datenvolumen erhöhen? Wenn nicht, was ist dann die optimale Einstellung? Oder: Was ist der beste Kompromiß zwischen Detailschärfe und und Dateigröße? Dein und mein Scanner haben die gleichen Prospektdaten mit 4800x9600 dpi und angeblichen 3,8 DMax. So langsam komme ich mir wie ein "elektrischer" Laokoon vor, umzingelt von Kabeln, Daten und Fragen.

Danke für Deine Geduld und Hilfsbereitschaft!

ulven

Benutzeravatar
Jossie
Beiträge: 976
Registriert: Sonntag 10. Februar 2013, 19:40
Wohnort: im Kraichgau

Re: Dem Pixelsalat fehlt´s mächtig an Schärfe ...

Beitrag von Jossie » Dienstag 10. September 2013, 18:52

Guten Abend ulven,

ja, so würde ich das sehen: Bei etwa 2300dpi ist bei meinem Exemplar Schluss. Gehe ich noch höher mit der (scheinbaren) Scanauflösung, so bekomme ich keine besseren Bilder sondern nur größere Dateien :cry: .

Gruß

Hermann-Josef
DigitDia6000 (CyberView, SilverFast Archive Suite 8) / CanoScan9950F (ScanGear, VueScan Pro), Eizo CS240, Spider4Elite unter Win10 (64bit), i7 (3.5GHz), Speicher 24GB

ulven
Beiträge: 20
Registriert: Montag 2. September 2013, 12:18

Re: Dem Pixelsalat fehlt´s mächtig an Schärfe ...

Beitrag von ulven » Dienstag 10. September 2013, 21:25

Danke für die Rückantwort, Hermann-Josef!

Wie scannst Du Deine Dias? Wieviel dpi kloppst Du in die Pfanne bei welchen Zutaten, ich meine Formate, falls Du etwas anderes als Kleinbild verarbeitest? Und mit welchem Bildbearbeitungs-Programm verwurstest Du diese Scans?

Deiner Antwort zufolge kann ich ja praktisch alles in einem Kessel, will sagen ca. 2400 dpi, zubereiten. Mithin eine scannergalaktische Ursuppe ...

Ein Glück, daß ich das alles noch erleben darf!

ulven

Benutzeravatar
Jossie
Beiträge: 976
Registriert: Sonntag 10. Februar 2013, 19:40
Wohnort: im Kraichgau

Re: Dem Pixelsalat fehlt´s mächtig an Schärfe ...

Beitrag von Jossie » Mittwoch 11. September 2013, 10:37

Hallo ulven,
Wie scannst Du Deine Dias?
Details findest Du unten. Ich hatte mit dem CanoScan angefangen aber bald bemerkt, dass das ein aussichtsloses Unterfangen wird, hauptsächlich deshalb, weil ich keine 10000 Bilder in 12er Päckchen scannen wollte. Als ich mit dem DigitDia Fokusprobleme hatte, hatte ich mir das Target zulegen müssen (ja, um den Betreiber dieses Forums, über den ich den Scanner gekauft hatte, davon zu überzeugen, dass das Gerät statt der versprochenen 5000dpi nicht mal die Hälfte lieferte. Reflecta hat dann das Gerät anstandslos ausgetauscht.). Ich kam auf den DD6000 aber auch wegen der hohen Auflösung, da ich hauptsächlich mit Kodachrome25 fotografiert hatte und die hohe Auflösung der Dias digital erhalten wollte.

Ich verwende SilverFast, da das am flexibelsten ist. Leider gibt es damit auch Probleme, wie man hier im Forum nachlesen kann. Wenn es mal funktioniert so sind die Ergebnisse aber sehr zufriedenstellend.

Gruß

Hermann-Josef
DigitDia6000 (CyberView, SilverFast Archive Suite 8) / CanoScan9950F (ScanGear, VueScan Pro), Eizo CS240, Spider4Elite unter Win10 (64bit), i7 (3.5GHz), Speicher 24GB

ulven
Beiträge: 20
Registriert: Montag 2. September 2013, 12:18

Re: Dem Pixelsalat fehlt´s mächtig an Schärfe ...

