Bilder und Dia's einscannen - welcher Scanner wäre geeignet?

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magnum
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Bilder und Dia's einscannen - welcher Scanner wäre geeignet?

Beitrag von magnum » Montag 14. August 2017, 21:28

Hallo
Ich habe nun in den letzten Wochen einiges gelesen, jedoch bin ich zu keinem wirklichen Ergebnis gekommen.
Ich schildere mal mein Vorhaben.
Ich habe hier von der Zeit zw. 1981 - 1991 Dias und von 1991 - 2002 Bilder liegen, die ich digitalisieren möchte. Das Vorhaben besteht schon länger, aber im Herbst habe ich eine Schulter OP und das wäre ein guter "Zeitvertreib"
Es sind ca. 2000 Dias, Kleinbildformat, gerahmt in den glaslosen dünnen Rahmen, die in den dazu gehörigen Magazinen stecken.
Und ca. 4000 Bilder meist in 10X15. Zu den Bildern existieren auch alle Negative.
Alles in allem wurden alle relativ staubgeschützt im Dunkeln gelagert.
Fotografiert wurde mit einer Canon AE1 Programm mit 28mm, 50mm und 135mm Objektiv und mit einer Pentax SFX mit AF Objektiv 35-70mm. Überwiegend handelt es sich um Filme mit 100 ASA

Die erste Frage:
Ist es sinnvoller die Bilder oder die Negative zu scannen? Wogegen ich noch nicht kapiert habe, wie aus einem Negativ ein Digitales Foto wird...!

Dann wäre mir am allerliebsten, Bild, Dia oder Negativ einlegen, scannen, fertig! Also ich möchte nicht jedes Bild noch nach bearbeiten.

Tja und dann die Kosten... Ich dachte so 500-600€ wären O.K. Ich hätte auch kein Problem mit einem gebrauchten Scanner, der eben in meiner Preisklasse liegt, aber eigentlich aus einer höheren Klasse kommt.
Wenn jetzt ein Modell für 700€ gravierende Vorteile hätte, darf dies auch gerne benannt werden.

Für ein paar Tipps und Anregungen wäre ich sehr dankbar.
Wenn es wichtig sein sollte. Für 6 Wochen werde ich den rechten Arm nicht nutzen können. Also ein Modell, bei dem zwingend 2 Hände erforderlich sind scheidet eigentlich aus!

Im Voraus schon mal Danke!
Roland


EDIT
Ich habe gerade gesehen, in der Bucht wird angeboten 1000 Dias einscannen mit Digitdia 6000 für 80€
Das wäre für mich auch eine Option. Dann wären nur noch die Bilder übrig.
Was haltet ihr von so einem Angebot?

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Jossie
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Re: Bilder und Dia's einscannen - welcher Scanner wäre geeignet?

Beitrag von Jossie » Dienstag 15. August 2017, 09:49

Guten Morgen Roland,

zunächst: bei 6000 Bildern ist die manuelle Scannerei ein anstrengender Job und Du solltest Dir gut überlegen, ob Du Dich darauf einlassen möchtest. Mit manuell meine ich, dass Dias einzeln oder nur in kleinen Stückzahlen gescannt werden können. Dem gegenüber steht ein Magazinscanner, der bis zu 100 Dias in einem Magazin abarbeiten kann.

Ich gehe mal davon aus, dass Du die Scannertestberichte bei ScanDig studiert hast. Dort bekommst Du doch einen Überblick, welche Arten von Scannern in welcher Preisklasse zur Auswahl stehen. Anmerkung dazu: Die Angaben zur Auflösung werden von ScanDig überinterpretiert. Die Angaben werden dort immer für das Scannermodell angesehen. In Wirklichkeit beziehen sie sich aber nur auf das untersuchte Gerät. Innerhalb eines Gerätetyps kann die Auflösung beträchtlich schwanken, z.B. wenn die Optik nicht korrekt justiert ist. Auch Aussagen, dass die Auflösung mit SilverFast besser sei als mit der mitgelieferten Software, ist unsinnig, denn die Auflösung ist eine Eigenschaft des Geräts und nicht der Software.
magnum hat geschrieben:
Montag 14. August 2017, 21:28
Ist es sinnvoller die Bilder oder die Negative zu scannen?
Ich würde auf jeden Fall die Negative scannen, es sei denn, sie sind in sehr schlechtem Zustand. Sie sollten mehr an Schärfe und Dynamik hergeben als die Bilder. Nach Deinen Angaben sollte das Negativmaterial sehr gute Qualität haben.
magnum hat geschrieben:
Montag 14. August 2017, 21:28
Wogegen ich noch nicht kapiert habe, wie aus einem Negativ ein Digitales Foto wird
Das kann man an einem Schwarzweiß-Negativ leicht verstehen: Der Scanner wandelt die Helligkeitswerte des Negativs in Zahlenwerte um (daher "digitalisieren"), im einfachsten Fall sind das Helligkeitswerte im Bereich 0 (schwarz) bis 255 (weiß), verschieden helles Grau für alles dazwischen. Wenn Du nun diese Helligkeitswerte für das Negativ invertierst, also aus weiß schwarz machst, dann heißt das nichts anderes, dass die Helligkeitswerte nach der einfachen Formel

