Optimale Archivierung von Bilddaten

Fragen/Themen aus den Gebieten Scannen, Bildbearbeitung, Farbmanagement etc.
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Jossie
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Optimale Archivierung von Bilddaten

Beitrag von Jossie » Dienstag 24. September 2013, 16:00

Hallo zusammen,

nachdem in anderen Forumsbereichen bereits andiskutiert, will ich dieses Thema hier separat ansprechen.

Ich bin zwar immer noch nicht am Produzieren von gescannten Bildern :( . Aber das Problem der optimalen Archivierung beschäftigt mich schon jetzt -- nicht nur wegen der zu erwartenden ~8000 Scans. Da sind ja auch noch die immer zahlreicher werdenden Digitalaufnahmen.

Wie ulven bereits anmerkte, ist eine grobe Ordnerstruktur nichts ausreichend. Bei mir ist momentan alles nach Jahr_Monat und u.U. noch Spezialthema geordnet. Aber das reicht nicht. Ich bin immer wieder am durchblättern und suchen.

Im Prinzip sind die Metadaten eines Bildes der richtige Ort, um das Bild zu dokumentieren. Ich habe mich damit versucht, aber da mir das ein horrender Aufwand zu sein scheint, will ich doch lieber erst mal hier nachfragen, wie andere das Problem Archivierung angehen. Aus Eurer Erfahrung kann ich sicher lernen.

Eines sollte ich gleich vorweg schicken: Ich möchte mich nicht auf kommerzielle Software verlassen (z.B. Adobe Organizer, Picasa o.ä.). Denn irgend wann wird es diese Produkte nicht mehr geben und dann verschwände mit der Software auch mein Archiv im Nirvana :cry:

Schon mal jetzt vielen Dank und beste Grüße

Hermann-Josef
Zuletzt geändert von Jossie am Mittwoch 25. September 2013, 18:46, insgesamt 1-mal geändert.
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Wolf
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Re: Optimale Archivierung von Bilddaten

Beitrag von Wolf » Dienstag 24. September 2013, 20:34

Guten Abend, Herrman-Josef!

Ich denke, dass Thema geht wirklich alle an, und es lohnt sich sicher, es hier zu bündeln.

So wie ich es sehe hat das Ganze eigentlich zwei Teile:
  • 1) Wie finde ich mein Original-Dias (z.B. für einen Re-Scan)
    2) Wie finde ich meine gescannten Dias zum Anschauen.
Zu 1) Das ist ja nicht wirklich was Neues - das Problem hatten wir alle schon lange.
Meine Situation wird sich in sofern ändern, als ich meine Dias nach dem Scannen wohl nicht mehr so "griffbereit" aufheben werde.
Zwar habe ich noch einen funktionstüchtigen Diaprojektor und eine Leinwand, aber ich denke für den "Normalfall" wird mir die Wiedergabe am TV reichen. Wenn nicht, werde ich wohl eher einen Beamer ins Auge fassen, als noch weiter auf den Pradovit zu setzen.
Aber wohin, weiß ich noch nicht. Es wird wohl ein kühler, frostfreier Kellerraum werden, und ein möglichst staubdichter Schrank.
Die Magazinkästen sind im Wesentlichen chronologisch und nach Anlässen geordnet, aber einige thematische Kästen gibt es auch.
Ob ich die 15k Dias in ihren Magazinen und Kästen belasse, oder mich von beidem trenne, und eine platzsparendere Lösung suche, weiß ich auch noch nicht. Ich glaube ich bevorzuge ersteres im Moment - dies vor allem deshalb, weil die Magazine durch die fortlaufende Nummerierung der Dia-positionen eine gute Refererenz bieten, und mir das Beschriften der einzenen Rähmchen ersparen.
Auch sind die Boxen recht gut staubdicht, und bieten Platz, ein wenig Trockenmittel und Film-Fresh unterzubringen.
Ich hebe so meine Original Normal-8 und Super-8 Schmalfilme auf, und die halten sich bisher relativ gut.
An eine Verbindung "Scannerdaten" -> "Lagerstätte des betreffenden Dias" hatte ich bisher noch nicht gedacht, aber je nach dem, was die Software an Extradaten zu jedem Scan Software zuläßt, ist auch das keine schlechte Idee.
Wie auch immer, die Sache ist Dia-seitig noch relativ trivial.