Beitrag von ulven » Mittwoch 11. September 2013, 11:43

Hallo Hermann-Josef, ich hatte tatsächlich nie die Informationen "unter dem Strich" gelesen. Dadurch habe ich nicht mitbekommen, daß dort das jeweilige Glaubensbekenntnis untergebracht ist. Man lernt nie aus ("Man soll das Ganze stets vor seinen Theilen sehen" /*JW Goethe, wegen Plagiatsverfolgungsgefahr).

Deine Erfahrungen knabbern ja schwer an meiner Absicht, weiter mit einem Durchlichtscanner zu arbeiten. Und dabei habe ich Mengen von XPan-Panoramabildern, KB- und MF-Dias, welche alle gescannt werden sollen, bevor ich in die Grube umziehe. Die Zukunft wird ja immer kürzer, im Gegensatz zur Vergangenheit.

Und über die Filmscanner liest man in diesem Forum auch nicht gerade nur Frohsinn stiftendes. Man hat anscheinend nur noch die Wahl der Qual statt umgekehrt. Zudem stellt sich die Frage, wie lange überhaupt noch Scanner hergestellt werden, wenn der Massenverbraucher (consumer market!) nur noch elektronisch photographiert. MINOLTA, NIKON ...

Darüber muß ich erst einmal in allertiefste Kontemplation versinken. Hafe a nize dääi, oder wie das so heißt.

ulven, total verunsichert, mürrisch und unfroh

Benutzeravatar
Jossie
Beiträge: 976
Registriert: Sonntag 10. Februar 2013, 19:40
Wohnort: im Kraichgau

Re: Dem Pixelsalat fehlt´s mächtig an Schärfe ...

Beitrag von Jossie » Mittwoch 11. September 2013, 17:32

Hallo ulven,

Du hast mir echt ein schlechtes Gewissen gemacht :oops: . Bitte nicht unfroh und mürrisch sein deswegen, das lohnt nicht! Ich hab halt nur geschildert, wie meine Entscheidungsfindung war.

Dein Problem ist ungleich komplizierter als meins, da Du offenbar mehrere Filmformate hast. Auch Deine Aussage, wie lange es diese Scanner noch gibt, ist sicher korrekt, denn der Markt schmilzt, da ja logischerweise irgendwann mal alle Analogaufnahmen digitalisiert sind. Der hochgelobte Nikon wird ja schon nicht mehr hergestellt.

Aber letztendlich ist es auch eine Frage der späteren Anwendung. Einige meiner Bekannten sind mit den Scans vom Flachbettscanner zufrieden und machen sich halt die Mühe, immer mal wieder 12 Dias aufzulegen. Irgendwann sind sie durch und machen mit den schönsten Bildern ein Fotobuch. Hier musst Du Dir sicher die Frage stellen, was Du letztendlich mit den digitalen Bildern machen möchtest -- ein Fotobuch, Postkarten oder Poster, am HD-Schirm betrachten oder schlicht das digital erhalten, was man jetzt analog besitzt (meine Motivation)? Und eines darf man auch nicht übersehen (auch auf die Gefahr hin, dass ich Dich weiter verunsichere ;) ): Ich arbeitete beruflich seit Anfang der 80er Jahre mit digitalen Bildern. In dieser Zeit habe ich meine Datenmengen 3x auf ein anderes Medium umkopieren müssen, um die Daten nicht zu verlieren! Die ursprünglichen 6250er Magnetbändern wurden durch DATs und diese durch Festplatten und DVDs ersetzt (bei letzteren hatte ich z.B. durch Zufall herausgefunden, dass eine ganze Charge Rohlinge nach dem Brennen auf keinem Gerät mehr zu lesen war :x. Aber die Originaldaten waren zum Glück noch da und konnten nochmals kopiert werden). Vor diesem Problem stehe ich nun mit meinen digitalen Bildern wieder. Welches Format wähle ich, TIF oder JPG? Auf welchem Medium speichere ich die Daten, Festplatte oder BluRay? Was lebt am längsten, was ist am kostengünstigsten und am wenigsten aufwändig? Wie archiviere ich, denn ich will ein bestimmtes Bild ja schnell wiederfinden -- Photoshop Organizer, Picasa, EXCEL-Tabelle, ... ? Niemand garantiert uns, dass der Organizer oder Picasa oder was auch immer in x Jahren noch existieren und das Archiv auslesen können.

