OpticFilm 8200i SE oder AI

Fragen/Themen zu Plustek-Filmscannern
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TuXMax
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OpticFilm 8200i SE oder AI

Beitrag von TuXMax » Donnerstag 24. Dezember 2015, 15:29

Hallo,

ich habe mich nun endlich durchgerungen meine ca. 5000 Dias zu digitalisieren. Seit einiger Zeit forsche ich schon nach der richtigen Methode (Scanner leihen, selber kaufen, welchen?) und komme nun langsam zu dem Schluss, dass wahrscheinlich der Plustek OpticFilm 8200i keine schlechte Wahl ist, zumal er preislich gerade noch so geht. Einen Scanner mit Magazin kann und will ich mir nicht leisten und ausleihen ist keine Option, da die Zeit zum Scannen nicht zusammenhängend zur Verfügung steht.
Meine Dias lagen nun nicht optimal gelagert ca. 20 Jahre im Keller. Manche sind verstaubt und bei manchen habe ich sogar einen Pilzbefall festgestellt. Gegen den Staub und evtl. Kratzer mach ich mir Hoffnung, das dies mit der iSRD-Technik bewältigt werden kann. Gegen den Pilzbefall hilft wohl nichts.
Was mich interessiert: Reicht der SE mit SilverFast SE Plus 8 oder muss/sollte es der Ai mit SilverFast Ai Studio 8 sein?
Betreiben würde ich das Ganze mit einem Windows in einer VirtualBox-Umgebung unter Linux als Host. Alternativ käme auch Vuescan in Frage, doch unter Linux direkt wird die iSRD-Technik nicht unterstützt und ich weiß auch nicht, ob der Scanner überhaupt als USB-Gerät erkannt wird.

Gibt es hierzu Erfahrung/Empfehlungen?

Gruß

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Jossie
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Re: OpticFilm 8200i SE oder AI

Beitrag von Jossie » Freitag 25. Dezember 2015, 10:11

Guten Morgen TuXMax und erst mal schöne Weihnachten!

Einen Vergleich zwischen den SilverFast-Versionen findest Du auf der LSI-Webseite.

Zu den Dingen, die in SE Plus gegenüber der Ai-Studio-Version laut Tabelle fehlen, lässt sich aus meiner persönlichen Sicht Folgendes sagen:
  • Auto-IT8-Kalibration: Die freie Software CoCa (basierend auf Argyll) liefert bessere ICC-Profile als SF. Darauf kann also getrost verzichtet werden.
  • Expertenmodus: Ist schon kritischer, z.B. brauche ich den manuellen Offset in iSRD, da die Ausrichtung des IR-Kanals nicht immer perfekt funktioniert. Wie sich das in SE Plus im Vergleich zu Studio bei dem von Dir avisierten Scanner auswirkt, kann ich natürlich so nicht sagen. Ich verwende grundsätzlich den manuellen Offset und lasse diesen konstant auf (0,1) Pixel, da die Ablage zwischen IR- und RGB-Bild bei meinem Scanner konstant sein sollte (Er führt IR-Scan und RGB-Scan bei gleicher Schrittmotorstellung durch. Ob das "Dein" Scanner ebenso macht oder ob er zwei Durchläufe -- u.U. mit Ablagen -- braucht, kannst Du vom Hersteller bzw. LSI erfragen).
  • 16bit-HIstogramm: Steht auch bei Studio standardmäßig immer auf 8bit und muss nach jedem Neustart im Densitometer von 8 auf 16bit umgestellt werden. Das Histogramm ist zwar ganz essentiell, aber auf die 16bit-Darstellung kann (meist) verzichtet werden, da das letztendlich eine Frage der Genauigkeit ist, mit der die Histogramm-Parameter eingestellt werden können. Hier gehe ich immer visuell vor und da gibt es keinen Unterschied, da die graphische Auflösung bei beiden Versionen gleich ist.
  • Jobmanager: Brauche ich beim Scannen nicht, da ich ins Rohformat scanne. In HDR möchte ich ihn allerdings nicht missen, da damit die Werkzeugeinstellungen von einem Bild auf mehrere andere Bilder übertragen werden können (leider nicht das ICC-Profil). Damit kann die Effizienz deutlich gesteigert werden.
  • Abspeichern der Ergebnisse als 16bit/Kanal Bilder: Essentiell, wenn die Bilder nachträglich noch mit externer Software bearbeitet werden sollen.
  • Ebenen und Masken: notwendig für äußerst kritische Bearbeitung von Bildern -- verwende ich nur sehr, sehr selten. Allerdings sind in Version 8.8.0r1 die Ebenen für iSRD und SRD verschwunden, obwohl in der Versionsgeschichte das nicht aufgeführt wird. Programmfehler??
  • Eigene NegaFix-Profile: Kam bei mir bislang noch nicht vor. Habe allerdings wenig mit Farbnegativen gemacht. Da die analoge Verstärkung bei NegaFix deaktiviert ist, spiele ich mit dem Gedanken, als Positiv zu scannen und erst in HDR auf Negativ umzustellen. Wenn das klappt, könnte das angepasste Profil nötig werden. Andererseits suche ich aus den mitgelieferten Profilen das passende aus und stelle dann Helligkeit und Farben mit Histogramm / Gradation ein. Andere Punkte, wie Herausrechnen der Orangemaske, halte ich hier für kritischer. Um letzteres anzupassen braucht man wieder den Expertenmodus.
  • Bearbeitung von Rohdaten (benötigt HDR): Ich scanne grundsätzlich nur ins Rohformat und bearbeite die Bilder anschließend in HDR. Vorteil: Man muss nur 1x scannen und für den Scan sich nur auf Abtastrate, Mehrfachbelichtung ja/nein und die analoge Verstärkung entscheiden. Alles Weitere wird in HDR erledigt. Ist man mit einer Bearbeitung nicht zufrieden, kann man ohne neuen Scan nochmals von vorne anfangen. Ein Nachbearbeiten in PhotoShop o.ä. ist bei mir nur noch in Ausnahmefällen (z.B. für eine Korrektur der roten Augen bei Blitzaufnahmen) nötig.
TuXMax hat geschrieben:Betreiben würde ich das Ganze mit einem Windows in einer VirtualBox-Umgebung unter Linux als Host.
Du solltest mit dem LSI-Support abklären, ob das unterstützt wird.
TuXMax hat geschrieben:unter Linux direkt wird die iSRD-Technik nicht unterstützt
Wenn das wirklich so ist, wäre das für mich ein k.o.-Punkt.