Code: Alles auswählen

Wert = 255 - Wert
umgerechnet werden. Fertig. Bei Farbnegativen ist es komplizierter, da diese mit der Orangemaske versehen sind, die durch einen Weißabgleich herausgerechnet werden muss. Aber im Prinzip ist es das Gleiche eben nur für drei Farbkanäle.
magnum hat geschrieben:
Montag 14. August 2017, 21:28
Also ich möchte nicht jedes Bild noch nach bearbeiten.
Will man gute Ergebnisse erzielen so wird das nicht gehen. Für eine gute Bearbeitung muss man 5 - 10 Minuten pro Bild ansetzen (siehe dazu Yogis Meinung).
magnum hat geschrieben:
Montag 14. August 2017, 21:28
Tja und dann die Kosten...
Zur Hardware kommt dann auch noch die Software. Wie gesagt, ohne Nachbearbeitung geht nach meiner Meinung nichts wirklich. Da gibt es drei Optionen: mit jedem Scanner kommt eine, meist einfacher gestrickte, Software, die natürlich keine zusätzlichen Kosten bereitet. Dann gibt es VueScan (preiswert, lockere Lizenzpolitik) und SilverFast (mehrere Ausbaustufen, teurer bis teuer, sehr restriktive Lizenzpolitik, leider immer noch mit Fehlern behaftet). Für beide kannst Du Dir Testversionen herunterladen und ausprobieren, ob Du damit zufrieden bist. Für die Bildbearbeitung ist aber auch Erfahrung nötig (siehe Yogis Anmerkung).
magnum hat geschrieben:
Montag 14. August 2017, 21:28
Also ein Modell, bei dem zwingend 2 Hände erforderlich sind scheidet eigentlich aus!
Je nach Scannermodell kann es notwendig sein, die Negative zu rahmen. Dazu wären beide Hände sicher hilfreich.
magnum hat geschrieben:
Montag 14. August 2017, 21:28
Was haltet ihr von so einem Angebot?
Da solltest Du unbedingt Probescans machen lassen, um zu sehen, wie das ausfällt. Das wäre dann sicher auch ohne Nachbearbeitung, die dann bei Dir liegt. Mit welcher Software würde da gescannt werden? Sind in Deinem Fundus auch Kodachrome-Dias? Diese erfordern für optimale Ergebnisse eine gesonderte Behandlung, sowohl was die Farben, als auch was die Staub- und Kratzerentfernung anbelangt. Der DD6000 kann nur gerahmte Dias/Negative scannen!

Ein ganz wichtiger Gesichtspunkt, der den gesamten Aufwand bestimmt, ist die Frage, was Du mit den digitalisierten Bildern machen möchtest. Willst Du alles optimal archivieren, möchtest Du Photobücher machen (d.h. meist nur relativ kleinformatige Drucke) oder sollen die Bilder auf dem Fernsehgerät oder Beamer betrachtet werden? Die Anwendung bestimmt vor allem die erforderliche Auflösung für den Scan. Damit wird auch implizit die Hardware festgelegt, denn ein (günstiger) Flachbettscanner liefert eine wesentlich geringere Auflösung als ein (teurerer) Diascanner. Beachte hierbei auch, dass die von den Herstellern angegebenen Werte für die Auflösung fast nie in der Praxis erreicht werden.

Solltest Du als Ziel die optimale Archivierung haben, so wären Scans ins Rohformat optimal, d.h. die Daten werden zunächst so abgespeichert, wie sie vom Scanner kommen, ohne jegliche Bearbeitung. Das geht sowohl mit VueScan als auch mit SilverFast. Die Bearbeitung erfolgt dann in einem zweiten Schritt. Vorteil: Die Scannerei kann wirklich rein mechanisch erfolgen. Gefällt einem ein bearbeitetes Bild nicht, so muss nicht erneut gescannt werden sondern man bearbeitet die Rohdaten halt anders.