Diese Überlegungen nur noch der Vollständigkeit halber. Aber eine Beantwortung hat sicher Rückwirkungen auf die anfängliche Frage, wie oder mit was scanne ich meine Bilder. Und ich hoffe, Dir damit noch andere Aspekte für die Entscheidungsfindung aufgezeigt zu haben, an die Du vielleicht noch nicht gedacht hattest.

Beste Grüße

Hermann-Josef
DigitDia6000 (CyberView, SilverFast Archive Suite 8) / CanoScan9950F (ScanGear, VueScan Pro), Eizo CS240, Spider4Elite unter Win10 (64bit), i7 (3.5GHz), Speicher 24GB

ulven
Beiträge: 20
Registriert: Montag 2. September 2013, 12:18

Re: Dem Pixelsalat fehlt´s mächtig an Schärfe ...

Beitrag von ulven » Donnerstag 12. September 2013, 16:50

Lieber Hermann-Josef,

jetzt habe ich 4x dasselbe Dia 4,5x6 mit unterschiedlichen dpi gescannt und in LIGHTROOM mit jeweils identischen Bearbeitungswerten entwickelt.

Die Ausgangswerte:
1x Scan 1200 dpi/1875x2584 pix/27,72 MB TIFF;
1x Scan 2400 dpi/3751x5168 pix/110,92 MB TIFF;
1x Scan 3200 dpi/5001x6836 pix/197,19 MB TIFF;
1x Scan 4000 dpi/6250x8612 pix/308,10 MB TIFF.

Die Bilddaten aus CANON-Pixma:
300 dpi/Einstellung "Kunstdruckpapier" wegen Format-zu-Bild-Harmonie/geringe Variationen der Ausdruckgrößen innerhalb 13,8x19,1 cm.

Das BILD-Ergebnis:
Kein farblicher Unterschied über alle Scans hinweg. Schärfeeindruck bei "bebrillten" Augen kaum wahrnehmbar bis eventuell nur eingebildet, wobei der dpi-niedrigste Scan am besten abschneidet. Betrachtung mit Lupe bringt keine anderen Erkenntnisse.

Frage an den homo physicus:
Demnach wäre das Hochzwirbeln der dpi-Werte und der damit folgende Megabite-Rausch nur förderlich für die Festplattenhersteller. Oder mache ich jetzt irgendwo einen Denkfehler?

Anderes Thema ARCHIVIEREN: Ich speichere auf mehrerereren Festplatten mit unterschiedlichen Inhalten (Länder/Natur/Botanik/etc). Dem aber ist kein ew´ges Glück beschieden ... ich weiß; ca 10.000 Bilder abgestürzt und im Hades verschwunden!

Anderes Thema BILDVERWENDUNG: Kalender (mein damaliger Verlagsabnehmer ließ selbst trommeln), Grußkarten (meine eigenen Scans von der Druckerei als TIF-Datei übernommen), usw. Und natürlich, so zum Spaß halt auch, für mich selbst.