Zu 2) So komfortabel wie bei der Digitalfotografie mit ihren Exif-Datenblock, oder den ID3-Tags bei Musik, haben wir es mit unseren Scans wohl nicht. Aber ich habe noch keine Ahnung, welche Metadaten ich via Silverfast in die Scans einbetten könnte.
Was mir vorschwebt - aber auch das ist noch nicht zu Ende gedacht- ist auf alle Fälle eine Lösung, die die Metadaten untrennbar mit dem
endgültigen Bild verwaltet. Darauf aufsetzen könnte dann eine wirkliche Datenbank, die diese Metadaten referenziert.
Vielleicht kommt man mit JPEG2000 dieser Idee näher. Vom Hörensagen soll man da eine ziemliche Menge an Daten einbringen können, die nicht Bildinhalt sind. In erster Linie ist da wahrscheinlich aber an Geodaten gedacht.
Vielleicht versuche ich aber auch einen anderen Weg: ADS (Alternative Datenströme) unter NTFS http://de.wikipedia.org/wiki/Alternativ ... om#Windows. Das hätte den Vorteil, dass man deren Inhalt unmittelbar eine Klartextsuche (unter Windows 7 und XP+SP2) durchführen kann. Das erzeugt dann quasi von alleine eine indizierte "Datenbank", auf die man über die Windows-Suche zugreifen kann. Das ist auf Dauer wohl kein Ersatz für eine echte Datenbanklösung, aber besser als nichts. Auch hier könnte man später immer noch diese Daten einlesen, um wieder eine richtige Datenbank draus zu machen.
Unter Windows ist der Umgang mit ADS noch recht unkomfortabel, aber vielleicht erbarmt sich da mal ein Programmierer. Ich selbst bin leider keiner :(
Diese Lösung wäre recht unviversell (man ist an keine bestimmtes Speicherformat für die Bild-daten gebunden) und vielseitig erweiterbar.
Aber auch hier gilt: Ich bin erst gaaanz am Anfang, und hab diese Fragen noch nicht wirklich geprüft. Insofern bin ich da keine große Hilfe. Das sind alles noch sehr ungare Ideen und mir fehlt noch der Durchblick, was davon tatsächlich machbar ist.

Ich habe gerade Deinen Thread-Starter-Beitrag gelesen. Ich gebe Dir recht damit, sich lieber nicht von kommerzieller Software abhängig zu machen. Das hieße aber zuvorderst dann konsequenterweise auch Windows los zu werden. Mit dem Entschluss tu ich mir noch ein bissl schwer.
Andererseit ist gerade ADS ein Thema, das Microsoft recht stiefmütterlich behandelt bzw. dokumentiert. Andere sind da weiter.
Insgesamt bin ich aber doch zuversichtlich, dass es Fortschritte geben wird. Nicht wegen der gescannten Dias - das ist ein kurzlebige, vorübergehende Erscheinung - sondern wegen all der historischen Textdokumente, die ja ebenfalls gescannt archiviert werden, und vor allem wegen der digitalen Fotografie. Letztlich braucht es sogar internationale Standards für Metadaten. Siehe http://www.dublincore.org/. Ich denke, erst wenn solche Übereinkünfte definiert sind, wird es auch Lösungen für Privatanwender geben, die eine Teilmenge davon implementieren.
noch keine relevante Hard- und Software....aber demnächst.
Ich taste mich ran :)

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Jossie
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Re: Optimale Archivierung von Bilddaten

Beitrag von Jossie » Mittwoch 25. September 2013, 10:00

Guten Morgen Wolf,

zu 1)
Meine Dias und Negative sind fortlaufend nummeriert, was bei Dias auch chronologisch ist, bei den Negativen nicht. Vorlagennummer und Scannummer sollen identisch erhalten bleiben, wobei ich verschiedene Wurzel-Bezeichnungen verwende: Dia_nnnn, SWN_nnnn usw. Auch die Magazine sind durchnummeriert und die Magazinnummer soll in den Metadaten (s.u.) verankert werden. Die Originale werde zumindest ich erhalten -- was die Nachkommen machen ist offen. Soweit zur Organisation. Hier haben wir, wie Du sagst, wohl alle kein Problem.

zu 2)
Offenbar möchtest auch Du über die Metadaten die Scans dokumentieren. Ich habe mich damit bereits etwas auseinandergesetzt, mir auch etwas zurecht gelegt (s.u.), aber die ersten Gehversuche waren eher deprimierend, denn wenn man das wirklich gut machen will, ist das der aufwändigste Teil des ganzen Unterfangens -- der Auslöser, warum ich diesen Faden gestartet habe, um zu hören, was andere machen.