Beste Grüße

Hermann-Josef
Zuletzt geändert von Jossie am Sonntag 27. Dezember 2015, 16:58, insgesamt 3-mal geändert.
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Joe
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Re: OpticFilm 8200i SE oder AI

Beitrag von Joe » Samstag 26. Dezember 2015, 17:14

Meine Erfahrungen mit Quato/Plustek sind eher durchwachsen. Ich würde davon abraten. (Meine Webseite http://www.jostark.de beschäftigt sich überwiegend mit dem Thema Filmscanner. Ein Bericht zum Quato 5000 findet sich hier: http://www.jostark.de/Quato5000_allgemein.htm).

Des weiteren: 5000 Dias mechanisch (d.h. ohne automatischen Einzug): der da bisher am längsten durchgehalten hat, hat ca. 1.000 Dias gescannt und dann eingesehen das es zeitlich vollkommen unrealistisch ist das zu schaffen. (Wobei ich jetzt von den Anwendern rede mit denen ich Kontakt hatte).

Zu Silverfast gibt es viele Meinungen - nicht jeder ist da so ein Experte wie Hermann-Josef und hat die Zeit und wahrscheinlich auch Hartnäckigkeit (was ich jetzt positiv meine) sich so damit auseinander zu setzen. Daher würde ich eher zu Vuescan raten.

Linux und eine VM mit Windows - das solltest Du vor dem kauf erst mal testen. Vielleicht kannst Du Dir in Deinem Bekanntenkreis ja einen Scanner leihen. Ich bin da eher skeptisch.

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Re: OpticFilm 8200i SE oder AI

Beitrag von TuXMax » Montag 28. Dezember 2015, 12:14

Hallo,

die Ausführungen von Hermann-Josef sind sehr detailliert und ich denke wenn ich es so mache, hat Joe recht und ich werde nie fertig.

Ich stelle jetzt nicht den Höchstqualitätsanspruch na das Ergebnis, möchte eigentlich zügig Dia für Dia scannen und dabei von der Staub- und Kratzerentfernung profitieren, da wie gesagt, meine Dias durch die Lagerung oder einfach nur durch das Alter etwas gelitten haben und ich nicht jedes Dia eine extensiven Reinigung unterziehen möchte. Ich suche also eine Kompromisslösung.

Ich habe schon beide Programme in einer VirtualBox-Umgebung installiert, wobei Silverfast 8 keinen Scanner findet (Test mit einem Flachbettscanner), die Software scheint sehr an den Scanner gebunden zu sein. Vuescan ist da schon toleranter. Hier wird in der VirtualBox-Umgebung sogar ein Scanner unterstützt, der von Linux nicht unterstützt wird (Canon Lite 90), durch das Extension-Pack wird hier eine gute USB-Schnittstelle vom Host zum Guest durchgereicht. Hier habe ich einen Test mit stark ausgebleichten Papierbildern gemacht und war erstaunt, was da mit den Standardeinstellungen geht. Auch mit der Linux-Version (mit einem HP OfficeJet) habe ich den selben Test gemacht, es geht. Nur, wie gesagt, unter Linux wird IR von Vuescan nicht unterstützt, deshalb der Umweg über Windoof in der VirtualBox. Vor allem lassen sich die RAW-Tiff-Dateien von Vuescan mit Gimp lesen. Geht das auch mit den SilverFast HDR-Dateien?

Evtl. ist auch ein anderer Scanner in die engere Wahl zu ziehen, der in einer ähnlichen Preisklasse liegt und über eine Staub- und Kratzerentfernung verfügt. Zu SilverFast kann ich noch nichts sagen, Vuescan scheint mir "offener" zu sein. Bin für Vorschläge offen.

Gruß

Joe
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Re: OpticFilm 8200i SE oder AI

Beitrag von Joe » Montag 28. Dezember 2015, 15:59

Sieh Dir mal den Canon CanoScan 9000F an - der kann immerhin 4 Dias "auf einen Schlag" scannen. (Aber ich fürchte auch da wirst Du leicht die Lust verlieren).