Die erste Berührung mit Scannern und deren damals neuen und erstaunlichen Charakteristiken machte ich gegen Mitte der 70er (voriges Jahrhundert! tempus fugit). An der Uni Bonn experimentierte Prof Scollar u.a. damit im Bereich Luftbild-Archäologie. Besonders in SW waren die Ergebnisse phänomenal, da messerscharf; ideal zur Entdeckung einer villa rustica im auflaufenden Kornfeld. Nun ist alles anders - ich staune nicht mehr sondern meckere nur noch herum. Es war halt doch alles besser, damals annoleipzig.

Gruß und Dank für Deine Mühen von ulven!

Benutzeravatar
Jossie
Beiträge: 976
Registriert: Sonntag 10. Februar 2013, 19:40
Wohnort: im Kraichgau

Re: Dem Pixelsalat fehlt´s mächtig an Schärfe ...

Beitrag von Jossie » Donnerstag 12. September 2013, 17:44

Guten Abend ulven,

der Knackpunkt scheint mir der Ausdruck mit 300dpi zu sein: 19.1cm / 2.54cm/inch *300dpi = 2255 Pixel (wenn ich mich nicht verrechnet habe), d.h. Deine geringste SCAN-Auflösung schöpft die DRUCKschärfe praktisch schon aus. Daher bringen die höheren Auflösungen im Druck nichts mehr.

Aber wie ist es mit dem Thema Ausschnittsvergrößerungen aus den Scans? Da würde man die höhere Auflösung brauchen können.

Festplattenplatz: Ein Rohbild von SilverFast eines KB-Dias mit 5000dpi hat etwa 250MB. Wenn ich 10^4 Bilder scanne, dann brauche ich 2.5TB. Das können moderne, auch preisgünstige Festplatten ohne Probleme. Nach Themen auf verschiedenen Festplatten abzuspeichern ist sub-optimal. Ich plane, sofern ich denn mal in weiter Zukunft in der Lage sein werde, scannen zu können (warte immer noch auf meinen Scanner), alle Rohdaten identisch auf mindestens 3 externe Festplatten zu kopieren und auf dem Arbeitsrechner nur die JPGs zu lassen. Im Computerladen hat man mir gesagt, wenn eine Festplatte versagt, dann in den ersten Wochen des Betriebs. Also empfiehlt es sich, die 3 Platten auch regelmäßig zu benutzen um zu sehen, welche als erste den Kopf hängen lässt. Die kann man dann ersetzen. Aber ewig werden die alle nicht halten, daher ist im Abstand von einigen Jahren immer wieder umkopieren nötig.

Zum Archivieren habe ich mich für EXIFtool-GUI entschieden, um den Rohdaten die notwendigen Metadaten (Datum, geogr. Koordinaten, PersoninImage, Event, ...) mitzugeben. Ich habe mir ein Makro geschrieben, das diese Daten in EXCEL importiert. Damit kann ich das Archiv filtern und mir z.B. die Bilder ausspucken lassen, die "Onkel Otto zwischen 1975 und 1983 in Stuttgart" oder was auch immer zeigen. Per Hyperlink kann man sich die einzelnen ausgefilterten Bilder dann auch ansehen oder wohin kopieren. Das funktioniert ganz gut und ist recht einfach gestrickt. Bei EXCEL gehe ich davon aus, dass man die Dateien noch recht lange lesen können wird. Zur Not kann man in eine CSV-Datei exportieren und Textdateien sollten nach heutigen Maßstäben fast ewig lesbar sein. Ähnliches würde ich auch von TIF bzw. JPG annehmen.

Beste Grüße

Hermann-Josef
DigitDia6000 (CyberView, SilverFast Archive Suite 8) / CanoScan9950F (ScanGear, VueScan Pro), Eizo CS240, Spider4Elite unter Win10 (64bit), i7 (3.5GHz), Speicher 24GB

ulven
Beiträge: 20
Registriert: Montag 2. September 2013, 12:18

Re: Dem Pixelsalat fehlt´s mächtig an Schärfe ...

Beitrag von ulven » Samstag 14. September 2013, 14:56

Hallo Hermann-Josef - und zunächst einmal schönes Wochenende (in meiner Geographie regnet es).