Zunächst gibt es einige praktische Probleme. Sowohl SilverFast als auch Photoshop und andere Software erlauben es dem Benutzer, dem Bild Metadaten mitzugeben. Allerdings herrscht hier ein ziemliches Chaos, was die Standards anbelangt. SF z.B. verwendet nur IPTC-Tags und die auch z.T. noch falsch. Für mich wichtige Tags fehlen: geographische Koordinaten (GPS), PersonInImage (was ich für ein privates Archiv unabdingbar halte). Außerdem verschlampt HDR momentan noch alle Metadaten, die nicht in HDR direkt eingegeben werden. Seit Anfang des Jahres rede ich (und andere im SilverFast-Forum http://forum.silverfast.com/post34664.html#p34664) auf LSI ein, dass das dringend geändert werden muss. Im SilverFast-Forum wird auch immer noch der Standpunkt vertreten, dass man die Metadaten der Rohdaten nicht mit externem Werkzeug verändern / ergänzen darf, da dadurch die Dateien beschädigt würden. Dies gilt z.B. für Microsoft Pro Photo Tools. Aber wie aus oben zitiertem Faden ersichtlich ist, kann man EXIFtool (und das assoziierte GUI) nach meinen Versuchen anwenden und die Daten werden nicht beschädigt.

Ich wollte mich nicht von Windows verabschieden, sondern auf (nach meiner persönlichen Einschätzung) möglichst langlebige Elemente setzen: TIF- bzw. JPG-Format für die Bilder und Textdateien für die Datenbank. Da man mit reinen Textdateien kaum eine sinnvolle Datenbank erstellen kann, habe ich mich für EXCEL entschieden, einmal, weil man zur Not die Daten als Textdatei (CSV) exportieren kann, zum anderen, weil ich mich damit halt ganz gut auskenne.

Ich hatte mir folgendes Handwerkszeug zurechtgelegt:
  • Metadaten meiner Wahl dem Rohbild-Scan mittels EXIFtoolGUI mitgeben. Ich habe inzwischen die Tags soweit standardisiert, dass auch in Photoshop unter "Dateiinformation" die korrekten Begriffe erscheinen, angesichts des oben erwähnten Chaos, etwas kompliziert. Leider ist es mir bislang nicht vollständig gelungen, dass auch IrfanView alles konsistent anzeigt. Kommt vielleicht noch.
  • Metadaten für jedes Bild als Textdatei exportieren.
  • Import der Textdatei in eine EXCEL-Tabelle mittels eines einfachen Makros, das ich dafür geschrieben habe, einschließlich Hyperlink zum Bild.
  • Anwendung der Filterfunktion in EXCEL, um ein gesuchtes Bild oder einen Bildersatz auszufiltern (Onkel Otto zwischen 1973 und 1986 in Stuttgart).
  • Optional: Ausgefilterten Datensatz in einen auszuwählenden Zielpfad (z.B. Stick) kopieren (Bilder weitergeben, DVD brennen).
Das funktionierte in den Test alles zufriedenstellend. Aber als ich das auf meinen ersten Datensatz anwenden wollte, stellte ich fest, das der erste Punkt sehr aufwändig wird. Ich habe den Eindruck, scannen geht schneller (läuft von alleine), so dass die Dokumentation (muss ich selbst aktiv machen) der Flaschenhals ist. Daher meine gewisse Ratlosigkeit.

Vielleicht mache ich es zu genau, d.h. zu viel Information wird abgefragt, oder es ist vielleicht auch Übungssache, wie schnell man im GUI die Daten eingeben kann. Aber zunächst schrecke ich vor dem Aufwand erst mal zurück.

Beste Grüße

Hermann-Josef
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Stefanh61440
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Re: Optimale Archivierung von Bilddaten

Beitrag von Stefanh61440 » Donnerstag 26. September 2013, 22:45

Wahrscheinlich denke ich da viel zu einfach, aber ich habe ja auch "nur" ca. 5000 Dias.

ad 1.
Wenn ich mit dem Scannen durch bin und die digitalisierten Bilder zweimal gesichert habe, werfe ich die Originalkassetten weg. (ein Affront?)

ad 2.
Für jedes "Ereignis" (ein Urlaub, ein Fest, eine Veranstaltung, eine Fototour) lege ich einen Ordner an. Diese Ordner sind in Kategorien zusammengefasst (Familie, Reisen, Vereine, etc.) und der Name der Ordner beginnt immer mit dem Datum yyyymmdd des ersten Tages des Ereignisses. In jedem Ordner (zum Beispiel "20060721 Urlaub in Rom" sind die Bilder chronologisch geordnet, das erste Bild in jedem Ordner bekommt als Dateiname die 001 und danach eine kurze Beschreibung, z.B. "001 via Appia".