Der Canon kostet um die 200 Euro - die Canon eigene Software ist erst mal ausreichend.

Wenn Du Interesse hast kann ich gerne ein paar Deiner Dias (max. 4) mit dem Canon und zum Vergleich mit dem DigitDia 5000 scannen. Dann kannst Du selbst beurteilen ob die Qualität des Canon für Dich ausreichend ist. Details sollten wir dann ggf. per PN oder E-Mail klären.

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Re: OpticFilm 8200i SE oder AI

Beitrag von Jossie » Montag 28. Dezember 2015, 16:35

Hallo TuXMax,
meine Antworten sollen nur Entscheidungshilfen sein. Ich will nicht den Eindruck erwecken, für ein bestimmtes Programm oder einen bestimmten Scannertyp oder gar ein Fabrikat zu werben.
TuXMax hat geschrieben:Ausführungen von Hermann-Josef sind sehr detailliert
Na ja, Du hattest gefragt, welche SF-Version Du brauchst. Ich wollte Dir die nötige Information geben zu entscheiden, ob Du die Werkzeuge der Studio-Version brauchst oder nicht.
TuXMax hat geschrieben:unter Linux wird IR von Vuescan nicht unterstützt
Das wundert mich zu tiefst, muss es aber zur Kenntnis nehmen.
TuXMax hat geschrieben:RAW-Tiff-Dateien von Vuescan mit Gimp lesen
Ich glaube nicht wirklich, wenn der IR-Kanal dabei ist. Und nur mit GIMP2.9 kannst Du 16bit/Kanal verarbeiten (siehe oben!)! Den IR-Kanal kann GIMP auch nicht verarbeiten, denn wenn Du ins Rohformat scannst, wird die Staub- und Kratzerentfernung natürlich nicht angewandt. Hier verstehe ich Deine Intension nicht wirklich. Bei VueScan werden 4 Kanäle pro Pixel abgespeichert. Nur wenige Programme können damit umgehen, soweit ich an einem Beispielbild sehe, gehört GIMP nicht dazu.
TuXMax hat geschrieben:Geht das auch mit den SilverFast HDR-Dateien?
Ja, das sind ebenfalls "normale" TIF-Dateien mit 3 Bildern pro Datei: Rohdaten (3 Kanäle / Pixel), Vorschauscan und IR-Kanal.
TuXMax hat geschrieben:Evtl. ist auch ein anderer Scanner in die engere Wahl zu ziehen
Hier ein Vergleich zwischen Flachbett- und dediziertem Diascanner. Wichtig ist auch noch, dass Flachbettscanner meist nur einen Bruchteil der versprochenen Auflösung tatsächlich auch liefern. Und Du solltest Dir vor allem darüber im Klaren sein, was Du mit den Bildern machen möchtest. Das bestimmt letztendlich die Anforderung an tatsächliche Auflösung und Wiedergabequalität.

Um das Arbeiten mit VueScan mit SilverFast zu vergleichen zu können, solltest Du einige Bilder mit beiden verarbeiten, auch Problembilder. Nimm mal ein Bild, bei dem ein bestimmter Farbton nicht gut widergegeben wird (muss ja kein gescanntes Bild sein) und versuche, mit beiden Programmen den Farbton zu korrigieren. Dann solltest Du auch die Qualität der Staub- und Kratzerentfernung vergleichen. Das erfordert aber leider einen Scanner. Ich könnte Dir aber bei Interesse Beispielbilder auf meinen Server legen. Das wären so meine wichtigsten Kriterien als Entscheidungshilfen. Die anderen Punkte hatte ich ja im ersten Beitrag bereits genannt.
Ich muss Joe zustimmen, dass 5000 Dias manuell zu scannen und zu verarbeiten, wahrscheinlich unrealistisch ist. Ich habe 10000 Bilder gescannt, aber bei weitem noch nicht alle endgültig bearbeitet und schon gar nicht dokumentiert (Metadaten). Und viele werde ich ein 2. Mal scannen, da z.B. die analoge Verstärkung nicht gestimmt hat (unterbelichtete Originale). Aber ich bin im Ruhestand ...

Beste Grüße

Hermann-Josef
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Re: OpticFilm 8200i SE oder AI

Beitrag von TuXMax » Montag 4. Januar 2016, 09:56

nochmals Danke für die Ausführungen.
Das mit dem Testen ist so eine Sache. Die Demoversion von SilverFast 8 läuft nur mit einem Diascanner, den ich nicht habe. Vuescan habe ich mit meinen "normalen" Flachbettscanner mit Papierbildern ausprobiert (die Scanner haben keine Durchlichteinheit). Also ist das mit dem Ausprobieren nicht so einfach, weshalb ich ja auch hier nach Tipps such um für mich den richtigen Kompromiss zu finden.
Fest steht:
- ein Scanner mit Magazineinzug kommt aufgrund des hohen Anschaffungspreises nicht in Frage und auch das Ausleihen eines solches ist keine Option, da ich nicht die Zeit haben werden die Dias am Stück oder in Zeitblöcken zu scannen. Das soll peu à peu erfolgen.
- Staub- und Kratzerentfernung wäre wünschenswert, wenn die Erfahrungen hier sagen, dass es mit einer Hardware-/Software-Kompination (SilverFast oder Vuescan) brauchbare Ergebnisse, ohne viel Nacharbeit klappt. Das ist wichtig, da ich nicht für jedes Dia in den Einstellungen, Optionen, etc. des Gerätes bzw. der Software wechseln will oder mit einer nachgeschalteten Bearbeitung aus jedem Dia noch das letzte Quäntchen herausholen will. D.h., wenn ich schon < 300 - 400 Euro für einen Scanner mit dieser Technologie investiere, sollte es auch ohne Magazineinzug zügig gehen an einem Abend ein bis zwei Magazine zu scannen. Sonnst kann ich gleich im Preissegment runder gehen und einen Scanner à la Reflecta x7-Scan nehmen, der Betriebssystem unabhängig ist und wesentlich schneller scannt.