Nach Deinen hilfreichen Erläuterungen habe ich mich erstmal mit mir zusammengesetzt und ein Kompetenzzentrum gebildet. Dabei hat das Gremium als Interimslösung beschlossen, zunächst bei MF4560-Scans mit 3200dpi zu bleiben. Höhere werden ihren Niederschlag erst bei KB mit 4000 bis 4800dpi finden; aber da muß ich noch herumpröbeln, um es anschließend in o.a. Gremium am runden Tisch vorurteilsfrei und basisorientiert zu diskutieren. Du siehst, ich bediene mich des zeitgemäßen "Neusprechs" trotz meiner hartnäckigen Beibehaltung der alten Orthographie.

Begründung: Mit einem schlichten Metermaß stellte ich fest, daß z.B. viele der endgültigen Bildgrössen von Kalendern im Querformat so um die 40x60 cm herum liegen. Kleiner geht immer, Pans gibt es jetzt allerdings für ganze Flurlängen. Soweit zur Marktanalyse und dem statistischen Mittelwert bei feinkalibriertem Daumen. (Ich hatte damals schon beim Statistikschein 2 nicht viel Ehre heimgebracht)

Archivierung: Die Problematik der Dateiaufbewahrung ohne RAID ist mir schon leidvoll beigebracht worden. Ich habe aber inzwischen nicht mehr viel Platz, sowohl im Raum als auch auf den Computern. Deshalb bastle ich auch am Neuaufbau meiner Festplattenarchitektur. Die Thementrennung dient der Auffindbarkeit, und ein -künftiges- jeweils ebenfalls externes Festplatten-Duplikat der Sicherheit. Wenn es die überhaupt geben kann ...

Jetzt schaung´ ma moi!

Gruß von ulven, dem Streiter gegen die finsteren Mächte von Bit und Beit

ulven
Beiträge: 20
Registriert: Montag 2. September 2013, 12:18

Re: Dem Pixelsalat fehlt´s mächtig an Schärfe ...

Beitrag von ulven » Montag 16. September 2013, 14:19

Lieber Hermann-Josef,

so, nun habe ich einfach mal mit 3200dpi weiter gescannt. Und die Ergebnisse sind weiterhin "sub-optimal", wie Du so richtig sagst. Da dieser Scanner zu seiner Glanzzeit aber ziemlich hochgelobt wurde, könnte die Unschärfe eventuell ein individuelles Problem meines Scanners sein. Vielleicht eine Abstandssache, mithin DIE Unschärfeursache?

Die von mir verwendeten Rahmen sind nur wenig unterschiedlich dick/dünn und allesamt glaslos. Die Dias haben somit einen annähernd identischen Abstand Film:Glas:Scanner. Die grössere freie und somit durchbiegsamere Fläche von MF-Dias kann natürlich unter der Einwirkung der Scannerwärme bei gleichzeitig längeren Scanzeiten infolge der höheren dpi-Einstellung auch ihren Teil zur Misere beitragen.

Das bringt mich auf ein verwandtes Thema: Anti-Newton-Glas. Eine "Apotheke", Hauptniederlassung in Kassel und Nebenstelle in Berlin bietet für die EPSON-Geräte 700/750, und des Erfolgs wegen nun auch für 4870/4990, genau passende Glasauflagen für die FILM-Rahmen an. Sie seien aus hauchfeinem AN-Glas und sollen Wunder wirken (Katalog-Aussage!). Hast Du von sowas schon gehört oder selbst damit in Deiner CANON-Zeit herumgepröbelt?

ulven, der immer noch Suchende

Benutzeravatar
Jossie
Beiträge: 976
Registriert: Sonntag 10. Februar 2013, 19:40
Wohnort: im Kraichgau

Re: Dem Pixelsalat fehlt´s mächtig an Schärfe ...