Mehr mache ich nicht, weil das am ehesten dem entspricht, wie ich auch früher die Kassetten und die Bilder beschriftet habe. So kenne ich mich in meinen Bildern noch genauso aus wie bisher, nur dass ich jetzt in Verzeichnissen statt in Kassetten suche und eine viel bessere Möglichkeit der Voransicht habe.

Wahrscheinlich bin ich Euch viel zu unprofessionell, dann ignoriert meinen Beitrag einfach, aber für mich genügt diese Vorgehensweise.

Schöne Grüße,
Stefan

Joe
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Re: Optimale Archivierung von Bilddaten

Beitrag von Joe » Freitag 27. September 2013, 07:39

Hallo Stefan,

ich antworte mal in umgekehrter Reihenfolge:

zu ad 2. - so mache ich es im Prinzip ja auch und es reicht mir. Schon "früher" habe ich mir zu den "Top 200" jeweils aufgeschrieben was denn da nun auf dem Dia zu sehen ist

zu ad 1. - das muss jeder selbst entscheiden - ich bin aktuell dabei alle Dias noch mal neu zu Scannen, weil die Software inzwischen deutliche Fortschritte gemacht hat. Bei gleichem Scanner sind die Ergebnisse heute sichtbar besser als 2007/2008. D.h. ich bin froh das ich die Dias noch habe.

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Jossie
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Re: Optimale Archivierung von Bilddaten

Beitrag von Jossie » Freitag 27. September 2013, 08:59

Guten Morgen Stefan und Joe,

vielen Dank für Eure Ausführungen.

Also Dias wegzuwerfen bekomme ich nicht übers Herz.

Bislang habe ich meine Bilder auch chronologisch durchnummeriert und dennoch muss ich z.B. bei den Digitalaufnahmen inzwischen oftmals suchen, wenn ich ein bestimmtes Motiv brauche. Es sind halt inzwischen viele und an das genaue Datum kann ich mich oft auch nicht mehr erinnern oder erinnere mich falsch.

Probleme machen mir aber noch mehr die vielen alten Negative und Dias von meinen Eltern und Großeltern. Da habe ich kaum noch eine Chronologie, oft nur grobe Anhaltspunkte zum Inhalt. Klar, wenn ich gar nicht in Erfahrung bringen kann, was auf einem Bild eigentlich zu sehen ist, dann kann ich es auch entsorgen. Aber den Rest wollte ich doch möglichst gut dokumentieren. Denn wenn ich das jetzt nicht mache und die Zusammenhänge in der Verwandtschaft herstelle (ich beschäftige mich auch mit Ahnenforschung), dann ist der Bezug Bild - Familie endgültig verloren. Daher komme ich hier mit der Ordnerstruktur nicht wirklich weiter.

Vielleicht muss ich die von mir ausgewählten Metadaten doch noch etwas ausdünnen und mir auch mehr Fertigkeit im Umgang mit dem Handwerkszeug (EXIFtool) aneignen, um gerade diese alten Bilder schneller dokumentieren zu können.

Nochmals danke dafür, dass Ihr geschrieben habt, wie Ihr vorgeht.

Beste Grüße

Hermann-Josef
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Joe
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Re: Optimale Archivierung von Bilddaten

Beitrag von Joe » Freitag 27. September 2013, 11:01

Sieh Dir mal den Amok Exif Sorter an: http://www.amok.am/de/freeware/amok_exif_sorter/

ist Freeware. Der wurde in einem anderen Forum empfohlen. Selbst habe ich den noch nicht ausprobiert.

Aus der Beschreibung:

"AmoK Exif Sorter ist die einfache Lösung zum Sortieren und Umbenennen von Digitalfotos. Alle Fotos kann AmoK Exif Sorter anhand der Metadaten (Exif/IPTC) umbenennen - chronologisch oder nach einem anderen Muster."

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Jossie
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Re: Optimale Archivierung von Bilddaten

Beitrag von Jossie » Freitag 27. September 2013, 13:07

Hallo Joe,

danke für den Tipp. Dateien nach Datum aus EXIF umbenennen kann EXIFtoolGUI ebenfalls. Aber die Metadaten müssen halt erst mal da sein.