Beste Grüße

Hermann-Josef
DigitDia6000 (CyberView, SilverFast Archive Suite 8) / CanoScan9950F (ScanGear, VueScan Pro), Eizo CS240, Spider4Elite unter Win10 (64bit), i7 (3.5GHz), Speicher 24GB

Joe
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Re: Bilder und Dia's einscannen - welcher Scanner wäre geeignet?

Beitrag von Joe » Dienstag 15. August 2017, 15:49

Noch ein paar Ergänzungen von meiner Seite:

- das Angebot zum Scannen ist sehr günstig = frag da doch mal an ob die ein paar Dias zur Probe scannen. Andere Anbieter liegen bei 36 Cent je Dia und je nach Ansprüchen auch darüber!

- Ansprüche: was für Ansprüche hast Du? Was soll mit den gescannten Bildern geschehen? Ich kenne viele Anwender denen die Qualität eines Canon Scanners reicht = da sind Abzüge/Ausdrucke bis max. DIN A4 von guter Qualität. Die reichte ebenso zum Betrachten am TV oder PC-Monitor mit Full-HD aus. Darüber hinaus sollte es ein Filmscanner sein.

- Negative: liefern eine deutlich bessere Qualität als die Abzüge, denn bei denen sieht man schon recht schnell das Korn des Papiers. Wenn die Qualität aber ausreicht, gibt es günstige Multifunktionsgeräte mit Einzug.

- Software und Nachbearbeitung: auch da kommt es auf Deine Ansprüche an. Du hast ja oben schon gehört wie viel Zeit man investieren kann. Ich kenne viele Anwender die das nicht machen und mit der Qualität nach dem Scannen zufrieden sind. Selbst bearbeite ich momentan auch nur so 2% nach.

magnum
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Re: Bilder und Dia's einscannen - welcher Scanner wäre geeignet?

Beitrag von magnum » Dienstag 15. August 2017, 16:04

EDIT
Meine Antwort hatte ich in den letzten 2 Stunden zusammen geschrieben. Deshalb die letzte Antwort nicht gesehen.
Aber ich denke meine Antworten passen auch zu dem Beitrag.
Prinzipiell kann ich sagen, wie unten schon beschrieben: Es geht darum die Bilder meist am PC oder Laptop zu schauen, allein des Spaßes wegen.
Es sind keine "künstlerisch wertvollen" Bilder, die in aller höchster Qualität vorliegen müssen um Plakate zu drucken.
Ich habe in den Jahren seit 1981 wenn es hoch kommt 20 Bilder größer als Din-A 5 (oder 15 x 20) entwickelt.
Ich habe auch etwas Bedenken, dass ich für meine Zwecke den Bogen mal wieder überspanne und sozusagen mit Kanonen auf Spatzen schieße.

Hallo
Erst einmal vielen Dank für die ausführliche Erklärung? Auch wenn ich das ein oder andere noch öfter durchlesen muss um es zu verstehen...
Also ich fang mal an mit ein paar Antworten und Zusatzfragen:
Der "ganz wichtige Gesichtspunkt"
Eigentlich ist das Ziel, die Bilder einfach am PC o.ä. anzuschauen und natürlich zu archivieren. So wie mit meinen digitalen Bildern, die ich immer auf 4 Speichermedien aktuell halte. Laptop, Desktop PC, Homeserver und externe HD.
Jedoch ist das Anschauen nicht verbunden mit "...oh da unten in der Ecke ist es etwas unscharf". Es geht in erster Linie um "....oh schau mal wie wir damals aussahen..." Die Qualität soll gut sein, muss aber nicht auf einem HD oder gar 4K Monitor perfekt sein.
Sollte die ein oder andere Rarität zum Vorschein kommen, kann ich diese immer noch mit dem Original Negativ vergrößern lassen - wenn größer als 10x15 gewünscht wird.

