DIA-Archiv sinnvoll archivieren

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Martinus
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Re: DIA-Archiv sinnvoll archivieren

Beitrag von Martinus » Donnerstag 4. Juli 2019, 16:59

yogi hat geschrieben:
Donnerstag 4. Juli 2019, 16:10
Die Doku von Hermann-Josef kenne ich natürlich.
Dort hat er ja gerade ME entlarvt.
Umgekehrt, er hat die Einfachscan-Daten als fehlerhaft (nämlich mit einem Bias korrumpiert) entlarvt.
yogi hat geschrieben:
Donnerstag 4. Juli 2019, 16:10
Da bei mir alle Scans über Photoshop laufen entferne ich natürlich auch etwaige Schwarzabhebungen (Bias, Flauheiten).
So einfach durch Schwarzabsenkung ist der Bias leider nicht ungeschehen zu machen, denn bei der Schwarzabsenkung werden die Details in dunklen Partien unsichtbar. Um den Bias herauszurechnen, muß eine nichtlineare Funktion ausgeglichen werden.
yogi hat geschrieben:
Donnerstag 4. Juli 2019, 16:10
Noch mal zur Auflösung, besser gesagt Abtastrate:
Nach mehr als 30jähriger Erfahrung in analoger und digitaler Bildverarbeitung empfehle ich weiter die Abtastung in höchster Qualität. Später kann ggf. auf ein Zielformat herunterkonvertiert werden. Das führt sogar zu einer Kornreduktion. Auch bei alten Dias gibt es (seltene) Exemplare, die richtig fokusiert und nicht verwackelt waren.
Natürlich ist eine sehr feine Abtastung immer zumindest ein klein wenig besser als eine weniger feine Abtastung. Man muß aber immer auch bedenken, ob das manchmal sehr geringe Plus an Qualität den enormen Zeit- und Speicheraufwand lohnt. Das hängt dann von der Qualität der Bilder ab, die man scannt, von den Ansprüchen, die man hat, von dem Zeitaufwand, den man bereit ist aufzuwenden, von der Zahl der Bilder, die zu scannen sind usw. Eine generelle Empfehlung, immer in höchster Qualität abzutasten, ist in der Praxis unsinnig.

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Jossie
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Re: DIA-Archiv sinnvoll archivieren

Beitrag von Jossie » Donnerstag 4. Juli 2019, 17:18

Hallo zusammen,
Martinus hat geschrieben:
Donnerstag 4. Juli 2019, 13:50
Ich habe auch Dias mit Glas erfolgreich gescannt.
Hat der Scanner einen festen Fokus, darf aufgrund der sehr geringen Schärfentiefe der Diascanner (nicht der Flachbettscanner) nicht mit Glas gescannt werden, denn durch das Glas ergibt sich eine Fokusverschiebung, d.h. Unschärfe.
Martinus hat geschrieben:
Donnerstag 4. Juli 2019, 16:59
Umgekehrt, er hat die Einfachscan-Daten als fehlerhaft (nämlich mit einem Bias korrumpiert) entlarvt.
Ohne Berücksichtigung des Bias sind die Scandaten nicht mehr linear. Das wird bei der ME-Einrechnung durch SF übersehen. Daher sind die ME-Scans in dunklen Partien, wo ME zur Wirkung kommt, in den Helligkeitsverhältnissen verbogen und die Farben verfälscht.
Martinus hat geschrieben:
Donnerstag 4. Juli 2019, 16:59
Um den Bias herauszurechnen, muß eine nichtlineare Funktion ausgeglichen werden.
Nein, es wird lediglich von allen Pixeln eine Konstante subtrahiert (in den "Roh"daten, also vor der Gamma-Korrektur).
yogi hat geschrieben:
Donnerstag 4. Juli 2019, 16:10
Nach mehr als 30jähriger Erfahrung in analoger und digitaler Bildverarbeitung empfehle ich weiter die Abtastung in höchster Qualität.
Ich kann nur zustimmen. Die Staub- und Kratzerentfernung, so wie sie SF durchführt (nicht bei VueScan!), profitiert davon, wenn mehr Pixel pro Fehlstelle vorhanden sind. Analoges gilt für die Kornreduktion z.B. durch Wavelets. Werden die Daten anschließend gebinnt, so ergibt sich eine Verbesserung des Signal-zu-Rausch-Verhältnisses, z.B. bei einem Binning 2x2 um den Faktor 2. Das ist mehr, als theoretisch ME hergibt, denn der ME-Scan ist nach meinen Beobachtungen etwa ein Faktor 2 länger als der Standardscan, was einem maximalen Gewinn von 1.4 ergeben würde (im Widerspruch zu den auf der LSI-Webseite zitierten Untersuchungen). Falls das Korn aufgelöst war, führt Binning natürlich auch zu einer Art Kornunterdrückung aufgrund der verringerten Auflösung.
yogi hat geschrieben:
Donnerstag 4. Juli 2019, 14:06
Der Mehrfachscan ohne ME rechnet auch nur 1/N * Summe (Bild 1 bis Bild N).
Es wird bei SFs ME nur ein weiterer Scan mit längerer Belichtungszeit (beim Nikon wohl mit hellerer Lampeneinstellung) gemacht. SilverFast kann keine Vielfachscans.
yogi hat geschrieben:
Donnerstag 4. Juli 2019, 16:10
Erst der große hasselblad kann das dank eines Lichtdiffusors besser.
... der nicht mehr verfügbar ist und für den "Normalverbraucher unerschwinglich war!