Daher nochmals die Frage: Lohnt der Mehrpreis für z.B. einen
- Reflecta CrystalScan 7200 (ca. 280 Euro) ohne Silverfast. Hier müsste ich mit Vuescan arbeiten, allerdings laut Ed Hamrick wird IR nur unter Windows unterstützt
- Plustek OpticFilm 8200i SE (ca. 290 Euro), den könnte ich mit SilverFast light (auch nur unter Windows) oder Vuescan betreiben. Reicht das um "am Stück" ein, zwei Magazine am Abend abzuscannen? Oder ist ein
- Plustek OpticFilm 8200i Ai (ca. 400 Euro) nötig?

Ob ich nun alle meine Dias digitalisiere oder nur einen Teil, wird sich zeigen und hängt davon ab, wie praktikabel ist die Lösung. Wie gesagt, es muss und wird auch nicht am Stück geschehen.

Gruß

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Re: OpticFilm 8200i SE oder AI

Beitrag von Jossie » Montag 4. Januar 2016, 14:24

Hallo TuXMax,

zunächst noch alles Gute für das Neue Jahr!
TuXMax hat geschrieben:Die Demoversion von SilverFast 8 läuft nur mit einem Diascanner
Stimmt so nicht. Denn wie ich geschrieben hatte, könnte ich Dir ein paar Aufnahmen im 64bitHDRi-Format zur Verfügung stellen, die ich mit meinem DD6000 gemacht habe. Auch von der LSI-Webseite kann man 2 Testbilder herunterladen. Mit der Demoversion von HDR, die die gleichen Funktionalitäten bringt wie die Scansoftware (abzüglich der laut Versionsvergleich in der avisierten Version nicht zur Verfügung stehenden Werkzeuge), könntest Du Dir zumindest bezüglich der Softwaremöglichkeiten einen soliden Eindruck verschaffen. Gleiches gilt für VueScan. Hier könnte ich Dir zum Vergleich auch Daten vom CanoScan9950F erzeugen, falls das interessant wäre. Damit würde ich erst mal abklären, welche Werkzeuge ich unbedingt brauche und so festlegen, welche Software für mich in Frage käme.
TuXMax hat geschrieben:Staub- und Kratzerentfernung wäre wünschenswert
An den Beispieldateien könntest Du sehen, was das bringt. Die Parameter für die Staub- und Kratzerentfernung in SilverFast lasse ich (meist) auf den von mir gefundenen Werten (keinesfalls Automatikmodus verwenden!). Bei VueScan kannst Du da sowieso nur leicht, mittel und stark einstellen. Für mich wäre, wie gesagt, fehlende IR-unterstützte Staub- und Kratzerentfernung ein k.o.-Punkt bei Hard- und Software.
TuXMax hat geschrieben: sollte es auch ohne Magazineinzug zügig gehen an einem Abend ein bis zwei Magazine zu scannen
Die Scannertests hier bei ScanDig sagen doch fast immer was zur Scanzeit. Da kannst Du doch hochrechnen, wobei die Zeit zum Reinigen und Wechsel der Dias nicht unterschätzt werden darf.

Ich möchte nochmals den Verwendungszweck der digitalen Bilder hinterfragen, denn der bestimmt in meinen Augen die Hard- und Software-Konfiguration ganz wesentlich. Da Du "nicht das letzte Quäntchen herausholen" möchtest, bist Du wahrscheinlich auch nicht an einer optimalen, dem Filmmaterial angepassten Auflösung interessiert, d.h. die Bilder sollen nicht optimal archiviert werden. Dennoch solltest Du beachten, dass die meisten Scanner nicht die Auflösung bringen, die das Datenblatt verspricht. Oft liefern sie nur die Hälfte und man muss die Daten binnen, um nicht unnötig Festplattenplatz zu vergeuden. Bei VueScan kannst Du das in einem Schritt machen, bei SilverFast brauchst Du leider eine Zwischenversion. Willst Du die Scans verwenden, um ein Fotobuch oder Abzüge zu machen (Format?) oder möchtest Du die Bilder auf einem HD-Fernsehschirm betrachten? Aus der Anwendung lässt sich berechnen, welche Auflösung tatsächlich gebraucht wird. Wie steht es mit der Farbgebung und der Möglichkeit, Farben zu restaurieren? Legst Du Wert auf möglichst korrekte Farbwiedergabe, dann würde ich eine gute IT8-Kalibration sehr empfehlen. Die ICC-Profile erstellt man am besten sowieso mit externer Software (ich verwende die freie Software CoCa) aber es kommt dann auf die Umsetzung an. Bei SF habe ich hier sehr gute Ergebnisse erzielt, mit VS habe ich diesbezüglich kaum Erfahrung. Wenn allerdings die Farben der Dias aufgrund von Alterung verfälscht sind, kannst Du die ganze IT8-Kalibrierung vergessen!!! Ich habe auch Scans von deutlich verblichenen / farbstichigen Dias. Damit könntest Du sowohl mit SF HDR als auch mit VS testen, wie Du damit zurande kommst.