Die Negative habe ich immer der Reihe nach sortiert und sofort in Fototaschen gesteckt. Die, bei denen jeder Streifen in ein extra Fach kommt und pro Blatt 6 Streifen Platz haben. Die Negative sollten also in einem sehr guten Zustand sein.
Wie sich das mit dem Negativ / Positiv verhält war mir im Prinzip schon klar. Wusste aber nicht, dass das mittlerweile auch ein Scanner so umsetzen kann. Ein bisschen Wissen ist aus den 3 Jahren Fotoclub mit eigenem Fotolabor doch noch hängen geblieben. Das war aber von 1979-1982... ;-)
Aaaber. Du schreibst: "...Je nach Scannermodell kann es notwendig sein, die Negative zu rahmen." Heißt das jedes Negativ oder jeden Streifen mit 6 Negativen? Ich würde eigentlich sehr ungern die Negativstreifen zerschneiden.
Gibt es auch Scanner, bei denen ich den kompletten Streifen einlegen kann? Oder sogar mehrere Streifen?
Heißt aber auch, wenn ich Negative scanne brauche ich nicht nach einem Fotoscanner Ausschau halten. Was ja auch bedeutet, wenn ich beide Formate scannen will, muss ich immer Kompromisse eingehen (denke ich zumindest). Deshalb auch die Idee mit dem Angebot in der Bucht. Dann hätte ich mich auf einen Bildscanner konzentriert.
Welche Größe hat denn dann das fertige Bild, wenn es vom Negativ / Dia eingescannt wurde?

Was heißt eigentlich jedes Bild bearbeiten? Ich mein was bearbeiten bedeutet ist mir klar, aber z.B. kann doch eine gute Software beim Scannen schon Kratzer und Staub entfernen. Was wäre denn da noch zu bearbeiten?
Du schreibst ja auch "...so wären Scans ins Rohformat optimal..."
Was wäre das für ein Format?
Wie groß in etwa (MB, GB) wäre dann so ein Bild?
Die Bearbeitung könnte ich ja dann auch in den Wochen, Monaten, Jahren (...) danach machen kann. Erst wäre mir ja einmal wichtig, dass ich die Bilder in digitaler Form vorliegen habe.

Die Software....
Seit Jahren versuche ich mich immer wieder in Bildbearbeitung - und gebe es dann immer wieder auf. Ich konnte mal für ein paar Wochen einen Laptop von nem Bekannten nutzen, der Photoshop darauf hatte (und auch nicht damit umgehen konnte) Aber weder damit noch mit anderen einfacheren Programmen wie ACDsee oder Gimp kam ich zurecht.
Ich hatte mal probiert z.B. Personen aus Bildern zu schneiden, oder nachschärfen oder was weiß ich noch alles. Am Ende habe ich die Ergebnisse immer verworfen und resigniert aufgegeben.
Das wird dann eines meiner größten Probleme sein, wenn es ans Bearbeiten geht.

Was wäre deiner Meinung nach für mich die beste Wahl an Scanner?

Danke nochmal
Roland

Joe
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Re: Bilder und Dia's einscannen - welcher Scanner wäre geeignet?

Beitrag von Joe » Dienstag 15. August 2017, 16:16

Da wäre mein Tipp der Canon CanoScan 9000F Mark II (das aktuelle Modell). Ca. 200 - 250 Euro.

Damit kannst Du Abzüge, Dias und Negative scannen. Für Deine Ansprüche dürfte auch die mitgelieferte Software ausreichen.

Der Scanner kann bis max. DIN A4 oder entsprechend auf der Auflagefläche auch mehrere Abzüge in einem Rutsch scannen. Ebenso gehen max. 4 Dias und 12 Negative.

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Jossie
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Re: Bilder und Dia's einscannen - welcher Scanner wäre geeignet?