Hermann-Josef
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ulven
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Re: Optimale Archivierung von Bilddaten

Beitrag von ulven » Freitag 27. September 2013, 14:46

Nachdem ich die diversen Beiträge so studiert habe, dann fühle ich mich ganz altmodisch und eventuell in Euren Augen sogar umständlich. Dafür begann meine Abbilderei ja auch damals in der Zeit der Dampfkamera. Ich habe also weder einen GUI (?) oder Guru, sondern nur eine -für mich- brauchbare Ordnung.

Mein Verfahren (stark vergröbert):

1. DIA wird gescannt. SCAN wird ge-photoshopt oder ge-lightroomt. IPTC wird zähneknirschend ausgefüllt und dazugerührt. Endprodukt wird zweigeteilt exportiert als 1x TIFF und 1x JPG. Beides wird zusammen in themenabhängigen externen Festplatten gebunkert, wobei die Datei "vornherum" dem Ordnungssystem entsprechend betitelt (identisch für TIFF und JPG) wird. "Hintenrum" sorgt die Datei-Endung für Klarheit in Glaubensfragen. DIA wandert als wiederverwertbares, den neuesten Bildbearbeitungsprogrammen offenes und absturzsicherndes Rohmaterial in 4-Ring-Ordner.

2. RAW-Bild wird geladen, ge-photoshopt ... (siehe obige Epistel). SPEICHERKARTE (meist CF, neuerdings auch SDHC-Familie) wird nicht gelöscht, sondern aufbewahrt. Grund für dieses Procedere siehe oben.

Nachteile: Plaaaatzbedarf, sei es auf externen Festplatten, sei es in Schränken. Aber de nada es nada!

Zur Ordnung (wiederum vereinfacht):

1. THEMEN wie "Erneuerbare Energien", "Mobilität+Verkehr", "Länder", "Geologie" usw. mit sprechenden Kurzbezeichnungen.
2. HAUPTTHEMEN (hier z.B. Biologie) getrennt in FLORA und FAUNA.
Nun als Beispiel FLORA: Bilddatei wie auch Ordnername nach botanischem System (Latein), "bürgerliche Namen" ("Dreigriffeliges Dunnerlittchen" versus "Siebzehnzehiger Hahnenfuß" für das identische Gewächs) in den Hauptverkehrssprachen nur in den IPTC. So sind dann alle, die Herr Linné beispielsweise "acer" genannt hat, unter einem Dach. BIOTOPE werden nach den Namensgebern im Wort-Kompositum gelistet. Da kann dann schon auch eine BILDKOPIE aus den anderen Themenbereichen auftauchen.
3. HAUPTTHEMA "LÄNDER" wird nach IPTC-Standard sortiert. Datei-Namen sind dabei lang und beschreibend, z.B. AUT-tir-INNSBRUCK (Nr...). Das kann bei Auflieferung an Agenturen Probleme bringen, weil dort jeder sein eigenes System hat. Dann muß man umbenennen, umbenennen zulassen, und trotzdem den Überblick behalten.

Bis dato finde ich meine Bilder, manchmal auch das Rohmaterial --- nach einigem Herumkramen zumindest ...

ulven

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Re: Optimale Archivierung von Bilddaten

Beitrag von Jossie » Freitag 27. September 2013, 17:08

Hallo ulven,

herzlichen Dank für den Einblick in Dein Ordnungssystem.

Mir scheint, dass Du auch in meine Richtung gehst, wenn Du "zähneknirschend" die IPTC-Daten ausfüllst. Das ist genau das, woran ich momentan knabbere. Du scheinst allerdings die IPTC-Daten nicht weiter zu nutzen, es sei denn zum Nachsehen bei Bedarf. Hier verspreche ich mir vom Import in die EXCEL-Tabelle und das Filtern doch eine wesentliche Erleichterung bei der Suche. Ich kann ja berichten, wenn ich mal einen größeren Datensatz verarztet habe.

Noch ein Tipp: Du trägst offenbar die IPTC-Daten in Photoshop ein. Da geht das meines Wissens doch nur Datei für Datei? EXIFtoolGUI erlaubt es, Tags, die einem ganzen Datensatz gemeinsam sind (Datum, Ort, usw.), auf einen Schlag einzutragen, also die Werte nur einmal einzugeben und auf alle ausgewählten Bilder zu übertragen. Das könnte Deine Zähne etwas entlasten ;) . Es wäre sehr einfach, auf der Grundlage eines Deiner schon IPTC-versorgten Bilder EXIFtool so zu konfigurieren, dass Du dies nutzen kannst, und in Photoshop dann alles korrekt erscheint. Es ist ebenfalls möglich, Tags mit Werten vorzubelegen, die eigentlich immer gleich sind, wie Name des Fotografen, Copyright usw. Falls gewünscht, kann ich gerne Hilfestellung geben.