Ich bin überzeugt, dass Du auch ohne Scanner bezüglich der Software eine ganze Menge im Vorfeld abklären kannst. Die Qualität eines bestimmten Scanners kannst Du leider nur mit einem Gerät testen, klar. Die Beispiele im ScanDig-Forum helfen da leider wenig, da meist unterschiedliche Bilder gescannt wurden. Es wäre schön, einige wenige Bilder mit allen Scannern vergleichen zu können.

Hermann-Josef
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Re: OpticFilm 8200i SE oder AI

Beitrag von TuXMax » Montag 4. Januar 2016, 20:08

Hallo,

ja was will ich ich mit den digitalisierten Bildern machen?
Zum einen will ich quasi eine digitale Kopie anfertigen, da wie gesagt die Dias durch die Lagerung z.B. Teil gelitten haben. Ich habe sogar ein Magazin mit einem Pilzbefall entdeckt. War halt doch zu feucht im Keller. Mein Diaprojektor ist halt auch schon betagt und wenn der den Geist aufgibt, woher Ersatz.
Dann zu den Farben. Einige Dias wirken extrem ausgebleicht (habe noch nicht alle Kästen gesichtet, nur stichprobenartig). Das kann evtl. durch die Lagerung oder vielleicht liegt es ja auch am Film (meist Fuji, genau weiß ich es aber nicht, dazu müsste ich die rahmen entfernen). Die erhoffe ich mit der Scannsoftware "aufzuhübschen".
Das Thema Reinigen dachte ich klein zu halten durch die IR-Technik. Ich habe zwar einen Foto-Pinsel und einen Blasebalg, hab aber gemerkt, dass da nur das gröbste weg geht. Vor allem in den Ecken bleibt einiges hängen. Ich habe da halt bedenken, dass man bei allzu intensiver Reinigung (vor allem wenn man kein Fachmann ist) mehr kaputt macht als reinigt. Deshalb lag/liegt meine Hoffnung bei der IR-Technik.

Wo ich die gescannten Dias betrachte weiß ich im Moment noch noch nicht. Derzeit habe ich noch keinen Großformat-Fernsehen und auch keinen Beamer (wäre evtl,. mal ein Lösung, wenn bezahlbar). Abzüge machen wird schon eine Option sein, avber nur bei besonders gelungenen Bilder ein Großformat in A4-Größe.

Zu den Demo-Bildern: Bei SilverFast stehe ich etwas am Schlauch. Handelt es sich da um zwei Software-Pakete (SilverFast SE 8 und SilverFast HDR)? Wenn ja, dann muss man wohl sinnvollerweise neben dem Scannerkauf noch Software nachkaufen?

Ich dachte mir das so: Dia scannen mit SilverFast oder Vuescan inklusive IR-Technik mit einer Einstellung. Das Ergebnis wird im RAW und als PNG (oder wenn unter Win nicht anders möglich in JPG) abgelegt und nur im Einzellfall u.U. mit Gimp nachbearbeitet.
Ich habe mir jetzt mal noch die Demo-Version von SilverFast HDR heruntergeladen. Insgesamt hinterlässt SilverFast bei mir ein herben Beigeschmack. Die Einstiegsmaske ist zu verspielt, Mails nur in HTML usw.

Vuescan erscheint mir da einfacher. Doch wie läuft es da mit der Nachberabeitung? Wi Du schon mal erwähnt hast gibt es da noch den IR-Kanal. Wenn der im Vuescan-Raw mit abgelegt ist, welche Software kann dann mit der RAW-Datei etwas anfangen um eine Nachberabeitung durchzuführen?

Gruß

Joe
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Re: OpticFilm 8200i SE oder AI

Beitrag von Joe » Montag 4. Januar 2016, 20:32

Im Vorfeld musst Du Dir über ein paar wesentliche Dinge klar sein:

- bis 1920 x 1080 und Abzüge 13 x 18 cm, evtl. auch A4 reicht ein Flachbettscanner mit Durchlichteinheit - Du wirst da kaum Unterschiede sehen. Darüber hinaus führt kein Weg um einen "echten" Filmscanner

- wie viel Zeit kannst Du investieren? ..und wie viel Geld? Du hast ja schon gemerkt: SF benötigt eine lange Einarbeitungszeit, man muss viel experimentieren. Zudem ist die Investition recht hoch und Du kannst SF nur mit 1 Scanner nutzen.

- ich gebe es zu, ich bin ein Freund von Vuescan - da habe ich "für meine Dias" Einstellungen gefunden mit denen > 90% der Scans auf anhieb so werden "wie ich mir das vorstelle". Der Rest wird ggf. noch mal gescannt - dann im RAW Format. Diese Dateien kann man direkt in Vuescan wieder öffnen und die Einstellungen OHNE erneutes Scannen verändern und die Datei neu speichern.