Beitrag von Jossie » Dienstag 15. August 2017, 19:58

Guten Abend Roland,

der von Joe vorgeschlagene Scanner reicht bezüglich der Auflösung für das Betrachten auf einem HD-TV-Gerät aus, die mitgelieferte Software (zumindest bei meinem älteren Exemplar) kann auch viel (einschließlich ICC-Profil). Aber überlege Dir gut, ob Du 6000 Bilder manuell scannen möchtest. Wenn ja, dann solltest Du, um Speicherplatz zu sparen, nach dem Scan mit der nominellen optischen Auflösung die Bilder binnen, d.h. Pixel zusammenfassen. Wenn wirklich nur HD-TV gefragt ist, dann reichen 1200dpi, d.h. ein Binning von 4x4 bei einer eingestellten Scanauflösung von 4800dpi. Das mindert auch das Bildrauschen deutlich.
magnum hat geschrieben:
Dienstag 15. August 2017, 16:04
Wusste aber nicht, dass das mittlerweile auch ein Scanner so umsetzen kann.
Na ja, der Scanner macht das nicht, das ist die nachgeschaltete Software.
magnum hat geschrieben:
Dienstag 15. August 2017, 16:04
Heißt das jedes Negativ oder jeden Streifen mit 6 Negativen?
Das kommt darauf an. Es gibt Scanner, die können Negativstreifen einziehen oder eine ganze Rolle abarbeiten. Bei anderen (wie dem von Joe empfohlenen CanoScan) werden Streifen von je 6 Negativen verarbeitet, bei meinem CanoScan auch 5 solcher Streifen. Ein Magazinscanner (wie von Deinem avisierten Scanservice) braucht die Negative einzeln gerahmt, wie Dias.
magnum hat geschrieben:
Dienstag 15. August 2017, 16:04
Heißt aber auch, wenn ich Negative scanne brauche ich nicht nach einem Fotoscanner Ausschau halten.
Was die Scannerei anbelangt, so gibt es keinen Unterschied zwischen 24x36 Dias und 24x36 Farbnegativen. Anders sieht die Sache bei Mittelformat aus, das Du, wenn ich es recht sehe, aber nicht hast. Abzüge scannen ist wieder etwas ganz anderes. Das erfordert einen Flachbettscanner wie den CanoScan.
magnum hat geschrieben:
Dienstag 15. August 2017, 16:04
Was heißt eigentlich jedes Bild bearbeiten?
Die Staub- und Kratzerentfernung ist damit eigentlich nicht gemeint, obwohl es hierbei große Qualitätsunterschiede zwischen den Programmen gibt. Zunächst muss dafür der Scanner natürlich einen IR-Scans unterstützen. Mit Bearbeiten meine ich vielmehr die korrekte Einstellung von Farben und Helligkeiten. Es gibt zwar in jedem Programm diverse "Auto"-Funktionen, aber die versagen leider relativ häufig, je nach Bildinhalt. Ich möchte hier ein extremes Beispiel anführen. Meine ältesten Dias sind 50 Jahre alt, auf AgfaCT18 bei unserer Berlinfahrt aufgenommen. Die Dias sehen visuell eigentlich noch ganz passabel aus, aber im Scan kommt ein brutaler Blaustich raus. Mit Histogrammeinstellungen, manuellem Weißabgleich und selektiver Farbkorrektur kann man das Bild aber doch noch retten (Joe: mich würde interessieren, wie das in VueScan geht!):
Vergleich_Verfaerbungskorrektur.jpg
Links der Scan nach Gammakorrektur und Bildautomatik, rechts nach der Bildbearbeitung.
Vergleich_Verfaerbungskorrektur.jpg (151.01 KiB) 445 mal betrachtet
Sowas geht nicht automatisch sondern nur durch Handarbeit!
magnum hat geschrieben:
Dienstag 15. August 2017, 16:04
Was wäre das für ein Format?
Sowohl VueScan als auch SilverFast speichern die Rohdaten als TIF oder DNG. Nimmt man den IR-Kanal mit, dann speichert VueScan 4 Kanäle pro Pixel, während SilverFast ein dreiseitiges TIF erzeugt: RGB, Vorschaubild, IR-Bild.
Bei meinem DD6000 und 5000dpi Auflösung sind die Rohbilder etwa 270 MByte groß.
magnum hat geschrieben:
Dienstag 15. August 2017, 16:04
Die Bearbeitung könnte ich ja dann auch in den Wochen, Monaten, Jahren (...) danach machen kann.
Genau das ist der Vorteil des Rohformats. Und eben, dass man eine andere Bearbeitung ohne neuen Scan erledigen kann.
magnum hat geschrieben:
Dienstag 15. August 2017, 16:04
Aber weder damit noch mit anderen einfacheren Programmen wie ACDsee oder Gimp kam ich zurecht.
Daher hatte ich geschrieben, dass es einer gewissen Erfahrung bedarf, wenn man Bilder gut bearbeiten will. PhotoShop ist sehr komplex, auch GIMP. Es geht aber auch einfacher, wenn man sich auf die wesentlichen Werkzeuge wie Histogramme usw. konzentriert. Aber hier im Forum kannst Du bei Problemen dazu um Rat nachfragen!

Beste Grüße

Hermann-Josef
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Re: Bilder und Dia's einscannen - welcher Scanner wäre geeignet?

Beitrag von magnum » Mittwoch 16. August 2017, 15:50

Hallo
Hier mal die Antwort auf meine Anfrage 2000 Dias und 4000 Negative digitalisieren zu lassen:
***************
Hallo,
Wenn Sie die Bilder selbst Nachbearbeiten wollen werden die Bilder als TIFF Datei gespeichert.