Beitrag von Jossie » Montag 16. September 2013, 15:50

Hallo ulven,

zu Deinen Überlegungen kann ich zweierlei beisteuern:

Einmal habe ich vor ein paar Tagen das USAF1951-Target aus seinem Rähmchen genommen und direkt auf die Glasplatte des CanoScans gelegt. Es liegt damit etwa 1.4mm näher an der CCD-Zeile. Ich konnte keinen drastischen Unterschied in der Schärfe sehen (eingestellte Scanauflösung 4800dpi):
Rahmen_mit_ohne.tif
USAF-Target links ohne Rahmen und rechts im Rahmen
Rahmen_mit_ohne.tif (60.04 KiB) 4206 mal betrachtet
Weiterhin habe ich das Target mal zwischen zwei Anti-Newton-Gläser von je 1mm Dicke gelegt und im DigitDia mit 5000dpi gescannt. Auch hier konnte ich in der Schärfe keinen Unterschied sehen. Letzteres hat mich sehr überrascht, denn 2mm Glas sollten eine Fokusverschiebung von 0.7mm machen, was viel ist im Vergleich zur Schärfentiefe von +/-0.3mm (Aussage von PIE).
USAF_mit_ohne_ANGlas.tif
USAF1951-Target mit 2 x 1mm Anti-Newton-Glas, rechts ohne Glas
USAF_mit_ohne_ANGlas.tif (133.43 KiB) 4206 mal betrachtet
Man sieht aber beim AN-Glas eine deutliche Verstärkung der Hintergrundstruktur. Ich habe mich bemüht, die Histogrammeinstellung bei beiden Ausschnitten ähnlich hinzubekommen.

Die Flachbettscanner haben offenbar eine wesentlich größere Schärfentiefe als die Diascanner. Das kann man leicht sehen, wenn man mal ein dreidimensionales Teil auf den Scanner legt und scannt.

Ich würde daraus schließen, dass das AN-Glas keine Verbesserung bringen dürfte, eher eine Qualitätsverschlechterung. Aber sicher sagen kann ich das natürlich nicht.

Beste Grüße

Hermann-Josef
DigitDia6000 (CyberView, SilverFast Archive Suite 8) / CanoScan9950F (ScanGear, VueScan Pro), Eizo CS240, Spider4Elite unter Win10 (64bit), i7 (3.5GHz), Speicher 24GB

ulven
Beiträge: 20
Registriert: Montag 2. September 2013, 12:18

Re: Dem Pixelsalat fehlt´s mächtig an Schärfe ...

Beitrag von ulven » Dienstag 17. September 2013, 15:55

Lieber Hermann-Josef,

danke für die Mitsuche nach Allgemein- und Detail-Schärfe. Es gibt zwar -wenn auch nur geringe- Unterschiede, aber es verbiegt nicht gerade die Weltachse. Beim ausgerahmten Target ist re-unten-Mitte etwas mehr drin, aber winzigst; beim Glassandwich wird die Störung geradezu sichtbar vervielfacht. Es scheint eben an Allheilmitteln zu mangeln.

Nun werde ich noch einen Versuch unternehmen: Fuchs-Rahmen (DIA-Cover) sind hauchdünne, aber sehr stabile Rahmen. Der Erfinder Fuchs, München, ließ sie bei GEIMUPLAST, Garmisch-Partenkirchen, vor längerer Zeit herstellen und nutzte sie für seine eigene Scannerei mit gutem Erfolg. HAMA vertrieb sie damals ebenfalls. Die Durchbiegung der Rahmen ist höchst gering. Man kann sie unmittelbar auf das Scannerglas legen oder, wie von F. vorgesehen, in eine präzise gefertigte Stahlschablone einspannen. Leider gibt´s das alles inzwischen nicht mehr.