- Du merkst schon den Unterschied zwischen meiner Vorgehensweise und der von Hermann-Josef. Hermann-Josef gibt sich viel Mühe und investiert viel um immer das optimale Ergebnis zu erhalten. Ich bin da mit > 90% zufrieden :D In erster Linie, weil mir die Zeit fehlt. Wenn ich mir aber die Ergebnisse ansehe und diese mit früheren Abzügen vergleiche, bin ich mehr als zufrieden damit!

NS: mein Angebot von oben steht noch ;)

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Re: OpticFilm 8200i SE oder AI

Beitrag von Jossie » Montag 4. Januar 2016, 20:37

Guten Abend TuXMax,
TuXMax hat geschrieben:quasi eine digitale Kopie anfertigen
Ob das mit den von Dir genannten Randbedingungen machbar ist, hängt vor allem von der Qualität des Filmmaterials ab (z.B. Auflösung). Es ist ein großer Unterschied, ob man Kodachrome25 Dias oder gealterte, grobkörnige Dias hat.
TuXMax hat geschrieben:Die erhoffe ich mit der Scannsoftware "aufzuhübschen".
Das könntest Du mit Testbildern versuchen, wie es für Deine Begriffe am besten gelingt.
TuXMax hat geschrieben:Reinigen dachte ich klein zu halten durch die IR-Technik
Hier liegt ein Denkfehler vor! Die IR-Technik ist reine Kosmetik! An der Stelle des Staubkornes oder der Staubfusel ist Information vernichtet, die niemand in der Welt wieder hervorzaubern kann. Nimm zwei Beispiele: Ein Kratzer über einem Laternenpfahl. Jeder wird wissen, wie das vor dem Kratzer ausgesehen hat - auch gute Software kann das restaurieren. Aber ein großes Staubkorn mitten im Gesicht eines Abgelichteten wird nicht zu restaurieren sein. Daher ist eine gründliche Reinigung erstes Gebot.
TuXMax hat geschrieben:Bei SilverFast stehe ich etwas am Schlauch
Die SE oder Ai Version beinhaltet den Scanteil und die Werkzeuge zur Bildbearbeitung. HDR kann nicht scannen, hat aber die identischen Bildbearbeitungswerkzeuge. HDR ist vor allem dazu gedacht, Scans im Rohformat zu bearbeiten. Daher kannst Du die Wirkungsweise der Werkzeuge (inklusive Staub- und Kratzerentfernung) ganz gut mit HDR ohne Scanner testen.
TuXMax hat geschrieben:Das Ergebnis wird im RAW und als PNG (oder wenn unter Win nicht anders möglich in JPG) abgelegt
Rohformate sind nicht JPG! Es sind die Rohdaten vom Scanner ohne jegliche Bildbearbeitung (auch keine Staub- und Kratzerentfernung!) und die sollten unkomprimiert in TIF abgelegt werden.
TuXMax hat geschrieben:herben Beigeschmack. Die Einstiegsmaske ist zu verspielt, Mails nur in HTML usw.
Keine Ahnung, wovon Du redest ...
TuXMax hat geschrieben:Wenn der im Vuescan-Raw mit abgelegt ist, welche Software kann dann mit der RAW-Datei etwas anfangen um eine Nachberabeitung durchzuführen?
VueScan selbst, genau wie bei SilverFast. Daher der Vorschlag mit den Testbildern. Andere Software (wie GIMP) ist da außen vor, da die mit dem IR-Kanal nichts anfangen kann.

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Re: OpticFilm 8200i SE oder AI

Beitrag von TuXMax » Montag 4. Januar 2016, 22:07

ok, jetzt sehe ich schon etwas klarer.
Nun stellt sich noch die Frage welche Software. Vuescan scheint mir einfacher zu handhaben. Für SilverFast habe ich nun 30 Tage zum Testen. Könnte ich, da das Scannen mit SilverFast nicht geht, auch mit auch das Handling mit per Vuescan gescannten Papierbildern üben oder anders herum die Demo-Bilder von SilverFast in Vuescan verarbeiten?

Sollte die Wahl auf Vuescan fallen, welchen Scanner, Reflecta CrystalScan 7200 (ca. 280 Euro) oder Plustek OpticFilm 8200i SE (ca. 290 Euro) würdest Du den Vorzug geben?

Gruß

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Re: OpticFilm 8200i SE oder AI

Beitrag von TuXMax » Montag 4. Januar 2016, 23:32

ach ja,
wenn IR-Technik reine Kosmetik und eine gründliche Reinigung erstes Gebot ist, was ist dann der Vorteil der IR-Technik gegenüber einen Scanner à la Reflecta x7-Scan, der die Bilder abfotografiert und dabei noch wesentlich schneller ist?

Joe
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Re: OpticFilm 8200i SE oder AI

Beitrag von Joe » Dienstag 5. Januar 2016, 06:28

Ich kann Dir auch mal Scans mit und ohne IR machen, dann wirst Du sofort sehen das sich die Investition lohnt. (Hermann-Josef hat das im übrigen ja auch schon erwähnt).

Reinigen ist das Grundgebot. Dann bleiben in der Regel noch die Kratzer über, die z.B. durch den Diaprojektor entstanden sind. Die werden durch die IR Technik in der Regel gut und kaum sichtbar korrigiert.