Hermann-Josef
DigitDia6000 (CyberView, SilverFast Archive Suite 8) / CanoScan9950F (ScanGear, VueScan Pro), Eizo CS240, Spider4Elite unter Win10 (64bit), i7 (3.5GHz), Speicher 24GB

Martinus
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Re: DIA-Archiv sinnvoll archivieren

Beitrag von Martinus » Donnerstag 4. Juli 2019, 18:23

Jossie hat geschrieben:
Donnerstag 4. Juli 2019, 17:18
Hat der Scanner einen festen Fokus, darf aufgrund der sehr geringen Schärfentiefe der Diascanner (nicht der Flachbettscanner) nicht mit Glas gescannt werden, denn durch das Glas ergibt sich eine Fokusverschiebung, d.h. Unschärfe.
Ich bin mit der Qualität der Scans von Dias mit Glas einigermaßen zufrieden. Aufgefallen ist mir hauptsächlich die größere Menge an Dreck auf dem Dia (mit der aber die automatische Staub- und Kratzerentfernung fertig wurde) und eine leichte Farbveränderung. Eine Unschärfe ist mir nicht aufgefallen. Da die von mir gescannten uralten Bilder meist nicht hundertprozentig scharf sind, wäre eine zusätzliche kleine Unschärfe durch den Scanvorgang auch nicht der Rede wert. Dagegen fällt der erhebliche Mehraufwand an Zeit für das Umrahmen von Hunderten von Dias sehr wohl ins Gewicht.
Jossie hat geschrieben:
Donnerstag 4. Juli 2019, 17:18
Ohne Berücksichtigung des Bias sind die Scandaten nicht mehr linear. Das wird bei der ME-Einrechnung durch SF übersehen. Daher sind die ME-Scans in dunklen Partien, wo ME zur Wirkung kommt, in den Helligkeitsverhältnissen verbogen und die Farben verfälscht.
Das ist schon richtig. Trotzdem sind die Mehrfachscan-Bilder visuell unvergleichlich besser als die Einfachscans und dem Originaldia näher kommend. Mit dem Mehrfachscan wird eben ein grober Fehler in den Einfachscan-Daten so gut es geht korrigiert; das dabei neue Fehler entstehen, ist möglich, aber diese fallen kaum auf: In den dunklen Partien sind Farben ohnehin nicht so sehr deutlich zu erkennen.
Jossie hat geschrieben:
Donnerstag 4. Juli 2019, 17:18
Nein, es wird lediglich von allen Pixeln eine Konstante subtrahiert (in den "Roh"daten, also vor der Gamma-Korrektur).
Ich gehe davon aus, daß yogi in Photoshop die gammakorrigierten Bilder bearbeitet.

yogi
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Re: DIA-Archiv sinnvoll archivieren

Beitrag von yogi » Donnerstag 4. Juli 2019, 18:56

Oh, ich wusste nicht, dass SF8 keine Vielfachscans kann. Deshalb meine Frage. SF6 kann das, ist aber sinnlos.

Ich war kurz davor auf SF8 upzugraden, aber SF8 unterstützt ICE meines LS5000 nicht mehr. Damit ist SF8 für alle Zeit gestorben.

Der Bias ist beim LS5000 laut den Arbeiten von Jossie ein geringes Problem. Deshalb sehe ich keine Effekte bei ME. Nachbearbeitung mache ich natürlich (mache sagen notgedrungen) hinter Gamma und Matrizierung.

Ich war mal an der Entwicklung eines 4k Scanners für 35mm Kinofilm beteiligt. Der hatte eine Scannereinheit von Kodak. Alleine der Lichtdiffusor schlug mit 100.000 $ zu Buche. Die Unterdrückung von Korn und Kratzern war (und ist bis heute) sensationell. Kodak Patent 5671084 Light Diffuser.

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