Beste Grüße

Hermann-Josef
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Stefanh61440
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Re: Optimale Archivierung von Bilddaten

Beitrag von Stefanh61440 » Samstag 28. September 2013, 15:25

Jossie hat geschrieben:Guten Morgen Stefan und Joe,

... (ich beschäftige mich auch mit Ahnenforschung)
...

Beste Grüße

Hermann-Josef

Es gehört zwar nicht hierher, aber da haben wir etwas gemeinsam :)

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Re: Optimale Archivierung von Bilddaten

Beitrag von Jossie » Samstag 28. September 2013, 16:15

Hallo Stefan,

doch, für mich hängen die beiden Projekte schon zusammen. Denn das Bildarchiv, zumindest Teile davon, sollten auch Bestandteil meiner Familienforschung sein. Daher wollte ich alles möglichst optimal dokumentieren.

Beste Grüße

Hermann-Josef
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ulven
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Re: Optimale Archivierung von Bilddaten

Beitrag von ulven » Montag 30. September 2013, 16:16

Servus Hermann-Josef!

Danke für Dein Mit-Leiden im wahrsten Wortsinne. Wenn man erst ALLE IPTC-Angaben ausfüllen würde, dann brauchte man Stahltrossen statt Nerven und müßte mit der Lebenszeit in die Verlängerung gehen. Ich verwende "nur" die von Agenturen und Redaktionen verlangten Mindestangaben - und das sind schon genug. Als Hilfe zur "Bildfindung" brauche ich, außer den Dateinamen, die Daten weit weniger.

Die Eingabe mache ich grundsätzlich in LIGHTROOM, womit man die Standard-Daten (Bild von wem? wo/wie ist der "wem" erreichbar? wer textete? Personal release/Property release?, usw.), als Vorgabe eingepflegt, bereits beim Import anhängen kann. Die Angaben zum individuellen Bild (Titel, Inhaltsangabe, besonders aber STICHWÖRTER) sind die wahren Plagegeister! Auch dafür kann man die sich in LIGHTROOM automatisch erstellenden Listen durchgehen und einfügen, aber die Neuschreibe ist manchmal schneller als der Listenabgleich.

Die größte Freude steckt wohl im Indizieren. Da gibt es Zeitgenossen, die können einen flach und einsam auf dem Tisch liegenden Hosenknopf mit Indices versehen, die an Wortfülle die Novelle über das "Erdbeben von Lissabon" unschwer vollständig abbilden könnten. Ziel dabei ist, nur ja im Netz von Suchmaschinen hängen zu bleiben. Agenturen bejammern das zwar, erwarten aber doch eine Fülle von Stichwörtern. Und dann sitzt man und schreibt tüchtig Adjektive, Adverbien, Substantive, in Singular und Plural, konjugiert, grammatisch multigeschlechtlich, ... Und das in mindestens zwei Sprachen. Was, in Kisuaheli und Mandarin geht´s nicht? Gerade da wäre aber doch noch eine Partneragentur. Und LIGHTROOM listet dann alles brav nach dem Alphabet; mit Sprach-Paaren geht also nix. Nun, man müßte sich das alles natürlich nicht antun. Aber wenn man es tut, dann muß man.

Schöne Woche, auch wenn sie mit einem Montag beginnt, wünscht ulven.

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Re: Optimale Archivierung von Bilddaten

Beitrag von Jossie » Montag 30. September 2013, 19:10

Guten Abend ulven,

zum Glück bin ich niemandem Rechenschaft schuldig und habe keine Bringschuld. Also kann ich machen, was ich will :) .

Du hast vollkommen recht: Ich erwische mich immer wieder, wie ich ewig über Überschrift und Stichworten brühte. Bis ich mir klar werde, dass -- wenn ich das für alle Bilder so mache -- ich das Ende des Projekts nicht mehr erleben werde. Da ist wohl noch etwas Übung nötig.

Nach allem, was ich dankenswerterweise hier als Rückmeldungen bekommen habe, werde ich einen oder mehrere Bildsätze mal unter diesen Aspekten dokumentieren und aus diesem Versuch hoffe ich zu lernen, wie man das möglichst effektiv angeht.

Beste Grüße

Hermann-Josef
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