Bei zunehmenden Fenstergrössen, so ab 6x6 und darüber hinaus, beginnt das Dia allerdings mit der Wärmedurchbiegung bis zur Auflage am Glas - und damit taucht dann plötzlich Herr Newton mitten im Bild auf. Die freie Fläche wird einfach zu groß. Und dreht man das Dia/den Rahmen um, dann bäumt es sich halt in die andere Richtung auf und wandert in die Unschärfezone. Aber bis 4560 sollte das noch nicht wirksam werden. Ich werde nun hergehen und die Dias in der Rahmenmitte am dessen Rand an der jeweils kürzeren "Durchbiegungsachse" mit Klebeetiketten zu fixieren. Damit dürfte eine wärmebedingte Streckung in zwei Richtungen zwar weiterhin möglich sein, nicht aber ein schärfeveränderndes Durchhängen/Aufbäumen. Hoffentlich ...

Ich werde berichten. Bis dahin wünscht eine weiterhin schöne Woche

der ulven

Benutzeravatar
Jossie
Beiträge: 976
Registriert: Sonntag 10. Februar 2013, 19:40
Wohnort: im Kraichgau

Re: Dem Pixelsalat fehlt´s mächtig an Schärfe ...

Beitrag von Jossie » Dienstag 17. September 2013, 17:26

Hallo ulven,

das klingt ja nach mächtig viel Aufwand!

Ich darf hier keine Werbung machen, aber schau mal auf der Webseite des Forumbetreibers unter Diarähmchen. Dort werden welche angeboten, die das Dia einspannen und so das Durchbiegen verhindern (sollen). Leider sind diese Dinger ziemlich teuer. Ich habe mir eine kleine Packung geleistet mit der Absicht, in Ausnahmefällen Dias, die mir besonders am Herzen liegen, temporär dahinein umzurahmen. Es hat auch etwas gebracht, ist aber ziemlich mühsam, z.B. ein Kodachrome-Dia aus seinem Papprahmen zu schneiden und da einzuspannen. Der gewünschte Erfolg hat sich bei meinen wenigen Versuchen auch erst nach einiger Ruhezeit in diesem Rähmchen eingestellt -- ist also aus meiner Sicht für größere Stückzahlen nicht wirklich praktikabel. Aber ich wollte das der Vollständigkeit halber erwähnen. Ob es so was für große Formate gibt, weiß ich nicht.

Beste Grüße

Hermann-Josef
DigitDia6000 (CyberView, SilverFast Archive Suite 8) / CanoScan9950F (ScanGear, VueScan Pro), Eizo CS240, Spider4Elite unter Win10 (64bit), i7 (3.5GHz), Speicher 24GB

ulven
Beiträge: 20
Registriert: Montag 2. September 2013, 12:18

Re: Dem Pixelsalat fehlt´s mächtig an Schärfe ...

Beitrag von ulven » Dienstag 17. September 2013, 18:28

Servus Hermann-Josef!

Leiiiider gibt es nach meinem Wissen nichts für große Dias. Das bedeutet, daß ich den Zeit- und Finger-Aufwand ohnehin für jedes Dia erbringen muß. Da inzwischen meine Vorräte an gebunkerten Spezial-Rahmen zur Neige gehen, werde ich sogar ein- und ausrahmen müssen. Wie Du mit Deinen W...weißtschonwelchen. Aber das ist halt auch immer mit der Gefahr von Fingerabdrücken und sonstigen Beschädigungen verbunden. Schnell geht da gar nichts. Ich bin zwar nicht mehr der Jüngste, aber soviel Zeit muß ich mir einfach dafür nehmen. Und sollte ich nicht fertig werden, dann gehe ich auch nicht davon aus, daß denen zuhaus wirklich ein paar Scans fehlen werden, wenn ich gerade beim Rudern über den Styx bin.

Wie hat der Valentin Karl doch so richtig gesagt: "Die Zukunft is a nimma des, wos´s amoi war". Also ist die Zukunft meiner hochkünstlerischen photographischen Aufzeichnungen nicht für alle Zeiten gesichert und kein Archivar wird sie wohl dereinst andächtig sortieren.

Gut (Durch-)Licht wünscht ulven!

Antworten