Wenn wir die Bilder nachbearbeiten werden einmal die Bilder als Rohscan und bearbeitet geliefert. Je als Jpg Datei und als TIFF Datei.
Bei uns wird folgendes bearbeitet:
Farb und Kontrast Anpassung
In die richtige position gedreht
Störende Schwarze Ränder entfernt!

Speicherung auf Ihre Festplatte ist kein Problem!

Preise:
Unbearbeitet 110 € zuzüglich Versandkosten
Bearbeitet 140 € inklusive Versandkosten!

Preise beziehen sich auf 5000 dpi Auflösung!

Negative digitalisieren wir auch!
Für 4000 Stück unbearbeitet 200 € zuzüglich Versandkosten.
Und
Bearbeitet 240 € inklusive Versandkosten!
***************

Da dies für mich eine einmalige Angelegenheit wäre, für die ich mir einen Scanner kaufen müsste, evtl. sogar eine GUTE Software dazu UUUND die Arbeitszeit, schein mit dieses Angebot recht interessant.
Roland

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Re: Bilder und Dia's einscannen - welcher Scanner wäre geeignet?

Beitrag von Jossie » Mittwoch 16. August 2017, 19:03

Hallo Roland,

auf jeden Fall einige Probescans machen lassen und beachten, dass für den DigitDia6000 auch die Negative in Diarahmen sein müssen!

Mit welcher Software wird bearbeitet? Das ist z.B. für die Staub- und Kratzerentfernung wichtig. Wird mit einem ICC-Profil gearbeitet?

All das würde ich vorab klären.

Dass der Rohscan mitgeliefert wird, halte ich für attraktiv. Denn dann kannst Du notfalls noch selbst eingreifen.

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Re: Bilder und Dia's einscannen - welcher Scanner wäre geeignet?

Beitrag von Joe » Mittwoch 16. August 2017, 19:52

Mein Tipp wäre auch mindestens 4 Dias und 2 Negativstreifen mal zur Probe scannen zu lassen.

Wenn die OK sind und Du zufrieden bist, spielt es aber m.E. keine Rolle wie die das gemacht haben ;) (Software, ICC usw.).

Wenn die Negative gerahmt sein müssen, werden die Dir das sicher mitteilen - ich denke aber nicht das die Negative mit einem DD 6000 gescannt werden. (Wer hat normalerweise schon gerahmte Negative).

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Re: Bilder und Dia's einscannen - welcher Scanner wäre geeignet?

Beitrag von magnum » Mittwoch 16. August 2017, 21:17

Hallo
Ja ich warte noch auf eine Antwort, da in deren erster Antwort nichts erwähnt wurde von Staub und Kratzer Entfernung.
Ich hatte in meiner Anfrage auch geschrieben, dass sich die Negative in Negativtaschen mit 6 Streifen á 6 Negativen befinden. Und es kam keinerlei Hinweis, dass die gerahmt sein müssen.
Ich denke wirklich, dass das für mich die bessere Alternative ist.
Ich werde berichten wie es weiter geht und wenn es zum Auftrag kommt, wie die Ergebnisse sind.

Auf jeden Fall vielen Dank für die Hilfe, womit ich auch wieder das ein oder andere gelernt habe!!!

Roland

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Re: Bilder und Dia's einscannen - welcher Scanner wäre geeignet?

Beitrag von Xaken » Sonntag 29. Oktober 2017, 18:32

Hallo Leute!
Welches Programm verwendet ihr für die Bildbearbeitung? Was ist besser zu verwenden, um den maximalen Kontrast von Schwarz-Weiß-fotos zu erreichen? Kann jemand ein guten Presets wie diese http://fixthephoto.com/lightroom-black- ... esets-free empfehlen :| ? Danke!

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Re: Bilder und Dia's einscannen - welcher Scanner wäre geeignet?

Beitrag von Jossie » Sonntag 29. Oktober 2017, 19:58

Guten Abend,

ein bisschen mehr Hintergrundinformation wäre hilfreich: Was ist das Ausgangsmaterial? Was soll damit gemacht werden? Maximaler Kontrast? Was ist mit Dynamik?

Der Funktionalität, die in Deinem Link gezeigt wird, dürfte Silver Efex der Nik collection nahe kommen. Die online-Hilfe ist recht knapp, aber es gibt dazu gute Sekundärliteratur, z.B. Tony L. Corbell & Joshua A. Haftel (2012): Nik Software Captured (John Wiley & Sons).

Hermann-Josef
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