Reflecta oder Plustek - da würde ich den Refelcta nehmen. Nach wie vor halte ich beide für große Dia-Mengen ungeeignet.

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Re: OpticFilm 8200i SE oder AI

Beitrag von TuXMax » Dienstag 5. Januar 2016, 09:03

Was wird denn so zum Reinigen außer Pinsel und Blasebalg empfohlen? Wie ist es mit Druckluft?

Das wäre dann der Reflecta ohne SilverFast, da dies in den üblichen Angeboten, die ich so sehe nicht enthalten ist. Da ist in der Regel nur Scansoftware Cyberview X enthalten, was aber auch lt. Ed Hamrick Voraussetzung für IR unter Vuescan ist.

Bei Reflecta bin ich gerade etwas verwirrt. Da gibt es den Reflecta CrystalScan 7200, der hat lt. der Refecta-Seite eine Optische Auflösung in x und y von 7200 DPI. Wie schon mehrmals berichtet, wird diese in der Praxis nicht erreicht. Lässt man dann die Einstellung bei solchen Geräten bei 3600 DPI und erzielt diese dann definitiv und hat eine kürzere Scannzeit?

Und dann gibt es noch den Reflecta ProScan 7200. Den finde ich aber auf der Reflecta-Seite nicht nur anscheinend den Nachfolger Reflecta ProScan 10T, der mir aber zu teuer wäre. Der ProScan hat wohl gegenüber den CrystalScan einen Diahalter und einen Filmtransport. Positivstreifen habe ich nur einige und da ist auch nicht mein Hauptanliegen. Die Dias muss ich eh einzeln in die Hand nehmen. Gibt es hierzu noch Erfahrung oder Anmerkungen?

Fragen über Fragen ;-)

Gruß

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Re: OpticFilm 8200i SE oder AI

Beitrag von Jossie » Dienstag 5. Januar 2016, 09:46

Guten Morgen TuXMax,
TuXMax hat geschrieben:Vuescan scheint mir einfacher zu handhaben.
Aus meiner Sicht ist der große Unterschied zwischen VS und SF, dass man bei VS Zahlenwerte ändern muss, um z.B. die Farben zu adjustieren. Bei SF geht das interaktiv im Histogramm, der Gradationskurve oder bei der globalen bzw. selektiven Farbanpassung. Letzteres finde ich viel leichter zu bedienen. Aber das ist Geschmackssache und Du kannst das ja an den Demoversionen ausprobieren.
TuXMax hat geschrieben:üben oder anders herum die Demo-Bilder von SilverFast in Vuescan verarbeiten?
Beide Programme arbeiten mit TIF-Bildern, die Du wechselseitig einlesen und bearbeiten kannst. Allerdings gilt das nicht für den IR-Kanal, den beide unterschiedlich abspeichern. Jedes Programm kann nur seine eigenen IR-Daten korrekt interpretieren. In HDR kannst Du sogar VS-Bilder mit IR-Kanal einlesen, wie ich gerade ausprobiert habe, aber eben ohne den IR-Kanal verarbeiten zu können.
TuXMax hat geschrieben:welchen Scanner?
Dazu kann ich nichts sagen, außer auf die Testberichte hinzuweisen.
TuXMax hat geschrieben:was ist dann der Vorteil der IR-Technik
Die mit IR-Technik gereinigten Bilder sehen viel,viel besser aus. Der IR-Kanal wird dazu verwendet festzustellen, was ein realer Defekt ist. Dann wird aus der Umgebung des Defekts interpoliert und die Pixelwerte im Defekt werden ersetzt. Die Information im Defekt ist natürlich weg.
Vergleich_iSRD_mit_ohne.jpg
Vergleich_iSRD_mit_ohne.jpg (60.52 KiB) 2554 mal betrachtet
TuXMax hat geschrieben:Wie ist es mit Druckluft?
Ein Kompressor wie für Airbrush wird gerne dazu verwendet, ist aber teuer und laut. Ich verwende eine Drucksprühflasche und für hartnäckige Staubkörner einen sehr weichen Pinsel, wie er bei empfindlichen Optiken zum Einsatz kommt.
TuXMax hat geschrieben:nur Scansoftware Cyberview X enthalten
Die Staub- und Kratzerentfernung mit CyberView ist der von SF bzw. VS deutlich unterlegen!
TuXMax hat geschrieben:Lässt man dann die Einstellung bei solchen Geräten bei 3600 DPI und erzielt diese dann definitiv und hat eine kürzere Scannzeit?
Nein, wenn Du maximale Auflösung erhalten möchtest, dann musst Du mit der maximalen optischen Auflösung scannen und anschließend die Bilder binnen. Siehe dazu die Kurven in meinem Beitrag über die Abtastrate.

Noch was zur Auflösung:
Für einen sehr hochwertigen Druck braucht man 400dpi (siehe z.B. Tabelle S. 22 bei Gulbins, Steinmüller (2014): Fine Art Printing für Fotografen). D. h. für einen Abzug 13cm x 18cm braucht man 2050 x 2830 Pixel (entsprechend der gemessenen Auflösung, nicht der eingestellten Abtastrate!). Für einen guten Druck, bei dem in normalem Leseabstand die Rasterpunkte nicht mehr zu sehen sind, genügen auch 300dpi. Die Werte sind dann entsprechend zu skalieren. Yogi hat aber hier im Forum darauf hingewiesen, dass man den Scan mindestens einen Faktor 2 höher auflösen sollte, um nach dem Binnen optimale Auflösung zu bekommen.

Hermann-Josef
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Re: OpticFilm 8200i SE oder AI

Beitrag von TuXMax » Dienstag 5. Januar 2016, 13:06

Hallo,

die Bilder überzeugen, ICE ist nötig.

Das mit Cyberview X habe ich nur deshalb erwähnt, weil es anscheinend die Grundlage für Vuescan ist um überhaupt IR nutzen zu können.

Wenn ich mich nun zu einem Reflecta CrystalScan 7200 durchringen würde, könnte ich die RAW-Bilder mit Staub- und Kratzerentfernung unter Windows in der VirtualBox machen und anschließend unter Linux (wegen der Performance) mit Vuescan die Farbanpassung, Binning (damit meint Ihr wohl das wandeln in Format, welches gleiche Bereiche zusammenfasst), etc. durchführen. Oder macht ihr das in einen Arbeitsschritt und speichert gleich beides ab (RAW und JPG)?

Gruß

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Re: OpticFilm 8200i SE oder AI

Beitrag von Jossie » Dienstag 5. Januar 2016, 14:19

Hallo TuXMax,
TuXMax hat geschrieben:weil es anscheinend die Grundlage für Vuescan ist um überhaupt IR nutzen zu können.
CyberView bringt den Treiber mit und Du brauchst es auch, um die Firmware zu aktualisieren.
TuXMax hat geschrieben:RAW-Bilder mit Staub- und Kratzerentfernung unter Windows in der VirtualBox machen
Nein, da hast Du was falsch verstanden. RAW beinhaltet, wie ich geschrieben hatte, keinerlei Bildbearbeitung, nicht mal die Gamma-Korrektur.
TuXMax hat geschrieben: Linux (wegen der Performance) mit Vuescan die Farbanpassung
Du kannst doch in VueScan alles bis auf Kleinigkeiten erledigen. Alternativ kannst Du natürlich in VS nur die Staub- und Kratzerentfernung aktivieren und das Ergebnis als TIF abspeichern (nicht als JPG!). Das ist dann aber keine RAW-Datei mehr. Du kannst dabei in einem Schritt auch das Binning machen (bei VS heißt das TIF-Verkleinerung). Danach kannst Du das Bild mit dem Programm Deiner Wahl optimieren und das Resultat schließlich (aus Speicherplatzgründen) als JPG abspeichern. Aber das JPG kommt erst ganz am Schluss!
TuXMax hat geschrieben:Binning (damit meint Ihr wohl das wandeln in Format, welches gleiche Bereiche zusammenfasst)
Binning bedeutet Pixel zusammenfassen. Wenn Du mit Format das Bildformat, d.h. die Bildabmessungen in Pixeln, meinst, ja. Wenn Du das Dateiformat meinst, nein. Damit wird die Pixelzahl der Auflösung angepasst. Beispiel: Mein CanoScan liefert bei 4800dpi Abtastrate eine gemessene Auflösung von 2300dpi. Daher kann ich problemlos immer 2x2 Pixel zusammenfassen ohne Information zu verlieren. Ganzzahliges Binning ist trivial (Mittelwert), bei nicht-ganzzahligem Binning muss interpoliert werden und dazu gibt es verschiedene Algorithmen. Ich hatte das in einem anderen Faden bereits kurz erklärt. Korrekt durchgeführt, erhöht das Binning auch das Signal-Rausch-Verhältnis pro Pixel (höhere Dynamik).

Beste Grüße

Hermann-Josef
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Re: OpticFilm 8200i SE oder AI

Beitrag von Joe » Dienstag 5. Januar 2016, 15:24

@Hermann-Josef

Hast Du mal ein Beispiel wo die Staub- und Kratzerentfernung bei CyberView deutlich schlechter ist?

Das konnte ich bei DigitDia 4000 und 5000 nicht feststellen. Eher das Gegenteil, das bes. große Beschädigungen hier besser korrigiert werden als bei SF (wobei ich die aktuellen SF Versionen noch nicht getestet habe).

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Re: OpticFilm 8200i SE oder AI

Beitrag von Jossie » Dienstag 5. Januar 2016, 16:05

Hallo Josef,

das CyberView-Beispiel ist schon älter. Da hat sich aber wohl nichts getan. SF hat an iSRD einiges gearbeitet. Im Beispiel wurde die Erkennung und die Defektgröße drastisch gegenüber dem Automatik-Modus reduziert. Bei CyberView kann man ja nur ein- und ausschalten. Kodachrome ist zugegebenermaßen ein Härtetest.
Kodachrome25_ohne_MagicTouch_5000dpi.jpg
CyberView ohne MagicTouch
Kodachrome25_ohne_MagicTouch_5000dpi.jpg (88.98 KiB) 2542 mal betrachtet
Kodachrome25_mit_MagicTouch_5000dpi.jpg
CyberView mit MagicTouch
Kodachrome25_mit_MagicTouch_5000dpi.jpg (91.67 KiB) 2542 mal betrachtet
Dia_1958_SF_mit_iSRD.jpg
SilverFast mit iSRD
Dia_1958_SF_mit_iSRD.jpg (142.88 KiB) 2542 mal betrachtet
Hermann-Josef
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